Die Idee des guten Prinzips war auch schon vor dem historischen Jesus möglich, also zB im Jahre 1000 vor Christus. Ist es nicht möglich, dass man diese Idee auf den historischen Jesus übertragen hat?
Nun ja... einige Ansätze dazu finden sich tatsächlich im AT, werden aber überlagert, von der Darstellung des rächenden, brutalen Gottes.
Wenn wir davon ausgehen, dass Jesus tatsächlich gelebt hat (ich habe keinen Zweifel daran), dann darf man auch davon ausgehen, dass die zeitgenössischen Berichte über seine Person, die Evangelien, hinsichtlich seiner Lehre stimmig sind. Den Kram mit dem Laufen übers Wasser und die Verwandlung von Wasser in Wein, usw. lassen wir da mal aussen vor...
🙄
Ich habe Probleme mit dem historischen Jesus. Alles historische hat etwas beliebiges, zufälliges an sich. Der Beruf, das Geschlecht, die Heimatstadt, der Zeitpunkt des Autretens etc. von Jesus sind doch eigentlich nicht so wichtig. Wichtig sind die ideellen Werte, die Jesus verkörpert.
Hier verstehe ich auch wieder nicht ganz... hast du Probleme mit dem historischen Jesus, weil er ein Mensch wie du und ich gewesen ist und sich das nicht mit deinem Glauben an einen Jesus als göttliches Wesen verträgt?
Stimmig finde ich deinen Satz: "Wichtig sind die
ideellen Werte, die Jesus verkörpert."
Das ist es letztlich, worauf es ankommt. Fakt ist, dass zu seinen Lebzeiten ein Umdenken stattfand, an dem er offensichtlich kräftig beteiligt war. Er konnte mit seiner Lehre nur so erfolgreich sein, weil seine Worte auf fruchtbaren Boden fielen. Das Bedürfnis nach dem Prinzip der Güte, Nächstenliebe und Vergebung war in den Menschen vorhanden, darum folgten sie ihm.
Ich sehe nicht, wie der historische Jesus im Widerspruch mit seiner Lehre, oder mit dem Prinzip des Guten steht.