Nichts anderes sagte Gott auch im AT. Aber Du machst Dir scheinbar nicht einmal die Mühe, es herauszufinden. Ist es so, dann bist Du ein Verächter Gottes, und siehst nur das, was Du sehen willst.
Deshalb ist es Logik: Wer diese Aussagen nicht beachtet, separiert das, was er sehen will, von dem, was er ebenso im Alten Testament finden kann: Der Aufruf zur Nächstenliebe:
Ich habe Augen zu lesen. Und ich lese im AT
trotz der von dir zitierten gemäßigten Bibelstellen immer wieder Aufrufe zu Mord und Totschlag. Aber was ist das für ein Gott, der es nötig hat, Angst und Schrecken zu verbreiten?
Er hat immerhin lange vor Jesus versucht, sein Volk gefügig zu machen. Weshalb sonst hat er z. B. bis auf Noah und seine Sippe die gesamte Menschheit ausgerottet? "Geholfen" hat es immerhin soviel, dass er letztlich sogar auch noch seinen eigenen Sohn für die Sünden der Menschheit geopfert hat. Wenn das mal nicht eine Fehlplanung im großen Stil war... (Pete, hier habe ich mal eines deiner Argumente "geklaut"
😉).
Ebenso, wie du mir nahelegst, auch die im AT enthaltene Botschaft der Nächstenliebe zu berücksichtigen, so solltest du nicht außer Acht lassen, dass dort überall Mord gefordert wird.
Der Gott des AT predigt Nächstenliebe nur für folgsame Diener seines Volkes und solche Anders/Ungläubige, die sich zu ihm bekehren lassen. Ungehorsame seines Volkes und widerspenstige Ungläubige sind des Todes.
Die Absicht Gottes (und der Grund seiner Strafen) dabei war: Er wollte sein Volk Israel, mit dem er den ersten (alten) Bund geschlossen hatte, rein, heilig halten: "Denn ich bin der HERR, der euch aus Ägypten hergeführt hat, um euer Gott zu sein; darum sollt ihr heilig sein, denn ich bin heilig." (3.Mose 11,45)
Denn aus diesem Volk sollte später der Retter für alle Völker kommen: Jesus. Sie sollten Gott kennen und fürchten, damit sie auch den Retter als solchen erkennen und verstehen. Und durch ihn dann Gott selbst, der ihn gesandt hat. Damit sein Kommen auf fruchtbaren Boden fällt. In Israel sollte das Evangelium zuerst verkündigt werden, so geschah es. Doch von dort aus, sollte die Botschaft von Gottes Weg zur Rettung (Weg der Umkehr durch glauben und handeln nach den Worten von Jesus) in aller Welt (unter allen Völkern) verkündigt werden. So geschieht es jetzt noch immer. Wenn es vollendet ist, wird das Ende kommen.
Verstehe ich das richtig? Erst immer feste mit der Peitsche drauf, damit später alle froh sind, wenn es das Zuckerbrot gibt? Sorry, aber das halte ich für Unsinn. Dass ihm mit der Menschheit ein ziemlicher Mißgriff passiert ist, muss ihm, wenn schon nicht nach dem Sündenfall, so doch spätestens nach der Sintflut und Sodom und Gomorrha klar geworden sein.
Erst versucht er die Menschen auszurotten, dann lässt er seinen Sohn für sie hinrichten, weil sein Homozid nicht funktioniert hat. Das alles schaut mir eher nach einem Gott aus, der an seiner Krone der Schöpfung resigniert, als nach einem gut durchdachten Coup.
Ob wenn Du Sünde verniedlichst, Missis, es bleibt Sünde/Bosheit, und daran ist nichts niedlich. Sie haben auch heute noch ihr Leben verwirkt, Missis. Denn Jesus hat gesagt, daß nichts, auch nicht das kleinste, vom Gesetz ungültig wird. (Matthäus 5,17-18) Aber wer das Gesetz verstehen will, muß wie gesagt immer das Gesamte betrachten, darf nichts separieren oder extrahieren. Und das Gebot der Nächstenliebe ist eines der beiden höchsten Gebote, die alle anderen Gebote zusammenfassen (Matth. 22,35-40).
