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Geh mir einer weg mit Christen... :((

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Die 10 Gebote an sich sind sicher eine gute Sache, doch es heißt nicht wo christlich drauf steht, das man dann auch immer Gutes erwarten kann. Demnach dürfte eine Partei wie die CDU gar keine menschenverachtenden Gesetze wie zum Beispiel Hartz-IV dulden, jede Form von Ausbeute der Natur und des Menschen ist ja ein Verstoss gegen die Gebote der Bibel! Wie viele Wirtschaftsbosse sind Christen und bekennen sich dennoch mehr als alles andere zu dem Teufelszeug, was man Geld nennt. Wenn man es unter dem Aspekt der moralischen Seite betrachtet, dürfte ein Christ niemals raffgierig und egoistisch sein und müsste mit bestem Gewissen den Ärmeren helfen. Schaut doch mal an, was aus unserer Gesellschaft und der gesamtem Welt geworden ist, die Realität sieht leider ganz anders aus!
 
Erklärst du mir das?

Hallo Angua,

ja das mache ich gerne. Du schriebst, dass Du praktizierende Christin bist. Dann aber in deinem weiteren Text, verweist Du die Fragestellerin wieder im Grunde genommen an sich sellbst. Das reißt bei mir alte Wunden auf,

Ich war neu in eine Stadt gezogen, besuchte dort eine Gemeinde, die sehr von sich reden machte. Alles war anders, auch besser. Man war sehr von sich überzeugt.

Es gab ein Gemeindefest, an dessen Vorbereitung und Durchführung ich mich sehr engagiert beteiligte. Das Fest war vorbei. Mit einem befreundeten Ehepaar saß ich im Foyer, wo sich anschließend alle Aktiven trafen. An unserer langen Tischreihe war Platz ohne Ende.
Dann tauchten die Pfarrer und einige der sogenannten "Gemeinde-Prominenz" auf. Sie setzten sich nicht etwa zu uns, sondern schoben mehrere Tische beiseite, um sich dann einige Meter von uns entfernt niederzulassen.

Ich bemängelte das später. Wenn wir Kontakt suchten, dann sollten wir doch bitte sehr Freunde und Bekannte mitbringen. So wachse die Gemeinde.

Unsere Zeit in dieser Gemeinde währte darauf nicht mehr lange.

Der Glaube ohne Werke ist tot. Bekenntnis und Handeln sind nicht voneinander zu trennen. Das geschieht leider immer wieder.

Ja, ich weiß aus pädagogischen und psychologischen Zusammenhängen, dass man einem Menschen nicht alles abnehmen kann, auch nicht darf. Aber zunächst muss man ihm beistehen, bis er selbst wieder auf eigenen Füßen stehen kann.

In unseren Kirchen gibt es ein Handlungsdefizit, keins der Bekenntnisse.

Schönen Gruß,

Paperback
 
Hallo Paperback!

Das ist eine interessante Schilderung. Finde ich auch schlimm und sehr ärgerlich.

Ich kenne ja viel besser die Situation der evangelischen Gemeinden (vielleicht beschriebst Du ja auch so eine). Ich hatte oft den Eindruck, dass viele der Engagierten die Kirchengemeinde lediglich als Kommunikationsplattform benutzen. Und nicht aus einer religiös geprägten Gesinnung heraus! Kirche als Freizeitpark. Religion auf solchen Festen spielt dann oft nur noch die Rolle des Palmkübels.

Und dann darf man sich natürlich nicht wundern, wenn sich ein Gemeindefest von einer "weltlichen" Feier im Bierzelt nicht mehr unterscheidet.

Ich könnte auch noch viele traurige Storys erzählen.
 
Ich hatte oft den Eindruck, dass viele der Engagierten die Kirchengemeinde lediglich als Kommunikationsplattform benutzen. Und nicht aus einer religiös geprägten Gesinnung heraus! Kirche als Freizeitpark. Religion auf solchen Festen spielt dann oft nur noch die Rolle des Palmkübels.

Und dann darf man sich natürlich nicht wundern, wenn sich ein Gemeindefest von einer "weltlichen" Feier im Bierzelt nicht mehr unterscheidet.
Das gibt's in vielen katholischen Gemeinden leider auch. Wer einen Handwerksbetrieb, eine Arztpraxis oder eine Anwaltskanzlei hat, der benutzt die Gemeinde, um bekannt zu werden und Kunden zu werben. So bekommt das Ganze etwas Vereinsmeierisches. Die Leute halten sich auch sehr für sich. Wir kennen uns und wir helfen uns. Da geht kaum mal jemand auf neue Gemeindemitglieder zu.

Was mich auch stört, ist diese einseitige Fixierung auf Familien. Wenn man keine hat, egal aus welchen Gründen, gehört man (bis auf den Pfarrer natürlich) nicht richtig dazu, es sei denn, man tritt ins Kloster ein. 😉 Familiengottesdienste, Kinder- und Jugendgottesdienste, Gottesdienste für Alte und Kranke gibt es, aber für Singles, die das heiratsfähige Alter bereits überschritten haben? Fehlanzeige. Für Frauen gibt es meist nur irgendwelche Handarbeitskreise oder halt die Caritaskonferenz (wobei ich caritative Arbeit nicht schlecht finde, da haben beide christlichen Konfessionen meines Erachtens Großes geleistet!). Aber nichts, was einen Bezug zum Beruf hat. Ein erzkonservatives Frauenbild. Ist das in evangelischen Gemeinden eigentlich genau so?

