Struwwelpeter
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Mein Vater war ein ziemlich übler, unangenehmer Kerl.
Er schlug bei jedem sich ihm bietenden Anlass zu.
Eine 5 in Mathe: Fausthieb ins Gesicht.
Zimmer nicht aufgeräumt oder nicht pünktlich nach Hause gekommen: ab in den Keller, Hose runter und mit dem Gürtel auf den blanken Hintern gedroschen.
Manch einer mag jetzt sagen: „Das war damals eben so“ oder „ein paar Schläge haben noch niemandem geschadet.“
Ich kann euch aber versichern, dass es mehr als die damals gängige Erziehungsmethode war.
Einmal hat er mit eine Milchflasche aus Glas auf den Kopf gehaun.
Ich hatte eine Platzwunde, die genäht werden musste.
Bevor es ins Krankenhaus ging, wurde mir ein getrichtetert, dass mir übles blühe, sollte ich erzählen, wie es wirklich zu dieser Wunde am Kopf gekommen ist.
Meine Mutter hat mich damals nicht geschützt, sondern ebenfalls gezwungen, die Geschehnisse vor der Außenwelt zu verheimlichen.
Ich würde ihr und auch meinen Geschwistern großen Schaden zufügen, wenn ich nicht dichthalte und ausplaudere, was bei uns abgeht.
Dann würde mein Vater erst recht ausrasten und dann sei für uns alle endgültig Schluss mit lustig.
Meine Verletzungen und blauen Flecken, die oft nicht zu übersehen waren, habe ich immer als Unfälle oder dumme Missgeschicke deklariert, damit bloß niemand erfuhr, was sich hinter der Fassade unserer gutbürgerlichen Familie abspielte.
Ich wurde erwachsen.
Ich bin, sobald es mir irgendwie möglich war, von zu Hause ausgezogen.
Mein Vater wurde im Alter friedlicher.
Allerdings hatte ich bis zu seinem Tod vor einigen Jahren einen regelrechten Hass auf ihn.
Es fand keine Versöhnung oder Aussprache statt.
Ich wollte damals einfach nur meine Ruhe vor ihm und ihn nie wieder sehen müssen.
Meine Mutter war noch lange in meinem Leben präsent.
Obwohl ich mich in meiner Kindheit von ihr verraten und verkauft fühlte, hatte ich lange Zeit eine starke emotionale Bindung zu ihr.
Immer wenn sie sich nett und verständnisvoll gab, hatte ich Hoffnung, dass sie es einfach nur gut mit mir meint.
Aber auch im Erwachsenenalter hat meine Mutter mir massiven emotionalen Schaden zugefügt – sie hat mich belogen und Intrigen gesponnen, deren Ausmaß hier den Rahmen sprengen würde.
Eine echte Aufarbeitung der Vergangenheit gab es nie.
Ich habe im Abstand von einigen Jahren immer wieder versucht, mit ihr über die Vorkommnisse in meiner Kindehit zu reden.
Sie stritt immer alles ab und unterstellte mir sogar, ich würde das alles nur erfinden, um sie und meinem armen verstorbenen Vater in den Dreck zu ziehen.
Mittlerweile habe ich den Kontakt zu ihr stark eingeschränkt. Wir telefonieren in größeren Zeitabständen.
In unseren Gesprächen betont sie in letzter Zeit immer wieder, was für eine schöne, unbeschwerte Kindheit ich doch hatte.
Bisher schweige ich bei diesen Aussagen einfach.
Aber innerlich zerreißt es mich.
Ich stehe vor einem riesigen moralischen und emotionalen Konflikt.
Soll ich ihre Aussagen einfach abnicken und schlucken, damit sie mit einem ruhigen Gewissen ihre letzten Lebensjahre verbringen kann?
Oder bürde ich mir damit nur noch mehr Last auf, indem ich ihre Lebenslüge bis zum Schluss unterstütze?
Es fühlt sich an, als forderte sie von mir eine Absolution für all das Unrecht, das sie getan hat.
Einerseits weiß ich, dass es absolut nicts bringt, wenn ich sie noch einmal mit der ungeschönten Wahrheit konfrontiere. Sie wird, wie immer, alles abstreiten,
Einen wirklchen Frieden zwischen uns würde es nur geben, wenn sie ihre Schuld eingesgteht.