Und das ist DER Grund, weshalb ich mit diesem Gott, den DU anbetest aber auch nicht das geringste zu tun haben will. Das harmoniert mit keinem gütigen, liebenden Gott, mag er seinen Sohn auch für diese Sünder hinrichten lassen haben.
Alle, Missis, die nicht von ihrer Bosheit zu Gott umkehren, und nach dem handeln, was Jesus Christus gesagt hat, haben ihr (ewiges!) Leben bei Gott verwirkt. (Johannes 3,36 etc.) Gott gibt aber nicht mehr Menschen Vollstreckungsaufträge, wie er es noch im alten Bund (=altes Testament) mit dem Volk Israel tat, sondern im neuen Bund mit allen Völkern (=neues Testament) gibt er nur noch die Weisung, auf sein Gericht zu warten, das er durch Jesus halten wird. (Matthäus 25,31-46)
Alle, die meinen ein Mensch der gefehlt hat hätte sein Leben verwirkt, haben m. E. Jesu Botschaft nie verstanden. Jesus HAT sich von den geforderten Greueltaten im AT distanziert, und das, BEVOR er für unsere Sünden gestorben ist. Er wusste, dass Mord und Totschlag NICHT Gottes Wille sein kann, auch wenn er unter diesem Gottesregime aufgewachsen ist. Er hat die wirkliche Botschaft verstanden, er hat aus etwas Brutalem etwas Gutes gemacht.
Die Ehebrecherin (die den Tod verdient gehabt hätte!!!) erhielt Barmherzigkeit, weil Jesus auch für diese Frau stellvertretend gelitten hat und gestorben ist. Aber sie erhielt die Barmherzigkeit (Vergebung) unter folgender Bedingung: Man achte auf die Worte von Jesus, nachdem die potentiellen Steinewerfer weggegangen waren:
Nun, DA hat Jesus aber noch gelebt, nicht wahr!? Er war noch NICHT für ihre Sünden gestorben!
..."Jesus aber richtete sich auf und sprach zu ihr: Frau, wo sind sie? Hat niemand dich verurteilt?
11 Sie aber sprach: Niemand, Herr. Jesus aber sprach zu ihr: Auch ich verurteile dich nicht. Geh hin und sündige von jetzt an nicht mehr!"
(Johannes 8, 10-11)
Das wundert mich jetzt nicht wirklich, schliesslich habe ich weiter oben schon festgestellt, dass Jesus sich von den brutalen Strafen, die sein "Vater" im AT für diese Frau gefordert hat, distanziert hat. Und der Hinweis auf die Aufforderung, fortan nicht mehr zu sündigen... nun ja, sowas sagt man halt, er hätte sie wohl kaum aufgefordert, weiter wie bisher zu machen, ein zweites Mal hätte er den Lynchmob vermutlich nicht zur Räson bringen können.
"Ich bin als Licht in die Welt gekommen, damit alle, die mich annehmen, nicht im Dunkeln bleiben.
47 Wer hört, was ich sage, und sich nicht danach richtet, den verurteile ich nicht; denn ich bin nicht als Richter in die Welt gekommen, sondern als Retter.
48 Wer mich ablehnt und nicht annimmt, was ich sage, hat seinen Richter schon gefunden: Die Worte, die ich gesprochen habe, werden ihn am letzten Tag verurteilen.
49 Was ich euch gesagt habe, stammt nicht von mir; der Vater, der mich gesandt hat, hat mir aufgetragen, was ich zu sagen und zu reden habe.
50 Und ich weiß, dass das, was er mir aufgetragen hat, euch ewiges Leben bringt. Für alle meine Worte gilt also: Ich sage euch genau das, was der Vater mir gesagt hat.«
Genau da distanziert sich Jesus aber von mancherlei, was im AT steht. Er richtet nicht, wie es doch sein "Vater" im AT tut. Er sagt aber, dass er im Auftrage seines Vaters handelt. Glaubt man seinen Worten, dann KANN das, was im AT steht, gar nicht Gottes Wort sein. Nicht zur Gänze.
Deshalb bleibe ich dabei, die Bibel wurde von Menschen geschaffen, die Botschaft der (Nächsten)Liebe im AT geht unter in einem Wust aus "Gesetzen", die Gewalt verherrlichen und Mord und Totschlag proklamieren.