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Gesamtschule für alle

Kareena

Sehr aktives Mitglied
Hallo wie findet ihr die Idee. Das dieses jetzige System abgeschafft wird. Es gibt keine, Förderschulen, Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien mehr. Sondern alle gehen in die gleiche Schule. Es gibt mehr pädagogische Fachkräfte und individuelle Förderung. Es gibt Kurse mit bestimmten beruflichen Profilen. Jeder kann nach seinen Interessen und Neigungen entscheiden welchen Zweig/e er nimmt.

Was haltet ihr davon?
 

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G

gesger

Gast
Bloß nicht. Meine Geschwister waren auf einer Gesamtschule und einer Hauptschule und nach DEN Erfahrungen die die da gemacht haben, bin ich unenedlich froh, mit diesen Leuten in meiner Schulzeit nie Kontakt gehabt zu haben.

Die aktuelle Schultrennung ist nur gut so. Geistiges Vermögen und soziale Kompetenz (und vor allem Neigung zu physischer Gewalt) geht, leider, oft Hand in Hand. Es gibt zwar Ausnahmen, aber die sind halt Ausnahmen.
 

Andreas900

Sehr aktives Mitglied
Unser mehrzweigiges Schulsystem mit Haupt-, Realschule und Gymnasium gibt es ja nicht weltweit. In den USA z.B. werden Schüler nicht nach Leistungspotenzial auf Schulen aufgeteilt.

Das Problem an unserem System ist die richtige Zuordnung der Kinder, denn im Grunde muss man ja mit Abgang der 4ten Klasse bestimmen, welches Potenzial ein Kind hat. Doch kann man einen 10jährigen wirklich vernünftig beurteilen?
Zudem wirkt unser Schulsystem auf ein frühes Klassendenken hin. Viele Hauptschüler haben doch im Berufsleben nur eingeschränkte Chancen, selbst wenn sie noch so leistungswillig sind. Warum Kinder separieren wenn sie später im Berufsleben wieder konkurieren müssen?

Klar wird jetzt mancher sagen, dass schlechte Kinder gute beim Lernen bremsen, aber das gibt es sowieso. Ich war selber auf einem Gymnasium und es gab immer Kinder in der Klasse, die dem Lernstoff hinterher rannten und sitzen blieben. Wesentlich besser als eine separierte Schule fände ich einzelne Kurse, so wie Kareena sagt mit einer beruflichen Ausrichtung. Während es in Ländern wie den USA und Japan viele Projekt- und Interessengrupppen, gibt es in Deutschland eigentlich nur den 08/15 Lehrplan. Eine Kunst AG, Theatergruppe, Kochgruppe oder ein Computerclub, Fehlanzeige. Ich "durfte" in der Oberstufe zwischen Physik und Chemie wählen; sorry ohne Berufswunsch in der Richtung sind beide Fächer auf Abi Niveau zu viel des guten nur um die Allgemeinbildung zu fördern.

Ich denke, dass Deutschland viel Potenzial verschenkt indem oftmals nur stur der Lehrplan von wenig motivierten älteren Lehrern gepaukt wird, die seit 30 Jahren die gleichen Bücher benutzen. Eine Gesamtschule für alle wäre vernünftig umsetzbar, aber nur ein Teil der Lösung.
 

Tine

Sehr aktives Mitglied
Hallo wie findet ihr die Idee. Das dieses jetzige System abgeschafft wird. Es gibt keine, Förderschulen, Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien mehr. Sondern alle gehen in die gleiche Schule. Es gibt mehr pädagogische Fachkräfte und individuelle Förderung. Es gibt Kurse mit bestimmten beruflichen Profilen. Jeder kann nach seinen Interessen und Neigungen entscheiden welchen Zweig/e er nimmt.

Was haltet ihr davon?
Nichts weil es zu lasten der klügeren Schüler geht es ist nunmal so das schlechte Schüler die ganze Klasse aufhalten.Ich muss nur an meine Schulzeit denken da musste ich mit demselben Bus fahren wie die Förderschüler bzw. in meiner Gegend wohnten halt viele Förderschüler und diese 20 Min. haben mich schon jedesmal an meine Grenzen gebracht die konnte man echt nicht am Kopf haben.

