Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Frusttagebuch: Mutter

An deiner Stelle hätte ich diese Kontakte und Telefonzeit noch wesentlich mehr reduziert .
Das mache ich derzeit anlassbezogen. Ich habe meine Mutter jetzt auch schon 2 Monate nicht gesehen, auch nicht zu ihrem Geburtstag. Telefonate sind auch kürzer geworden.

Vermutlich sollte ich mich auch gedanklich nicht so viel damit beschäftigen, aber ich habe Jahre gebraucht das zu verstehen. Und ich finde es nach wie vor schwierig, es darzustellen.

Die Äußerungen meiner Mutter klingen ja anfangs immer emotional nachvollziehbar, wie z.B. die Sorge um ihre Tiere. Erst im Gesamtkontext wird das Bild klarer, wenn man merkt, dass sie sich immer in diese Opfer-Rolle begibt.

Ich denke meine Mutter wurde sehr gut behütet von meiner Oma groß gezogen. Gegenüber ihrem großen Bruder (meinem Onkel) wurde meine Mutter immer überfürsorglich behandelt. Die Taktik Kulleraugen zu machen, hat immer funktioniert und immer wurde sie umsorgt. Ich kenne die Geschichten von meinem Großeltern:
  • Zu Schulzeiten hat meine Mutter ständig verschlafen und dann hat mein Opa sie mit dem Auto zur Schule gebracht
  • Auch als sie anfing zu arbeiten, war sie ständig unzuverlässig und zu spät
  • Sie hat sich ständig krank gemeldet wenn sie keine Lust zu arbeiten hatte. Oft verlor sie dann irgendwann den Job, sahnte die maximale Zeit des damaligen Arbeitslosengeldes ab und suchte sich dann den nächsten Job, wo sie wieder das gleiche Spiel spielte
Das war letztlich auch der Grund warum ich von meinen Großeltern erzogen wurde. Sie zog zu ihnen, ließ sich die Kindes-Arbeit von ihnen abnehmen und teste wie sie möglichst so zurecht kommt, dass sie nichts tun und maximal versorgt wird. Mit dem Ergebnis, dass die emotionale Bindung zwischen meinen Großeltern und mir irgendwann stärker war als zu meiner Mutter. Sie wurde sozusagen auch als Mutter "gekündigt", weil sie ihre Arbeit nicht wahrnahm.

Über die Zeit entwickelte meine Mutter diverse Krankheiten, manche vielleicht sogar wahr, manche sicherlich reine Erfindung:
  • Diverse orthopädische Erkrankungen (die aber Orthopäden oft nicht bestätigen konnten)
  • Diverse psychologische Erkrankungen (deren Schuld aber stets Dritte hatten)
  • Zahnprobleme (meine Oma war aber stets die Schuldige, weil sie ihr nicht gesagt habe wie man gut Zähne putzt)
  • Ohrenerkrankungen (meist mit der Konsequenz damit nicht arbeiten zu können. Gab hierzu aber auch nie ärztliche Bestätigungen)
  • Diverse verrückte Sachen (zu nahe liegende Nervenbahnen, ungewöhnliche Knochenstellungen, zu weit oben liegende Hörnerven ....)
Sie parkte bei dem besagten Bankbesuch auf einem Schwerbehindertenplatz, mit dem Argument sie "sei ja sozusagen schwerbehindert". Nein, sie hat KEIN attestiertes Schwerbehinderten-Merkmal.

Über die Zeit habe ich gelernt, das jede Diskussion sinnfrei ist. Wenn ich sie darauf hinweise nicht auf einem Schwerbehinderten Parkplatz zu parken, kommt dann sowas wie "Für die sch**ß (füge hier eine Minderheit ein) tut der Staat doch alles, aber ich armer kranker Mensch darf nicht mal hier parken???" Sie ist das Opfer, alle Anderen, egal ob Staat, Banken, Freunde, Nachbarn oder ich sind die Täter.

