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Frusttagebuch: Mutter

Ich bin aktuell wieder sehr froh um die Grenzen, die ich im Umgang mit meiner Mutter gesteckt habe. Wir telefonieren einmal die Woche, mehr derzeit (zum Glück) nicht.

Manchmal überlege ich, ob ich meiner Mutter mehr helfen sollte. Ob sie mir leid tuen sollte, tut sie aber wenn ich ehrlich bin nicht. Und ich glaube auch nicht, dass es um Hilfe geht, vielmehr will meine Mutter eher "Anerkennung" haben, Mitleid oder sonstwas.

Eine kleine Geschichte dazu:
Meine Mutter wollte vor Jahren mal unbedingt einen Laptop haben. Ich bin damals mit ihr los, hab einen Laptop für sie gekauft, das Gerät eingerichtet und ihre mehrere Stunden gezeigt wie sie damit umgeht. Um sie zu motivieren, habe ich ihr Spiele installiert, z.B. ein Spiel mit vielen Tieren, weil sie damals so gerne Tiere mochte.
Nach einigen Wochen fragte ich mal neugierig nach, wie es denn laufe oder ob sie nochmal Hilfe bräuchte. Sie sagte, dass der Laptop "kaputt sei und nicht mehr anginge". Ich habe sie dann gebeten mir das mal zu zeigen. Sie drückte auf den "on" Knopf und dann erschein ein Auswahlbildschirm mit "ja oder nein". Bevor ich schauen konnte klickte sie auf "ja" und der Laptop ging aus.
Nach eigener Aussage habe sie zig mal versucht das Gerät zu starten und es ging immer sofort aus.
Und wisst ihr was im Auswahl Katalog stand, den sie bei jedem Start mit "Ja" weggeklickt hat? Da stand "Soll der Laptop in den Ruhezustand versetzt werden?". Meine Mutter hat nicht mal diesen einen Satz gelesen!!! Sie war aber schon dabei den Verkäufer zu beschimpfen, weil das Gerät nach ihrer Meinung "kaputt" sei.

Das ganze hat System. Selbst den kleinsten Problem stellt sich meine Mutter nicht. Sie gibt für alles Anderen die Schuld und ist sofort über alles am klagen. Und das auf einem Niveau als ob alles für sie existenziell sei. Da muss ihr nur mal jemand beim Einkaufen zu nah kommen oder der Nachbar ein paar Blätter beim Kehren auf ihr Grundstück fegen und schon sagt sie Sachen wie "den würde ich am liebsten umbringen".

Sie war mal zu Besuch und sah dass mein Nachbar direkt vor meinem Grundstück parkte. Für mich kein Problem, es ist öffentlicher Raum und er darf dort parken. Außerdem habe ich eine Einfahrt, nutze diesen Parkplatz vorm Haus also nie.
Meine Mutter beschwerte sich lautstark, dass es "respektlos" sei wie mein Nachbar dort parke. Ich fand ihr Verhalten einfach nur peinlich. Sie bellt wie ein Hund wenn auch nur irgendjemand sich nicht so verhält wie es ihr passt.

Ich glaube, dass meine Mutter ein extremes Problem mit ihrem Selbstwertgefühl hat. Sie reagiert über wenn sie sich angegriffen fühlt und sie klagt über jede Kleinigkeit weil sie moralische Unterstützung will. Sie ist in gewisser Weise nie erwachsen geworden und sehnt sich nach Bestätigung. Den Tod ihrer Mutter (also meiner Großmutter) hat sie nicht wirklich bewältigt und will auch nicht verstehen, dass nach Jahrzehnte langer finanzieller Unterstützung durch meine Oma, ich diese Lücke jetzt nicht für sie füllen will.

Umgekehrt lässt sie aber auch keine Gelegenheit aus, sich von allen - auch meine Oma - als "betrogen" darzustellen. Sie ist das arme Opfer und jeder muss ihr helfen.

Sie hat mal eine Vertragsänderung ihrer Gebäudeversicherung unterschrieben. Auf meine Frage was dort geändert wurde, sagte sie nur, dass sie sich über die Beitragssenkung gefreut, den neuen Vertrag aber nicht gelesen habe....
Was willst du da noch sagen??? Einige Monate später hatte sie einen Schaden am Haus, den die Versicherung aufgrund der Vertragsänderung (zurecht) nicht zahlte. Wer war Schuld? Natürlich der Versicherungsvertreter. Das ganze ist 10 Jahre her und noch heute erzählt sie mir alle paar Wochen diese Geschichte aufs neue, wie sie "betrogen" wurde. Sie habe "großes Leid" mit solchen Betrügern im Leben erlebt. habe ich schon erwähnt es es um einen Schaden an Jalousienkasten für 200 € ging? Der "große Betrug", der auch noch 10 Jahre später noch immer und immer wieder erzählt wird.

Es ist eigentlich fast lustig. Vor allem weil ich die Geschichte inzwischen fast synchron mitsprechen kann.
Ich glaube viele (vor allem ältere) Menschen, die sich hilflos fühlen, reagieren sicherlich hilfesuchend und wollen Beistand. Ich habe neulich bei meiner 80 jährigen Nachbarin den Rasen gemäht, weil sie mich daran bat. Ihr Gärtner hätte sie versetzt und der Rasen sei bereits so hoch. Mache ich gerne, will ich nix für!

