Warum verdrehst Du?
Ich rede - und zwar für alle objektiven Leser - von "Gläubigen, die sich ihre Religion zurechtgebastelt haben" . und eben nicht von allen Gläubigen. Dazu muß man nur ein wenig lesen können. Deine Verdreherei ehrtDich zwar - aber sie ist falsch. Ganz einfach.
Du hast Dich darüber aufgeregt, das ich "ein Ungläubiger" über Heuchelei und Glauben schreibe. Und genau das lasse ich mir weder von Dir nehmen, noch von Dir anprangern. Ich habe dasselbe Recht dazu.
Und Sori, Deine mühselige Fragestellung am Ende Deines Beitrages - Entschuldige, aber Du schreibst da einfach Unsinn. Wenn ich sage: Gläubige, die sich ihre Religion zurechtbasteln, halte ich für Heuchler, dann ist das ein verständlicher Satz. Da erübrigt sich jede weitere Frage.
Ich muß allerdings feststellen - und nicht nur ich - das auch Deine "Aufgebrachtheit" eine deutliche Sprache spricht. Ich kenne aber Gottseidank eine ganze Menge Gläubige die Kritik vertragen können.
ohne Worte... mich freut aber, dass Du offensichtlich keine Antworten hast
😉 und mir den Ball einfach wieder zu spielst
Ich hab jetzt ganz viel gelesen, dass die Gläubigen sagen, es gibt keine Autorität, die vorschreibt wie man zu glauben hat usw. mich würde mal interessieren, wie ihr das denn dann festmacht? Woher habt ihr eure "Regeln" nach denen ihr euren Glauben definiert? Und wenn ein jeder sagt, die Regeln sind individuell, wer hat dann die richtigen Regeln?
Wenn ich jetzt für mich persönlich sage
"Ich möchte niemandem wissentlich oder unwissentlich Schaden zufügen, weder Mensch noch Tier" und das ist meine einzige Regel. Ist das dann Religion? Doch wohl nicht.
Wie definiert ihr "Religion"? Oder ist das auch abzuspalten von "Glaube"?
Ich habe wohl eine Autorität, nach dessen Regeln ich lebe. Ich weigere mich nur, mich einer materialistischen Kirche, geschweige denn einem Papst unterzuordnen oder ein 2000 Jahre altes Schriftstück wörtlich zu nehmen.
Für mich stimmen die Grundaussagen dieser Sachen: Es gibt einen Gott, es gibt Jesus und es gibt die Gebote. Vieles in der Bibel sind eben geschichten (erklärte schon MagicSun, glaube ich) und keine Gesetze. So sehe ich das. Die Gebote an die ich mich halte (also die wichtigsten davon) sind ja auch nicht einfach ausgedacht, sondern in vielen Religionen (und auch bei nicht reiligösen) vorhanden. EBenso wenig lass ich willkürlich irgendetwas weg.
Nur bin ich jemand, der nicht einfach Regeln, die vor 2000 Jahren aufgestellt wurden, schweigend und ohne drüber nachzudenken übernimmt. Ich denke, dass man auch einfach nicht vergessen darf, dass da eine riesige eENtwicklung zwischen liegt, die einiges verändert. Dinge bekommen doch mit der Zeit einfach ganz andere Bedeutungen, das sollte man mitberücksichtigen und das ist genau das, was die Kirche (insbesondere die katholische) nicht tut.
Eine Religion, die sich an total veralteten Grundsätzen orientiert, kann ich für mich nicht akzeptieren und das hat für mich auch nichts mit dem Glauben an Gott zu tun.
Ich denke nicht, dass Gott Kondome verbieten würde und dabei zulässt, dass sich Tausende mit HIV infizieren. Ich glaube auch nicht, dass eine Religionslehrerin schlechten Unterricht macht, weil sie mit ihrem Freund zusammenlebt. Und ich glaube, dass der Gott, an den ich glaube, das auch so sieht.
