Auch ich denke, dass aus dem Gedicht kein Antisemitismus herauszulesen ist. Er schreibt explizit, dass er sich dem Land Israel verbunden fühlt und will m. E. lediglich seine Vernunft in der Öffentlichkeit, dieses Thema betreffend, nicht mehr ausschalten - warum versucht man nur die eine Seite zu kontrollieren und die andere nicht? Extremen Hass (und Angst!) gibt es hier wie dort, und offenbar gibt es auch genügend Anzeichen dafür, dass man sich auf beiden Seiten der Atombombe nähert bzw. sie schon hat. Und Grass spricht offen aus, dass er sich um die israelische, palästinensische und um die ganze Region Sorgen macht. Zu Recht, finde ich. Daraus lässt sich kein Antisemitismus ableiten.
Bis auf die Blechtrommel hab ich von ihm nichts gelesen, und das ist lange her, kann also nicht sagen, ob er sonst was geschrieben hat, was man ihm als Antisemitismus auslegen könnte.
(Langweilig, dieser Beitrag von mir. Aber nah am Text, oder? 😀)