Ich denke darüber wohl auch oft nach, weil es mich ärgert. Vor einem Jahr war ich bei einem Psychologen, der mir sagte ich solle meiner Mutter "verzeihen", nicht meiner Mutter wegen, sondern meinetwegen. Weil mich selber meine Wut aufregt. "Verzeihen" heißt hier nicht, das Verhalten meiner Mutter gut zu heißen, aber damit abzuschließen. Wenn es sein muss den Kontakt weiter zu reduzieren und zu akzeptieren, dass ich nichts von meiner Mutter zu erwarten habe.

Ich glaube, was mich innerlich aufregt ist der Gedanke, meine Mutter noch irgendwie ändern zu können. Aber das kann ich nicht. Ich muss für mich akzeptieren, dass sie ist wie sie ist. Und in der Konsequenz den Kontakt auf das zu reduzieren was für mich gesund ist.
 
Vor einem Jahr war ich bei einem Psychologen, der mir sagte ich solle meiner Mutter "verzeihen", nicht meiner Mutter wegen, sondern meinetwegen

Verzeihen finde ich in so einer Situation schwierig.

Ich finde, akzeptieren wäre passender und wohl leichter.

Akzeptieren, dass deine Mutter so ist, wie sie ist. Und gleichzeitig eine klare Grenze ziehen, dass du ein eigenständiger Mensch bist, du bist ein guter Mensch geworden, obwohl deine Mutter keiner ist. Du bist nicht verantwortlich für sie und ihr Verhalten.
 
Ich glaube, was mich innerlich aufregt ist der Gedanke, meine Mutter noch irgendwie ändern zu können. Aber das kann ich nicht. Ich muss für mich akzeptieren, dass sie ist wie sie ist. Und in der Konsequenz den Kontakt auf das zu reduzieren was für mich gesund ist.
JA! Das solltest du wirklich versuchen, zu verinnerlichen. So stark, dass es ganz selbstverständlich für dich wird und du nicht mal mehr unterschwellig Zweifel, Unbehagen, Schuldgefühle etc. empfindest, wenn du deiner Mutter (viel) weniger Platz in deinem Leben einräumst, als sie sich das wünscht. Du bist schlichtweg nicht zuständig für ihr Wohlbefinden - sondern für deins. Und du hast alles Recht der Welt, den Kontakt zu deiner Mutter auf ein Maß zu beschränken, mit dem es dir gut geht. 👍
 
Ja...Ihr zu verzeihen wäre wichtig.
Verändern kannst du sie nicht.
Ich würde mich wesentlich stärker von ihr distanzieren.
Du bist nicht für sie verantwortlich.
Denke mehr an dein eigenes Leben und dein Wohlbefinden.

Dass deine Mutter wie meine Mutter viel zu sehr verwöhnt wurde
und überbewertet aufwuchs und zur Unselbständigkeit erzogen ..denke ich auch.

Aufgrund meiner Erfahrungen mit dem verrückten Verhalten meiner Mutter....gehe ich davon aus.. dass es dunkle verdrängte Geheimnisse aus ihrer Kindheit gibt.
Und dies vermute ich bei deiner Mutter auch.

Du weisst nicht was deine Mutter tatsächlich als Kind erlebte hinter der heilen Fassade ihrer Eltern.
Meine Großeltern waren zu mir auch gut gewesen.
Trotzdem hat meine Mutter vermutlich auch einige nicht schöne Dinge mit ihnen erlebt....und nie eine Therapie gemacht .
 
Ich denke darüber wohl auch oft nach, weil es mich ärgert. Vor einem Jahr war ich bei einem Psychologen, der mir sagte ich solle meiner Mutter "verzeihen", nicht meiner Mutter wegen, sondern meinetwegen. Weil mich selber meine Wut aufregt. "Verzeihen" heißt hier nicht, das Verhalten meiner Mutter gut zu heißen, aber damit abzuschließen. Wenn es sein muss den Kontakt weiter zu reduzieren und zu akzeptieren, dass ich nichts von meiner Mutter zu erwarten habe.
Das war und ist ein sehr guter Rat.
Ich glaube, was mich innerlich aufregt ist der Gedanke, meine Mutter noch irgendwie ändern zu können. Aber das kann ich nicht. Ich muss für mich akzeptieren, dass sie ist wie sie ist. Und in der Konsequenz den Kontakt auf das zu reduzieren was für mich gesund ist.
Genau so ist es.
Du wirst sie nicht ändern können.
 
