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Traumatische Kindheit: Mutter (90) fordert Absolution vor ihrem Lebensende.

Struwwelpeter

Mitglied
Mein Vater war ein ziemlich übler, unangenehmer Kerl.
Er schlug bei jedem sich ihm bietenden Anlass zu.
Eine 5 in Mathe: Fausthieb ins Gesicht.
Zimmer nicht aufgeräumt oder nicht pünktlich nach Hause gekommen: ab in den Keller, Hose runter und mit dem Gürtel auf den blanken Hintern gedroschen.
Manch einer mag jetzt sagen: „Das war damals eben so“ oder „ein paar Schläge haben noch niemandem geschadet.“
Ich kann euch aber versichern, dass es mehr als die damals gängige Erziehungsmethode war.

Einmal hat er mit eine Milchflasche aus Glas auf den Kopf gehaun.
Ich hatte eine Platzwunde, die genäht werden musste.
Bevor es ins Krankenhaus ging, wurde mir ein getrichtetert, dass mir übles blühe, sollte ich erzählen, wie es wirklich zu dieser Wunde am Kopf gekommen ist.

Meine Mutter hat mich damals nicht geschützt, sondern ebenfalls gezwungen, die Geschehnisse vor der Außenwelt zu verheimlichen.
Ich würde ihr und auch meinen Geschwistern großen Schaden zufügen, wenn ich nicht dichthalte und ausplaudere, was bei uns abgeht.
Dann würde mein Vater erst recht ausrasten und dann sei für uns alle endgültig Schluss mit lustig.

Meine Verletzungen und blauen Flecken, die oft nicht zu übersehen waren, habe ich immer als Unfälle oder dumme Missgeschicke deklariert, damit bloß niemand erfuhr, was sich hinter der Fassade unserer gutbürgerlichen Familie abspielte.

Ich wurde erwachsen.
Ich bin, sobald es mir irgendwie möglich war, von zu Hause ausgezogen.

Mein Vater wurde im Alter friedlicher.
Allerdings hatte ich bis zu seinem Tod vor einigen Jahren einen regelrechten Hass auf ihn.
Es fand keine Versöhnung oder Aussprache statt.
Ich wollte damals einfach nur meine Ruhe vor ihm und ihn nie wieder sehen müssen.

Meine Mutter war noch lange in meinem Leben präsent.
Obwohl ich mich in meiner Kindheit von ihr verraten und verkauft fühlte, hatte ich lange Zeit eine starke emotionale Bindung zu ihr.
Immer wenn sie sich nett und verständnisvoll gab, hatte ich Hoffnung, dass sie es einfach nur gut mit mir meint.

Aber auch im Erwachsenenalter hat meine Mutter mir massiven emotionalen Schaden zugefügt – sie hat mich belogen und Intrigen gesponnen, deren Ausmaß hier den Rahmen sprengen würde.
Eine echte Aufarbeitung der Vergangenheit gab es nie.
Ich habe im Abstand von einigen Jahren immer wieder versucht, mit ihr über die Vorkommnisse in meiner Kindehit zu reden.
Sie stritt immer alles ab und unterstellte mir sogar, ich würde das alles nur erfinden, um sie und meinem armen verstorbenen Vater in den Dreck zu ziehen.

Mittlerweile habe ich den Kontakt zu ihr stark eingeschränkt. Wir telefonieren in größeren Zeitabständen.
In unseren Gesprächen betont sie in letzter Zeit immer wieder, was für eine schöne, unbeschwerte Kindheit ich doch hatte.
Bisher schweige ich bei diesen Aussagen einfach.
Aber innerlich zerreißt es mich.
Ich stehe vor einem riesigen moralischen und emotionalen Konflikt.
Soll ich ihre Aussagen einfach abnicken und schlucken, damit sie mit einem ruhigen Gewissen ihre letzten Lebensjahre verbringen kann?
Oder bürde ich mir damit nur noch mehr Last auf, indem ich ihre Lebenslüge bis zum Schluss unterstütze?
Es fühlt sich an, als forderte sie von mir eine Absolution für all das Unrecht, das sie getan hat.
Einerseits weiß ich, dass es absolut nicts bringt, wenn ich sie noch einmal mit der ungeschönten Wahrheit konfrontiere. Sie wird, wie immer, alles abstreiten,
Einen wirklchen Frieden zwischen uns würde es nur geben, wenn sie ihre Schuld eingesgteht.
Dann könnte und würde ich ihr verzeihen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi, ich habe es bisher vermieden bei meinen Verwandten am Sterbebett zu sein,