Mag durchaus sein, dass ich mich irre und in die Hölle komme, wenn ich in wilder Ehe lebe, dann habe ich eben Pech gehabt. Aber glauben tue ich das nicht.
Insofern trenne ich ich auf jeden Fall Kirche und Glaube. Die Regeln, an die ich mich halte, sind natürlich von der christlichen Religion (wobei sie im Prinzip fast überall auftauchen, weil sie die logische Voraussetzung für ein gesundes Miteinander sind), aber ich sehe einiges in der Kirche sehr kritisch und kann das für mich nicht akzeptieren... Und in der Bibel ebenso. Ich kann die Bibel nicht wörtlich nehmen, weil mich das unweigerlich in Schwierigkeiten bringen würde.
Gut, dann formuliere ich es anders:
Ihr hier, ihr Gläubigen, die ihr sagt, es gibt keine Autorität und keine festen Regeln. Wie definiert ihr euren Glauben? Woher habt ihr diese Ideen, was richtig und falsch ist? Wie definiert ihr, ob ihr eurem Glauben gemäß lebt?
Ist das wirklich Glaube im allgemeinverständlichen Sinn oder doch eher ein Leben seinem Gewissen entsprechend? Und ist es dann nicht eher anmaßend, daraus eine Religion abzuleiten?
Puh, das ist eine schwierige Frage.
Ist ja erstmal die Sache, dass man zunächst einen Glauben an etwas und eine bestimmte Lebensweise trennen sollte.
Denn ich kann ja an einen Gott glauben, ohne daraus eine Konsequenz zu ziehen. Ebenso kann ich ja Kirchen und Gottesdienste so toll finden (von der Atmosphäre), dass ich dort regelmäßig hingehe, ohne an Gott zu glauben...
Warum ich glaube?
Das war nicht immer so, dass ich an einen Gott geglaubt habe. Lange habe ich diese Idee für total blödsinnig gehalten. Aber im Studium bin ich mit Menschen in Berührung gekommen, die mir diesen Glauben nahe bringen konnten, die mir vieles erklären konnten. Sicher lag es auch zu einem Teil an dem Gemeinschaftsgefühl, das ich dort erfahren habe. Aber ich persönlich (und das klingt für ungläubige nicht glaubwürdig) habe in dieser Zeit Gott erfahren und durch meinen Glauben an Kraft und Zuversicht gewonnen...
Das war aber dann in dem Sinne keine Autorität, weil ich dafür keinen PFarrer, Priester geschweige denn Papst gebraucht habe.. Und diese Gemeinschaft war auch nicht katholisch, oder protestantisch, sondern ein wild zusammengewürfelter Haufen. Und da waren wir uns auch nicht alle einig. Die einen haben das ganze sehr streng ausgelebt und bspw. mit ihrem Freund nicht mehr getan als Händchen gehalten, die anderen haben mit ihrem Partner zusammengelebt.
ZU den Ideen, was richtig und falsch ist, habe ich ja vorhin schon etwas gesagt. Ich denke, dass die grundsätzlichen Lebensregeln religionsunabhängig sind. "Du sollst nicht töten, stehlen, lügen...". An diese Regeln habe ich mich auch vorher schon gehalten, daran hat mein Glaube nichts geändert.
Geändert hat sich eigentlich nur das, dass ich dankbarer bin, dass ich jemanden habe, an den ich mich wenden kann. Ein Sinn in meinem Leben. MEin Glaube bestärkt mich darin, dass die Art, in der ich lebe, gut und richtig ist..
Ich denke, ein Glaube zieht nicht automatisch eine völlig neue Lebensweise mit sich, aber für mich hat er meine Lebensweise verständlicher gemacht, ich denke mehr drüber nach.
Es gibt eine Sache, die ich durch den Glauben gelernt habe, die mir zwar immer noch sehr schwer fällt, wo ich mich aber bemühe: das VERZEIHEN. Mit Gott habe ich das Richten in seine Hände gelegt. Ich muss/ möchte denen vergeben, die mir Böses getan haben... Aber das ist nicht immer leicht...