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Gerichtstermin - die Uhren stehen still

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Hallo Lisfara,
Danke für deinen Beitrag und deine Offenheit.

Mir ist sehr bewusst, dass alles, was dann dort passiert, der Wahrheitsfindung dient. Auf provokante Fragen hat mich meine Anwältin durchaus vorbereitet. Die Herausforderung wird dann wahrscheinlich tatsächlich darin liegen, mich dadurch nicht verunsichern zu lassen. Ich habe gerade aber davor Angst, was du schriebst: dass ich mich schuldig fühle. Durch die Therapie bin ich gerade so an dem Punkt, dass ich mir nicht die Schuld gebe. Aber wie gefestigt ich darin bleibe, wenn die Verteidigung mir da das Gegenteil auslegt? Ich weiß nicht, ob ich das aushalte und ob ich mir das antun möchte - oder besser gleich fern bleibe (sofern dies dann möglich ist). Letztendlich obliegt es dann ja dem Richter, ob er diesem Antrag dann auch zustimmt. Noch ist da nichts gewiss.

Und ja, du hast recht, ich habe gute Unterstützung und würde auch zu Gericht begleitet werden, sodass mir im Prinzip nichts passieren kann. Ich habe aber große Angst vor einer Bloßstellung und davor, dass ich meine Stabilität überschätze und mir die Konfrontation am Ende doch mehr schadet. Alleine die Vorstellung, dass der mich anschaut, lässt mich erstarren.

Ach, ich bin einfach verunsichert.

Hättest du dieser Gegenüberstellung denn widersprechen können? Das muss schlimm gewesen sein. :\
Ich weiß nicht, ob ich das könnte.
 
Eine Aussage vor dem Richter oder per Video als Absicherung ist gut.

Du kannst auf deinen schwierigen Zustand hinweisen und trotzdem vor Gericht erscheinen und aussagen.

Dass du hin möchtest ist sogar sehr gut.
 
. Ich habe aber große Angst vor einer Bloßstellung und davor, dass ich meine Stabilität überschätze und mir die Konfrontation am Ende doch mehr schadet. Alleine die Vorstellung, dass der mich anschaut, lässt mich erstarren.

Ich habe mir damals auch überlegt, was nun besser wäre....aus Angst, auch was nach der Verurteilung mit ihm und mir passieren würde, wäre ich dem am liebsten ferngeblieben....

Aber für MICH habe ich es durchgestanden...ich wusste, dass ich mich im Nachhinein als Feigling gesehen hätte...ich hätte nie damit abschliessen können, besonders nicht zu Wissen, was wäre wenn?...ich hätte nur Kopfkino gehabt...

Auch wollte ich IHM zeigen: nicht mit mir und keine Anderen mehr!

ER war der Böse....ich fühlte mich schuldig, aber im Inneren wusste ich, dass ich mich so fühle, weil ich mich wehrte, für mich einstand...

Natürlich war ich fix und fertig hinterher, aber ich habe mich auch stärker gefühlt, da ich den Mut aufgebracht habe, für MICH zu kämpfen.

..und danach ist bei Dir die Therapeutin direkt da, um Dich aufzufangen...

Wichtig wäre auch für Dich zu wissen, was danach passiert...musst Du weiter in ständiger Angst leben wegen Deiner Aussage...das ist in meinen Augen sehr wichtig zu besprechen, damit nicht ein neues innerlicher Chaos ausbricht...
 
Hallo Lisfara,
gerade das "für mich einstehen" ist etwas, das mir wahnsinnig schwer fällt, habe ich so oft schon die Erfahrung gemacht, dass mir dies auf die Füße fällt.

Was danach passiert, hängt mitunter ja damit zusammen, zu welchem Urteil das Gericht kommt. Reichen die Beweise, glaubt mir das Gericht und er wird verurteilt, dann verschafft mir das sehr wahrscheinlich etwas Zeit, um mich zu sortieren. Um zu überlegen, ob ich zurück in meine Stadt gehe oder einen Umzug organisiere und mein Leben woanders neu aufbaue.

Wenn die Beweise jedoch nicht ausreichen, habe ich ein Problem. Ich glaube, dann hänge ich mich auf. Natürlich habe ich Angst, dass er sich dafür rächen könnte. Sehr große Angst sogar. Meine Anwältin sagte allerdings, dass dies in der Regel sehr unwahrscheinlich ist.

Auch sagte sie mir, dass ich im Falle einer Verurteilung auch das Recht bekäme zu erfahren, wann der Täter zB. entlassen würde oder Hafturlaub hat. Das beruhigt mich etwas, wenn auch nicht viel.

