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Gaslighten und Ghosten in einer Beziehung

Mein Kopf versteht das alles. Ich hab so oft drüber nachgedacht das ich da raus muss, aber es hat sich immer für mich wie noch nicht der richtige Zeitpunkt angefühlt. Ich wollte diesen Zeitpunkt selber bestimmen. Klingt unglaublich merkwürdig, ich weiß.
Für mich klingt das überhaupt nicht merkwürdig und ich kann total verstehen was in dir vorgeht.
Man hat leider immer das Bedürfnis, Dinge zu klären oder Probleme aus der Welt zu schaffen, um sich besser zu verstehen. Das funktioniert nur nicht wenn deine gegenüber
1. das Problem nicht verstehen will
2. Schuldumkehr betreibt
3. ständig versucht das Thema zu wechseln
4. dir nicht zuhört / nicht ausreden lässt
5. und nicht bereit ist sein Verhalten zu reflektieren
6. laut oder beleidigend wird
7. das Gespräch verweigert

Da kann man sich zum x ten Mal den Mund fusselig reden oder versuchen ihm das Problem vorzutanzen.
Er will nicht und er wird nicht; denn sonst müsste man ja einen Fehler zugeben oder Verantwortung übernehmen.

Und am Ende bleibst du frustriert zurück. Und das ist das was das Spiel am Laufen hält. Denn man glaubt man könnte es ihm beim nächsten Mal besser erklären oder das er bis dahin auch mal darüber nachdenkt.
Aber Pustekuchen, nichts ändert sich. Und es dauert bis man versteht, das man gegen Windmühlen kämpft. Und deshalb wird man mit der Sache auch nicht abschließen können, weil man ewig in der Dauerschleife hängt in der er dich gefangen hält. Und er macht genauso weiter wie davor.
 
Das ist ja schlimm, hast du es allein da raus geschafft oder mit Hilfe?
Das zu beantworten würde den Zeitrahmen sprengen. Aber ich sags mal so, er hat es nie so weit treiben können, das er mir wirklich meine Warnehmung nehmen kann. Und das ich echt ein harter Brocken bin, um solche Spielchen zu spielen. Den Abstand den wir aktuell haben, ist dem Umstand geschuldet das er aktuell eine Haftstrafe absitzen muss. Das war auch der Grund, weshalb ich ihn nicht schon vorher rausgeworfen habe. Denn ich wußte, früher oder später wird er festgenommen. Ich habe auch jetzt noch telefonisch Kontakt mit ihm und besuche ihn einmal im Monat. Nicht aus dem Grund, weil ich hoffe das er endlich erkennt, wie gut ich doch bin. Das ist nicht mein Stil, ihn ausgerechnet jetzt Fallen zu lassen, wo er eh keinen hat und ganz unten angekommen ist. Es ist auch ein bisschen ein Ego Ding von mir, ihm und mir zu zeigen das ich nicht wie er bin. Ich bin loyal, obwohl er mir 1000 Gründe gegeben hat, es nicht zu sein. Ich zeige ihm was Loyalität ist, da er davon keine Ahnung hat

Er hat auch seine ganzen Sachen noch bei mir und er wird nach seiner Entlassung auch erstmal wieder hier wohnen. Wie lange, liegt bei ihm. Aber ich denke; lange wird es nicht sein, denn ich weiß das solche Menschen sich nie ändern werden. Ausserdem kann ich ihn manche Dinge nicht verzeihen und auch nicht vergessen. Er hat alles getan, damit ich nicht einen Fetzen habe, den ich mir schön reden könnte.
Wir werden auch nicht als Paar zusammen wohnen, sondern mehr als WG, in der sein Platz nur von meinem guten Willen und meiner Geduld abhängig ist. Und seiner Bereitschaft, sein Leben wieder auf die Reihe zu bekommen.

Bevor er entlassen wird, werde ich ihm auch sagen das es sehr viel gibt über das noch geredet werden muss und das wird ihm nicht gefallen. Denn ich weiß sehr viel Dinge die er getan hat, von denen er hofft das ich sie nie erfahren werde. Ausserdem verlange ich eine Sache von ihm und wenn er nicht bereit ist, die umzusetzen, hat er nur eine maximal Aufenthaltserlaubnis von 4 Wochen, um sich was eigenes zu suchen. Er wäre auch schon vor seiner Haft rausgeflogen, aber er wollte nicht gehen und ich wollte es nicht unschön enden lassen, zumal ja eh der Haftantritt bevor stand und ich irgendwie Mitleid mit ihm hatte.

