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Grönemeyers Wutrede - gut oder nicht gut?

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Jap, nur Deutschland benötigt eine Lehrstunde, weil alle anderen Länder im Verlauf der Weltgeschichte immer nur in Liebe und Harmonie miteinander ausgekommen sind.
Aber gerade das habe ich immer als einen Vorteil der Deutschen wahrgenommen, dass wir uns den negativen Seiten unserer Geschichte stellen, im Gegensatz zu vielen anderen Ländern. Sollen wir diesen Vorteil abschaffen und uns in die Reihe derjenigen Länder einreihen, die ihre eigenen Schattenseiten verdrängen? Warum sollten wir das tun?
 
Im Endeffekt produziert aber jeder und ständig seine politische Meinung?
Natürlich.

Wenn ich zu einer SPD-Veranstaltung gehe, dann würde mich überraschen, wenn Hape Kerkeling aus seinem aktuellen Buch vorliest.
Zahle ich 100 oder mehr Euro, um zu einem Konzert zu gehen, dann will ich Musik hören und verdammt nochmal nicht die einseitig politisch gefärbte Meinung des Künstler als die einzige Wahrheit eingetrichtert bekommen. Das macht mich - besonders im Nachhinein- einfach nur wütend. Ich fühle mich missbraucht.
 
Zahle ich 100 oder mehr Euro, um zu einem Konzert zu gehen, dann will ich Musik hören und verdammt nochmal nicht die einseitig politisch gefärbte Meinung des Künstler als die einzige Wahrheit eingetrichtert bekommen. Das macht mich - besonders im Nachhinein- einfach nur wütend. Ich fühle mich missbraucht.
Gut, ich würde es auch nicht gut finden, wenn während oder am Ende eines Konzerts einer der Künstler ungefragt seine Sympathien für die AfD herausposaunen würde. Da würde ich vermutlich auch sauer sein und in Zukunft weitere Konzerte bzw. dessen Musik meiden.
 
Er hat vollkommen recht.

Alle, die aus der rechten Ecke kommen oder diese sympathisieren/wählen, verdienen tiefste Verachtung.

Natürlich kann ein Celebrity keinem vorschreiben, was man denken sollte - aber offensichtlich hat Deutschland eine kleine Lehrstunde in Geschichte aktuell sehr nötig.
Ist rechts gleich rechte Ecke? Bestimmst Du, wer tiefste Verachtung verdient? Verdiene ich diese dann auch? Ist links gut oder extrem links? Ist extrem links dann extrem gut? Ist es gut, wenn Linke den Eigentum Unbeteiligter beschädigen oder zerstören?

Wieso hat Deutschland diese Lehrstunde nötig? Sind es die 82 000 000 Menschen, die hier leben? Oder die 55 000 000 Deutschen? Wer sind die Lehrmeister? Wo leben die? Sind das Deutsche? Das darf dann aber nicht sein - oder?
 
Aber gerade das habe ich immer als einen Vorteil der Deutschen wahrgenommen, dass wir uns den negativen Seiten unserer Geschichte stellen, im Gegensatz zu vielen anderen Ländern. Sollen wir diesen Vorteil abschaffen und uns in die Reihe derjenigen Länder einreihen, die ihre eigenen Schattenseiten verdrängen? Warum sollten wir das tun?

Verdrängen würde ich nicht sagen, einfach das Interesse verlieren weil es lang her ist und keine Rolle mehr spielt.

Mittlerweile ist es so, dass es bei Besichtigungen von Schulen in einem KZ meist nur noch um ein "gutes" Selfie geht. Das muss natürlich nicht sein, aber der Bezug geht natürlich verloren.

Welchen Vorteil hat man denn als Land wenn man seine Schattenseiten nicht verdrängt, oder besser gefragt, welche Nachteile erfährt beispielsweise ein Chinese, weil dort an gewisse Ereignisse nicht erinnert wird?
 
@Insta: wenn man sich nicht erinnert, läuft man Gefahr, es zu wiederholen. Deine Erfahrungen können Dich davor schützen, immer und immer wieder die selben Fehler zu machen, wenn man nicht zu doof oder zu träge ist, dies zu erkennen. Aber wenn Du diese Fehler nicht mehr erinnerst, wie willst Du dann einen Schritt unterlassen, der beim letzten Mal schon zur Katastrophe geführt hat?

Dass sich ein einzelner Mann ohne Waffen einem Panzer entgegen gestellt und ihn aufgehalten hat und damit unglaublichen Mut bewiesen hat ... wenn sich niemand daran erinnert, wie lange braucht es dann wohl, bis wieder Menschen so viel Mut an den Tag legen? Oder wenn niemand mehr von den Montags-Demos weiß und sich erinnern kann, dass man ein Regime friedlich "überwinden" kann, was geschieht dann beim nächsten Mal?

