P
PrinzessinLillifee
Gast
Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, aber ich probiers einfach mal.
Ich bin 21 Jahre alt und bin mit meinem Freund (auch 21) mittlerweile fast ein Jahr zusammen. Seit ca. einem halben Jahr haben wir eine gemeinsame Wohnung.
Anfangs war alles wie im Traum: eine romantische Kennenlern-Geschichte, er hat alles in sich vereint, was ich mir immer gewünscht hatte. Er war zuvorkommend, verständnisvoll, aufmerksam, liebevoll, alles Positive, was man sich denken kann. Ich wusste von Anfang an, dass er psychisch krank ist und anfangs haben wir uns auch gerade aufgrund dessen so gut verstanden, da ich magersüchtig gewesen war und, obwohl ich es überwunden habe, in manchen Situationen viel Verständnis brauchte, genauso, wie ich viel Verständnis für ihn aufbringen musste.
Zu seinem Hintergrund: Er hat Waschzwänge, denkt oft, er hätte auf der Straße etwas dreckiges angefasst, ist manchmal unsicher, ob er vielleicht etwas böses gesagt hat etc. Er sagt, sein Kopf erzähle ihm diese Dinge und er selbst könne sich manchmal nicht vom Gegenteil überzeugen. Deshalb helfe ich ihm, indem ich zum Beispiel an seinen Fingern rieche, damit er sich sicher sein kann, dass er nichts ekliges angefasst hat.
So weit so gut: anfangs war alles perfekt.
Aber mit der Zeit wurde er immer eifersüchtiger. Wir haben uns gegenseitig viel über unsere Vergangenheit erzählt, weil wir nie damit gerechnet hatten, irgendwann mal zusammen zu kommen (ich war zu dem Zeitpunkt, an dem wir uns kennen lernten noch vergeben).
Ich habe ihm von meinem damaligen Freund erzählt und auch davon, dass ich eben diesen betrogen hatte.
Anfangs hat sich mein jetziger Freund nur Gedanken darüber gemacht, ich könnte auch ihn betrügen und hatte Probleme damit, dass meine Beziehung davor so lang gewesen war (über 5 Jahre). Ab und zu war er mal ein bisschen traurig darüber, aber das war's dann auch und damit konnte ich gut umgehen.
Mit der Zeit wurde es aber immer schlimmer: Er erklärte mir, sein Kopf habe sich Bilder davon gemacht, wie ich mit anderen Männern geschlafen habe und spiele diese Bilder oder Filme immer wieder in seinen Gedanken ab. Er konnte die meiste Zeit dagegen anreden, aber manchmal ging es nicht mehr, diese Bilder wurden einfach zu heftig, zu real. Er fing an, mich anzuschreien, mich zu beschimpfen, was ich doch für eine Schl**pe sei, dass ich kein Recht hätte, zu leben, und noch einige sehr heftige Ausdrücke, von denen ich nicht weiß, ob ich sie hier schreiben darf.
In diesen Momenten, in denen er sich nicht mehr zusammenreißen kann, verändert er sich völlig. Sein Gesicht sieht plötzlich ganz anders aus, seine Stimme wird eine andere, er ist einfach nicht mehr er selbst.
Anfangs habe ich, wenn er mich so angeschrien hat, geweint, dann zurück geschrien, ihm dann ins Gesicht gelacht...Ich habe alles versucht, aber nichts hat geholfen.
Später kam dazu, dass er in diesen Situationen nicht mehr an sich halten konnte und mich geschlagen, festgehalten, geschubst hat, sodass ich im Sommer mit Pullis herumlaufen musste, weil meine ganze Schulter aufgeplatzt und blutig war und ich viele blaue Flecken hatte. Das wird jetzt immer extremer. Wenn er nicht gerade so ist, ist er nach wie vor der liebste, netteste Mensch der Welt. Er sagt, in dem Moment ist er nicht er selbst, sondern "sein Kopf" übernimmt die Regie über das, was er tut und sagt. Ich kann meistens sehen, wenn er gleich ausrasten wird, weil sich eben das Gesicht und die Stimme so verändert, aber dann ist es meistens schon zu spät und ich renne schnell zum Bett und polstere mich mit Decken aus, damit mir nicht zu viel passiert. Mittlerweile beschränkt er sich größtenteils darauf, auf meinen Kopf einzuprügeln, ich nehme an, dass er das macht, weil man die Blessuren am Kopf hinterher nicht sehen kann.
Wenn er ausrastet, hält er sich für Gott, meint, ich bekäme nun endlich meine gerechte Strafe für das, was ich getan habe. Dabei geht es nicht darum, dass ich meinen Exfreund betrogen habe, sondern darum, dass er meint, ich muss mich schlecht fühlen dafür, dass ich "mich für meine niederen Instinkte habe benutzen lassen", also dafür, dass ich überhaupt irgendwann mal mit einem anderen Mann geschlafen habe.
Das ganze artet immer mehr aus, Letzten Freitag musste ich mich bei einer Freundin verstecken, weil er stundenlang wie irre durch die ganze Stadt gerast ist, um mich zu finden.
