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Gibt es hier Buddhisten?

  • Starter*in Starter*in Fuechsin
  • Datum Start Datum Start
Also dass Buddhisten keine Verantwortung uebernehmen stimmt nicht!! Es geht gerade darum Verantwortung im Hier und Jetzt zu uebernehmen! Jeden Moment intensiv zu erleben und fuer sein eigenes Glueck und das anderer Einzustehen.

So habe ich das auch verinnerlicht. Denn der Augenblick ist im Grunde das einzige, worauf man wirklich unmittelbaren Einfluss und Zugriff hat. Daher wird eine Lebensweise empfohlen, die von Achtsamkeit auf das Hier und Jetzt geprägt ist um im Hier und Jetzt der beste Mensch zu sein, der man sein kann – für sich UND seine Umwelt.

Wer sich nicht mit dem Negativen auseinander setzt kann auch nicht das Positive geniessen. Das ist die Philosophie des Buddhismus. Es ist ganz sicher kein Weglaufen, es geht darum vollkommen da zu sein und in schwierigen Situation nicht davon zu laufen.

Das eine kann nicht ohne das andere sein.

Buddha hat direkt das Leid gesucht um sich konstruktiv davon zu loesen. Ein Schriftstueck besagt, dass er als ein Moench verwundet war alle anderen zum Meditieren ging. Buddha aber hat zuerst den Verletzten versorgt. Er hat nichts verdraengt, er war wachsam und hat daran gearbeitet sein Mitgefuehl fuer andere zu erweitern und zu helfen wann immer er konnte.

In deinen Link konnte ich nur kurz reinschauen, aber ich denke Buddha hat auch erklärt das neurotisches Leid darin besteht, die Realität nicht anzuerkennen wie sie wirklich ist, nämlich unabänderlich einem stetigen Wandel unterzogen - sondern sich eine eigene „Realität“ zu erschaffen, in der alles so bleiben sollte, wie man es kennt und man es stets gerne hätte. Durch dieses anhaften und klammern an eine eigene, „erdachte Realität“ entsteht das neurotische Leid – durch die Weigerung, die wirkliche Realität als solche zu begreifen und zu akzeptieren, wie sie eben ist: stets Veränderungen unterworfen und auch mit negativen Phasen / Aspekten.

Von daher „philosophiert“ der Buddhismus doch eigentlich das genaue Gegenteil von „Weltflucht“.
 
Ich bezweifle, dass du den Buddhismus richtig verstehst. Mit Verdraengung hat das eigentlich nichts zu tun. Ich mache das zwar faelschlicherweise auch, aber das ist ganz sicher nicht die Kernaussage des Buddhismus.
Hallo Fuechsin!

Man frage sich einmal, was das spezifische des Buddhismus ausmacht! Was hat der Buddhismus, was andere Anschauungen nicht auch haben? Wenn man zB hier im Forum über den Buddhismus liest, hört man oft von Liebe, Achtsamkeit etc. - alles Dinge, die man auch ohne den Buddhismus haben kann, zB im Humanismus. Was also ist das Besondere an ihm?

Hier lohnt es sich meines Erachtens, auf das Ziel und die Absicht des Buddhismus zu schauen:

Auf der Basis der Erkenntnis, dass alles Dasein leidvoll ist und die Ursache des Leidens der Lebensdurst ist und dass die Befreiung vom Leiden im Auslöschen des Lebensdurstes besteht (vergleiche die vier edlen Wahrheiten!) stellt der Buddhismus eine Erlösung in Aussicht. Ziel ist das Eingehen in das Nirvana ("Verwehen"). Dieses Nirvana ist als ein Zustand des völligen Auslöschens des Lebensdurstes und sogar des Aufhörens der Wiedergeburten gedacht. Hier läuft der Hase! Mit einem aktiven, engagierten und verantwortungsvollen Umgang mit dem Leben hat das nicht mehr soviel zu tun. Der Buddhismus fordert zwar zur Erlangung des Nirvanas rechte Anschauung, rechte Gesinnung, rechtes Reden etc. - aber am Ende steht das Nichts! Moral wird also nicht um der Moral willen getan, sondern um sich ins Nirvana zu verabschieden! Und damit wird auch der Humanismus des Buddhismus eigentlich pervertiert.

Die karmische Tatvergeltung ist dagegen eigentlich ein guter Gedanke, den ich auch in gewisser Weise vertrete. Aber dummerweise gibt es im Buddhismus keine bleibende Seelensubstanz. Das neue Lebewesen, das sich aus dem alten entwickelt, besitzt nicht mehr dieselbe leib-seelische Identität. Das ist aber nur ein Nebenaspekt.

Nachtrag:
Man sollte besser versuchen, das Leiden in das Leben zu integrieren statt der (mitunter gefährlichen und destruktiven) Illusion nachzuhängen, dass man ganz ohne Leiden leben könnte.
 
