Zitat Sori:
Was sind denn selbst ernannte Gläubige? Und wie machen das die echten? Sind die das von Geburt an? Dürfen die nur das tun, was in der Bibel steht? wortwörtlich? das was der Pfarrer sagt ist Gesetz? was darf er denn sein? katholik, jude, buddhist? Und sekten?
Und wer bestimmt das - du?
Ich bestimme überhaupt nichts. Bestimmen tun die Kirchen. Und es war nicht ich, der gesagt hat, daß speziell Du Dich nicht daran hälst. Das saugst Du Dir aus den Fingern, und zwar einfach deswegen, weil Du Dich ( und da frage ich, ob das mit Recht so ist???? ) getroffen fühlst.
Und für selbsternannte Gläubige habe ich Dir genug Beispiele geliefert. Ich z.B. den Geschäftsmann genannt, der am Sonntag in die Kirche geht, weil er sich zeigen muß. Das beschleunigt die Geschäftsabschlüsse. ( z.B. ) Heuchler sind für mich auch diejenigen, die am Sonntag fröhlich beten, aber am Montag ihre Arbeiter ausbeuten. ( z.B. ) Denn in allen Fällen passiert das, was ich gesagt habe: Da biegt sich jemand seinen Glauben zurecht.
Mein Zitat war Ironie
😉
ich denke, wir reden aneinander vorbei. Weil Du Glauben und Religion gleichsetzst und ich nicht.
Den von dir beschriebenen Geschäftsmann sehe ich unter den Voraussetzungen nicht als Gläubigen an. Sondern tatsächlich als eine Art Heuchler. Sein Handeln hat ja nix mit seinem Glauben zu tun.
Die Frage mit dem Arbeiterausbeuten ist schon schwieriger. Glaubt dieser Mensch wirklich an einen Gott? Oder eher nicht. Man müsste hinterfragen, was er für ein Gottesbild hat. Vielleicht glaubt er auch gar nicht.
Deswegen finde ich es bei den Beispielen schwierig, zu sagen, jemand biegt sich seinen Glauben zurecht. Wenn da nämlich gar kein Glaube ist, dann handelt es sich lediglich um ein Ausnutzen der religiösen Bräuche...
Und an dieser Stelle reden wir irgendwie aneinander vorbei...
ich weiß, dass du das nicht gesagt hast - ich war diejenige, die ganz offen und ehrlich gesagt hat, dass sie sich nicht an die Regeln der Kirche hält. Weil eben für mich ein Unterschied besteht zwischen Glauben und Kirche..
Ich fühle mich getroffen, weil es so klingt, als wären die Gläubigen, die nicht nach kirchlichen Vorschriften leben, nicht "echt gläubig". Und diesen Gedankengang kann ich nicht so ganz nachvollziehen. Glaube ist doch zunächst nicht mehr als das intuitive Wissen um die Existenz einer nicht zubeweisenden Sache. Und daraus entsteht dann eine Religion, okay.
Aber ich kann doch echt und wahrhaftig glauben, dass es einen Gott gibt und der mich in die Hölle schickt, ohne dass ich dafür einen Priester brauche oder mich an Regeln irgendeiner Kirche halten muss.
Vielleicht bringt mich das nicht Einhalten der katholischen Regeln in die Hölle, aber deswegen kann ich doch trotzdem an Gott glauben.
Für mich ist die persönliche Beziehung zu Gott viel wichtiger als das Verbindungsglied "Kirche". Und spannend ist doch, dass alle - Moslems, Juden, Christen an denselben Gott glauben, aber völlig verschiedene Lebensregeln haben (außer den generellen eben). Und als rational denkender Mensch hinterfrage ich schon, welche Ziele so eine Kirche eventuell verfolgt. Warum sollte ein Papst Gott näher sein als ein einfacher Bürger? Das war nicht das, was Jesus laut Bibel berichtet hat. Warum kann die evangelische Kirche ohne diese allmächtige Oberhaupt leben? Warum legt der Pfarrer in Buxtehude die Worte der Bibel anders aus als der München?
Wem soll man denn dann glauben? Dem Papst? Den Juden? Den Moslems? Oder bedeuten die Widersprüche, dass es Gott gar nicht gibt?
Für den einen vielleicht schon.
Für mich bedeuten die Widersprüche, dass diese ganze "Kleinkram" (wann habe ich zu ruhen, was darf ich wann essen, etc.) menschlich ist. Auslegungen, die zum einen aus Machtgedanken der verschiedenen Kirchen entstanden sind, teils aus Interpretationen und teils einfach aus "natürlichen" Gründen (viele der Essensregeln haben als Hintergrund, dass bestimmtes Fleisch schneller verdirbt, etc.).
Ich weiß nicht, was die Regeln von Gott sind, aber so wie ich an ihn glaube, ist er nicht kleinkariert. Es geht ihm um das Grundsätzliche, wie wir leben, nicht um minidetails, ob mein Freund und ich einen Trauschein haben oder nicht.
Dabei ist es natürlich möglich, dass ich mich irre und in der Hölle lande, weil ich an einem Sonntag im Internet surfe, statt auf dem Boden einer staubigen Kirche zu knien. Das Risiko geh ich ein. Genauso wie diejenigen, die gar nicht glauben.