Hallo Oloi!
Ich hoffe, vielleicht hilft es dir ein wenig, wenn ich dir von mir erzähle: ich habe schon wirklich viele Abstürze erlebt, Schicksalsschläge und Tiefs. Ich kenne das, wenn jeder Tag sich an den nächsten reiht, das Essen nicht mehr schmeckt, nichts Freude macht und man nur existiert, nicht lebt.
Weißt du, es ist keine Schande, wenn man ein Stück des Weges die Kraft verliert und einknickt und dann dem entsprechend Hilfe von außen in Anspruch nimmt. Wenn du dir das Bein brichst, lässt du dich ja auch von einem Arzt behandeln und sagst nicht "Ich muss das alleine schaffen".
Es ist wirklich keine Schande, wenn einem mal die Kraft ausgeht oder die Hoffnung. Aber man darf nur nie aufgeben. Denn es werden auch wieder andere Zeiten kommen, wirklich. Es fühlt sich nur immer so an, als würde es so bleiben und nie wieder gut werden.
Du wirst dich wieder verlieben und irgendwann wirst du auch wieder Freude an deinen Interessen und Hobbys haben.
Ich würde dem Psychologen nochmal eine Chance geben. Dafür musst du aber offen und bereit sein. Ich denke, es täte dir sehr gut, wenn du die Belastung irgendwo abladen könntest bei jemanden, der außenstehend ist.
Und wenn es gar nicht geht, dann überlege dir, ob du dir für einige Zeit etwas zur Beruhigung verschreiben lässt, damit du gerade deswegen dann besser den Blick nach vorne richten und dich entlasten kannst. Auch das ist keine Schande. Wenn du dein Bein gebrochen hast, holst du dir ja auch eine Krücke.
Ich habe das auch schon durch, gerade jetzt die letzten ganzen Monate auch wieder: man sieht kein Licht am Horizont und man hat Angst davor, dass es immer so bleiben wird. Aber Nein, das ist wirklich nur die Angst und das Leben geht wieder voran - mit dir.
Die ganzen letzten Ereignisse haben sich überschlagen, du warst überfordert und ich denke, die Beziehung ist nicht zerbrochen, weil du ein schlechter Freund warst, sondern weil deine Freundin jetzt einfach Zeit für sich braucht, neu ordnen muss und vor allem heilen und da passiert es gar nicht so selten, dass Beziehungen zerbrechen.
Das was passiert ist, konntest du alleine gar nicht stemmen.
Deswegen ist es jetzt umso wichtiger, dass du dich um dich kümmerst und versuchst, dich wieder aufzurichten.
Mir hat immer der Alltag sehr geholfen: dass ich mich um meine Katzen kümmern MUSS. Dass ich mir was leckeres koche. Ein neues Rezept ausprobiere. Mir nach dem Aufstehen schon schöne Ziele gesetzt habe, so klein sie auch sein mögen. Wie z. B. "Heute Abend gucke ich mir dann gemütlich einen Film an". Oder dass die Sonne scheint und ich ein wenig auf dem Balkon lese. Immer in kleinen Schritten.