Zuletzt bearbeitet:
Nur weil es nicht mit deinem Sado Maso Weltbild in Einklang zu bringen ist, versuchst du hier Sachen zu kritisieren, die du weder verstehst, noch verstehen willst.
Warum sollte man denn so ein christliches Weltbild leben ? Es gibt nichts, was so ein Weltbild ausmacht.

Vielleicht solltest du dich mal aus Themen raushalten die dich nicht interessieren. Ich finde das wirklich schlimm, nur weil es dort keinen allmächtigen Übervati gibt der dir später auf den Hintern haut.
Überall musst du deine Botschaft verbreiten, du kannst nicht anders, oder ?🙄
Sorry- musste ich sagen.
 
Füchsin, du hast was geschrieben vom "Akzeptieren des Leids".

Leid entsteht aus einer Wertung der Situation.
In der Meditation ist es wichtig zu lernen, Wertungen fallen zu lassen. Einfach zu betrachten, anzusehen, wertungslos, und weiterschicken...
Was nicht als Leid empfunden wird, ist kein Leid.

Das hat auch nichts mit Ignoranz oder Verdrängung zu tun. Im Gegenteil - durch die wertungsfreie Ansicht der Dinge werden sie oftmals viel klarer erkannt, werden Seiten gesehen, die bei Wertung unsichtbar geblieben wären.

Das Gefühl des Leidens kann ebenso betrachtet werden. Es wird als gegenwärtigen Zustand akzeptiert, der irgendwann, im Fluss der Dinge wieder vergeht.
 
Man frage sich einmal, was das spezifische des Buddhismus ausmacht! Was hat der Buddhismus, was andere Anschauungen nicht auch haben? Wenn man zB hier im Forum über den Buddhismus liest, hört man oft von Liebe, Achtsamkeit etc. - alles Dinge, die man auch ohne den Buddhismus haben kann, zB im Humanismus. Was also ist das Besondere an ihm?

Die buddhistische Philosophie bietet einem so etwas wie geistige Freiheit, Klarheit, Gleichmut, Gelöstheit, Toleranz und unbegrenzte Akzeptanz anderer Auffassungen von Menschen, während die Toleranzgrenze bei diversen anderen „Glaubensrichtungen“ nicht über den Tellerrand hinaus geht. Toleranz und Menschlichkeit gibt es in solchen Einheiten nur für die eigenen Leute, während ein Buddha keinen Unterschied gemacht hat, wer der nächste Mensch ist und was er hinter sich hat.

„Glaubensrichtungen“ habe ich übrigens bewusst in Gänsefüßchen gesetzt, weil ich eben Buddhismus als philosophischen Lebensweg begreife und nicht als religiöse Doktrin. 😉

Außerdem hat ein Buddha meines Wissens nicht missioniert und seine Erkenntnisse niemanden aufgezwängt, lediglich denjenigen gegeben die drum gebeten haben, während ein anderer, hier nicht näher genannter Herr sich vor rund 2000 Jahren als Sohn eines unsichtbaren Chefs ausgegeben hat und wahrscheinlich auch wenig zimperlich gewesen zu sein schien beim Durchsetzen seiner Ansichten.

Was ich noch kurz hervorheben möchte: Buddhismus bietet Lehre zur Ruhe und Gleichmut, das Christentum beispielsweise dagegen bietet ein Leben in „Schuld“...

Moral wird also nicht um der Moral willen getan, sondern um sich ins Nirvana zu verabschieden! Und damit wird auch der Humanismus des Buddhismus eigentlich pervertiert.

Vergiss mal den religiösen Überbau und beschränke dich doch mal auf die philosophische Lehre. Es soll auch Thesen geben nach denen Buddha sich zum Thema „Wiedergeburten“ gar nicht geäußert hat und diese Frage offen ließ. Wenn man sich mal auf das Wesentliche beschränkt, also auf die Ur-Aussagen des Buddha als „Philosophie mit psychologischem Hintergrund“, ist mir diese Lehre allemal angenehmer, ehrlicher und plausibler als beispielsweise (d)eine christliche, die darauf beruht dass man moralisch handeln sollte weil man nach seinem Tod Strafe fürchten muss von einem höheren Wesen, dass man ebenfalls nur mutmaßt.
 
Füchsin, du hast was geschrieben vom "Akzeptieren des Leids".

Leid entsteht aus einer Wertung der Situation.
In der Meditation ist es wichtig zu lernen, Wertungen fallen zu lassen. Einfach zu betrachten, anzusehen, wertungslos, und weiterschicken...
Was nicht als Leid empfunden wird, ist kein Leid.