Einen konkreten Fahrplan für das danach habe ich offengestanden noch gar nicht. Es wird in erster Linie wohl darum gehen, mein Leben erst einmal wieder zu ordnen, zu sehen, wer dann noch zu mir steht - herrscht da momentan leider sehr viel Chaos.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ohja, "für sich einstehen".... da habe ich auch nochimmer massive Probleme mit 😉

Denken wir erstmal nur bis zum Gerichtstermin...das ist Stress genug...

Ich kann mir vorstellen, wie es in Dir rumwuselt...grausam...ich kann nur den Rat geben, die Verhandlung persönlich zu verfolgen, sonst fehlt Dir später zum weiteren Verarbeiten ein wichtiger Puzzleteil...

Wegen der Aussage warte erstmal ab, welche Optionen letztendlich wirklich zur Verfügung stehen...
 
Eine Aussage vor dem Richter oder per Video als Absicherung ist gut.

Du kannst auf deinen schwierigen Zustand hinweisen und trotzdem vor Gericht erscheinen und aussagen.

Dass du hin möchtest ist sogar sehr gut.

Hallo Regennase (schöner Nickname übrigens),
ich weiß ja tatsächlich gar nicht wirklich, ob ich hin möchte oder nicht. Das ist ja das Problem. Aber vielleicht werde ich das noch etwas abwarten und offene Fragen noch stellen und klären müssen. Sowas zum Beispiel, ob es möglich ist, trotzdem persönlich zu erscheinen, auch wenn dem Antrag auf Videovernehmung stattgegeben wurde. Aber eben auch, ob mir das persönlich schadet, wenn ich auf ihn treffe.
 
Hallo liebe Community,

Anfang vergangener Woche habe ich das Datum für den Gerichtstermin bekommen, verhandelt wird eine Vergewaltigung mit schwerer Körperverletzung. Seither stehen die Uhren still.

Ich fühle mich extrem schlecht. Ich stehe die meiste Zeit des Tages neben mir, meine Gedanken drehen sich im Kreis. Ich bin müde, kann aber nicht schlafen. Die Albträume von damals holen mich ein. Mein Inneres kämpft gegen mich, macht mich klein. Eine innere Stimme die mir sagt, dass ich eine Versagerin bin, dass mir eh niemand glauben wird, dass ich gar keine Chance habe und sowieso alles egal ist, begleitet mich seit der Nachricht immerfort. Etwas in mir redet mir ein, dass alles sinnlos ist und ich frage mich mehr denn je, wozu oder für wen ich dies tue. Ich habe ja eh alles verloren, meine Würde, mein Zuhause, meine Identität, meine Freunde…

Ich weiß nicht, was ich tun soll. Alle Skills, die ich gelernt habe, haben keine Wirkung. Dazu kommt, dass ich immer noch von diesem Klinikpatienten kontaktiert werde, was mich zusätzlich enorm unter Druck setzt.

Einmal in der Woche sehe ich meine Therapeutin. Sie ist neu, ich habe sie erst seit 3 Wochen. Sie kennt mich nicht, weiß wenig über meine letzten Jahre. Sie wühlt in alten Geschichten aus meinen Kindertagen, was mich zusätzlich belastet.

Ich weiß nicht, wie ich die Zeit bis zum Prozess überstehen soll, geschweige denn den Prozess selbst. Wenn ich nur daran denke, dass dort Duzende Schaulustige mit Anwesend sein werden, während ich ausgequetscht werde wie eine Zitrone...

Ich als Geschädigte muss alles ertragen. Er hat das Recht, die Öffentlichkeit auszuschließen, insofern er geständig ist. ER hat dieses Recht, ICH nicht. Wenn ich nur daran denke auf ihn zu treffen wird mir schlecht.

Meine beste Freundin ist schwanger, ich halte mich zurück, ihr die Ohren vollzujammern. Ausserdem will ich kein schlechtes Bild bei ihr hinterlassen mit meinen komischen Gedanken und Gefühlen. Das habe ich schon einmal sehr bereut.

Ich dachte, ich bin stärker, halte das aus. Aber am liebsten würde ich gerade einfach nur einschlafen und nicht wieder aufwachen.

@Bumblebee*
Du bist keine Versagerin rede dir bitte nicht sowas ein.
Auch wenn Freundschaften zerbrochen sind Kämpfe weiter für dich, ich kann mir nicht vorstellen wie schrecklich das Erlebte war und immer noch ist. Aber ich wünsche dir die Kraft und den Mut weiter zu machen.
Hier gibt es viele Menschen die ähnliche Erfahrungen gemacht haben und auch viele die dir alles gute wünschen.
 
Hallo Pollux,
lieben Dank für deinen Zuspruch. 🙂

Naja, es war schon eine besondere Freundschaft, die Enttäuschung natürlich umso schlimmer. Aber so ist das wohl im/mit dem Leben und mit den Menschen. Am Ende ist man immer klüger.
 
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