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Frusttagebuch: Mutter

Ich habe gerade zum ersten Mal in diesen Thread reingeschaut, anlässlich des Todes meiner Mutter, und ich muss allerdings feststellen, dass ich erstaunlich viele Ähnlichkeiten zwischen der hier beschriebenen und meiner Mutter finden lassen.
Insbesondere z.B. der ständige Versuch, mich an sich zu binden, das kenne ich schon seit meiner Kindheit und hat sich bis zum hohen Alter erstreckt. Und immer die Vorwürfe, wenn ich sie nicht so oft besucht habe, wie sie es wollte.

In den letzten Jahren lebte sie in einem Senioren- und Pflegeheim. Und bei jedem meiner Besuche tat sie so, als ob ich sie seit vielen Monaten nicht mehr besucht hätte ("Gott sei Dank, der verlorene Sohn ist da."). Dass ich vor kurzem erst da gewesen war, hatte sie schon längst vergessen (das lag wahrscheinlich auch an der zunehmenden Demenz). Soweit ich mitbekommen habe, hat sie auch ständig die Pflegekräfte gestresst, weil sie immer nur von mir geredet hatte, wann ich denn endlich wieder zu Besuch kommen würde. Jedenfalls wurde ich oft schon am Eingang von einer Pflegekraft empfangen mit den Worten "Endlich, er ist wieder da."

Tatsächlich waren die letzten Jahre bei mir eine ständige Gratwanderung zwischen den Anforderungen und Vorwürfen meiner Mutter einerseits, und der Tatsache andererseits, dass sie allmählich hinfällig und altersschwach wurde (da hat sie mir trotzdem leid getan, und ich wollte nicht, dass sie leiden musste). Aber beim Lesen der Beschreibungen konnte ich meine eigene Mutter teilweise fast 1 zu 1 wiedererkennen.
 
Ich hatte inzwischen ein Gespräch mit meinem Hausarzt und werde nächsten Monat ein Gespräch mit einem Psychologen haben.
Hattest du dir nicht schon Unterstützung durch einen Psychologen gesucht? Wenn nicht, ist es auf alle Fälle eine gute Idee, das jetzt zu machen, finde ich.👍 Aus meiner Sicht hilft es sehr, von Fachleuten klar und unmissverständlich bestätigt zu bekommen, dass die Ansprüche, Forderungen und Vorwürfe von Menschen mit solchen Persönlichkeitsstörungen keinem vernünftigen, angebrachten Maß entsprechen und man sie sich daher nicht zu Herzen zu nehmen braucht, sondern sie guten Gewissens von sich weisen kann.
 
Die Gesellschaft macht leider oft mit verkitschten Bildchen Druck, dass die armen Mütter ja so einsam seien und man sich kümmern müsse: Man habe ja nur diese eine Mutter, und bald sei sie nicht mehr da, bla bla bla... Davon darf man sich nicht irritieren lassen! Diese Macher des Kitschs haben keine Ahnung von dem, was manche Leute mit ihren Müttern durchmachen! Die sollen bitte ganz stille bleiben! Dagegen muss man immun werden. Dass diese Machwerke es für die Betroffenen noch schlimmer machen, erkennen die offensichtlich nicht.

Mütter sind erwachsene Menschen und selber dafür verantwortlich, sich beizeiten passende Sozialkontakte zu suchen.
 
Es gibt im Forum zahlreiche Mütter, die jammern, ihr Kind habe den Kontakt zu ihnen abgebrochen.
Und sie verstehen die Gründe nicht für den Kontaktabbruch.
Sie wissen nicht, welche Anteile sie selber daran haben, wollen es nicht wissen....und dass ihr Kind Jahrzehnte wegen ihrem Verhalten stark gelitten hat wollen sie nicht wahrhaben.
Schuld haben immer die Anderen.

Die Trennung ist dann ein Befreiungsschlag für das Kind.

Ihr Kind hatte natürlich eine wunderschöne Kindheit gehabt, sie waren immer gut zum Kind gewesen, bestimmt hat das Kind eine psychische Erkrankung.

Therapeuten oder böse Partner oder andere Menschen haben ihr Kind gegen sie ausgespielt.
Das Kind wurde von diesen Leuten gegen sie manipuliert und deshalb ist es verschwunden.
Und diese Mütter denken..sie hatten doch alles für ihr Kind getan und das Kind hat sie nur ausgenutzt und es ist egozentrisch und undankbar, weil sie jetzt ihr Kind nicht mehr für ihre eigenen Zwecke benutzen können.

Solche Mütter haben keine Empathie...und ihre Welt dreht sich nur um sich selber .
 
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Das ist das Tragische, und das lässt sich auch nicht ändern. Bei dem Versuch rennt man sich tot. Man muss Kompensationsstrategien finden. Das kostet immense Kraft. Jene Kraft fehlt einem dann leider bei anderen Lebensbereichen.
Das muss nicht sein. Ich würde keinem Menschen komplett die Empathie absprechen.

Ich kenne auch Erwachsene, die ihren Eltern die Schuld an allem geben.

Es sind einfach zwei komplett verschiedene Sichtweisen, verschiedene Werte, Ansichten, Vorstellungen, die aufeinander treffen. Jeder Mensch geht mit seiner Brille durchs Leben. Auch Selbstreflexion will gelernt sein.
Wenn die eine Seite sagt, dem Kind hat’s doch an Nix gefehlt, es hatte „alles“ - dann hat das Kind vielleicht Dinge vermisst, die die Eltern gar nicht auf dem Schirm hatten.
Verhärtung und Schuldvorwürfe führen zu nichts. Feindbilder Mechanismen sind in der Regel zu einseitig.

Auch wenn ich zugeben muss, dass die vorliegende Schilderung einer Mutter ganz schön heftig ist…
 
Es ist klar, dass die Eltern selber ein Resultat ihrer eigenen Biografie und Elternbeziehung ist.

Es ist wichtig schwierige Eltern kritisch zu analysieren, um sich selber zu schützen.
Wenn Kinder sich selber umbringen steht oft in ihren Abschiedsbriefen....Nur ich bin selber schuld, meine Eltern nicht.
Kinder suchen oft die Schuld bei sich selber ....obwohl es oft besser wäre die Eltern in Frage zu stellen.

Bei schwierigen Eltern sind nicht Eltern und Kind zu gleichen Anteilen schuld.

In 1. Linie wurden die Kinder von ca. 0 bis 6 Jahren von den Eltern geprägt....besonders im emotionalen Unterbewusstsein.

Es ist wichtig sich als erwachsenes Kind selber zu schützen.

Kinder können Therapie machen und eigene Wege ohne die Eltern gehen.

Wie schwer es sein kann Kinder grosszuziehen weiss ich auch.
 
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