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Gott bitten?

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Fritzie:
Warum sollte der Sinn des Lebens wichtiger sein als die Zahl 42, wenn es keine "höhere Macht" gibt? Wozu sollte ein Mensch sich um Werte wie Ehrlichkeit, Nächstenliebe, Friedfertigkeit bemühen, wenn er weiß: irgendwann mach ich die Augen zu und werd' Kompost - das war's dann? Nur zum Arterhalt?

Auch, aber nicht ausschließlich zum Arterhalt. Durch soziale Verhaltensweisen sichere ich mir den Rückhalt und die Unterstützung meiner Gruppe. Gaaanz früher bedeutete der Ausschluss aus der Gruppe den sicheren Tod, alleine hatte man weniger Überlebenschancen und die Wahrscheinlichkeit, dem Smilodon als Zwischenmahlzeit zu dienen war beträchtlich höher, als wenn man eben einer Gemeinschaft angehörte, die Schutz bot. Wir sind eben doch soziale Wesen. 😉

Ich hab auch von Theorien gehört nach denen soziale Interaktion die Basis war für die Entwicklung unseres Gehirns. In diesen Kontext kann anscheinend auch religiöses Denken eingeordnet werden: „Meine Gruppe, wir Gläubigen vom heiligen Kochtopf, haben die einzige Wahrheit, halten zusammen, verteidigen uns...und wer anders ist, anders oder gar nicht glaubt, ist minderwertig, bedroht uns, ist gar ein Feind, blabla.“

Aber das ist nur ein kurzer Einschub von mir, wollte es nur mal schreiben weil ich Fritzie gerade las, obendrein ist ja eh wieder OT...also her mit der Verwarnung. 😀
 

Hallo Dr. Rock,

schau mal hier: Gott bitten?. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Die medizinisch-naturwissenschaftliche Dimension des Betens finde ich auch interessant.

Joachim Faulstich (Dokumentarfilmer und Autor) zitiert in einem seiner Filme Professor Dr. Tobias Esch, der im Hinblick auf Meditation dieselbe als "medizinisches Mittel" bezeichnet. Gehirn, Drüsen und Immunsystem seien untrennbar miteinander verbunden.

Esch meinte:
die Aktivierung bestimmter Hirnstrukturen durch ein Gebet etwa kann nachweislich Stress beseitigen.

Und dies könne direkten Einfluss auf einen Heilungsprozess haben.
 
Die Zeit der großen Zeichen des Gottes JHWH sind vorbei, seitdem die Bibel als Ganzes existiert. Dort drin erkennen wir auch, warum dieser Gott früher Zeichen gab und warum diese heute in der Form nicht mehr zu erwarten sind.

Mit den großen Zeichen des Alten Testaments hast du sicher Recht. Die Zeichen des AT sind für uns Heutigen nicht wörtlich zu verstehen, sondern oft nur sinnbildlich einzuordnen.

Aber das Neue Testament ist da nochmals von einer "anderen Qualität".

Gebetserhörungen gehören seit jeher zur christlichen Grundüberzeugung. Dass Jesus nicht nur seinerzeit Bitten erhört hat. Das Bittgebet wäre sinnlos, wenn der Beter nicht von der Gewissheit ausgehen kann, dass Gott Gebete auch erhört. Durch seine Macht die Dinge anders ablaufen lässt, als sie sich ansonsten entwickeln würden.



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Über die Existenz Gottes ist gar nichts gesagt oder bewiesen, wenn man auf seine Existenz hofft und das Gespräch mit ihm sucht. Er läßt sich nicht beweisen.

Aber dass eine positive Wirkung alleine durch das Hoffen entsteht, ist oft belegt worden.

Allerdings möchte ich noch mal auf den Unterschied zwischen Gespräch und Bitte hinweisen. Es ist etwas anderes, ob ich mit einem möglichen Gott spreche oder ob ich ihn um etwas bitte. Meine Bedenken (die Grundfrage dieses Thread) gingen ja in die Richtung, ob Bitten an Gott zulässig sind.

Inzwischen neige ich dazu, diese Frage zu bejahen. Ich kann ja mit meinem diesbezüglichen Zweifel selbst vor Gott treten, etwa in diesem Sinne: "Vielleicht ist es anmaßend von mir, Dich um etwas zu bitten..." und dann kann man eben doch seine Bitte in das Gespräch einflechten. Der notwendige Respekt vor Gott ist damit gewahrt. Wenn man ihm ehrlich mit ernsthaften Absichten gegenübertritt, wird er es wohl kaum negativ auffassen (können).
 
Allerdings möchte ich noch mal auf den Unterschied zwischen Gespräch und Bitte hinweisen. Es ist etwas anderes, ob ich mit einem möglichen Gott spreche oder ob ich ihn um etwas bitte. Meine Bedenken (die Grundfrage dieses Thread) gingen ja in die Richtung, ob Bitten an Gott zulässig sind.