Er droht mir damit, mich umzubringen, er wollte mich schon aus dem Fenster werfen (wir wohnen im vierten Stock) und mittlerweile bin ich mir nicht mehr so sicher, ob er das nicht tatsächlich tun würde.
Ich versuche, auf ihn einzureden, ihn irgendwie zu einer Therapie zu bewegen, aber ich habe das Gefühl, ich kämpfe auf verlorenem Posten. Von seinen Eltern kann ich nicht viel Hilfe erwarten.
Wir waren schon gemeinsam beim Arzt und beim Psychiater. Außerdem hat er eine Therapie bei einem Verhaltenstherapeuten begonnen, aber nur einen Termin wahrgenommen, die nächsten Termine hat er immer kurzfristig abgesagt. Die Medikamente, die ihm verschrieben wurden, nimmt er aufgrund der Nebenwirkungen nicht (unter anderm Impotenz und Libidoverlust, was seine Ängste nur noch verstärkt).
Jetzt habe ich von ihm die Einwilligung bekommen, dass er mit mir gemeinsam zu einem Psychiater geht und die Therapie auch durchzieht. Ich weiß nicht, ob ich ihm das glauben soll, immerhin hat er bis jetzt immer wieder abgebrochen, aber ich MUSS ihm einfach glauben, was soll ich sonst tun? Ich bin mir aber leider ziemlich sicher, dass eine ambulante Therapie in seinem Fall nicht allzu viel bringen wird und bis jetzt haben mir das sämtliche Leute, mit denen ich darüber gesprochen habe, bestätigt. Zu einem Klinikaufenthalt lässt sich mein Freund aber nicht bewegen.
Mittlerweile bin ich einfach nur noch fertig. Die Angst, es könnte wieder losgehen, macht mich wahnsinnig. Ich habe jeden Tag Kopfschmerzen, bin müde und schlapp. Dazu kommt das schlechte Gewissen den Leuten gegenüber, die von meiner Lage wissen und die sich so schreckliche Sorgen um mich machen und das Gefühl, so dumm zu sein, weil ich ihn nicht verlasse. Ich kann es einfach nicht, ich kann die ganzen Gefühle (Hass, Verachtung etc.), die ich eigentlich haben sollte, nicht entwickeln. Ich vergesse so schnell, was er getan hat, und verzeihe ihm so schnell wieder.
Ich weiß gar nicht so genau, was ich von euch wollte, als ich begonnen habe, diesen Text zu schreiben...vielleicht wollte ich es mir einfach nur von der Seele schreiben. Ich würde mich trotzdem über Kommentare oder Ratschläge freuen.
Ich bin 21 Jahre alt und bin mit meinem Freund (auch 21) mittlerweile fast ein Jahr zusammen. Seit ca. einem halben Jahr haben wir eine gemeinsame Wohnung.
Anfangs war alles wie im Traum: eine romantische Kennenlern-Geschichte, er hat alles in sich vereint, was ich mir immer gewünscht hatte. Er war zuvorkommend, verständnisvoll, aufmerksam, liebevoll, alles Positive, was man sich denken kann. Ich wusste von Anfang an, dass er psychisch krank ist und anfangs haben wir uns auch gerade aufgrund dessen so gut verstanden, da ich magersüchtig gewesen war und, obwohl ich es überwunden habe, in manchen Situationen viel Verständnis brauchte, genauso, wie ich viel Verständnis für ihn aufbringen musste.
Zu seinem Hintergrund: Er hat Waschzwänge, denkt oft, er hätte auf der Straße etwas dreckiges angefasst, ist manchmal unsicher, ob er vielleicht etwas böses gesagt hat etc. Er sagt, sein Kopf erzähle ihm diese Dinge und er selbst könne sich manchmal nicht vom Gegenteil überzeugen. Deshalb helfe ich ihm, indem ich zum Beispiel an seinen Fingern rieche, damit er sich sicher sein kann, dass er nichts ekliges angefasst hat.
So weit so gut: anfangs war alles perfekt.
Aber mit der Zeit wurde er immer eifersüchtiger. Wir haben uns gegenseitig viel über unsere Vergangenheit erzählt, weil wir nie damit gerechnet hatten, irgendwann mal zusammen zu kommen (ich war zu dem Zeitpunkt, an dem wir uns kennen lernten noch vergeben).
Ich habe ihm von meinem damaligen Freund erzählt und auch davon, dass ich eben diesen betrogen hatte.
Anfangs hat sich mein jetziger Freund nur Gedanken darüber gemacht, ich könnte auch ihn betrügen und hatte Probleme damit, dass meine Beziehung davor so lang gewesen war (über 5 Jahre). Ab und zu war er mal ein bisschen traurig darüber, aber das war's dann auch und damit konnte ich gut umgehen.