Die sollen mal schön die Schulformen behalten und dort halt mehr Lehrer einstellen.
 

Der_um_den_Baum_tanzt

Aktives Mitglied
Hallo wie findet ihr die Idee. Das dieses jetzige System abgeschafft wird. Es gibt keine, Förderschulen, Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien mehr. Sondern alle gehen in die gleiche Schule. Es gibt mehr pädagogische Fachkräfte und individuelle Förderung. Es gibt Kurse mit bestimmten beruflichen Profilen. Jeder kann nach seinen Interessen und Neigungen entscheiden welchen Zweig/e er nimmt.

Was haltet ihr davon?
Das jetzige System vollkommen abzuschaffen halte ich für übertrieben.

Es gibt nun mal eine weite Spanne an Lernfähigkeit und Potenzial, dem man unbedingt den erforderlichen Entwicklungsraum zur Verfügung stellen sollte, denn die Potenziale die unsere Kinder in sich Tragen werden die Gesellschaft der Zukunft prägen - egal ob sie gut oder unzureichend entwickelt sein werden.

Eine Gesamtschule halte ich nur dort für sinnvoll, wo die Lerninhalte jene Ebenen berühren, von denen die Gesamtheit unserer Gemeinschaft mehr oder weniger gleichermaßen betroffen sein wird, ganz unabhängig davon ob es sich bei dem Schüler um einen Durchschnittstypen, einen Hochbegabten, einen Behinderten oder einen besonders kreativen Menschen handelt.

Das Lernziel einer Gesamtschule sollte darin liegen die Schüler zu befähigen im Rahmen einer höchst differenzierten Gemeinschaft in einer vielschichtigen Umwelt füreinander und für die Mitwelt Empathie zu entwickeln und miteinander zurecht zu kommen, die eigenen Stärken und Schwächen an sich und Anderen zu erkennen und sich selbst, die Mitmenschen und die natürliche Mitwelt so anzuerkennen wie sie sind - jenseits jeder Konkurrenz und jedes Leistungsanspruchs, als gleichberechtigte Partner die einen gemeinsamen Lebensraum miteinander nutzen.

Das wäre die Basis für ein konstruktives Miteinander, in welchem ein Jeder sein individuelles Potenzial entfalten und die seinen Fähigkeiten und Neigungen entsprechend ideale Position im gesellschaftlichen Miteinander einnehmen könnte - ohne irgendwelche Standesdünkel und die mit dem aktuellen Schulsystem herangezüchteten Klassenunterschiede die ein spannungsfreies Miteinander erschweren oder fast unmöglich machen.

Die Gesamtschule wäre nach meinen Vorstellungen also eher eine Art Lebensschule, welche die Schüler lediglich mit allgemeingültigem Grundlagenwissen und einer gemeinsamen Sicht auf das Leben und die Welt ausstattet, das Hauptaugenmerk aber auf das Miteinander und die persönliche Entfaltung legt - und diese Schule könnte ruhig über einige Jahre in schwankenden Zeitphasen laufen, so dass der Kontakt zwischen den ganz unterschiedlich talentierten Schülern auf dieser Ebene niemals gänzlich unterbrochen wird.

Auch dann nicht, wenn die Schüler in fortschreitenden Stufen allmählich einen größeren Teil ihrer Schulzeit in speziellen Klassen und Kursen verbringen, die für sie besonders interessant und / oder besonders förderlich für die Entfaltung ihrer Potenziale sind.

Was das Bildungsangebot mit Hinblick auf bestimmte berufliche Profile anbelangt, so sehe ich diesbezüglich die Gesamtschule als hoffnungslos überfordert an.
Es sollte bei der schulischen Ausbildung gar nicht so sehr um die Vermittlung spezifischer, auf bestimmte Wirtschaftsbereiche wie etwa Technik, Soziales, Sprache, Verwaltung, Kunst etc. hin ausgerichtete Wissensinhalte gehen, sondern vielmehr um die Förderung der grundsätzlichen Befähigung des Schülers in Zukunft den Bildungsanforderungen beruflicher Art gewachsen zu sein und dem Schüler viel mehr Gelegenheiten zu verschaffen, sich in Form von Praktika, Seminaren, Fachvorträgen, Betriebsbesichtigungen etc. ein deutlicheres Bild über sein mögliches Berufsleben zu vermitteln, für das er sich dann früher oder später einmal entscheiden muss.
 
