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Gibt es hier Buddhisten?

  • Starter*in Starter*in Fuechsin
  • Datum Start Datum Start
Der Christ tut Gutes, weil Gott es aufgetragen hat - So hat halt jeder Mensch seinen für sich passenden Zugangsweg.
Hier muss ich widersprechen. Ein Vernunftgläubiger tut das Gute um des Guten willen (Moral pur). Auf der Basis dieser Moral darf er dann auf ein positives Feedback eines göttlichen Wesens hoffen.

Wenn man das Gute nur deshalb tut, um Gott zu gefallen, ist man ein Schleimer. Gott - sofern es ihn gibt - erkennt das und der jeweilige Mensch tut damit nicht den Willen Gottes. Gott will keine Schleimer oder Arschkriecher, sondern Menschen, die das Gute um des Guten willen tun.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das stimmt so aber auch nicht. Man handelt als Buddhist nicht ausschliesslich gut fuer sein eigenes Wohl sondern weil man in voelliger Verbundenheit mit den anderen und der Welt steht.
Wenn es dich interessiert lies mal ein paar Buecher vom Dalai Lama, da wird dir ganz schnell klar, dass es nicht damit getan ist seinen eigenen A**** zu retten.
 
Erleuchtung bedeutet Abloesung von jeglicher Verblendung.
Wenn wir Menschen treffen sehen wir sie erstmal durch unsere Rahmen, die durch fruehre Erfahrungen geformt sind.
Der Buddhismus lehrt Offenheit, sich selbst gegenueber und anderen. Jede Situation ist komplett neu und Gefuehle spiegeln nciht unbedingt die Wirklich keit wieder.

Und darin sehe ich für mich beispielsweise einen weiteren besonderen und wichtigen Aspekt des Buddhismus; sich innerlich weiter zu entwickeln und seine Prägungen hinter sich zu lassen; lernen, zu sehen und zu handeln, ohne seine (vermeintlich negativen) Prägungen in seine Anschauungen und Handlungen einfließen zu lassen. Darin liegt eine ziemliche "Herausforderung"...
 
Dieses Video hat mir sehr viele Fragen zur Meditation beantwortet. Ich moechte es hier posten, vielleicht interessiert es ja jemanden.

Ich wollte ja schon das andere Video damals uebersetzen, bin mir aber unsicher, ob es denn ueberhaupt jemanden interessieren wuerde. Falls sich hier jemand fuer interessiert, und Probleme mit der Sprache hat, bitte Bescheid sagen.

Matthieu Ricard - The Art of Meditation - YouTube

Ich habe wirklich das Gefuehl, dass ich mich langsam aber sicher veraendere. Ich meditiere nicht regelmaessig, aber ich lebe bewusster und versuche mir selbst positiver entgegenzutreten.

Die Aussage aus dem Video fand ich sehr interessant. Aerger schadet demjenigen der ihn empfindet zuerst bevor er jemand anderem schadet. Durch die Meditation erkennt man diesen Prozess und wird offener fuer eine Veraenderung. Man meditiert nicht um ein guter Meditationskuenstler zu werden, sondern allein um sich auf das Leben vorzubereiten.

Eines meiner Probleme ist, dass ich Mitgefuehl und Mitleid schwer innerlich auseinander halten kann. Wenn ich mich zu sehr mit dem Leid anderer beschaeftige bekomme ich Kopf- und Bauchschmerzen. Seit kurzem versuche ich wie es hier auch schon erwaehnt wurde, dieses Gefuehl mehr zu neutralisieren und mit Liebe, Akzeptanz und Verstaendnis zu ersaetzen.
Mir Gefaellt das englische Wort Compassion in diesem Zusammenhang auch viel besser. Es enthaelt Passion=Leidenschaft. Es klingt nach Bewegung, positivem Engagement. Wie wenn man Leidenschaft fuer einen sexuellen Partner empfindet. Es ist kein laehmendes Gefuehl, sondern man will etwas fuer den anderen tun. Man will ihn gluecklich machen, und das widerum macht einen selbst auch gluecklich macht.
Wobei man dies nicht allein aus diesem Grund tun sollte, ich bezweifle allerdings auch, dass dies ueberhaupt moeglich waere. Niemand hilft einem anderen, um sich besser zu fuehlen. Ausser wenn man vielleicht auf eine Gegenleistung spekuliert, aber das hat mit aufrichtigen Naechstenliebe auch wenig zu tun wie ich finde.
 