Dennoch bin ich vom Christentum als Religion überzeugt. Was der einzelne daraus macht, bleibt ihm überlassen. Dass es in der Kirche bzw. bei den Christen viele schwarze Schafe gibt, ist für mich kein Grund, auszutreten bzw. Christen pauschal als schlecht und scheinheilig zu verurteilen. Man kann sich doch nur selbst aufrichtig bemühen, ein guter Christ zu sein. Auf alles andere hat man allenfalls mittelbar Einfluss.
 
Dennoch bin ich vom Christentum als Religion überzeugt. Was der einzelne daraus macht, bleibt ihm überlassen. Dass es in der Kirche bzw. bei den Christen viele schwarze Schafe gibt, ist für mich kein Grund, auszutreten bzw. Christen pauschal als schlecht und scheinheilig zu verurteilen. Man kann sich doch nur selbst aufrichtig bemühen, ein guter Christ zu sein. Auf alles andere hat man allenfalls mittelbar Einfluss.
Hallo Primavera7!

Ich habe mich in meinem Leben schon oft über "Christen" aufgeregt. Man muss aber ganz klar zwischen dem Handeln und der Gesinnung (dem Wollen und den Zielen) eines Menschen unterscheiden.

Wir sehen nur die äusserliche Handlung. Der Wesen der religiösen Ethik (gleich welcher Glaubensrichtung) bleibt davon aber unberührt.

Sicher besteht oft eine Diskrepanz zwischen Sollen und Sein (Handeln). Faulheit, Feigheit, Falschheit sind auch in den Reihen der großen Kirchen anzutreffen. Aber das Handeln des Menschen ist kein Argument gegen den sittlichen Imperativ und die damit verbundene religiöse Hoffnung.

Ich denke, wir sind uns hier eigentlich alle einig darin, dass es nicht reicht, in ein Taufregister eingetragen zu sein. Religion basiert auf Moral. Und um eine moralisch gute Haltung muss man täglich kämpfen. Was dabei herauskommt, liegt oft nicht in unserer Macht. Auf das Bemühen kommt es an.

Leider - und damit gebe ich vielen Schreibern hier Recht - findet sich nicht einmal ein angemessenes Bemühen. Von einem religiösen Menschen sollte man eigentlich eine erhöhte Motivation zu einem moralisch orientierten Verhalten erwarten.

Religion - in dem von mir bevorzugten positiven Sinne - heißt maximales Engagement für das höchste Ziel, das in Übereinstimmung mit dem Willen der göttlichen Macht steht. Frommes Wünschen alleine reicht nicht.
 
hallo, ich hab mich privat sehr zurück gezogen, weil ich sehr viel Not und Sorgen habe. Von der Gemeinde, in der ich oft war, hat sich niemand gemeldet, um nach mir zu fragen wies mir geht oder so. Sagen, sie beten für mich, ne grössere Hilfe wäre, mir ne Tüte Lebensmittel oder Katzenfutter in die Hand zu drücken.

Als ich schonmal ne lange Auszeit hatte, und dann mal wieder da war, hiess es nur: wir haben dich vermisst" aber wieso rufen sie mich nicht von sich aus an? Nur weil die meisten von ihnen kaum deutsch können? nee das ist kein Grund.

ne andere christliche Freundin, ist hyperengagiert in ihrer Gemeinde, mache Eheseminare, ist Diakonin, ja will sich Fleisspunkte im Himmel verdienen, wenn ich versuche sie anzurufen, ist sie nie erreichbar, und ich kann kein Behördenkram erledigen, hatte Probleme wegen der Insolvenz, bat sie den Insolvenzverwalter anzurufen um was zu fragen, ich sagte ich schaffe das nicht. Sie nur, doch du schaffst das - tolle Hilfe - ehrlich.

Fleissbienchen für den Himmel sammeln , aber die irdischen Freunde vergessen

LG Gatinha
 
Glaube oder nicht Glaube sind keine Anhaltspunkte für die "Qualität" eines Menschen. Viele schreiben sich Glauben auf die Fahne und wedeln damit herum, wenn es aber dann tatsächlich um Hilfe und Nächstenliebe geht...na, hier wurden ja schon einige eindeutige Erfahrungen geschildert.

Dass du gerade aus der Rockszene Hilfe erhalten hast, wundert mich nicht wirklich, denn zumindest gemäß meinen Erfahrungen sind das meist vorbehaltlose und alternativ denkende Menschen, die zugreifen, anstatt nur davon zu reden.

Dass dir Obdachlosigkeit zu drohen scheint, ist absolut schrecklich, ich hoffe für dich das du sehr schnell etwas für dich und deine Fellhosen findest. Obdachlosigkeit ist mehr als grausam, darf niemandem widerfahren und muss unter allen Umständen verhindert werden!

Ich drück dir die Daumen!
 
Naja, diejenigen, die nur nett, menschlich, nächstenliebend sind WEIL sie gläubig sind...was soll man davon halten?!?

Menschlichkeit ist etwas, dass unabhängig vom Glauben ist - so sehe ich das, und kann dabei trotzdem ganz locker aus der Hüfte an eine höhere Existenz glauben 😉 .

Wie Dr. Rock schon sagte:
Ein hilfsbereiter Mensch ist man nicht, wenn man darüber spricht, was man tun KÖNNTE sondern wenn man die Ärmel hochkrempelt und anpackt 🙂
 

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