Ich finde es generell daneben wenn jemand seinen Job nutzt der im Grunde nichts mit Politik zu tun hat, um anderen dann politisch Vorschriften zu machen. Ist ähnlich wie "Amtsmissbrauch". Die Menschen gehen sicherlich das Konzert besuchen weil sie Musik hören möchten und nicht weil sie mit linkem geblubber zugedröhnt werden wollen. Das passt auch nicht finde ich. Man ist in einer besonderen Stimmung während des Konzertes und dann plötzlich sowas. Reisst einen doch auch bestimmt raus.
Wenn jemand das Vermarkten (Marketing) konsequent durchzieht, so sind dies die US-Amerikaner, egal, ob Unternehmen, NPOs oder Künstler.
Wenn in Sachen Marketing eine neue Sau durch's Dorf getrieben wird, so geschieht das zuerst fast immer in den USA. Auf jeden Fall hat das Marketing dort seine Anfänge gehabt.
Ich hatte auch den Gedanken, ob es den Fans passt und es nicht auch ein Missbrauch des eigenen Star-Kultes ist wenn jemand auf der Bühne seine politische Meinung kund tut.
Aber es ist kein Amtsmissbrauch. Grönemeyer wird nicht vereidigt Musik und
nur Musik zu machen. Echter Amtsmissbrauch ist deswegen so kritisch, weil du dich nur schwer wehren kannst. Es gibt für deine Stadt EIN Bauamt. Wenn da einer seine Stellung missbraucht, kannst du nicht einfach zu einem anderen Bauamt gehen.
Bei Grönemeyer: Gefällt dir der Künstler und was er tut, geh hin. Gefällt er dir nicht: Geh nicht hin.
Es gibt ja sogar politisches Kabarett, wo manch prominenter Künstler auch seine Meinung lustig verpackt kund tut.
Oder beim Fussball: Da wird manchmal vor dem Spiel auch eine Aktion oder ein Apell gegen Rasissmus gehalten - auch wenn man doch eigentlich nur zum Fussball schauen hinkommt.
Ich glaube das Problem ist aber auch nicht, dass Grönemeyer Dinge wie Ausgrenzung und Rasissmus kritisiert hat. Auch nicht, dass er dies im Rahmen seines Konzertes tat.
Vielmehr geht es darum (wie roman schreibt), dass man seine Aussagen ganz gezielt als
Marketing für bzw. gegen
bestimmte Parteien verstehen kann.
Fehlte eigentlich nur noch dass er sagte "wählt nicht rechte Parteien!" (rechts hier bitte nicht mit radikal gleichsetzen).
Und das hat "Geschmäckle". Politischen Wahlkampf möchte ich als Konzertbesucher nicht.
Aber nochmal: geht einfach nicht mehr hin
😀