Zusammenfassend kann ich sagen....
Hat mich verletzt.... Ja
Hat er mich gedemütigt ... Ja
Habe ich gelitten und an mir gezweifelt.... Ja
Habe ich Kopromisse gemacht die mir nicht gut getan haben... Ja
Hat er mir einen Teil von meine Selbstwert genommen... (kurzzeitig) Ja
Wird es Spuren hinterlassen... Ja

Hat er es geschafft mich zu brechen... NEIN
Hat er mich unterschätzt .... Ja
Habe ich mir selbst verziehen ... Ja
Werde ich ihm verzeihen....Nein

Hätte die Geschichte für mich schlimmer enden können... Oh Jaaaa

Was mich davor bewahrt hat... Gespräche aufzuzeichnen, seinen Handy PIN zu kennen und gute Freunde die mir den Rücken stärken und überraschenderweise auch viele Leute die eher zu seinen Umfeld gehören, die auf mich zugekommen sind, um mir zu sagen das sie wissen, das nicht ich das Problem bin. Und zu guter Letzt, das ich trotz meiner Hilfsbereitschaft und Gutmüdigkeit, trotzdem in der Lage bin zu erkennen welches Spiel man mit mir treibt und im Zweifelsfall genug Wahnsinn in mir habe um mich zu schützen
 
Unglaublich, was für eine Marionette du für ihn bist. Und noch viel unglaublicher, dass du mit deiner Erkenntnis schon so weit bist, dir das Ganze aber trotzdem noch gibst.

Dein Leben ist endlich und viel zu kostbar, als dass du diesem Blender davon Zeit abgeben solltest.

Du kannst nicht ernsthaft glauben, dass irgendetwas an ihm echt ist. Brauchst du es, getreten zu werden und zu leiden? Dann nur weiter so. Dein Typ lacht sich dabei ins Fäustchen. 😞
Als Außenstehende hat man natürlich eine ganz andere Sicht auf die Dinge die hier geschildert werden.
Deshalb kann ich deine Sichtweise ein Stück weit nachvollziehen.
Aber du weißt doch sicherlich selbst das der große Unterschied zwischen den Hilfesuchenden und den Ratgebenden, die Emotionale Bindung ist.
Und das zwischenmenschliche Beziehungen alles andere als einfach zu verstehen sind und die Psyche noch 100 Mal komplexer ist.

Oder glaubst du das Frauen die unter physischer häuslicher Gewalt leiden, sich das so ausgesucht haben und völlig naiv sind? Das sie sich freiwillig verprügeln lassen und einfach nur zu schwach und abhängig sind und deswegen bei dem Partner bleiben?

Genauso ist es mit psychischer Gewalt.
Traumabonding ist eine ganz fiese Sache und kann jedem passieren. Gerade denen, die mit beiden Beinen im Leben stehen. Das macht für solche Leute den Reiz aus. Sie sehen in dir das was sie selbst nicht haben und nehmen es dir, und das auf eine hässliche und perfide Weise.

Und das fieseste an der Sache ist das es beim Traumabonding keine Ursache gibt, die man nur ausmachen muss, um dann heilen zu können . Bei anderen Traumata gibt es immer eine Ursache / Ereignis welches der Auslöser war. Sei es ein Unfall, eine Naturkatastrophe, Krankheit etc. Da weiß man wo man ansetzen kann, um sich heilen zu können.

Bei Traumabonding gibt es keine Ursache für den plötzlichen Absturz. Du hast nichts falsch gemacht und am Anfang hört man Ausreden und ist einfach nur froh, das er zurück ist und so tut als ob du einfach nur etwas übereagiert hast oder kommt mit einer simplen Ausrede. Dann passiert es wieder.....und wieder...in immer kürzeren Abständen. So gewöhnt man dich an die Sache und irgendwann reizt man es komplett aus. Du selbst bist ständig in Alarmbereitschaft und innerlich so angespannt und kannst keinen klaren Gedanken mehr fassen. Am Anfang bekommst du immer wieder kurzzeitig Aufmerksamkeit nach der dich so gesehnt hast, um dich gefangen zu halten. Es tut so gut wieder seine Nähe zu spüren, wie über deine Haut streicht und der Sex ist wirklich der Wahnsinn. Sie machen dich gefügig . Bis es irgendwann so ausgereizt wird bis du eskalierst. Dann kommt die Schuldumkehr, die Opferrolle für ihn und die hysterische gestörte Partnerrolle bekommst du. Und du hältst daran fest, weil so lange er bleibt, muss er dich ja trotzdem lieben, sonst wäre er doch sicherlich schon längst gegangen.. Und du redest dir ein das du halt einfach nicht immer so überreagieren darfst und du viel zu emotional bist.

