D
Dr. Rock
Gast
Also dass Buddhisten keine Verantwortung uebernehmen stimmt nicht!! Es geht gerade darum Verantwortung im Hier und Jetzt zu uebernehmen! Jeden Moment intensiv zu erleben und fuer sein eigenes Glueck und das anderer Einzustehen.
So habe ich das auch verinnerlicht. Denn der Augenblick ist im Grunde das einzige, worauf man wirklich unmittelbaren Einfluss und Zugriff hat. Daher wird eine Lebensweise empfohlen, die von Achtsamkeit auf das Hier und Jetzt geprägt ist um im Hier und Jetzt der beste Mensch zu sein, der man sein kann – für sich UND seine Umwelt.
Wer sich nicht mit dem Negativen auseinander setzt kann auch nicht das Positive geniessen. Das ist die Philosophie des Buddhismus. Es ist ganz sicher kein Weglaufen, es geht darum vollkommen da zu sein und in schwierigen Situation nicht davon zu laufen.
Das eine kann nicht ohne das andere sein.
Buddha hat direkt das Leid gesucht um sich konstruktiv davon zu loesen. Ein Schriftstueck besagt, dass er als ein Moench verwundet war alle anderen zum Meditieren ging. Buddha aber hat zuerst den Verletzten versorgt. Er hat nichts verdraengt, er war wachsam und hat daran gearbeitet sein Mitgefuehl fuer andere zu erweitern und zu helfen wann immer er konnte.
In deinen Link konnte ich nur kurz reinschauen, aber ich denke Buddha hat auch erklärt das neurotisches Leid darin besteht, die Realität nicht anzuerkennen wie sie wirklich ist, nämlich unabänderlich einem stetigen Wandel unterzogen - sondern sich eine eigene „Realität“ zu erschaffen, in der alles so bleiben sollte, wie man es kennt und man es stets gerne hätte. Durch dieses anhaften und klammern an eine eigene, „erdachte Realität“ entsteht das neurotische Leid – durch die Weigerung, die wirkliche Realität als solche zu begreifen und zu akzeptieren, wie sie eben ist: stets Veränderungen unterworfen und auch mit negativen Phasen / Aspekten.
Von daher „philosophiert“ der Buddhismus doch eigentlich das genaue Gegenteil von „Weltflucht“.