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Gibt es hier Buddhisten?

  • Starter*in Starter*in Fuechsin
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F

Fuechsin

Gast
Hallo,

ich habe ein paar Fragen zum Buddhismus, kenne aber im Moment leider niemanden, der diesen praktiziert und mir weiterhelfen koennte.

Falls unter euch ein Praktizierender ist, koennt ihr mir vielleicht erklaeren wie man Mitgefuehl waehrend der Meditation trainiert?
Vor kurzem dachte ich noch, dass ich vielleicht gar keines mehr in mir haette, aber dann ist mir doch auch wieder aufgefallen dass ich es schon auch fuer gewisse Menschen empfinde. Ich moechte nun aber daran arbeiten, es intensiver und generell und ausnahmslos fuer alle leidenten Menschen empfinden zu koennen.

Eine Meditationstechnik geht ja folgendermassen: Man atmet symbolisch das Leid einer oder mehrer Personen ein und atmet Mitgefuehl und Erleichterung aus. Das Problem ist, in einem einzigen Einatmen kann ich mich nicht in dieses Gefuehl versenken. Habe ich diese Meditationsanweisung falsch verstanden oder sehe ich das zu verkrampft und muss einfach Geduld haben?

Und dann wuerde mich noch aus eurer Erfahrung interessieren, wie man bei diesem ganzen Mitgefuehl und Leid noch ein glueckliches Leben fuehren kann, denn dass ist ja auch der ganze Sinn des Buddhismus.
Ich fuehle mich zwar relativ emotional stabil momentan aber in einem eher niedrigen unmotivierten Level. Ich habe keinen groesseren Probleme, oder ich habe einfach gelernt diese besser zu akzeptieren und anzunehmen.
Alle Buddhisten, die ich bisher getroffen habe, hatten eine Leichtigkeit und Froehlichkeit wie ich sie sonst selten erlebt habe. Woher kommt diese, liegt es nur wirklich daran, dass sie ihr Positives und Negatives gleichermassen anzunehmen versuchen?
Ich habe durch dieses Denken zwar wirklich gelernt weniger zu leiden, aber eben auch weniger Freude zu entwickeln. Was genau mache ich falsch?

Also falls unter euch jemand ist der sich damit auskennt, waere ich wirklich dankbar fuer eine Antwort.

Liebe Gruesse
Fuechsin
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Fuechsin,

ich denke der erste Schritt in den Buddhismus ist loslassen zu können. Meditation dient in erster Linie der Selbstversenkung. Durch stetiges Meditieren wirst du dich selbst und all die gewohnten Denkmuster loslassen können. Dahinter sollte keine Absicht stehen.
Damit das du dich so frei machst wirst du dann wieder in der Lage sein alle Gefühle zu erfahren. Durch deine Lebensweise wird das Gefühl der Zufriedenheit dann aus dir kommen, ohne das du etwas trainieren musst.

Persönlich tendiere ich etwas zum Zenbuddhismus, in dem man eben durch Meditation völlige Freiheit, nichts tun zu müssen aber alles tun zu können erlangt😉
 
Hi Du
Ich nenn, oder besser fühl mich Buddhistin, bin aber keinem Orden beigetreten.

Mitgefühl heisst nicht Mit-Leiden. Mit Mitgefühl ist das sich in den anderen hineinfühlen versuchen, die Situation des anderen ohne Wertung, zu betrachten versuchen gemeint. Wir sehen das Leben aus unserer Sicht. Wenn wir diese Sicht als Wahrheit, als das Richtige für alles umsetzen versuchen, ist alles was nicht unserer Sicht entspricht "falsch", sprich wir fällen ein Urteil. Was Falsch oder Richtig ist, können wir nur in den seltensten Fällen für einen anderen erkennen. Das Mitfühlen soll uns den Weg, des nicht Urteilens lehren. Wissen, für mich könnte ich dies so nicht lösen oder leben, für dich scheint es aber das richtige zu sein. Mitgefühl lässt den anderen in seiner vollen Grösse stehen und macht ihn nicht zum "armen Tropf".