Lassen sich vorher Anzeichen erkennen? Nein! Und deswegen kann es dich, mich und jeden anderen treffen. Manche können vielleicht erst verstehen was mit einem passiert, wenn sie es selbst erlebt haben.
Und glaub mir, das wünsche ich keinen.
 
Als Außenstehende hat man natürlich eine ganz andere Sicht auf die Dinge die hier geschildert werden.
Deshalb kann ich deine Sichtweise ein Stück weit nachvollziehen.
Aber du weißt doch sicherlich selbst das der große Unterschied zwischen den Hilfesuchenden und den Ratgebenden, die Emotionale Bindung ist.
Und das zwischenmenschliche Beziehungen alles andere als einfach zu verstehen sind und die Psyche noch 100 Mal komplexer ist.
Ich habe ja gar nicht den Anspruch zu verstehen, weil ich überzeugt bin, dass man nicht alles verstehen kann - aber auch gar nicht verstehen muss, um glücklich zu sein. Trotzdem bin ich fassungslos, wie man sich nach einem Menschen sehnen kann, dessen tiefe Abgründe man durchschaut hat und von dem man weiß, dass er keinerlei Skrupel hat, einem gezielt zu schaden. Denn leider, leider, leider spreche ich eben nicht aus der Perspektive einer Person, die mit solch einer Beziehung noch nie zu tun hatte.

Ich hatte auch schon hier im Forum davon berichtet, dass ich selber in eine Partnerschaft mit einem solch zerstörerischen Menschen geraten bin, der mich wertvolle Zeit meines Lebens gekostet hat. Und tatsächlich hat es auch bei mir gedauert, bis ich da rausgekommen bin, da ich noch längere Zeit den richtigen Zeitpunkt abwarten musste, bis er endlich seinen Griff gelockert und mich hat gehen lassen. Der Unterschied, den ich aber sehe und der mich so fassungslos macht, ist diese fortbestehende emotionale Bindung, hier wohl fälschlicherweise Liebe genannt, die zum (so sehe ich es eben) Marionettendasein führt.

Ich habe diesen Menschen nach der Erkenntnis um seine destruktive Manipulation nur noch verachten können und meine Freiheit dann nach dem Absprung wie gesprengte Ketten empfunden.

Niemals hätte ich - wie du es bei deinem Exemplar handhabst - danach noch irgendeine Form des Kontakts akzeptiert - und ja, er hat es später gleich mehrfach versucht. Ich bin einfach froh, dass ich diese Zeit vor mittlerweile Jahrzehnten abgeschlossen habe. Er ist einfach eine erbärmliche Wurst gewesen und ich bin nicht weggekommen, weil ich überleben wollte. So platt kann man es herunterbrechen.

Bei einem würde ich auch noch widersprechen: Natürlich könnte ich nicht verhindern, erneut an solch einen Menschen zu geraten. Oft sind diese Menschen ja extrem charmant und tragen ihren schäbigen Wesenzug nicht auf die Stirn tätowiert. Ich bin aber wesentlich kompromissloser geworden, und bei dem leisesten Verdacht würde ich ihn ohne Wenn und Aber fallen lassen wie eine heiße Kartoffel. Zeitverschwendung.
 
Zuletzt bearbeitet:
In dieser Brziehung mit ihm ging es ihm nie um dich. Du bist nur eine auswechselbare Figur. Für dich interessiert er sich nicht. Du bist nur Stabilisator für ihn.
= Erfülllungsgehilfin seiner Bedürfnisse. Genau das.