Sehr gut beschrieben und das Bild Deiner Mutter, das sich daraus ergibt, spricht Bände.
Wichtig ist wirklich nur, dass Du aus dieser belastenden Gedankenschleife herauskommst, denn Du bist nur für Dich verantwortlich und was einem selbst nicht gut tut, das hat im Leben keinen Platz.

Weder Du noch Profis können da wohl noch eine Veränderung erwirken, es ist schlicht zu spät. Das zu akzeptieren ist nicht leicht, aber der erste und wichtige Schritt für den restlichen Weg.
Verzeihen ja, das kann man, nicht für das Gegenüber relevant, nur für sich selbst. Es gibt auch keinen Grund, das der Mutter zu kommunizieren, weil man damit Gefahr läuft, dass sie wieder aufdreht und präsenter wird, was Du nicht gebrauchen kannst.
Um die Tiere tut es mir mehr leid, wenn ich ehrlich bin, denn sie können nichts dafür, dass Deine Mutter nichts auf die Reihe bekommt. Es gibt die Tiertafel, aber ob sie sich dort beliebt macht, das sei dahingestellt. Auch dort gibt es Regeln, die ich jetzt nicht im Detail kenne, aber ich denke, dass die Rationen auf 1-2 Tiere begrenzt sind.
 
Sehr gut beschrieben und das Bild Deiner Mutter, das sich daraus ergibt, spricht Bände.
Wichtig ist wirklich nur, dass Du aus dieser belastenden Gedankenschleife herauskommst, denn Du bist nur für Dich verantwortlich und was einem selbst nicht gut tut, das hat im Leben keinen Platz.

Weder Du noch Profis können da wohl noch eine Veränderung erwirken, es ist schlicht zu spät. Das zu akzeptieren ist nicht leicht, aber der erste und wichtige Schritt für den restlichen Weg.
Verzeihen ja, das kann man, nicht für das Gegenüber relevant, nur für sich selbst. Es gibt auch keinen Grund, das der Mutter zu kommunizieren, weil man damit Gefahr läuft, dass sie wieder aufdreht und präsenter wird, was Du nicht gebrauchen kannst.
Um die Tiere tut es mir mehr leid, wenn ich ehrlich bin, denn sie können nichts dafür, dass Deine Mutter nichts auf die Reihe bekommt. Es gibt die Tiertafel, aber ob sie sich dort beliebt macht, das sei dahingestellt. Auch dort gibt es Regeln, die ich jetzt nicht im Detail kenne, aber ich denke, dass die Rationen auf 1-2 Tiere begrenzt sind.
Die Tiere sind Mittel zum Zweck. Einerseits kompensiert meine Mutter damit, dass sie sich sonst nicht gebraucht fühlt, andererseits wird mit den Tieren emotionale Bestätigung eingeklagt.

Sie selber braucht keine klimatisierte Wohnung, aber die Tiere brauchen sie
Sie selber braucht keine große Wohnung, aber die Tiere brauchen sie
Für sie selber hat sie genug, Geld aber die Tiere brauchen so viel Geld
usw....

Die Tiere sitzen jeweils zu zweit in kleinen Plastik-Käfigen, ein bisschen Streu, ein Holzhaus, das wars. Aber in ihrer Wahrnehmung "tut sie alles für die Tiere" und das wird natürlich von ihr immer betont um bei mir und Anderen emotionale Bestätigung einzusammeln. Reagiert man nicht wie erhofft, ist sie bitterlich böse und wirft einem emotionale Kälte und sonstwas vor.

Es ist der gleiche Spiel seit meiner frühesten Kindheit, wobei früher zu Lebzeiten meine Oma viel abgefangen hat. Ich erinnere mich aber an Gespräche am Küchentisch zwischen meiner Mutter und meiner Oma.
Mal war der unerträgliche Kollege, der fiese Chef oder ein gemeiner Kunde. Meine Oma tröstet meine Mutter über Stunden und Wochen. Dann meldete sich meine Mutter auf der Arbeit krank, weil es ja so "unerträglich" war. Dann kündigte ihr der Chef. Dann bekam sie Arbeitslosengeld und klagte über die Arbeitslosigkeit.

