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Gerichtstermin - die Uhren stehen still

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Hallo Schroti,
ja, diesen Beitrag meine ich. Du Fuchs 😉
Ein Zurück gibt es ja ohnehin nicht mehr, der Prozess würde ihm ja auch ohne mich gemacht. Ich Zweifel nicht daran, dass ich mir da etwas eingebildet habe, dafür war das alles zu krass. Aber ich habe mich in dem Verhalten - eben Dinge/Zusammenhänge zu sehen, die da nicht sind - wiedererkannt. Ich war zum Beispiel einmal der ganz festen Überzeugung, dass mein letztes Stündlein geschlagen hat, und das deshalb, weil ich mit meinem damals bestem Freund auf einem Waldweg spazieren ging der mir unbekannt war und er Tage davor in meinem Beisein ein Messer gekauft hatte. Da ergab plötzlich auch alles Sinn, dabei war es so falsch und schrecklich von mir, das auch nur zu denken. Ich könnte noch Dutzend solcher Beispiele aufzählen.
 
So was kennt jeder. Steigere dich da nicht rein.
Bitte sei jetzt besonders gut und schützend zu dir.
Gönn dir das Beste und lass Nachsicht walten.
(Du weißt, dass wir hier sind und an dich denken. Ich weiß nicht, ob dir das hilft, aber ich würde es mir wünschen.)
 
Hallo,
habe jetzt die Mail an die Klinik verschickt. Sie ist kurz ausgefallen. Ich schrieb nur, dass jetzt der Prozess ansteht und es mir nicht gut geht.

Meine Therapeutin meinte, es sei normal in meiner Situation Zusammenhänge zu sehen, wo keine sind. Das legt sich wohl wieder, wenn mein inneres System sich wieder sicher fühlt.

Ansonsten habe ich mich in meinem ganzen Leben noch niemals so sehr alleine gefühlt.
 
Hallo,
ich war heute wieder bei meiner Therapeutin und aus aktuellem Anlass sprachen wir über das Thema Freundschaft und generell über die Begegnung mit Menschen. Ich konnte sehr viel daraus für mich mitnehmen.

So ist mir klar geworden, dass ich mich immer wieder in menschliche Beziehungen begebe, in denen ein Ungleichgewicht herrscht. In denen der eine seine Schwächen offenlegt, sich angreifbar macht, naiv vertraut und der andere nicht oder nur bedingt. Und dass es Menschen (und so auch "Freunde") gibt, die selbst ein derart geringes Selbstbewusstsein haben, dass sie Freundschaften nur dann aushalten, wenn man stets mit ihnen konform geht, sich ihrer Ansichten anpasst, keine Kritik übt und sich gewissermaßen ihnen und ihrer Weltanschauung unterwirft - um sie nicht spüren zu lassen, dass auch sie Fehler machen und Schwächen haben.
Denn spätestens dann passt man nicht mehr in ihr heiles Welt- und Selbstbild und wird aussortiert.

Dass man sie selbst aber nur mit Samthandschuhen anfassen darf und gut aufpassen muss, dass man dem helfenden Ritter in der schimmernden Rüstung nicht durch die eigene Entwicklung der Persönlichkeit etwas von seinem Schimmer nimmt, da
anderenfalls "die schimmernde Rüstung des immer Helfenden" zu bröckeln beginnt und somit auch sein eigener Selbstwert - das macht eine Beziehung/Freundschaft auf Augenhöhe natürlich nahezu unmöglich. Gerade dann, wenn man selbst eh schon dazu neigt, sich wenig zu behaupten und sein Gegenüber nicht verletzen will. Und gerade dann, wenn man fest davon überzeugt ist, dass alle Schwierigkeiten in solchen Beziehungen an einem selbst liegen, weil man den immer Helfenden und herzensguten Ritter idealisiert und es gar nicht sein kann, dass dieser Absichten, Charakterzüge oder Motive (wenngleich auch unbewusst) hat, die einem selbst schaden und so das Muster der Unterwerfung aufrecht erhalten.

