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Frusttagebuch: Mutter

Ich kann dir sagen, was ich gemacht hätte: Tschüss auf Nimmerwiedersehen.
Da wäre es mir völlig gleichgültig gewesen, ob das meine Mutter ist oder wer auch immer.

Ich habe das mit meinem Vater gemacht. Mit dem konnte man kein vernünftiges Wort reden, alles blöde Sprüche. Ich habe mit dem nicht mehr geredet. Wenn der ins Zimmer kam, bin ich gegangen, ich hatte auch Angst vor dem. Die Angst hat sich fortgesetzt bei Männern, die nicht reden.
 
Meine Mutter ist jetzt umgezogen.

Sie hat vor gut einem Monat eine Wohnung gekauft, in die sie dann doch nicht umziehen wolle. Diese Wohnung lässt sie jetzt durch einen Makler verkaufen und ist inzwischen in eine seniorengerechte, topsanierte Wohnung gezogen, die rund 1.000 € Miete kostet.

Ich glaube rund 6 Jahre hat das jetzt gedauert vom Entschluss Umzuziehen bis zur Umsetzung.
6 Jahre, in denen sie mir wöchentlich erzählt hat, dass sie nicht umziehen "kann", "lieber sterben würde" als das Haus zu verlassen usw....
In der Zeit hat sie schätzungsweise zwei Dutzend Makler verschlissen, natürlich nie jemanden bezahlt. Mit einem stand sie kurz vor Gericht.

Ihr jetziger Makler hat ihr praktisch den Hintern hinterhergetragen. Er hat ihr Geld privat vorgestreckt, den Umzug organisiert, Handwerker beschafft, die gekaufte Wohnung für sie saniert, Möbel gekauft und aufgebaut. Meine Mutter selber hat weder einen Kaufvertrag für die eine Wohnung noch einen Mietvertrag für die Andere. Hat alles der Makler.

Nur scheint der Makler nun doch nicht ganz so selbstlos zu sein wie meine Mutter immer behauptete. Er hat alle Sanierungsarbeiten an der Wohnung schwarz machen lassen, "von Kumpels". So kann meine Mutter diese Arbeiten jetzt nicht steuerlich ansetzen und einige Arbeiten waren wohl doch nicht so gut...

Ich erkenne hier das ständig wiederkehrende Muster: Meine Mutter lässt Andere alles machen und ärgert sich dann am Ende wenn sie die Kontrolle verliert und es nicht so gelaufen ist wie sie es sich gewünscht hat.
War ja schon mit mir als Kind so: Sie mich bei meiner Großmutter geparkt, meine Großmutter hat sich Jahre lang um mich gekümmert und dann wunderte sich meine Mutter, dass sie mich sozusagen an meine Oma verloren hatte.

Insofern macht es sich meine Mutter stets einfach: Sie übernimmt fürs nichts die Verantwortung, lässt es immer Andere machen und gibt denen dann die Schuld.

Entsprechend schwierig verlaufen die Gespräche zwischen meiner Mutter und mir. Sie fragt mich nicht normal um Rat, sondern will von mir wissen, was sie tun soll. Und wenn ich ihr nicht helfen kann oder will, reagiert sie eingeschnappt bis passiv aggressiv.

Helfe ich ihr, ist es aber auch nicht besser, weil ich dann automatisch an allem Schuld bin und sie Dinge über die Zeit verdreht. Ich habe vor rund 5 Jahren 150 € für eine Rentenberatung für sie bezahlt und bin mit ihr zu dem Berater gefahren. Auch ihren Rentenantrag habe ich für sie gestellt. Heute behauptet sie, dass ihr ja "niemand bei der Rente geholfen habe".