Inzwischen neige ich dazu, diese Frage zu bejahen. Ich kann ja mit meinem diesbezüglichen Zweifel selbst vor Gott treten, etwa in diesem Sinne: "Vielleicht ist es anmaßend von mir, Dich um etwas zu bitten..." und dann kann man eben doch seine Bitte in das Gespräch einflechten.

Was ist das Gebet denn anderes als das Sprechen mit Gott auch über das, was sich bedrängend im Leben abspielt?



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OK, nenne es so. Ich hab's schon mal geschrieben:

Für mich gilt:
Man kann an Gott glauben ohne wirklich zu wissen ob er existiert.
Weil ich ein Mensch bin, der einer Heilsbotschaft bedarf, die Kraft und Mut gibt, schon im hier und jetzt zu bestehen. Es ist die Hoffnung, dass es Gott gibt, dass es Jesus gegeben hat mit seiner Heilsbotschaft, die mich diese Welt, die tagtäglichen Belastungen immer wieder ertragen lässt, weil es diese eine christliche Hoffnung gibt.

Ich brauche die Hoffnung, das es ein Weiterleben nach dem Tod gibt, die Halt und Kraft gibt, die Tatsache des Todes von lieben Menschen, die Tatsache des eigenen Todes irgendwann anzunehmen, weil ich weiß, dass es eine grundgütige Kraft - ich als Christ sage Gott/Jesus - gibt, deren Liebe stärker ist als der Tod.



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Meine Bedenken (die Grundfrage dieses Thread) gingen ja in die Richtung, ob Bitten an Gott zulässig sind.

Inzwischen neige ich dazu, diese Frage zu bejahen. Ich kann ja mit meinem diesbezüglichen Zweifel selbst vor Gott treten, etwa in diesem Sinne: "Vielleicht ist es anmaßend von mir, Dich um etwas zu bitten..." und dann kann man eben doch seine Bitte in das Gespräch einflechten. Der notwendige Respekt vor Gott ist damit gewahrt. Wenn man ihm ehrlich mit ernsthaften Absichten gegenübertritt, wird er es wohl kaum negativ auffassen (können).

So, wie Du hier schreibst, schilderst Du Gott als eine Art Monster, das bitterböse wird, wenn man ihm mit mangelnden Respekt entgegentritt...
Und bevor ich an so einen strafenden Rache-Gott glaube, bei dem ich nicht mal weiss, ob ich mich trauen darf, ihn um etwas zu bitten, bleibe ich doch lieber Atheistin.

Das ist weniger anstrengend.
 
eine frage: hat jemand hier in diesem forum, im leben, JEMALS ein "wort", ein "zeichen", eine "antwort" von gott bekommen??

Aus meiner eigenen Lebenserfahrung kann ich nur sagen, dass es weniger die unmittelbaren Gebetserhörungen sind, die so augenscheinlich sind. Obwohl ich auch das erfahren durfte. Aber es sind mehr die langsam wirksamen Gebetserhörungen. Gottes Wegbegleitung und Erhörung meiner sehnlichsten (Gebets)Wünsche. Die sich nicht von heute auf morgen erfüllt haben. Aber wo ich Gottes Wirken sehr wohl wahrnehmen konnte. Wo sich allmählich Schlechtes zum Besseren gewendet hat.



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Hallo Angelo!

Was ist das Gebet denn anderes als das Sprechen mit Gott auch über das, was sich bedrängend im Leben abspielt?
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Ich glaube, Du hast Recht 🙂.

Vielleicht sieht es in meiner GesprächsPraxis (das Wort "Gebet" mag ich nicht so) mit Gott aber doch noch etwas anders aus.

Das HauptElement meiner Gespräche mit ihm ist die Frage. Ich frage ihn also, wie ich mich in bestimmten Situationen verhalten soll. Das hat mit Bitte vielleicht gar nicht mehr soviel zu tun. Andererseits: ich bitte ihn ja quasi um eine Antwort 🙂. Insofern kommt man ja gar nicht um das Bitten herum, wenn man mit Gott ein Gespräch führt. Und man hat ja Erwartungen, wenn man ein Gespräch mit ihm führt.

Ganz allgemein ausgedrückt: Hoffen und Vertrauen auf Gott ist auf gewisse Weise eine "Bitte" um seine gerechte Existenz. Hoffen und Bitten kommen sich hier recht nahe.
 
Fritzie:
Warum sollte der Sinn des Lebens wichtiger sein als die Zahl 42, wenn es keine "höhere Macht" gibt? Wozu sollte ein Mensch sich um Werte wie Ehrlichkeit, Nächstenliebe, Friedfertigkeit bemühen, wenn er weiß: irgendwann mach ich die Augen zu und werd' Kompost - das war's dann? Nur zum Arterhalt?