In der Praxis würde dies dann so aussehen: Du atmest das Leid eines anderen ein, da du es aber nicht wertest, ist es für dich kein Leid. Durch das nicht-werten atmest du es als etwas neutrales wieder aus.

Es gibt ein wunderbares Buch, welches sehr viel über die seelische Entwicklung hier auf Erden beschreibt. Es lehnt sich auch sehr weit an den Buddhismus an. Ev. wäre es etwas auch für dich. Die Seele der Papaya, von Dr. Varda Hasselmann.

Dir viel Spass beim Mitfühlen und Danke für den Dienst, den Du bereit bist für andere zu tun im Wissen Du dienst auch dir!

Herzlich

Olga🙂
 
Vielen Dank fuer die Buchtipps.
Mich macht diese Akzeptanz von Leid irgendwie etwas faul und schwerfaellig. Ich habe gar keine Motivation mehr. Vielleicht liegt das auch nicht an der Praxis sondern daran dass es schon immer ein Problem von mir war und nun nur noch mehr heraus kommt.
 
Persönlich tendiere ich etwas zum Zenbuddhismus, in dem man eben durch Meditation völlige Freiheit, nichts tun zu müssen aber alles tun zu können erlangt😉

Aber das ist ja eines meiner Hauptprobleme, ich tue fast nie was. Im Lexikon findest du unter dem Begirff "Faulheit" ein Bild von mir
 
@Tantchen Olga: Das hast du sehr gut gesagt. Nicht werten!

@Fuehsin: Versuche vielleicht genau das. Sieh die Dinge wie sie sind und gib ihnen nicht den Wert deiner Gefühle. Faulheit und Schwerfälligkeit liegen ebenfalls Gefühle zu Grunde, die vielleicht schon über längere Zeit "gewohnheitsmäßig" sind...
 
@Tantchen Olga: Das hast du sehr gut gesagt. Nicht werten!

@Fuehsin: Versuche vielleicht genau das. Sieh die Dinge wie sie sind und gib ihnen nicht den Wert deiner Gefühle. Faulheit und Schwerfälligkeit liegen ebenfalls Gefühle zu Grunde, die vielleicht schon über längere Zeit "gewohnheitsmäßig" sind...

Du meinst ich soll akzeptieren dass ich keine Lust und Motivation haben und es trotzdem tun.
mmmm....
Hast Recht, momentan akzeptiere ich es eher, dass ich keine Lust hab und belasse es dabei. Hatte da wohl irgendwas falsch verstanden, mit dem akzeptieren :-D

Oooooh man, wie man betriebsblind im eigen Kopf werden kann ist doch immer wieder erstaunlich.
 
Du meinst ich soll akzeptieren dass ich keine Lust und Motivation haben und es trotzdem tun.
mmmm....
Hast Recht, momentan akzeptiere ich es eher, dass ich keine Lust hab und belasse es dabei. Hatte da wohl irgendwas falsch verstanden, mit dem akzeptieren :-D

Oooooh man, wie man betriebsblind im eigen Kopf werden kann ist doch immer wieder erstaunlich.

Eine Maxime des Zenbuddhismus ist, es ist egal was du tust, aber tue es Bewusst.
Du denkst zuviel! Fühlst zu viel. Lässt dich von der Faulheit erfüllen, weil du sie durch und durch spürst. Distanziere dich davon, in dem du in dich gehst...

Das in dich gehen, wirst du erst bis ins Detail verstehen wenn du das Meditieren richtig erfahren hast. Denn dann wirst du wissen das da eine Art der Aufmerksamkeit in dir ist die nichts verlangt.

Der Weg ist das Ziel😛
 
ich werde versuchen von nun an anders mit der Faulheit umzugehen.

Ich habe noch ein paar Fragen zur Selbstlosigkeit, aber jetzt muss ich leider weg.

Vielen lieben Dank euch allen erstmal!!!
Bis hoffentlich bald
 

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