Ich empfinde alle Gespräche zwischen uns als Streitgespräche. Sie wiederholt teils 10 mal zum gleichen Sachverhalt "Was soll ich tun!?" und zwingt mich total in die Ecke. Ich breche Gespräche meist spätestens nach einer Stunde ab.
Ich kann es überhaupt nicht verstehen, dass du dich mit deiner schwierigen Mutter 1 Std lang unterhältst.
Nimm ihre Sätze nicht so ernst und wortwörtlich.... sortiere ihre Sätze in wichtig und unwichtig.

Mit dieser Mutter würde ich 5 Minuten reden nur über die wesentlichen Punkte.. und dann das Gespräch mit ihr beenden...
 
Es ist schlimm, sowetwas wie hier zu lesen.

Es tut mir sehr leid @Andreas900 wie es dir mit deiner Mutter ergeht.

Konkrete Tips kann ich hier leider nicht geben, dir nur alles gute und viel Abgrenzungsvermögen zu wünschen.
 
2 Monate sind nun wieder vergangen.
Meine Mutter hat sich endgültig mit ihrem Makler zerstritten und sich nun eine andere Maklerin gesucht um die Wohnung zu verkaufen.

Bemerkenswert: Im gesamten Leben meiner Mutter gibt es keinen einzigen Menschen, mit dem sie sich nicht zerstritten hat. Sie sagt, selber, dass sie "keinem Menschen vertrauen" würde und "alle sie betrogen" hätten. Das ist ihre Wahrnehmung der Welt.

Der Makler hat ihr den Hintern hinterhergetragen. Hat für sie kostenlos ihre Möbel geschleppt, ist zu Möbelgeschäften und Elektromärkte gefahren und hat ihr Möbel und Fernseher besorgt, er hat ihr mehrere tausend Euro für den Umzug vorgestreckt und mit ihr an der Hand zum Meldeamt gegangen. Er hat ALLES für sie getan, ohne irgendeinen Aufschlag auf die übliche Maklerprovision.
Sie telefoniert mit ihm seit Monaten teils täglich (!) um jeden Tag wieder irgendeine winzige blöde Frage zu stellen - und sei es nur, dass die neue Waschmaschine jetzt andere Knöpfe hat und sie damit nicht zurecht kommt.

Und jetzt sei er ein "egoistisches A*loch" und meine Mutter zieht über seine Religion her, weil er für den Verkauf ihrer Wohnung eine Provision haben will - und das habe er ihr vorher anders versprochen.

In den letzten Tagen hat mich meine Mutter deswegen wieder täglich angerufen. Ich geh inzwischen nicht mehr dran, höre aber ihre Sprachnachrichten bei Whatsapp ab. Immer das gleiche: Die Welt ist sche*ße, Alle betrügen sie, Alle lassen sie im Stich, sie hatte so ein schweres Leben etc....

Ich hatte die Hoffnung, dass nach ihrem Umzug Ruhe einkehrt. Der verkauf ihrer Wohnung ist auch nicht zeitlich kritisch. Aber nein.

Worüber redet ihr mit euren Eltern? Über die Verwandtschaft, über das Wetter, über Hobbies, über künftige Pläne, über Arbeit ....? Meine Mutter erzählt mir nur über ihr "Leid". Die neue Öko Waschmaschine läuft länger als die Alte. Oh welch Horror! Wieder ein Schicksalsschlag im Leben! Man bemitleide meine Mutter für ihr fürchterlich schweres Leben....
 
Das schlimme ist, dass sie es nicht sehen will.
Sie stellt es wirklich immer so da, dass Andere sie betrügen. Fast kindlich naiv. Aber auch lustig, weil man das Spiel so leicht durchschaut.

Sie erfindet Lügengeschichten und manchmal glaubt sie dann wirklich daran.
Beim Testament meiner Oma hat sie Jahre lang behauptet, ich hätte den teuren Schmuck, den sie bekommen sollte, aus dem Schließfach meiner Oma gestohlen. Das Schließfach war aber bis auf etwas Modeschmuck leer.

