Ich machte das eine Zeit lang mit, vertraute mich aber irgendwann meinem Hausarzt an, als es mir nicht gut ging. Mein Arzt brachte es auf den Punkt, dass mich meine Mutter emotional erpresst und ich lernen muss mich besser abzugrenzen.
Ich habe ihm garnicht alles erzählt, aber er rüttelte mich wortwörtlich wach und fragte mich "Wie viel soll ihre Mutter Ihnen noch antun?"
Würde es dir in irgendeiner Weise helfen zu wissen, dass deine Mutter möglicherweise bzw. mit einiger Wahrscheinlichkeit psychisch krank ist? Falls ja - dann frag doch deinen Arzt bei nächster Gelegenheit mal danach, wie er das einschätzt. Für mich hört sich die Beschreibung des Verhaltens deiner Mutter schon ziemlich deutlich nicht nur nach einer besonderen Akzentuierung der Persönlichkeit an... sondern bereits nach einer Ausprägung mit Krankheitswert. Vor allem Persönlichkeitsstörungen vom Typ
histrionisch und
paranoid(-querulatorisch) kommen mir da in den Sinn...
Ohne dass deine Mutter mitzieht, könnte so etwas natürlich nicht sicher diagnostiziert werden. Aber möglicherweise wäre ja auch schon eine von Ärzten bestätigte begründete Vermutung für dich hilfreich, weil es dich in deinem Standpunkt unterstützt, dass dein Empfinden und deine Sicht der Dinge
tatsächlich normal und berechtigt ist... dass all diese Ansprüche und Erwartungen deiner Mutter
wirklich vollkommen überzogen sind und du ihr
nicht in irgendeiner Weise verpflichtet bist, ihr immer wieder zuzuhören, zu helfen usw.? Dass du ihr sehr wahrscheinlich überhaupt nicht damit helfen könntest, ihren Wünschen mehr nachzukommen, weil die eigentliche Problematik ganz woanders liegt? Und dass du auch jedes Recht der Welt hättest, den Kontakt zu ihr komplett einzustellen, wenn du das so möchtest und für dich für besser befindest, weil ihr Verhalten nicht etwa nur ein bisschen nervig und exzentrisch ist, sondern wahrscheinlich bereits krankhaft und für dich ernstzunehmend belastend und schädlich (und das ja bereits seit deiner frühen Kindheit...)?
Für all das, was deine Mutter beklagt und nicht hinbekommt, kannst du absolut gar nichts, Andreas. Du trägst keinerlei Verantwortung dafür. Aber du bist dadurch jahrzehntelang ganz erheblich beeinträchtigt worden. Und du hast jetzt wirklich alles Recht der Welt, dich in allererster Linie um
dich und dein Wohlergehen zu kümmern...!