Mit der Zeit wurde es aber immer schlimmer: Er erklärte mir, sein Kopf habe sich Bilder davon gemacht, wie ich mit anderen Männern geschlafen habe und spiele diese Bilder oder Filme immer wieder in seinen Gedanken ab. Er konnte die meiste Zeit dagegen anreden, aber manchmal ging es nicht mehr, diese Bilder wurden einfach zu heftig, zu real. Er fing an, mich anzuschreien, mich zu beschimpfen, was ich doch für eine Schl**pe sei, dass ich kein Recht hätte, zu leben, und noch einige sehr heftige Ausdrücke, von denen ich nicht weiß, ob ich sie hier schreiben darf.
In diesen Momenten, in denen er sich nicht mehr zusammenreißen kann, verändert er sich völlig. Sein Gesicht sieht plötzlich ganz anders aus, seine Stimme wird eine andere, er ist einfach nicht mehr er selbst.
Anfangs habe ich, wenn er mich so angeschrien hat, geweint, dann zurück geschrien, ihm dann ins Gesicht gelacht...Ich habe alles versucht, aber nichts hat geholfen.
Später kam dazu, dass er in diesen Situationen nicht mehr an sich halten konnte und mich geschlagen, festgehalten, geschubst hat, sodass ich im Sommer mit Pullis herumlaufen musste, weil meine ganze Schulter aufgeplatzt und blutig war und ich viele blaue Flecken hatte. Das wird jetzt immer extremer. Wenn er nicht gerade so ist, ist er nach wie vor der liebste, netteste Mensch der Welt. Er sagt, in dem Moment ist er nicht er selbst, sondern "sein Kopf" übernimmt die Regie über das, was er tut und sagt. Ich kann meistens sehen, wenn er gleich ausrasten wird, weil sich eben das Gesicht und die Stimme so verändert, aber dann ist es meistens schon zu spät und ich renne schnell zum Bett und polstere mich mit Decken aus, damit mir nicht zu viel passiert. Mittlerweile beschränkt er sich größtenteils darauf, auf meinen Kopf einzuprügeln, ich nehme an, dass er das macht, weil man die Blessuren am Kopf hinterher nicht sehen kann.
Wenn er ausrastet, hält er sich für Gott, meint, ich bekäme nun endlich meine gerechte Strafe für das, was ich getan habe. Dabei geht es nicht darum, dass ich meinen Exfreund betrogen habe, sondern darum, dass er meint, ich muss mich schlecht fühlen dafür, dass ich "mich für meine niederen Instinkte habe benutzen lassen", also dafür, dass ich überhaupt irgendwann mal mit einem anderen Mann geschlafen habe.
Das ganze artet immer mehr aus, Letzten Freitag musste ich mich bei einer Freundin verstecken, weil er stundenlang wie irre durch die ganze Stadt gerast ist, um mich zu finden.
Er droht mir damit, mich umzubringen, er wollte mich schon aus dem Fenster werfen (wir wohnen im vierten Stock) und mittlerweile bin ich mir nicht mehr so sicher, ob er das nicht tatsächlich tun würde.
Ich versuche, auf ihn einzureden, ihn irgendwie zu einer Therapie zu bewegen, aber ich habe das Gefühl, ich kämpfe auf verlorenem Posten. Von seinen Eltern kann ich nicht viel Hilfe erwarten.
Wir waren schon gemeinsam beim Arzt und beim Psychiater. Außerdem hat er eine Therapie bei einem Verhaltenstherapeuten begonnen, aber nur einen Termin wahrgenommen, die nächsten Termine hat er immer kurzfristig abgesagt. Die Medikamente, die ihm verschrieben wurden, nimmt er aufgrund der Nebenwirkungen nicht (unter anderm Impotenz und Libidoverlust, was seine Ängste nur noch verstärkt).
Jetzt habe ich von ihm die Einwilligung bekommen, dass er mit mir gemeinsam zu einem Psychiater geht und die Therapie auch durchzieht. Ich weiß nicht, ob ich ihm das glauben soll, immerhin hat er bis jetzt immer wieder abgebrochen, aber ich MUSS ihm einfach glauben, was soll ich sonst tun? Ich bin mir aber leider ziemlich sicher, dass eine ambulante Therapie in seinem Fall nicht allzu viel bringen wird und bis jetzt haben mir das sämtliche Leute, mit denen ich darüber gesprochen habe, bestätigt. Zu einem Klinikaufenthalt lässt sich mein Freund aber nicht bewegen.
Mittlerweile bin ich einfach nur noch fertig. Die Angst, es könnte wieder losgehen, macht mich wahnsinnig. Ich habe jeden Tag Kopfschmerzen, bin müde und schlapp. Dazu kommt das schlechte Gewissen den Leuten gegenüber, die von meiner Lage wissen und die sich so schreckliche Sorgen um mich machen und das Gefühl, so dumm zu sein, weil ich ihn nicht verlasse. Ich kann es einfach nicht, ich kann die ganzen Gefühle (Hass, Verachtung etc.), die ich eigentlich haben sollte, nicht entwickeln. Ich vergesse so schnell, was er getan hat, und verzeihe ihm so schnell wieder.
Ich weiß gar nicht so genau, was ich von euch wollte, als ich begonnen habe, diesen Text zu schreiben...vielleicht wollte ich es mir einfach nur von der Seele schreiben. Ich würde mich trotzdem über Kommentare oder Ratschläge freuen.