Wie will man den Anfängen wehren, wenn man diese Anfänge nicht mehr erinnert? Kann und sollte man so leichtfertig und naiv sein?
 
@Insta: wenn man sich nicht erinnert, läuft man Gefahr, es zu wiederholen. Deine Erfahrungen können Dich davor schützen, immer und immer wieder die selben Fehler zu machen, wenn man nicht zu doof oder zu träge ist, dies zu erkennen. Aber wenn Du diese Fehler nicht mehr erinnerst, wie willst Du dann einen Schritt unterlassen, der beim letzten Mal schon zur Katastrophe geführt hat?

Dass sich ein einzelner Mann ohne Waffen einem Panzer entgegen gestellt und ihn aufgehalten hat und damit unglaublichen Mut bewiesen hat ... wenn sich niemand daran erinnert, wie lange braucht es dann wohl, bis wieder Menschen so viel Mut an den Tag legen? Oder wenn niemand mehr von den Montags-Demos weiß und sich erinnern kann, dass man ein Regime friedlich "überwinden" kann, was geschieht dann beim nächsten Mal?

Wie will man den Anfängen wehren, wenn man diese Anfänge nicht mehr erinnert? Kann und sollte man so leichtfertig und naiv sein?

Ja meine Erfahrungen schützen mich in der Regel davor, den Fehler nicht nochmal zu begehen. Aber dazu braucht man auch eine realitsische Einschätzung.

Ich habe mal ein Bügeleisen angefasst als Kind, keine gute Erfahrung. Ich weiss, ich fasse es nicht nochmal an.

Auch der 2. Weltkrieg war mein fiktives heisses Bügeleisen.

Durch die Politik von Frau Merkel und der unkontrollierten, meist illegalen Einwanderung sind mehr und mehr Menschen unzufrieden.

Diese stehen aber 30km weit weg vom nächsten heissen Bügeleisen. Trotzdem wird gleich panisch reagiert von einigen Mitbürgern und es wird so getan, als ob man kurz davor das Bügeleisen anzufassen und den Fehler zu wiederholen.

Das ist so, als wenn Du mir jetzt sagst, insta, halte Dich immer mindestens 30km entfernt von einem heissen Bügeleisen. Du kannst es ja sonst anfassen.

Und das ist das Problem, panische Überreaktionen in Bezug auf unsere Geschichte. Erinnern ja, aber bitte mit einer gesunden Distanz. Das haben wir aber in Deutschland verlernt.

Wobei ich, der auf die 40 zugeht, in den nachfolgenden Generationen ein gesundes Desinteresse wahrnehme. Warum sollten sich junge Menschen auch diese Schuld auf sich laden?

Daher hätte ich ja gern noch gewusst was Länder für Nachteile haben, die nicht ständig an Ihre schlechten Taten denken.

In den letzten Jahren musste sich in China niemand vor einen Panzer stellen um etwas zu verhindern. Obwohl diese "Tage" verheimlicht werden. Man kann also schon lernen, ohne ständig an die Schuld erinnern zu müssen.
 
Welchen Vorteil hat man denn als Land wenn man seine Schattenseiten nicht verdrängt, oder besser gefragt, welche Nachteile erfährt beispielsweise ein Chinese, weil dort an gewisse Ereignisse nicht erinnert wird?
Ich würde sagen, wenn man nicht regelmäßig daran erinnert wird, verliert man irgendwann seine "Immunität" bzgl. der Anfälligkeit für totalitäre Staatsformen. Meinem Eindruck nach kann man ja gerade in China ganz gut sehen, wie bedenkenlos sich die meisten Chinesen der durchaus restriktiven Staatsmacht unterordnen.

Auch wenn mir viele inzwischen auch bei uns nicht mehr zustimmen werden: ich schätze die kritische Grundeinstellung vieler Deutscher gegenüber autoritärer Staatsformen durchaus.

Ehrlich gesagt weiß ich auch gar nicht, warum es manche Menschen anscheinend als Zumutung empfinden, wenn es weiterhin diese Erinnerungskultur gibt. Für mich ist es eine Mahnung im Sinne von "So weit kann es in einer Gesellschaft kommen, wenn wir nicht aufpassen".
 
Zuletzt bearbeitet:
@Insta: und weil es ja nur diese beiden Alternativen gibt: Finger am Bügeleisen verbrennen oder 40 km weiter weg stehen, macht das alles so wahnsinnig Sinn.
 
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