deswegen weiß ich keinen Rat was man seinen Eltern am Sterbebett sagt. Momentan bin ich mir so einer Situation sehr unbewußt.

Einerseits glaube und weiß ich man darf sich nicht zu sehr biegen lassen von den Wünschen eines Sterbenden... und andererseits sollte man ihnen den Abgang nicht erschweren tendentiell....

Wenn eine Famiie wünscht dass was nicht ausgeplaudert wird dann weil man die Familie schützen will.

Hilft dieses Video vielleicht irgendwie weiter?

 
Es ist egal was du machst, für dich endet das auf jeden Fall beschi**en. Sie wird sich nicht entchuldigen. Aber ich würde dafür sorgen, dass es der Mutter auch beschi**en geht. Soll sie sehen, wie sie damit fertig wird. Wenn du wütend auf sie bist, dann lass die Wut da wo sie hingehört und schleppe sie nicht weiter mit dir herum. Du bist heute erwachsen und brauchst dir ihre Triaden nicht mehr anhören.
Ich würde den Kontakt noch mehr einschränken.
 
Zuletzt bearbeitet:
Es fühlt sich an, als forderte sie von mir eine Absolution für all das Unrecht, das sie getan hat.
Einerseits weiß ich, dass es absolut nicts bringt, wenn ich sie noch einmal mit der ungeschönten Wahrheit konfrontiere. Sie wird, wie immer, alles abstreiten,
Einen wirklchen Frieden zwischen uns würde es nur geben, wenn sie ihre Schuld eingesgteht.
Dann könnte und würde ich ihr verzeihen.
Habe ich das richtig verstanden, dass deine Mutter sehr alt, aber jetzt nicht am Sterben ist?

Ich würde wahrscheinlich weitermachen, wie bisher.
Deine Vorwürfe werden abgestritten.
Also würde ich auf ihre Aussagen gar nicht richtig reagieren.
Einfach ignorieren .
Es scheint keinen Zweck zu haben, da gegen anzugehen.
Vielleicht kommt doch irgendwann eine Einsicht von ihr und eine Bitte um Verzeihung.
Wahrscheinlich aber eher nicht, wenn sie kein Mensch ist, der sich seine Fehler eingesteht.
Zu tun , als wäre alles in Ordnung gewesen ist für sie wahrscheinlich eine Art Selbstschutz.
Sie hatte dich damals schützen müssen, aber war nicht stark genug.
Ich glaube nicht, dass sie jetzt so stark sein wird, ihre Mitschuld einzugestehen.
 
In unseren Gesprächen betont sie in letzter Zeit immer wieder, was für eine schöne, unbeschwerte Kindheit ich doch hatte.

Da dreht es mir den Magen um, schrecklich. Ich könnte da nicht schweigen.

Soll ich ihre Aussagen einfach abnicken und schlucken, damit sie mit einem ruhigen Gewissen ihre letzten Lebensjahre verbringen kann?

Wieso sollte sie? Soll sie doch Schuldgefühle haben, verdient hat sie es.
Hat er sie auch geschlagen? Dann hätte ich mehr Mitgefühl für sie. Und was war mit deinen Geschwistern?

Oder bürde ich mir damit nur noch mehr Last auf, indem ich ihre Lebenslüge bis zum Schluss unterstütze?

Ich würde es nicht tun. Aber du musst wissen, was dich mehr belasten würde.

