FLoki979
Sehr aktives Mitglied
Ich finde schon auch die Diskussion gut, für mich halt mit dem Ziel, wie kann ich möglichst viel selber machen, möglichst günstig auch, und gut, und eben auch sicher.Weißt du, selbst bei industriell hergestellten Lebensmitteln kann es zu Verkeimungen kommen. Genau wie bei traditionell hergestellten Lebensmitteln.
Ich war damals total erstaunt, dass unser ''Obstwiesen-Apfelsaft'' so wenig keimbelastet war. Denn wir stellen den tatsächlich draußen auf der Streuobstwiese her. Da sind immer eine Gruppe Menschen beteiligt, unsere Hunde, Katzen und Hühner laufen da, und die Kinder schöpfen sich den Saft direkt aus der Presse, wenn sie probieren wollen (von Durst kann msn da nicht reden, denn sie haben an den Tagen immer den Bauch voll Apfelsaft...)
Unser Saft war einer der am wenigsten keimbelastetsten Säfte, welche die Frau getestet hat. Vielleicht ist da sogar was drüber zu finden, da es im Rahmen einer Masterarbeit an der Uni Bremen gemacht wurde... Leider weiß ich den Namen nicht mehr.
Ich mein, man kann sich natürlich mit sowas total einschränken und den Kram teuer kaufen... um mal den Bogen zum Thema ''sparen'' zurück zu schlagen. Aber meist ist es doch so, dass solche ''Warnungen'' von irgendwelchen Studien stammen, welche von irgendwelchen Lebensmittelkonzernen in Auftrag gegeben wurden... Ich hab da z.B. die Warnung vor der ''keimbelasteten'' Rohmilch direkt vom Bauern im Kopf, die als nicht sicheres Lebensmittel eingestuft ist. Aber tatsächlich gibt es wohl keinen bestätigten Fall von Erkrankungen durch den Verzehr von Rohmilch ( siehe z.B. ''Gummizoo macht Kinder froh, krank und dick dann sowieso'' von Dr. Hans-Ulrich Grimm, S.115, Droemer-Knaur 2017 [ist zwar ein Buch was sich speziell um Kinderernährung dreht, aber ich gehe davon aus, dass sich das auch auf erwachsene Menschen übertragen lässt] Übrigens ein sehr lesenswertes Buch, wie ich finde.) Sondern es handelt sich um Warnungen der Großmolkereien...
Natürlich kann man nie 100% ausschließen, dass sich Keime auch in hausgemachte Konserven einschleichen, aber genau das Problem habe ich bei industriell hergestellten Lebensmitteln auch. Und Botulismus ist die fieseste Geschichte überhaupt, weil es weder geschmacklich noch optisch zu erkennen ist, ob ein Lebensmittel derart verdorben ist.
Allerdings ist mir auch nur ein einziger Fall bislang untergekommen, wo es eine Vergiftung mit Botulismusbakterien gekommen ist. Das war vor einigen Jahren hier im Ort, wo sich die ganzen Pferde eines Reiterhofes mit Botulismusbakterien infiziert haban und alle nach und nach verendet sind. Es lag vermutlich an einer toten Maus, die im Heusilageballen mit eingepresst worden war und dann mit eingelagert wurde. Das war hier lange ziemlich Gesprächsthema... und hat schon deutlich gemacht, wie wichtig Hygiene bei der Verarbeitung ist. Nicht nur bei Tierfutter. Allerdings können die Bauern hier keine Garantie dafür abgeben, dass es nicht nochmal vorkommen kann, dass versehentlich ein verendetes Tier mit in Heu- oder Silageballen eingepresst wird. Und dennoch gehen die Pferdehalter nicht hin und kaufen die total überteuerten Alpenheu-Säcke die man erwerben kann, um ihre Tiere zu versorgen.
