Das Problem ist, in einem einzigen Einatmen kann ich mich nicht in dieses Gefuehl versenken. Habe ich diese Meditationsanweisung falsch verstanden oder sehe ich das zu verkrampft und muss einfach Geduld haben?
Diese und andere Meditationstechniken erlernt man nicht von heute auf morgen, habe Geduld mit Dir! Buddistische Mönche üben das jeden Tag und das ihr ganzes Leben lang. Der "sitzende Weg" der Mönche ist dabei einfacher, weil sie weniger als wir den weltlichen Dingen anhaften und viel Zeit haben ihren Geist zu schulen. Im normalen Alltag ist das viel schwerer zu integrieren, aber eines brauchen wir alle auf diesem Weg = Geduld!
Denke nicht soviel - spüre nach - auch der Leere! Schicke Deine Gedanken fort. Mir hilft dann immer das Bild von ziehenden Wolken, die wie meine Gedanken kommen und gehen, doch sie sind nicht der Himmel!
Halte das Gefühl nicht fest, dann kann es wieder kommen! Lade es ein, ohne Dich darauf zu versteifen. Mitgefühl wächst nicht nur in der Meditation, es wächst in unserem Alltag. Mache Deine Alltag zur Übung. Je offener wir durch die Welt gehen, desto eher erkennen wir uns selbst und damit auch unsere Gegenüber. Denn Du bist ich und ich bin Du. Daraus entsteht dann wie von selbst das Mitgefühl, weil Buddha in jedem von uns ist, auch in dem obdachlosen Trinker von der Straße.
Dann kommt Dein Mitgefühl aus dem Herzen und nicht aus dem Verstand, weil Du ihn erfühlst und Dich selbst in ihm siehst.
Wenn Du denken möchtest:
Was bedeutet Leid? Erst wenn Du seinen Sinn verstehst, kannst Du es wahrhaft im Kern und mit all seinen Konsequenzen akzeptieren. Ich glaube nicht, dass Du dann Zeit für Schwerfälligkeit hast, denn dann ist die Zeit für tiefgreifende Veränderungen in Dir gekommen. Denn dann folgt die Frage:
Warum und wodurch leide ich?
Daraus entsteht ein emotionales Verständnis, auch allen anderen Wesen dieser Welt gegenüber. Mitgefühl!
liebe Grüße
Claris