Auch, aber nicht ausschließlich zum Arterhalt. Durch soziale Verhaltensweisen sichere ich mir den Rückhalt und die Unterstützung meiner Gruppe. Gaaanz früher bedeutete der Ausschluss aus der Gruppe den sicheren Tod, alleine hatte man weniger Überlebenschancen und die Wahrscheinlichkeit, dem Smilodon als Zwischenmahlzeit zu dienen war beträchtlich höher, als wenn man eben einer Gemeinschaft angehörte, die Schutz bot. Wir sind eben doch soziale Wesen. 😉

Ich hab auch von Theorien gehört nach denen soziale Interaktion die Basis war für die Entwicklung unseres Gehirns. In diesen Kontext kann anscheinend auch religiöses Denken eingeordnet werden: „Meine Gruppe, wir Gläubigen vom heiligen Kochtopf, haben die einzige Wahrheit, halten zusammen, verteidigen uns...und wer anders ist, anders oder gar nicht glaubt, ist minderwertig, bedroht uns, ist gar ein Feind, blabla.“

Aber das ist nur ein kurzer Einschub von mir, wollte es nur mal schreiben weil ich Fritzie gerade las, obendrein ist ja eh wieder OT...also her mit der Verwarnung. 😀


Ist nicht OT, finde ich, gehört ja zum Thema, ob Beten Sinn macht - und es macht Sinn, wenn ich davon ausgehe, daß es eine göttliche Macht gibt, so wie es auch Sinn macht, wenn ich nicht an Gott glaube.

Meine Antwort bezieht EuFranks Antwort an mich mit ein - seine Bemerkung, daß ich mir meine Frage schon selbst beantwortet habe. Der Meinung bin ich nicht, weil:

es ist schon ein Unterschied, ob ich sage, daß ich moralische Werte erkenne, auch anerkenne und zwar weil ich sie für gut, sozialverträglich und richtig empfinde als Ergebnis meiner Überlegungen dazu, oder ob ich sage: ich glaube an eine göttliche Macht, und deswegen müssen deren moralischen Werte richtig sein.

Ne, drückt's noch nicht so ganz aus, was ich meine... noch ein Versuch: wenn ich sage, es ist BESSER wenn es Gott gibt, nach dessen Geboten wir Menschen uns richten können, dann heißt das noch nicht, daß ich auch an ihn glaube. Jepp. Das hat mir in den Jahren meiner Auseinandersetzung mit Gott so zu schaffen gemacht. Ich konnte nicht mehr an eine Wesenheit namens Gott und ein Leben nach dem Tod bei ihm, auch nicht an die Liebe dieses Gottes für uns Menschen usw. glauben. Ob ich dagegen die Notwendigkeit von Religionen und deren Ansprüche an uns Menschen für gut heiße oder nicht (da ändert sich meine Sichtweise derzeit oder richtiger: ist ins Wanken geraten, weil ich in den letzten Jahren der Auffassung war, daß Religionen mehr Schaden anrichten als nutzen - wäre aber ein anderes Thema) steht auf einem anderen Blatt.

Mist, schon wieder so verschwurbelt... also wenn ich an einen Gott GLAUBE, dann kann ich das, was er ist, ja nicht einfach nach Gusto meinen Bedürfnissen, dem Zeitgeist oder der Emanzipation der Frau zuliebe einfach anpassen - wenn es Gott gibt, dann IST der und würde uns was husten, wenn wir sagen: "Ey Gott, nu emanzipier dich mal, du bist nicht mehr zeitgemäß!"

Wenn ich aber sage: So schlecht ist es vielleicht gar nicht, wenn man sozusagen als Gedankenstütze einen Gott als vorhanden voraussetzt - dann hat das mit GLAUBEN an ihn weniger zu tun, und meine "Gebete" haben lediglich die (zweifellos auch wirksame) Qualität von - ja was? Placebo nennen's die einen, Kraft der eigenen Gedanken nenne ich's - wie auch immer.

@Dr. Rock, was du als verbindendes soziales Element beschreibst: lustig, zu ähnlichen Schlußfolgerungen bin ich auch gekommen, hab aber in den letzten Tagen mit jemandem korrespondiert (weiß nicht, ob er einverstanden wäre, wenn ich ihn hier zitiere) der mir erläutert hat, daß es nicht ausreichend ist, sich als soziale Gemeinschaft auf den gemeinsamen Kochtopf oder die Vorliebe für Rassekaninchen zu einigen - die sind anfällig, weil diese Art von gemeinsamen Interessen veränderbar sind. Erst die übergeordnete Instanz - hier also Gott - als Autorität, die von allen anerkannt wird - bilde das verbindende und dauerhafte Glied (hoffentlich hab ich das richtig verstanden und wiedergegeben).
 
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