Hallo zusammen,
mein Freundeskreis besteht aktuell nur aus 1-2 Personen, weshalb ich seit mehreren Jahren auf der Suche bin nach neuen Bekanntschaften, die vielleicht zur
[COLOR=revert-layer] Freundschaft[/COLOR] führen. Aber egal wo ich hinkomme, ich treffe immer wieder auf die gleichen Muster. Man fühlt sich nicht gesehen in der neuen Freundschaft, man wird vergessen und nicht eingeplant. Ich bin jetzt 34 Jahre und ich hab das Gefühl, dass mir das ganze nur noch
[COLOR=revert-layer] Energie[/COLOR] raubt, weil ich das Gefühl habe, nie das gleiche zurückzubekommen.
Hallo,
meine Gedanken dazu, einfach und gerade heraus:
- du bist aktiv auf der Suche ... Die schönsten Freundschaften entstehen durch Zufall, sie fallen einfach in dein Leben hinein.
- du triffst immer wieder auf gleiche Muster -> das hat etwas mit dir selbst zu tun. Was du ausstahlst, was du anziehst... Jeder von uns hat seine Lebenserfahrungen und seine Verhaltensweisen entwickelt im Laufe des Lebens. Deswegen versuche mal in dich zu horchen, was dein Muster sein könnte, warum du bestimmte Menschen anziehst.
- die Suche raubt dir Energie. Das ist ein Signal deiner Psyche und deines Körpers. Mache Pause, kümmere dich um dich und deine Bedürfnisse. Stelle das Thema nach hinten , der Körper und dein Geist signalisieren gerade "Stopp!". Wenn du mit dir selbst im reinen bist, ziehst du auch die richtigen Leute an. Du strahlst dann etwas tolles aus und keine Bedürftigkeit .
- du kennst deine Bekannte seit ein paar Monaten, vielleicht zu früh um von Freundschaft zu sprechen?
- sie wollte den Geburtstag mit dem Typ verbringen - vielleicht ist da ein anderes Interesse hinter diesem Kontakt als du zu dieser Bekannten hast (ein Wunsch nach Intimität?) und es ist völlig legitim, wenn sie den Geburtstag mit wem anderen verbringen möchte. Nicht jeder möchte den Geburtstag zelebrieren, manche möchten Freunde oder Familie um sich, manche lieber weniger enge Menschen und einfach nur den Tag verleben.
- ihr habt beim Treffen schon das nächste Treffen geplant. Vielleicht war ihr das zu viel? Vielleicht einfach ein Treffen genießen, bevor das nächste geplant wird. Das wirkt weniger verpflichtend. Manche mögen es lieber locker. Und man hat nach dem Treffen (ein paar Tage später) ein Grund miteinander zu kommunizieren, ohne sofort reagieren zu müssen. Bei einem Treffen gleich das nächste aus zu machen, verlangt sofortige Reaktion und manchen ist es unangenehm abzusagen. Sie fühlen sich verpflichtet ja zu sagen....
- du steckst viel Energie in diese Beziehung. Warum? Warum ausgerechnet sie? Wenn sie dich mit ihrem Handy und so nervt.
Sie scheint Freundschaft anders zu definieren als du. Und das ist durchaus ok. Wichtig ist, dass man das akzeptiert oder sich dann Gleichgesinnte sucht.
Ich bin daher wieder sehr versucht jemanden zu ghosten, weil es glaub ich eh keinen Sinn macht es ihr zu sagen, wenn das schön öfters der Fall war, dass sie das nicht auf dem Schirm hat.
Wieder sehr versucht zu ghosten... Uff.... autsch... Ehrlich? Warum ghostet man?
Mir sind Menschen, die ghosten, wenn sie nicht weiterkommen bzw. wenn es nicht nach ihrer Nase geht, suspekt.
Auf mich wirkt das ganze so: sie funktioniert nicht richtig, also weg.
Wenn du sie wirklich als Freundin für dich definierst, dann sollte doch eher ehrliche und offene Kommunikation anstehen. So könnt ihr beide dann schauen, ob es einen weiteren gemeinsamen Weg gibt für euch...
Und wenn du merkst, dass reden kein Sinn macht, dann weißt du bescheid und kannst dein Ding machen. Ohne zu ghosten. Denn sie weiß ja, wie es in dir aussieht...
Zusatz:
Ich verstehe total gut, dass man sich in unserem Alter heutzutage einsam fühlt bzw fühlen kann. Die Gesellschaft ist oberflächlicher und kurzlebiger geworden, die Menschen mehr online als offline zu erreichen. Alles ist weniger exklusiv, viele halten sich die Tür für etwas "besseres" auf und merken gar nicht, welch ein Glück sie oft haben.
Und gerade wir, geboren zwischen 1980 und 1995, haben oft noch " veraltete" Werte verinnerlicht, welche uns heute das Leben nicht gerade einfach machen. Bzw ist es nicht einfach Menschen mit den gleichen Werten zu finden. Das frustriert, das macht einsam.
Auch ich verzweifele immer wieder an mir oder an der Gesellschaft und frage mich oft, was mit mir oder der Gesellschaft nicht stimmt. Warum sind die zwischenmenschlichen Beziehungen heutzutage so schwer? Warum wird viel erwartet und wenig gegeben? Warum sind alle so dauergestresst und wo ist die Leichtigkeit des Lebens hin? Ja, ich glaube sogar, dass das Leben in den 1980er und 1990ner irgendwie besser war, was das zwischenmenschliche miteinander angeht...