Sie verdreht Dinge.
Ihr alter Nachbar hat ihr Jahre lang im Garten geholfen. Sie hat ihn auch gerne als Hausmeister benutzt, wenn mal der Wasserhahn tropfte oder sonstwas war.
Irgendwann hatte der Nachbar dann einen längeren Krankenhausaufenthalt und war danach weniger hilfsbereit, vermutlich weil er gesundheitlich eingeschränkt war. Meine Mutter hat es geschafft, dass so zu drehen, dass der "egoistische böse Nachbar der armen älteren Nachbarin (meine Mutter) nicht mehr helfen wollte".

Sie verschweigt Dinge.
Der Autohändler hat ihr einen Kredit von rund 10.000 € eingeräumt. Dafür hat sie einfach verschwiegen, dass sie Hartz 4 erhält und behauptet, dass sie ausreichende Rente erhielte. Der auf Vertragsabschluss gierige Verkäufer hat das ungeprüft hingenommen. Später habe ich erfahren, dass dieser Verkäufer entlassen wurde, weil er wohl mehrfach solch faulen Kredite vergeben hatte.

Aus ihrer Sicht macht sie das immer nur "aus Not".
Sie hat weder ein Bewusstsein über Folgen noch über Verantwortung (oder es ist ihr halt egal).

Als sie mich als Baby bei meinen Großeltern gelassen hat, hatte sie auch keine Schuld daran, dass sich kein Mutter/Kind Verhältnis zwischen uns aufbaute. Vielmehr seien meine Großeltern Schuld. Ich wurde ihr "weggenommen".

Je länger solche Dinge bei meiner Mutter schwellen, desto mehr erfindet sie dazu. Plötzlich habe ich ihr dann nicht nur Schmuck beim Erbe vorenthalten, sondern das Haus sei auch falsch bewertet gewesen. Und sie hätte mehr Erbe bekommen sollen, weil sie ja weniger hat als die anderen Erbberechtigten. Dann fallen Sätze, dass ich "meine Großeltern beeinflusst habe". Ich bin mit meiner Oma alleine zum Notar gegangen und habe ihr beim Testament geholfen. deswegen habe ich vermutlich mehr bekommen als meine Oma wird sonst gegeben hätte.

Sätze von denen meine Mutter später nichts mehr weiß. Dann kommt ein Paket Pralinen zu Weihnachten auf dem steht, wie sehr wie mich liebt. Eine Stunde später am Heiligabend fragt sie mich dann zum 20sten Mal "... und da war wirklich kein Schmuck im Schließfach? Kann ich mir garnicht vorstellen"

Ich glaube, ich kann mich deswegen so schlecht dagegen wehren, weil meine Mutter diese ständige Angriff-und-Rückzug Strategie fährt. Wenn man sie auf etwas festnagelt, dann hat sie es plötzlich vergessen, hat es nicht so gemeint oder dreht den Spieß um und greift mich an.

Aber auch wenn ich jetzt wieder etwas mehr drüber schreibe, fühle ich mich im Moment nicht schlecht. Wie gesagt, ich ignoriere meine Mutter halt einfach wenn es mir zu viel wird. Ich geh dann nicht ans Telefon und beantworte ihre Whatsapps nicht.

Ich glaube wir alle ticken so ein bisschen wie meine Mutter. Wir alle lügen uns manchmal unsere eigene Welt zurecht. Und wer will schon Verantwortung tragen für eigene Fehlentscheidungen?
Jeder Mensch hat eine gefärbte Brille auf und sieht die Welt nicht 100% objektiv.

Wenn man aber irgendwann nur noch innerhalb dieser eigenen Traumwelt lebt, dann ist es glaube ich schwer mit der Realität und generell anderen Menschen zurecht zu kommen. Man will nur noch Selbstbestätigung für die eigene Wahrnehmung und greift andere Meinungen an.
 