Sie wird, wie immer, alles abstreiten,

Auch wenn sie es verleugnet und verdrängt hat, wissen tut sie es, selbst wenn sie dement ist. Die frühen Erinnerungen bleiben ja länger.
 
Hi, ich habe es bisher vermieden bei meinen Verwandten am Sterbebett zu sein,

deswegen weiß ich keinen Rat was man seinen Eltern am Sterbebett sagt. Momentan bin ich mir so einer Situation sehr unbewußt.
Ich muss gleich weg Deshalb kann ich gerade nur kurz antworten.
Meine Mutter liegt noch nicht auf dem Sterbebett. Ich habe so formuliert. Sie erftreut sich einer relativ guten Gesundheit und ist auch geistig noch auf der Höhe,
Es ist egal was du machst, für dich endet das auf jeden Fall beschi**en. Aber ich würde dafür sorgen, dass es der Mutter auch beschi**en geht. Weniger aus dem Grund, ihr eins auszuwischen sondern aus dem Grund, du hast mir nicht geholfen, ich helfe dir auch nicht. Soll sie sehen, wie sie damit fertig wird.
Ich denke da tatsächlich ähnlich wie du,.
Ich bin sehr nachtragend und tief im Inneren gönne ich ihr nur das, was sie verdient hat - und das ist kein Abgang, in dem sie mit sich im Reinen sein kann.
 
Einen wirklchen Frieden zwischen uns würde es nur geben, wenn sie ihre Schuld eingesgteht.
Dann könnte und würde ich ihr verzeihen.
Das wird nicht passieren. Aber eine Absolution würde ich ihr auch nicht geben. Wenn sie mal wieder betont, was für eine schöne Kindheit sie dir doch beschert hat, sag: "Das sehe ich absolut nicht so" und dann wechsle das Thema. Bringt alles nichts.
 
Sie erftreut sich einer relativ guten Gesundheit und ist auch geistig noch auf der Höhe,

Dann würde ich ihr diese Lügen auf keinen Fall durchgehen lassen.

Wenn sie von deiner "glücklichen Kindheit" faselt, erzählst du ihr Geschichten vom Gürtel und der Flasche.

Ich bin sehr nachtragend und tief im Inneren gönne ich ihr nur das, was sie verdient hat - und das ist kein Abgang, in dem sie mit sich im Reinen sein kann.

Dann ist doch alles klar👍
 
Aber innerlich zerreißt es mich.
Ich stehe vor einem riesigen moralischen und emotionalen Konflikt.
Soll ich ihre Aussagen einfach abnicken und schlucken, damit sie mit einem ruhigen Gewissen ihre letzten Lebensjahre verbringen kann?
Oder bürde ich mir damit nur noch mehr Last auf, indem ich ihre Lebenslüge bis zum Schluss unterstütze?
Es fühlt sich an, als forderte sie von mir eine Absolution für all das Unrecht, das sie getan hat.
Einerseits weiß ich, dass es absolut nicts bringt, wenn ich sie noch einmal mit der ungeschönten Wahrheit konfrontiere. Sie wird, wie immer, alles abstreiten,
Einen wirklchen Frieden zwischen uns würde es nur geben, wenn sie ihre Schuld eingesgteht.
Dann könnte und würde ich ihr verzeihen.
Ich glaube, deine Umgehensweise damit hängt ganz massiv von deinem eigenen Strickmuster ab.
Es gibt Menschen, denen geht es sehr viel besser damit, wenn sie selbst sowas wie du beschrieben hast, verzeihen.

Ich persönlich - zum Beispiel - kann großartig damit umgehen, mich von solchen Menschen nicht zu verabschieden oder die ganze Sache einfach abzuhaken und wegzuignorieren. Ich bin aber auch nicht besonders emotional gehäkelt.

Es gibt aber wohl relativ viele Menschen, die damit schlecht abschließen können.

Überleg dir doch einfach, mit welcher Umgehensweise du soweit fein bist, dass du mit dir selbst im Reinen bist. Was "die Leute" sagen, ist absolut unerheblich.
 

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