B

bekk

Gast
Es gibt mehr pädagogische Fachkräfte und individuelle Förderung. Es gibt Kurse mit bestimmten beruflichen Profilen.
Jaaaaa....und Foederung ohne Ende.... Das alles wurde bereits versprochen, als die Gesamtschulen eingefuehrt wurden und es Deutschland finanziell um einiges besser ging. Sich derzeit auf solche Versprechen zu verlassen waere fahrlaessig und reinstes Wunschdenken bzw. Lug und Betrug.

Unser mehrzweigiges Schulsystem mit Haupt-, Realschule und Gymnasium gibt es ja nicht weltweit. In den USA z.B. werden Schüler nicht nach Leistungspotenzial auf Schulen aufgeteilt.
Das 3-gliedrige System ist in den meisten Laendern unueblich, da spriessen aber auch die Privatschulen aus dem Nichts hervor oder die Eltern finanzieren einen mehrjaehrigen Aufenthalt im Ausland. In den USA sind auch Privatkindergaerten, Privatschulen und Unis weitaus mehr verbreitet als in Deutschland. Wer weiss, was die Schueler auf staatlichen Schulen bis zum Ende der High School lernen, der weiss auch, warum es die Privatschulen gibt und sie ausgiebigst genutzt werden, so dass die Eltern sich finanziell querlegen, Kredite aufnehmen, um ihren Kindern diese zu ermoeglichen. Ein High School Abschluss entspricht vom Wissen etwa dem deutschen Realschulabschluss, wobei es bei den staatlichen High Schools erhebliche Ausreisser nach unten gibt.

Die Eliten kommen jedenfalls in den seltesten Faellen von einer staatlichen High School, sondern von seit "Jahrhunderten" etablierten Familienclans. Und genau so wuerde es auch in Deutschland sein: gibt es doch jetzt schon Privatkindergaerten, in denen die Kinder nicht nur abgeschoben und aufgehoben werden, sondern mit den unterschiedlichsten Fruehfoerdermassnahmen in Kontakt kommen. Private Grundschulen gibt es wenige, aber auch sie werden sicher weiter wachsen, ebenso wie Gymnasien, die dann einige wenige lernwillige, hoch intelligente Kinder aus Familien, die sich die Schule nicht leisten koennen, per Stipendium den Besuch dennoch erlauben.

Das Problem an unserem System ist die richtige Zuordnung der Kinder, denn im Grunde muss man ja mit Abgang der 4ten Klasse bestimmen, welches Potenzial ein Kind hat. Doch kann man einen 10jährigen wirklich vernünftig beurteilen?
Das Problem ist nicht vorhanden, weil neben dem dreigliedrigen Schulsystem den Eltern die Moeglichkeit geboten wird, das Kind an einer Gesamtschule anzumelden, wenn es Unklarheiten bei der Schulwahl gibt.

Ich war von der 5. bis 10. Klasse auf einer Gesamtschule: Eltern waren unsicher, ob das Kind es schafft, weil beide ungelernte Arbeiter waren und niemand konnte helfen. Ich sage rueckblickend: Die Gesamtschule hat mir nicht geschadet, ich hatte schoene, ruhige, vor allem faule 6 Jahre, weil ich voellig unterfordert war.

Die Gesamtschule ist aber fuer die schwaechsten Schueler ein Alptraum und unsaeglicher Stress, wenn die Zeit kommt, die Schueler in A, B und C- Kurse und somit doch wieder in sehr gute, mittlere und schlechte Schueler aufzuteilen, waehrend sie als "Dumme" dann am Gemeinschaftsunterricht mit den besseren Schuelern teilnehmen. Und irgendwann hat auch ein Schueler genug, der staendig noch an zusaetzlichem Foerderunterricht teilnehmen soll. Wer meint, eine Gesamtschule sei "durchlaessig", der irrt: Sie ist nach unten durchlaessig, man bleibt nicht sitzen, hat aber trotzdem (oder ganz besonders) den Makel des Versagers. Ich finde die Klassifizierung in A,B und C-Kinder in den Kernfaechern viel schlimmer als Haupt-, Realschule und Gymnasium. Im uebrigen war es auch Stress, als sehr guter Schueler an der Gesamtschule unterrichtet zu werden, denn obwohl man nachmittags der erste auf dem Spielplatz war, galt man als Streber.