Dann könnte und würde ich ihr verzeihen.
Er schlug bei jedem sich ihm bietenden Anlass zu.
Eine 5 in Mathe: Fausthieb ins Gesicht.
Zimmer nicht aufgeräumt oder nicht pünktlich nach Hause gekommen: ab in den Keller, Hose runter und mit dem Gürtel auf den blanken Hintern gedroschen.
Manch einer mag jetzt sagen: „Das war damals eben so“ oder „ein paar Schläge haben noch niemandem geschadet.“
Ich kann euch aber versichern, dass es mehr als die damals gängige Erziehungsmethode war.
Einmal hat er mit eine Milchflasche aus Glas auf den Kopf gehaun.
Ich hatte eine Platzwunde, die genäht werden musste.
Bevor es ins Krankenhaus ging, wurde mir ein getrichtetert, dass mir übles blühe, sollte ich erzählen, wie es wirklich zu dieser Wunde am Kopf gekommen ist.
Meine Mutter hat mich damals nicht geschützt, sondern ebenfalls gezwungen, die Geschehnisse vor der Außenwelt zu verheimlichen.
Ich würde ihr und auch meinen Geschwistern großen Schaden zufügen, wenn ich nicht dichthalte und ausplaudere, was bei uns abgeht.
Dann würde mein Vater erst recht ausrasten und dann sei für uns alle endgültig Schluss mit lustig.
Meine Verletzungen und blauen Flecken, die oft nicht zu übersehen waren, habe ich immer als Unfälle oder dumme Missgeschicke deklariert, damit bloß niemand erfuhr, was sich hinter der Fassade unserer gutbürgerlichen Familie abspielte.
Ich wurde erwachsen.
Ich bin, sobald es mir irgendwie möglich war, von zu Hause ausgezogen.
Mein Vater wurde im Alter friedlicher.
Allerdings hatte ich bis zu seinem Tod vor einigen Jahren einen regelrechten Hass auf ihn.
Es fand keine Versöhnung oder Aussprache statt.
Ich wollte damals einfach nur meine Ruhe vor ihm und ihn nie wieder sehen müssen.
Meine Mutter war noch lange in meinem Leben präsent.
Obwohl ich mich in meiner Kindheit von ihr verraten und verkauft fühlte, hatte ich lange Zeit eine starke emotionale Bindung zu ihr.
Immer wenn sie sich nett und verständnisvoll gab, hatte ich Hoffnung, dass sie es einfach nur gut mit mir meint.
Aber auch im Erwachsenenalter hat meine Mutter mir massiven emotionalen Schaden zugefügt – sie hat mich belogen und Intrigen gesponnen, deren Ausmaß hier den Rahmen sprengen würde.
Eine echte Aufarbeitung der Vergangenheit gab es nie.
Ich habe im Abstand von einigen Jahren immer wieder versucht, mit ihr über die Vorkommnisse in meiner Kindehit zu reden.
Sie stritt immer alles ab und unterstellte mir sogar, ich würde das alles nur erfinden, um sie und meinem armen verstorbenen Vater in den Dreck zu ziehen.
Mittlerweile habe ich den Kontakt zu ihr stark eingeschränkt. Wir telefonieren in größeren Zeitabständen.
In unseren Gesprächen betont sie in letzter Zeit immer wieder, was für eine schöne, unbeschwerte Kindheit ich doch hatte.
Bisher schweige ich bei diesen Aussagen einfach.
Aber innerlich zerreißt es mich.
Ich stehe vor einem riesigen moralischen und emotionalen Konflikt.
Soll ich ihre Aussagen einfach abnicken und schlucken, damit sie mit einem ruhigen Gewissen ihre letzten Lebensjahre verbringen kann?
Oder bürde ich mir damit nur noch mehr Last auf, indem ich ihre Lebenslüge bis zum Schluss unterstütze?
Es fühlt sich an, als forderte sie von mir eine Absolution für all das Unrecht, das sie getan hat.
Einerseits weiß ich, dass es absolut nicts bringt, wenn ich sie noch einmal mit der ungeschönten Wahrheit konfrontiere. Sie wird, wie immer, alles abstreiten,
Einen wirklchen Frieden zwischen uns würde es nur geben, wenn sie ihre Schuld eingesgteht.
Dann könnte und würde ich ihr verzeihen.
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