Und wenn man dann in einer vermeintlich guten Freundschaft erkennen muss, dass all die Hilfsbereitschaft, all die Nächstenliebe und auch all die enge Vertrautheit nur Mittel zum Zweck waren, um das eigene Ego aufzuwerten, dann tut das verdammt weh und man fühlt sich wieder einmal unglaublich benutzt. 😢😢😢

Für mich bedeutet dies, dass ich weniger an mir zweifeln und die Schuld bei mir suchen sollte, in Zukunft genau hinsehen muss, wen ich wie sehr in mein Leben lasse und wen besser nicht. Selbst dann, wenn dies bedeutet, im Herzen gute, aber für mich ungesunde Menschen ggf. zu verlieren oder gar nicht erst näher an mich ran zu lassen.

Im Grunde stimme ich da meiner Therapeutin zu: erst dann, wenn ich Menschen, die um meiner selbst wegen freundlich zu mir sind, in mein Leben lasse und die auch selbst bereit sind, sich Unvollkommenheit einzugestehen und daran arbeiten, wird es aufhören, dass mich Menschen für ihre eigenen Zwecke benutzen und mich dann immer wieder verletzt und enttäuscht zurücklassen.

Egal in welcher zwischenmenschlichen Konstellation. 🙁
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,
ich stehe aktuell vor einer schwierigen Entscheidung und vielleicht gibt es hier jemanden, der oder die eine solche Entscheidung selbst schon einmal treffen musste und kann mir etwas darüber sagen.

Meine Anwältin kann/wird/möchte nun den Antrag bei Gericht stellen, dass ich wenn möglich gar nicht persönlich vor Gericht Aussage, sondern stattdessen die Videoaufzeichnung meiner Aussage herangezogen wird. Ausserdem besteht auch die Möglichkeit bei Gericht zu erscheinen, meine Aussage aber entweder vorher vor dem Richter zu machen, den Täter während meiner Aussage herauszuschicken oder die Aussage in Anwesenheit des Täters zu tätigen.
Als Nebenklägerin habe ich das Recht, während der gesamten Verhandlung anwesend zu sein. Allerdings weiß ich nicht, was für mich das Richtige ist?

Einerseits habe ich großen Respekt vor der Verteidigung, vor Bloßstellungen, davor, dem Täter nochmal zu begegnen. Andererseits habe ich aber auch irgendwie das Bedürfnis mitzubekommen, was der Täter denn zu alle dem zu sagen hat - wäre also auch gerne dabei. Es gäbe mir auch die Möglichkeit, Einfluß zu nehmen, Kontrolle zu bewahren.

Meine Therapeutin hält sich da sehr zurück, sie unterstützt jede Entscheidung. Und ich weiß auch, dass am Ende nur ich diese Entscheidung für mich treffen kann. Dennoch habe ich unglaublich viel Angst davor, eine falsche Entscheidung zu treffen, mit der ich am Ende nur schlechter leben kann.

Eine Frage, die ich meiner Anwältin noch nicht stellte: Was passiert denn, wenn jetzt keine Anträge gestellt werden und. ich mich für eine Aussage vor dem Täter entschiede, dann aber merke, dass ich das nicht schaffe? Mir fehlen in so stressigen Situationen oft die Worte.
 
Hmmmm, natürlich eine schwere Entscheidung für Dich...

Ich erzähl mal von meinem Gerichtstermin, aber mit dem Hinweis, dass es bei Dir anders laufen kann, zudem hast Du viele an Deiner Seite zur Hilfe stehen...

Ich hatte leider keine Hilfe (wurde unterm Teppich gekehrt) und wurde zum Gerichtstermin zwecks meiner Aussage geladen...ich hatte es total verdrängt...

Im Gerichtssaal wurde ich befragt, meine Aussagen zerpflückt und ich fühlte mich als Angeklagte... schräg hinter mir sass ER...

Ich konnte nur stotternd alles Aussagen und spürte seine Augen hinter mir...seine Anwesenheit war schrecklich für mich, da ich mich dadurch selber schuldig fühlte ... am Schlimmsten war es, da es um seine Grösse ging und ich es nur anhand meiner Grösse schätzen konnte, haben sie mich vor ihm gestellt, von Gesicht zu Gesicht....

Hätte ich damals die Optionen wie Du gehabt, hätte ich vorher meine Aussage beim Richter gemacht und hätte danach weiter zugeschaut, mit der Option, bei Unklarheit etc., selber noch was dazu sagen zu können...

Wie gesagt, Du bist NICHT allein dort, auch geht es um Deinen inneren Abschluss....
 
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