Gesamtschule hat fuer mich etwas mit Gleichmacherei zu tun, aber nichts mit Fordern und Foerdern. Meine Mutter erzaehlte mir mal, dass man in den 60-er Jahren mit einem guten Hauptschulabschluss Bankkaufmann werden konnte. "Damals" heisst, als es noch mehr als 30 bis 40 Kinder in einer Klasse gab. Frueher konnte auch ein Hauptschulabsolvent noch fehlerfrei schreiben und rechnen. Und heute? Da schuettel ich manchmal den Kopf, wenn ich lese, wie ein Abiturient schreibt. Was ist passiert, dass die Hauptschule dermassen abgewertet wurde, dass sie nur noch als "Resterampe" angesehen wird? Da muss man ansetzten und das Image anheben - und nicht bei Gleichmacherei auf moeglichst niedrigem Niveau, damit auch der Lernunwilligste mitkommt.

Ich wohne in einem Land, in dem bis zum Ende des 10. Schuljahres jeder, aber auch wirklich jeder Schueler mit durchgeschleppt wird, ohne ueberhaupt die Moeglichkeit zu haben, sei es auf eigenen oder Elternwunsch hin, das Schuljahr zu wiederholen. Das Ergebnis: Niedrigstes Lernniveau und zu wenig (Hoch-)qualifizierte im eigenen Land, die werden aus dem Ausland importiert......aber Hauptsache man ist "gleich"......
 

Daoga

Sehr aktives Mitglied
Eine Annäherung an das amerikanische System fände ich nicht schlecht, vorausgesetzt daß die Ausstattung an Schulen und Lehrern deutlich besser wäre als dort. - In USA schauen nämlich alle Eltern, daß sie ihre Kinder möglichst in Privatschulen unterbringen, weil die staatlichen Schulen oft so lausig schlecht ausgestattet sind, daß nur Bildung auf Mimimalstufe möglich ist. - Mit einem Grundbestand an allgemeinverbindlichen Fächern, den Klassikern Textverständnis/Naturwissenschaften/Ethik + Soziales plus mindestens eine Fremdsprache und darüberhinaus jede Menge Neigungsfächer wie zusätzliche Fremdsprachen und Förderkurse, die die "normalen" Fächer für weiterführende Schulen vertiefen. Die allgemeinen Fächer wären für alle Kinder Pflicht, ggf. mit Erleichterungen für die, die lernbehindert oder andere Probleme haben (z. B. Proben mitschreiben, aber nur sehr dezente, individuell abgestimmte Benotung) plus individuelle Förderung und/oder Beratung für alle Kinder die es brauchen. Auch Nachhilfe sollte keine Sache der Eltern sein, sondern von den Schulen selbst ausgehen. Sehr viel mehr Wert als bisher sollte auf die Verknüpfung der Fächer gelegt werden, es spricht ja nichts dagegen, z. B. mal eine Mathe- oder Geschichtsstunde auf Englisch abzuhalten oder gleich im Mathe- oder Physikkurs auch englische Fachausdrücke zu erwähnen. Bei dem wenigen, was man an Wissen aus der Schule mit ins Berufsleben nimmt, weiß man später ja auch nicht, in welchem Zusammenhang man es mal brauchen wird.
 

Kareena

Sehr aktives Mitglied
Bloß nicht. Meine Geschwister waren auf einer Gesamtschule und einer Hauptschule und nach DEN Erfahrungen die die da gemacht haben, bin ich unenedlich froh, mit diesen Leuten in meiner Schulzeit nie Kontakt gehabt zu haben.

Die aktuelle Schultrennung ist nur gut so. Geistiges Vermögen und soziale Kompetenz (und vor allem Neigung zu physischer Gewalt) geht, leider, oft Hand in Hand. Es gibt zwar Ausnahmen, aber die sind halt Ausnahmen.
Da bin ich absolut anderer Meinung, denn dieses 3 gliedrige System schafft keine individuelle Förderung, sondern eher Schubladendenken.
 

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