Und es kann genau so passierenm dass ich vom Bus überfahren werdem wenn ich einkaufen gehe oder von einem LKW vom Fahrrad geholt werde weil ich mich im Toten Winkel befand. Das sind leider Fälle, die mir weit öfter begegnen, wenn ich z.B. die ''Ghost-Fahrräder'' an irgendwelchen Straßenecken sehe. Da könnte ich dir jetzt so aus dem Stehgreif mindestens 20 nennen. Stellt sich mir also die Fragem was ist gefährlicher? Apfelmus einkochen oder Fahrrad fahren?
Ich will deine Warnung gar nicht in Abrede stellen, ich glaube tatsächlich, dass es unter Umständen zu solchen Fällen kommen kann. Doch sind diese Fälle tatsächlich so häufig, dass man jedem davon abraten sollte, selber Apfelmus einzukochen? Und trägt nicht jeder für sich selbst due Verantwortung, hygienisch zu arbeiten, wenn man sowas macht?
Ich hab noch eine Frage an Dich wegen dem abgefüllen Saft.
Wie läuft es ab, wenn ihr es selber mostet und abfüllt? Würde mich freuen, wenn Du es mir erzählst, weil ich mich immer, stetig da gerne weiter schlau mache.
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Diese Dinge weiß ich halt,
- Regeln für Fermentation in Salzlake
- Dass gewisse Temperaturen über einen gewissen Zeitraum beim Einkochen eingehalten werden müssen, damit es sicher ist,
- Dass luftdicht verschlossen ohne Einkochen die Gefahr von Keimbildung bietet, u. a. Botulismus.
Wenn ihr jetzt z. Bsp. aber den Saft kalt abfüllt, dann bin ich wieder überfragt, wodurch oder wie sicher er wie lange haltbar ist.
- Für Sirup gibt es auch wieder eine Grundformel, 1kg Zucker auf 1L Saft. Das ist sicher ewig lange haltbar.
- Der Zuckergehalt ist wohl auch für die Haltbarkeit von Marmelade verantwortlich, die man ja garnicht einkochen kann.
Was ich wieder nicht weiß, wie verhält es sich denn mit einem geringerem Zuckergehalt.
Eine wichtige Regel hab ich aus allem abgeleitet,
etwas heißes niemals so verschließen, dass es Vakuum zieht, wenn man es nicht sicher einkocht.
Ach, das noch.
Warum kann in der Industrie etwas unter anderen Bedingungen haltbar gemacht werden, z. Bsp. eben ohne so lange so stark zu erhitzen?
Das weiß ich noch nicht. Das einzige, was ich darüber weiß, ist, dass es was mit Gerätschaften zutun haben soll, mit denen mit anderen Mitteln ein sicheres Vakuum geschaffen werden kann.
Ich weiß auch noch, last but not least, eine wichtige Info über Schimmel.
Ich hab nämlich in den Jahren intensiven fermentierens so viele verschiedene Arten vom Schimmel gezüchtet, denke, ich hätte P*nicilin herstellen können 😉 . Da ich mir auch nicht sicher war, ob eine Info aus ,,Die Kunst des Fermentierens" so richtig ist, und eben wegen der Lebensmittelsicherheit, hab ich mich durchgefragt, bis ich eine Mikrobiologin gefunden hab und sie zu Schimmel befragt.
Sie konnte mir damals nicht so auf die Schnelle, ohne weitere Recherchen sagen, wie es sich in festen Lebensmitteln verhält. Also die Info, die ich von ihr bekommen habe, Kann man nicht auf alles, also auf feste Nahrungsmittel übertragen.
Sie sagte mir aber, immer, wenn auf der Oberfläche irgendwo Schimmel sichtbar wird, ist der gesamte Inhalt toxisch.
Nu ist es im normalen Alltag nicht so problematisch, wenn man mal etwas durch Schimmel toxisches zu sich nimmt, die Menge machts.
Da ich aber zu der Zeit noch so viel fermentiertes Gemüse gegessen habe, hätte ich da die falsche Info angewandt, hätte ich recht viele Toxine zu mir genommen.
(Sorry für den Roman).