Meine Mutter verhielt sich immer wie das Kind vor einer Klassenarbeit. Einige Tage vorher bekommt das Kind angeblich Husten und hält sich für unheimlich schlau bereits das einige Tage vor der Arbeit anzukündigen. Am Tag der Klassenarbeit tut das Kind dann sterbenskrank und sagt mit gestellt heiserer Stimme "Ich muss zur Schule, wir schreiben die Mathearbeit" um zu erreichen, dass die Mutter sagt "Bleib zuhause, so kannst du die Arbeit ja nicht schreiben".

Und bei meiner Mutter schiebt halt auch immer was vor. Und wenn sie mal dabei erwischt wird, dann hat sie es "vergessen" oder verdreht Dinge im Nachhinein. Teilweise ist das eiskalt böse. Aber gleichzeitig kann sie so dumm, vergesslich, naiv und weinerlich sein, dass man sich denkt, dass sie das doch garnicht böse meint. Das ist tatsächlich auch einer ihrer Lieblingssätze wenn sie etwas schlechtes getan hat: "Das habe ich doch nicht böse gemeint".

Sie bezeichnete eine Dame am Schalter einer Bank (in Hörweite!) mal mit einem rassistischem Schimpfwort. Als ich meiner Mutter daraufhin einen bösen Blick zuwarf meinte sie ebenfalls laut hörbar nur "Das habe ich ja nicht böse gemeint. Von denen gibt es bestimmt auch Gute"

Selbst wenn ich meine Mutter treffe, achte ich daher inzwischen darauf, dass wir niemals unter Menschen sind. Selbst in den Garten geh ich mit ihr nicht, weil ich schräg gegenüber einen türkisch stämmigen Nachbarn habe...
 
Vor einem Jahr war ich bei einem Psychologen, der mir sagte ich solle meiner Mutter "verzeihen", nicht meiner Mutter wegen, sondern meinetwegen.
Genau das hat mein Therapeut mir auch gesagt. (Mein Verzeihen kam allerdings erst mit dem Tod meines Vaters). Danach ging es mir wesentlich besser und ich konnte mit diesem Teil meiner Vergangenheit gesund abschließen. Nicht, dass mich diese Zeit nicht geprägt hätte, aber heute belastet es mich nicht mehr.
 
Deine Mutter hat fast kein Gefühl und keine Sensibilität für andere Menschen und nicht für sich selber.
Sie merkt ihre unbewusst schwierige und verletzende Art selber nicht.

Vermutlich weil sie in einer starken Verdrängungswelt lebt.

Sie hat ein sehr schwieriges Sozialverhalten.
 
Deine Mutter hat fast kein Gefühl und keine Sensibilität für andere Menschen und nicht für sich selber.
Sie merkt ihre unbewusst schwierige und verletzende Art selber nicht.

Vermutlich weil sie in einer starken Verdrängungswelt lebt.

Sie hat ein sehr schwieriges Sozialverhalten.
Das fasst es sehr gut zusammen.

Macht aber auch jeden Umgang mit ihr schwierig, weil sie sich selber so nicht sieht und der Gegenüber keine Chance hat ihr das zu spiegeln.

Das Ergebnis ihres Sozialverhaltens ist natürlich, dass sie praktisch keine Freundschaften und Beziehungen erhalten kann. Ihre Selbstwahrnehmung ist dabei natürlich immer, dass alle Menschen böse zu ihr seien.

Und wie du richtig sagst, verdrängt sie das alles. Deswegen glaube ich ihr durchaus wenn sie wieder mal was "vergessen" hat. Sie verdrängt es so lange, bis in ihrem Kopf es wirklich weg ist und alles wieder "heile" ist.
Sie kann jemanden zutiefst verletzen und beleidigen und hat es nach einer Weile "vergessen" und behauptet sie hätte nie was böses gesagt.

Da kommt man aber halt nicht gegen an. Menschen verändern ist eh selten erfolgreich, aber meine Mutter hat sich über Jahrzehnte so eingemauert. Daran wird sich bis zu ihrem Lebensende nichts ändern.
 

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben