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Frusttagebuch: Mutter

Weder du, @Andreas900, noch sonstjemand interessieren Menschen wie deine Mutter wirklich. Andere Menschen und alles andere werden nur für die narzisstische Zufuhr instrumentalisiert. Das ist unabänderlich, da ist keine Einsicht zu erwarten.

Das sagt die KI zur narzisstischen Zufuhr:

"Narzisstische Zufuhr (englisch narcissistic supply) ist die ständige, lebenswichtige Aufmerksamkeit, Bewunderung und Bestätigung, die ein Mensch mit starkem Narzissmus von anderen braucht. Ohne diese Zufuhr fühlt er sich innerlich leer und wertlos."
 
Heutiges Telefonat: 21 Minuten - Nervig wars dennoch.

Das fing bereits mit dem Zusammenkommen an. Sie ging bei mir nicht ans Telefon, rief darauf die Stunde aber 10(!) mal an. Ich war aber halt unterwegs und rief erst danach wieder zurück. Zurückblickend ist das eigentlich immer so. Sie geht NIE dran wenn ich das erste Mal anrufe.

Sie scheint inzwischen meine zunehmende Grenzsetzung zu riechen und fragte mich "sag mal, ist was?" weil wir so wenig miteinander sprechen. Ich antwortet nur kurz mit "nein". Natürlich war sie mit dem nein nicht zufrieden, aber es gab dazu keine weiteren Erklärungen von mir.
Dieses Gespräch war aber auch von ihrer Seite kurz gehalten, weil sie noch unbedingt Tierfutter kaufen wollte und das Geschäft bald schloss....

Einziges größeres Thema war diesmal der Verkauf ihrer alten Wohnung vor 2 Jahren. Ihre Bankberaterin habe meine Mutter darauf aufmerksam gemacht, dass sie den Verkauf hätte steuerlich anzeigen müssen und angedeutet, dass meine Mutter möglicherweise Steuern hinterzogen habe.

Ich erinnere mich nicht an die genauen Summen aber es war ungefähr so:
Kauf der Wohnung für 110.000 €
Sanierung für 20.000 €
Verkauf der Wohnung für 125.000

Also eigentlich nach Abzug der Sanierung kein Gewinn, ABER die Sanierung wurde komplett schwarz gemacht. Und wenn man eine Wohnung auf dem Papier nach einem Jahr für 15.000 € mehr verkauft als man sie gekauft hat, ist nach meinem Verständnis der Gewinn zu versteuern.

Klar polterte meine Mutter am Telefon los, schimpfe gegen den Staat und dagegen, dass sie vielleicht Steuern zahlen muss. Eine Narzistin eben in ihrer Sonderrolle, dass für sie andere Regeln gelten sollten als für alle Anderen. Dass ich ihr damals geraten hatte den Verkauf der Wohnung steuerlich anzuzeigen, hatte sie dabei natürlich "vergessen". Ein Unrechtbewustsein für die Schwarzarbeit hat sie erst recht nicht. Sie ist das arme Opfer, dem der Staat alles wegnehmen will 🙄

Ob ich einen guten Steuerberater kenne. Meine Antwort: nein. Und mit "schönes Wochenende" habe ich das Gespräch dann beendet.
 
Nochmal eine Woche und ein Telefonat später:

Unsere Telefonate sind deutlich kürzer als früher und ich habe meine Mutter jetzt auch seit 2 Monaten nicht mehr in Person gesehen. Funktioniert gut, mir fehlt nichts.

Spricht meine Mutter bestimmte Themen an, sage ich nur kurz, darüber spreche ich nicht. Egal was dann von ihr kommt, ich schweige. Heute wollte sie wissen "ob ihr nächstes Jahr die EU all ihr Geld wegnimmt". Das Thema habe ich komplett abgeblockt. Ich weiß, dass sowas in der Vergangenheit immer in Politikdiskussionen auf Stammtischniveau abgedriftet ist und meine Mutter sich da von sehr radikalen Youtubern beeinflussen lässt. Mache ich nicht mehr mit.

Auch ihr üblichen Jammern kommentiere ich nur mit einem "ja" und "hm". Heute jammerte sie wieder über die Hitze, immer das gleiche (sie wohnt in einem gut gedämmten Neubau und wenn Andere 30 Grad haben, hat sie 25 aber beklagt sich darüber). Nach 10 Minuten habe ich es abgebrochen "Ich habs verstanden. Beenden wir das Thema".

Natürlich reagiert meine Mutter eingeschnappt. Eingeschnappt, dass
  • ich sie nicht für "höllische" 25 Grad Zimmertemperatur bemitleide
  • generell nicht für diverses bemitleide
  • ich nicht ihren politischen Radikalismus widme
  • Telefonate kürzer sind
  • keine stundenlangen Treffen mehr stattfinden
Inzwischen fragt sie auch ganz direkt "ist was?" oder "früher haben wir doch mehr gesprochen".
Ich kenne die Taktik aus der Vergangenheit. Früher habe ich dann argumentiert warum ich z.B. keine stundenlangen Gespräche will, aber alleine mit der Diskussion darüber hatte sie mich dann natürlich wieder im Gespräch und setzte mich emotional unter Druck.

Hier im Thread wurde mir oft geraten Grenzen zu setzen. Aber jede Grenze wurde von meiner Mutter auf passiv aggressive Weise eingerissen. Wenn ich ihr sagte "Ich habe heute bis 18 Uhr Zeit, dann ging sie nicht von selbst, ich musste sie mehrfach aktiv auffordern und um 18:05 fiel ihr noch ein wichtiges Thema ein, um 18:20 musste sie unbedingt nochmal aufs Klo und um 18:30 rannte sie vollkommen gehetzt in meiner Wohnung rum, weil sie ihren Schlüssel suchte. Zum Schuhe anziehen brauchte sie locker nochmal 10 Minuten und DANN brach sie eine Diskussion los was ich eigentlich vor hätte weswegen sie gehen muss. So dass ich meiner Mutter gegen 19 Uhr praktisch die Tür vor der Nase zuschlagen musste damit sie endlich geht.

NEIN, KEINE DISKUSSIONEN MEHR!

Ich habe das jetzt auch oft genug in diversen Quellen gelesen: Diskussionen mit Narzisten machen keinen Sinn, schon garnicht wenn man versucht sich zu rechtfertigen.
Egal welche Begründungen ich in der Vergangenheit geliefert habe (z.B. dafür dass ich nur bis 18 Uhr Zeit habe), endeten dies immer im Gaslighting.

Und wenn meine Mutter das nicht akzeptiert, dann verabschiede ich mich freundlich, wünsche ein schönes Wochenende und lege auf. Das sage ich zwar dreimal, bis ich dann wirklich auflege, aber ja, ich lege auf.
 
Deine Texte über deine Mutter finde ich sehr gut und passend.
Zum Glück kannst du dich jetzt besser von ihr abgrenzen und willst ihr nicht mehr so viel recht machen.
Mir half es auch sehr weiter meine extrem narzisstische Mutter zu analysieren und ihr Verhalten nicht mehr so ernst zu nehmen.....

Thema Unpünktlichkeit

Ständige Unpünktlichkeit hat viel mit einem fehlenden Zeitgefühl und einem inneren Chaos zu tun.
Unpünktlichkeit wird häufig von einer inneren Abwehr gegen Menschen begleitet .
Sie ist oft ein unbewusster Schutzmechanismus. Es handelt sich meistens nicht um böse Absicht, ein Machtspiel oder reines Missmanagement, sondern um eine tiefere psychologische Reaktion, um sich vor Überforderung, Kontrollverlust oder Verletzungen zu schützen.
Hier sind die wichtigsten psychologischen Gründe für dieses Verhalten, aufgeteilt in die innere Abwehr und tiefere emotionale Ursachen:

Die innere Abwehr vor Menschen
  • Schutz vor sozialer Überforderung (Social Anxiety / Introversion): Die Vorstellung, auf Menschen zu treffen, erzeugt unbewussten Stress. Das Zuspätkommen verkürzt die Zeit, die man in der sozialen Situation verbringen muss.
  • Vermeidung von Smalltalk und Wartezeiten: Wer zu früh oder pünktlich ist, muss oft ungeschützte Zeit mit anderen verbringen (z. B. peinlichen Smalltalk führen). Spätkommen überspringt diese Phase.
  • Unbewusster Protest und Autonomie: Wenn man das Gefühl hat, sich ständig den Erwartungen anderer anpassen zu müssen, ist Unpünktlichkeit ein (passiver) Weg, die eigene Freiheit und Kontrolle zurückzuholen. Man bestimmt selbst, wann man erscheint.

Tiefere emotionale und psychologische Ursachen
  • Passiv-aggressives Verhalten: Wenn es schwerfällt, "Nein" zu sagen oder Grenzen direkt zu setzen, zeigt sich die Abwehr unbewusst durch das Zuspätkommen. Es ist ein stilles Signal von: "Eigentlich will ich gar nicht hier sein." [1]
  • Angst vor Ablehnung oder Bewertung: Wer Angst hat, nicht gut genug zu sein, schiebt die Situation so lange wie möglich auf. Die Zeit vor dem Treffen wird durch Trödeln blockiert, um sich den Gefühlen nicht stellen zu müssen.
  • Chronische Überforderung (Burnout / Depression): Manchmal fehlt schlicht die psychische Energie, um den Alltag zu strukturieren. Jeder Schritt (Anziehen, Losgehen) kostet enorme Überwindung, besonders wenn eine Abwehr gegen die Außenwelt besteht.
 
Deine Texte über deine Mutter finde ich sehr gut und passend.
Zum Glück kannst du dich jetzt besser von ihr abgrenzen und willst ihr nicht mehr so viel recht machen.
Mir half es auch sehr weiter meine extrem narzisstische Mutter zu analysieren und ihr Verhalten nicht mehr so ernst zu nehmen.....

Thema Unpünktlichkeit

Ständige Unpünktlichkeit hat viel mit einem fehlenden Zeitgefühl und einem inneren Chaos zu tun.
Unpünktlichkeit wird häufig von einer inneren Abwehr gegen Menschen begleitet .
Sie ist oft ein unbewusster Schutzmechanismus. Es handelt sich meistens nicht um böse Absicht, ein Machtspiel oder reines Missmanagement, sondern um eine tiefere psychologische Reaktion, um sich vor Überforderung, Kontrollverlust oder Verletzungen zu schützen.
Hier sind die wichtigsten psychologischen Gründe für dieses Verhalten, aufgeteilt in die innere Abwehr und tiefere emotionale Ursachen:

Die innere Abwehr vor Menschen
  • Schutz vor sozialer Überforderung (Social Anxiety / Introversion): Die Vorstellung, auf Menschen zu treffen, erzeugt unbewussten Stress. Das Zuspätkommen verkürzt die Zeit, die man in der sozialen Situation verbringen muss.
  • Vermeidung von Smalltalk und Wartezeiten: Wer zu früh oder pünktlich ist, muss oft ungeschützte Zeit mit anderen verbringen (z. B. peinlichen Smalltalk führen). Spätkommen überspringt diese Phase.
  • Unbewusster Protest und Autonomie: Wenn man das Gefühl hat, sich ständig den Erwartungen anderer anpassen zu müssen, ist Unpünktlichkeit ein (passiver) Weg, die eigene Freiheit und Kontrolle zurückzuholen. Man bestimmt selbst, wann man erscheint.

Tiefere emotionale und psychologische Ursachen
  • Passiv-aggressives Verhalten: Wenn es schwerfällt, "Nein" zu sagen oder Grenzen direkt zu setzen, zeigt sich die Abwehr unbewusst durch das Zuspätkommen. Es ist ein stilles Signal von: "Eigentlich will ich gar nicht hier sein." [1]
  • Angst vor Ablehnung oder Bewertung: Wer Angst hat, nicht gut genug zu sein, schiebt die Situation so lange wie möglich auf. Die Zeit vor dem Treffen wird durch Trödeln blockiert, um sich den Gefühlen nicht stellen zu müssen.
  • Chronische Überforderung (Burnout / Depression): Manchmal fehlt schlicht die psychische Energie, um den Alltag zu strukturieren. Jeder Schritt (Anziehen, Losgehen) kostet enorme Überwindung, besonders wenn eine Abwehr gegen die Außenwelt besteht.
Danke für deinen Beitrag.

Das zu spät kommen meiner Mutter kenne ich seit Kindertagen. Ich habe erst neulich darüber nachgedacht.
Meine Mutter war üblicherweise am Wochenende zum Mittagessen bei meinen Großeltern eingeladen und meine Oma hatte klassisch um 13 Uhr das Essen auf dem Tisch.

Meine Mutter jammerte erstmal, dass ihr 13 Uhr zu früh sei, sagte aber nicht nein. Dann geschah was du so passend als passiv aggressives Verhalten beschreibst. Sie sagte nicht nein, aber kam halt viel zu spät und zwar als Salamitaktik. Erst kam sie um 13:30 Uhr, dann über Jahre zog es sich dass sie erst um 16 Uhr kam.
Mit zunehmendem Alter legte sich meine Oma meistens gegen 15 Uhr zu einem Mittagsschläfchen ins Bett und wenn dann meine Mutter kam, hatte ich die A-Karte mich erstmal um sie zu kümmern.

Über die Zeit realisierte ich immer mehr, dass meine Mutter keine Grenzen akzeptiert. Und wenn sie Grenzen zustimmt, dann hintergeht sie diese später um ihren Willen zu kriegen.

Nach dem Tod meiner Großmutter, telefonierten meine Mutter und ich 2 mal die Woche und sie kam jeden Samstag zu Besuch. Vielfach habe ich betont, dass ich nicht mehr will. Aber auch hier wieder Salamitaktik: Sie rief mit dem Vorwand vermeintlicher Notfälle zwischendurch an, auch während ich auf der Arbeit war. Die Notfälle waren: Ein Brief vom Sozialamt (den sie nicht 1 Tag später mit mir besprechen konnte...), Probleme mit technischen Geräten oder andere Ausreden.

Irgendwann telefonierten wir alle zwei Tage mehrere Stunden miteinander, obwohl ich das nicht wollte. Dann forderte sie tägliche Telefonate, angeblich "nur kurz damit ich weiß dass alles ok ist" und machte emotionalen Druck als ich nein sagte. Sie könne "tot auf dem Küchenboden liegen und niemand würde es merken". Sie wollte damals auch unbedingt bei mir einziehen, was sie immer und immer wieder erwähnte.

Viele werden sagen: Sag doch nein. Das habe ich auch immer wieder, aber auf ein nein von mir folgten endlose Diskussionen von ihr. Emotionaler Druck, Suiziddrohungen, Schuldzuweisungen etc. Vor allem rollte meine Mutter aber auch immer wieder die Vergangenheit auf, gab meiner Großmutter die Schuld für alles und wurde verletzend mir und anderen Verwandten gegenüber (im Grunde hasst sie ja alle).

Und lange Zeit fühlte ich mich in der Defensive, verteidigte dann meine Oma oder mich, nahm die Diskussion auf und sprach Stunden mit meiner Mutter. Natürlich ohne Ergebnis, zumal meine Mutter Dinge verdreht oder "vergisst". Ich habe nicht vergessen, dass meine Mutter mich bezichtigte sie beim Erbe betrogen zu haben. Sie leugnet das aber heute.

Es dauerte bis ich begriff: Reden, Grenzen und Argumente machen keinen Sinn. Nur faktisches Handeln hilft. Nicht anrufe, nicht ans Telefon gehen, und bei Gesprächen nach einer bestimmten Zeit freundlich verabschieden und auflegen. Nichts anderes funktioniert!

Ich kann nicht sagen "ich habe heute nur 30 Minuten Zeit". Denn nach 30 Minuten beginnt meine Mutter dann zu diskutieren warum. Sie versucht damit meinen Grund abzuwerten, um meine Grenze anschließend auszuhebeln, nach dem Motto "Das kann doch warten, Ist dir das etwa wichtiger als deine Mutter?".

Ich habe früher nicht verstanden warum ich mich immer so angespannt und gestresst mit meiner Mutter gefühlt habe, heute weiß ich es. Ich war immer in der Defensive. Ich musste mich immer rechtfertigen. Jedes Gespräch war eine Schlacht und jede Schlacht verlor ich. Und jedes mal bereitete ich mich besser vor, suchte mir passende Argumente, versuchte besser zu kämpfen. Heute weiß ich: Ein Narzist lebt von der Schlacht, selbst ein Streit ist für ihn emotionale Aufmerksamkeit.

Wenn jemand um 13 Uhr eingeladen ist und um 16 Uhr vor der Tür steht, öffne ich nicht mehr! Und keine Diskussion warum. Wenn ich nach 30 Minuten Telefonat das Gespräch freundlich beende, lasse ich mich nicht mehr auf eine Diskussion ein "warum". Nichts anderes funktioniert.
 
Es ist sehr wichtig härter und konsequenter bei ihr zu reagieren mit klaren Grenzen und OHNE ein schlechtes Gewissen und Schuldgefühlen.

Viele Sätze von ihr kann man nicht ernst nehmen.
 

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