Meiner Mutter gegenüber herrscht bei mir inzwischen eine Trotzstimmung. Wenn sie meint, die ganze Welt habe sich gegen sie verschworen und jeder würde sie betrügen (ausdrücklich auch ich), dann muss sie halt alleine zurecht kommen. Selbst wenn ich Dinge mit ihr vertraglich regeln würde, könnte ich mich nicht darauf verlassen.

Ich habe aber insbesondere die Jahre nach dem Tod meiner Großmutter (2013 ff) gebraucht um das für mich zu verstehen. Ich kann mit meiner Mutter keine gemeinsame Vertrauensbasis schaffen. Die Beziehung bleibt oberflächlich.

Und wenn ich das für mich rekapituliere: Es gibt Dinge im Leben, die unglücklich machen, weil man sie ständig zu erreichen versucht aber es nie schafft. Lässt man los und versucht es nicht mehr, fällt ein großer Stein vom Herzen.
 
Deine Mutter wird mit Sicherheit eine schwierige Kindheit gehabt haben, wenn sie sich so oft angegriffen fühlt und so unsicher ist.

Vielleicht hatten ihre Eltern sie zur Unselbständigkeit erzogen und ihr zuviel abgenommen.
Die Eltern werden ihr Selbstwertgefühl geschwächt haben.
Vielleicht waren auch für die Eltern nur die Anderen oder nur ihre Tochter an allem schuld.

Deine Mutter kann nicht mit Kritik an ihrer eigenen Person umgehen.
Es ist sehr wichtig.. dass du dich stärker von ihr abgegrenzt hast.

Es ist toll, das du ihr mit den Finanzen und mit dem PC geholfen hast..
 
Deine Mutter wird mit Sicherheit eine schwierige Kindheit gehabt haben, wenn sie sich so oft angegriffen fühlt und so unsicher ist.
Wie kommst Du darauf? Das klingt für mich immer sofort nach Rechtfertigung.
Es ist toll, das du ihr mit den Finanzen und mit dem PC geholfen hast.
Seine Mutter nutzt diese Hilfe aber anscheinend nicht zu ihrem Vorteil. Das Problem liegt natürlich nicht an ihr, sondern an ihrer Erziehung.

Warum muss eigentlich das eigene nachteilige Verhalten immer durch jemand anders begründet sein?
 
Er leidet schon sehr lange wegen dem schwierigen Verhalten seiner Mutter.
Und gedanklich ist er sehr mit der Mutter beschäftigt.

Wenn er sie etwas besser versteht
wird es leichter sein mit ihr umgehen zu können.

Die Erklärungen sollen nicht ihr Verhalten entschuldigen.

Mein Beitrag soll Andreas helfen und nicht dir.

Wichtig ist Grenzen zu dieser Mutter zu ziehen und Distanz zu ihr zu halten..
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich sehe diese Mutter sehr kritisch.

Sie ist aber auch recht hilflos...daher finde ich die Hilfe vom Sohn wegen Geld und PC gut.

Ihr Geschimpfe auf andere Leute würde ich nicht ernst und persönlich nehmen.

Sie meckert ....weil sie mit ihrem Leben unzufrieden ist ..und nicht ihre eigenen Anteile erkennen will oder kann.
 
Vielleicht hilft es dir ein bisschen, wenn du weißt, dass sie eine Persönlichkeitsstörung haben könnte und ihr Verhalten wahrscheinlich nicht aus einer bösen Absicht heraus passiert.
Zumindest von dem Geschilderten gehe ich stark davon aus:

"Die passiv-aggressive oder negativistische Persönlichkeitsstörung ist gekennzeichnet durch ein tiefgreifendes Muster negativistischer Einstellungen und passiven Widerstandes gegenüber Anregungen und Leistungsanforderungen, die von anderen Menschen kommen. Betroffene Personen fallen insbesondere durch passive Widerstände gegenüber Anforderungen im sozialen und beruflichen Bereich auf und durch die häufig ungerechtfertigte Annahme, missverstanden, ungerecht behandelt oder übermäßig in die Pflicht genommen zu werden.
...
Unter einer passiv-aggressiven Persönlichkeitsstörung versteht man ein Trotzverhalten, wie es in der Pubertät häufig zu finden ist, sich aber darüber hinaus manifestiert.
...
Es könnte sich um einen Versuch handeln, Ärger in sozialen Beziehungen auszudrücken, und zwar in einer unpassenden verbalen und nichtverbalen Art, die nicht oder nur selten zur Lösung führt. Entweder haben die Betroffenen keine sozial angemessene Kompetenz im Umgang mit Ärger und Wut gelernt oder sie haben Angst, dass die Durchsetzung ihrer eigenen Bedürfnisse gehemmt oder behindert wird.
...
Menschen mit einer passiv-aggressiven Persönlichkeitsstörung fühlen sich von anderen oft missverstanden, können anhaltend über persönliches Unglück klagen, welches sie häufig unbewusst selbst inszenieren, und sind häufig mürrische und streitsüchtige Zeitgenossen.
...
Die Zwiespältigkeit im Denken und Handeln und das geringe Selbstwertgefühl, das aus einer solchen Einstellung entsteht (ständige Fremd-Abwertung schlägt zuletzt in eine verheerende Selbst-Abwertung um), führen oft zu Auseinandersetzungen und Streitigkeiten mit der Umwelt. Persönliche Enttäuschungen werden häufig auf andere projiziert.

Oft sehen sich negativistische Persönlichkeiten als friedfertig an und halten ihre passiv-aggressive Art für gesellschaftskonform."
Passiv-aggressive Persönlichkeitsstörung – Wikipedia
 

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