Schreib mal was Positives über Deine Mutter. Da gibt es bestimmt irgendetwas.
Ich bin z.B. auf ewig mit meinem Bruder zerstritten. Trotzdem habe ich auch gute Erinnerungen an ihn.
Wie ist es bei Dir? „Frust“ ist ja schon eindeutig negativ. Vielleicht gibt es doch eine lustige Erinnerung. Die Geschichte mit dem gierigen Autoverkäufer ging für mich in diese Richtung. Da fand ich Deine Mutter direkt mal sympathisch. 😉

Warum frage ich? Ich bilde mir ein, dass mich rein negative Erinnerungen an eine Person nur unnötig runterziehen.
 
Ich machte das eine Zeit lang mit, vertraute mich aber irgendwann meinem Hausarzt an, als es mir nicht gut ging. Mein Arzt brachte es auf den Punkt, dass mich meine Mutter emotional erpresst und ich lernen muss mich besser abzugrenzen.
Ich habe ihm garnicht alles erzählt, aber er rüttelte mich wortwörtlich wach und fragte mich "Wie viel soll ihre Mutter Ihnen noch antun?"
Würde es dir in irgendeiner Weise helfen zu wissen, dass deine Mutter möglicherweise bzw. mit einiger Wahrscheinlichkeit psychisch krank ist? Falls ja - dann frag doch deinen Arzt bei nächster Gelegenheit mal danach, wie er das einschätzt. Für mich hört sich die Beschreibung des Verhaltens deiner Mutter schon ziemlich deutlich nicht nur nach einer besonderen Akzentuierung der Persönlichkeit an... sondern bereits nach einer Ausprägung mit Krankheitswert. Vor allem Persönlichkeitsstörungen vom Typ histrionisch und paranoid(-querulatorisch) kommen mir da in den Sinn...

Ohne dass deine Mutter mitzieht, könnte so etwas natürlich nicht sicher diagnostiziert werden. Aber möglicherweise wäre ja auch schon eine von Ärzten bestätigte begründete Vermutung für dich hilfreich, weil es dich in deinem Standpunkt unterstützt, dass dein Empfinden und deine Sicht der Dinge tatsächlich normal und berechtigt ist... dass all diese Ansprüche und Erwartungen deiner Mutter wirklich vollkommen überzogen sind und du ihr nicht in irgendeiner Weise verpflichtet bist, ihr immer wieder zuzuhören, zu helfen usw.? Dass du ihr sehr wahrscheinlich überhaupt nicht damit helfen könntest, ihren Wünschen mehr nachzukommen, weil die eigentliche Problematik ganz woanders liegt? Und dass du auch jedes Recht der Welt hättest, den Kontakt zu ihr komplett einzustellen, wenn du das so möchtest und für dich für besser befindest, weil ihr Verhalten nicht etwa nur ein bisschen nervig und exzentrisch ist, sondern wahrscheinlich bereits krankhaft und für dich ernstzunehmend belastend und schädlich (und das ja bereits seit deiner frühen Kindheit...)?

Für all das, was deine Mutter beklagt und nicht hinbekommt, kannst du absolut gar nichts, Andreas. Du trägst keinerlei Verantwortung dafür. Aber du bist dadurch jahrzehntelang ganz erheblich beeinträchtigt worden. Und du hast jetzt wirklich alles Recht der Welt, dich in allererster Linie um dich und dein Wohlergehen zu kümmern...!
 
Zuletzt bearbeitet:
Man will nur noch Selbstbestätigung für die eigene Wahrnehmung und greift andere Meinungen an.
Die Wahrnehmung deiner Mutter ist völlig in Ordnung. Darum kann sie bis zum heutigen Tag andere über den Tisch ziehen. Es ist für sie ein grosser Vorteil, wenn du ihr eine Krankheit oder Störung unterstellst. Dann wird sie weiter unterschätzt und falls sie auffliegt mit Milde behandelt.

Deiner Mutter fehlt es an Emotionen, sie hat aber einen scharfen Verstand und unendlich viel Übung darin, andere zu täuschen.
 

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