Ich finde es sehr erhellend, dass du hier so offen darlegst, wie ihr tickt. Tatsächlich bin ich nämlich überzeugt, dass viele Frauen (auch wenn es das natürlich ebenfalls in der umgekehrten Konstellation gibt) nicht begreifen wollen, wie brachial, egozentrisch und eben auch oftmals primitiv die dahinterliegenden Motive sind. Und das meine ich nicht als Beschimpfung.
Sie suchen dann verzweifelt nach sozial akzeptierten Gründen für dieses Verhalten (schwere Kindheit, gestörte Eltern-Kind-Beziehung und ähnliches Blabla und wollen therapieren), statt einfach zu verinnerlichen, dass es ihnen nicht gut tut und sie einfach weg kommen müssen von diesem Menschen.
 
Ich wollte noch etwas ergänzen, weil ich glaube, dass das vielleicht auch ein Stück weit erklärt, warum mir das alles so extrem schwer fällt. Ich habe Borderline und arbeite da auch schon länger dran, unter anderem durch Therapie (mittlerweile fast 4 Jahre). Früher habe ich Menschen eher komplett von mir ferngehalten und niemanden wirklich an mich rangelassen, aber irgendwann habe ich angefangen mich zu öffnen und Bindung zuzulassen. Und genau da merke ich jetzt, wie stark ich dazu neige mich emotional sehr fest an eine Person zu binden und wie schnell sich das bei mir zu einer Abhängigkeit entwickeln kann. Dieses ständige Hoffen, Warten, die Angst verlassen zu werden und dieses Gefühl ohne die Person nicht richtig zu funktionieren, das ist für mich leider sehr intensiv und schwer auszuhalten. Ich weiß rational oft, dass mir die Situation nicht gut tut, aber emotional hänge ich trotzdem fest. Mir hilft es gerade sehr das auszusprechen und auch einzuordnen, weil ich dadurch ein bisschen besser verstehe warum ich so struggle und warum es sich für mich nicht „einfach loslassen“ anfühlt.

Ich wollte mich einfach mal bei euch allen bedanken für den Austausch und die ganzen Antworten die bisher kamen, das hat mir wirklich mehr geholfen als ich gedacht hätte. Gerade in so einer Phase wo man eigentlich nur im Kopf festhängt und die Impulsivhandlung immer mitschwingt, hat mir das hier echt geholfen noch einen weiteren Tag zu überstehen ohne blind wieder in mein eigenes Verderben zu rennen. Es gibt mir Stück für Stück mehr Klarheit und auch ein bisschen Motivation weiter auf Abstand zu bleiben, auch wenn es mir extrem schwer fällt. Danke an jeden der sich die Zeit genommen hat mir zu antworten, das bedeutet mir gerade mehr als man vielleicht denkt.
 
Eine vorhandene Andockstelle, unerfüllte Bedürfnisse, sind mMn Grundvoraussetzung dafür, dass solche Konstellationen entstehen können.
Was ich dazu (aus eigener Erfahrung) sagen kann: die Andockstellen können kleiner oder beschützt werden, die Bedürftnisse können anderes erfüllt werden oder sich als weniger wichtig erweisen. Sobald man in das Stadium der Erkenntnis kommt (und darin befindest du dich), kannst DU wachsen. Du bist jetzt schon stärker als er und kannst immer stärker werden, glaube an dich!
 
Liebe TinaMaria, daß du dich bedankst finde ich sehr anständig von dir, und du machst auch so einen Eindruck, daß du sehr fein in deinem Denken bist, als Mensch so rüberkommst.
Vielleicht kannst du das mehr dir selber auch geben. Das der Freund daß gerne nimmt, aber er nicht dir Gegenüber sich so verhält, ist schlicht armselig von ihm, und ja dann irgendwie "Perlen vor die Säue werfen". Aber das weißt du im Grunde genommen auch. Ich wünsche dir viel Kraft, bei deinem Loslösungsprozeß, und immer wieder wenn du am liebsten ihn wieder kontakten würdest, daß du dies in Selbstfürsorge für dich umwandeln kannst. Vielleicht hilft dir die Frage: Was brauche ich gerade? Was würde mir gerade gut tun?
Ich glaube diese weibliche Rolle in die Frauen konditioniert wurden, und die immer noch gesellschaftlich sehr erwartet wird, immer für die anderen dazusein, die in vielen Bereichen dann einfach ausgebeutet wird, tut ihr übriges, aber es ist veränderbar, wenngleich nicht ganz einfach.
Liebe Grüße Chana
 

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