Das hat auch nichts mit Ignoranz oder Verdrängung zu tun. Im Gegenteil - durch die wertungsfreie Ansicht der Dinge werden sie oftmals viel klarer erkannt, werden Seiten gesehen, die bei Wertung unsichtbar geblieben wären.

Das Gefühl des Leidens kann ebenso betrachtet werden. Es wird als gegenwärtigen Zustand akzeptiert, der irgendwann, im Fluss der Dinge wieder vergeht.
Also ich finde, dass man zB unter Gewalt leidenen Kindern helfen sollte statt eine "wertungsfreie Ansicht" zu unter Gewalt leidenen Kindern zu kultivieren, die ich sogar irgendwann "akzeptiere" etc.
 
Also ich finde, dass man zB unter Gewalt leidenen Kindern helfen sollte statt eine "wertungsfreie Ansicht" zu unter Gewalt leidenen Kindern zu kultivieren, die ich sogar irgendwann "akzeptiere" etc.

Habe in meinem Bekanntenkreis einen eifrig praktizierenden Buddhist. Ich bin immer wieder sehr überrascht, wie unglaublich gleichgültig er auf mich wirkt.
 
Also ich finde, dass man zB unter Gewalt leidenen Kindern helfen sollte statt eine "wertungsfreie Ansicht" zu unter Gewalt leidenen Kindern zu kultivieren, die ich sogar irgendwann "akzeptiere" etc.

Ich glaube, du verstehst den Buddhismus grundsätzlich falsch. Es geht darum, dass alles leidvoll ist, also auch alles Schöne und Gute, eben weil es vergänglich ist. Mit dieser Vergänglichkeit versuchen Buddhisten eher klar zu kommen, genauso wie sie anders über Gewalt und Schuld urteilen. Allerdings würde nicht mal ein Buddhist hingehen und zusehen wenn ein Kind unter Gewalt leidet, sondern einschreiten wenn er kann weil er dadurch auch die Verantwortung hat es ändern zu können, oder so ähnlich.
Es gibt übrigens auch sehr Engagierte Buddhisten, die sicher nicht nur zuschauen und hinnehmen.
 
Also ich finde, dass man zB unter Gewalt leidenen Kindern helfen sollte statt eine "wertungsfreie Ansicht" zu unter Gewalt leidenen Kindern zu kultivieren, die ich sogar irgendwann "akzeptiere" etc.

Kein überzeugter Buddhist würde tatenlos an leidenden Kindern vorbeigehen und sagen: "Deren Schicksal", wenn er ihnen helfen kann. Jeder andere Mensch sollte laut dem Buddhismus als kleiner Buddha gesehen werden. Nur ist halt jeder auf einer anderen Entwicklungsstufe. Wobei es auch hier keine Wertung gibt.

Die Nächstenliebe ist dort keine Doktrin, sondern im Wesen der Dinge verankert. Tut ein Mensch einem Buddhisten z.B. was Schlechtes an, dann ist das für ihn kein "böser" Mensch, sondern ein "verirrter". Er ist es genauso wert, dass ihm geholfen wird, wie jeder andere auch. Wobei Hilfe unterschiedlich aussehen kann - auch das Spüren der Konsequenz aus einer Tat kann eine Hilfe sein. Diese wird jedoch nicht erteilt zur "Bestrafung", sondern aus dem ehrlichen! Bedürfnis zu helfen.

Jede Tat, die ein Buddhist nicht gut gemeint begeht, wirft ihn zurück in seiner Entwicklung.
Die Belohnung für Gleichmut und positivem Einbringen in die Welt liegt in der eigenen inneren Weiterentwicklung.

Der Christ tut Gutes, weil Gott es aufgetragen hat - So hat halt jeder Mensch seinen für sich passenden Zugangsweg.
 
Zuletzt bearbeitet:
Erleuchtung bedeutet Abloesung von jeglicher Verblendung.
Wenn wir Menschen treffen sehen wir sie erstmal durch unsere Rahmen, die durch fruehre Erfahrungen geformt sind.
Der Buddhismus lehrt Offenheit, sich selbst gegenueber und anderen. Jede Situation ist komplett neu und Gefuehle spiegeln nciht unbedingt die Wirklich keit wieder.

Mitgefuehl ist ein Hauptbestandteil und untrennbar vom Buddhismus. Mitgefuehl bedeutet, dass man anderen hilft wenn es ihnen nicht gut geht.

Und wer sich ein wenig mit dem Buddhismus auskennt weiss, dass das Leid in zwei Kategorien unterteilt wird. Vermeidbares und unvermeidbares Leid.
Es ist das hoechste Gut eines Buddhisten das vermeidbare Leid zu verhindern.

Ich habe bisher nur sehr hilfsbereite und liebevolle Buddhisten getroffen. Ich sage nicht, dass es keine anderen Exemplare gibt, aber ein Meister ist ja noch niergends vom Himmel gefallen.
 

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