Leider habe ich den Buddhismus oft als weltflüchtige Weltanschauung (die Bezeichnung "Religion" verdient diese Weltanschauung in meinen Augen nicht) erlebt. Für eine verarmte indische Bevölkerung vielleicht das richtige, nicht aber für westlich orientierte Menschen in reichen Ländern wie der Bundesrepublik.

Deine Arroganz amüsiert mich nur -- aber nur weil ich mit dir nicht real etwas zu tun habe....
 
Hallo, finde das Thema super, danke Fuechsin und an die anderen für eure sehr sinnigen Beiträge. (und die Youtube-Videos!)

Eines meiner Probleme ist, dass ich Mitgefuehl und Mitleid schwer innerlich auseinander halten kann. Wenn ich mich zu sehr mit dem Leid anderer beschaeftige bekomme ich Kopf- und Bauchschmerzen.

Mir geht es sehr ähnlich- ich knabbere auch schon eine Weile an dem Thema Mitgefühl/Mitleid- besonders schwierig wird es für mich dann, wenn ich mich persönlich betroffen fühle, wenn ich z.B. den (auf mich gerichteten) Ärger oder Wut meines Partners mitbekomme. Dann bin ich auch persönlich beteiligt und Mitgefühl fällt mir sehr sehr schwer.
Selbst jetzt mit einigem Abstand gelingt es mir nicht, Mitgefühl für manches Leid aus meiner unmittelbaren Umgebung zu empfinden- stattdessen fühle ich mich eben selbst betroffen und verfalle in (Selbst)mitleid oder Abwehr. Würde gerne üben, mehr Gleichmut und Mitgefühl empfinden zu können.

Gibt es vielleicht Meditationstechniken dazu?

LG
madala
 
Hala Madala,
stell dir einen Menschen vor, fuer den du tiefe aufrichtige Liebe empfindest. Und nun versuche diese Liebe fuer einen laengeren Zeitraum zu empfinden. 5, 10 oder 20 minuten. Dann versuche dieses gleiche Gefuehl fuer andere Menschen zu empfinden.
Du kannst dir auch den Schmerz eines anderen Menschen vorstellen, der dir viel bedeutet und diesen dann zu neutralisieren und dann mit Verstaendnis und aufrichtiger Liebe fuer desen Situation und Leid zu ersetzen. Am Ende solltest du dabei nicht mehr leiden, sondern nur ein tiefes aufrichtiges Mitgefuehl und Verstaendnis empfinden.

Und versuche das Selbstmitleid fuer dich ebenfalls mit Verstaendnis, Freundschaft, Liebe und Humor zu betrachten.
 
Bin zwar selbst kein Buddhist, wüsste auch nicht, ab wann man ein "richtiger" Buddhist ist, aber ich hatte schon ein paar Begegnungen mit Buddhisten. Vor ein paar Jahren war ich auf Einladung meiner Halbschwester hin auf einer größeren Veranstaltung mit schätzungsweise 2000 Buddhisten. Es gab einen Vortrag vom Lama, eine gemeinsame Meditation und eine anschließende Party. Obwohl ich nie viel Kontakt mit Buddhisten hatte, realisierte ich an jenem Abend, dass Buddhisten ungefähr so ähnlich ticken wie ich selbst. War ein wirklich schöner Abend mit einfachen und friedlichen Menschen.
 

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