Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Freund schlägt

  • Starter*in Starter*in PrinzessinLillifee
  • Datum Start Datum Start
  • Stichworte (tags) Stichworte (tags)
    freund
P

PrinzessinLillifee

Gast
Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, aber ich probiers einfach mal.
Ich bin 21 Jahre alt und bin mit meinem Freund (auch 21) mittlerweile fast ein Jahr zusammen. Seit ca. einem halben Jahr haben wir eine gemeinsame Wohnung.
Anfangs war alles wie im Traum: eine romantische Kennenlern-Geschichte, er hat alles in sich vereint, was ich mir immer gewünscht hatte. Er war zuvorkommend, verständnisvoll, aufmerksam, liebevoll, alles Positive, was man sich denken kann. Ich wusste von Anfang an, dass er psychisch krank ist und anfangs haben wir uns auch gerade aufgrund dessen so gut verstanden, da ich magersüchtig gewesen war und, obwohl ich es überwunden habe, in manchen Situationen viel Verständnis brauchte, genauso, wie ich viel Verständnis für ihn aufbringen musste.
Zu seinem Hintergrund: Er hat Waschzwänge, denkt oft, er hätte auf der Straße etwas dreckiges angefasst, ist manchmal unsicher, ob er vielleicht etwas böses gesagt hat etc. Er sagt, sein Kopf erzähle ihm diese Dinge und er selbst könne sich manchmal nicht vom Gegenteil überzeugen. Deshalb helfe ich ihm, indem ich zum Beispiel an seinen Fingern rieche, damit er sich sicher sein kann, dass er nichts ekliges angefasst hat.
So weit so gut: anfangs war alles perfekt.
Aber mit der Zeit wurde er immer eifersüchtiger. Wir haben uns gegenseitig viel über unsere Vergangenheit erzählt, weil wir nie damit gerechnet hatten, irgendwann mal zusammen zu kommen (ich war zu dem Zeitpunkt, an dem wir uns kennen lernten noch vergeben).
Ich habe ihm von meinem damaligen Freund erzählt und auch davon, dass ich eben diesen betrogen hatte.
Anfangs hat sich mein jetziger Freund nur Gedanken darüber gemacht, ich könnte auch ihn betrügen und hatte Probleme damit, dass meine Beziehung davor so lang gewesen war (über 5 Jahre). Ab und zu war er mal ein bisschen traurig darüber, aber das war's dann auch und damit konnte ich gut umgehen.
Mit der Zeit wurde es aber immer schlimmer: Er erklärte mir, sein Kopf habe sich Bilder davon gemacht, wie ich mit anderen Männern geschlafen habe und spiele diese Bilder oder Filme immer wieder in seinen Gedanken ab. Er konnte die meiste Zeit dagegen anreden, aber manchmal ging es nicht mehr, diese Bilder wurden einfach zu heftig, zu real. Er fing an, mich anzuschreien, mich zu beschimpfen, was ich doch für eine Schl**pe sei, dass ich kein Recht hätte, zu leben, und noch einige sehr heftige Ausdrücke, von denen ich nicht weiß, ob ich sie hier schreiben darf.
In diesen Momenten, in denen er sich nicht mehr zusammenreißen kann, verändert er sich völlig. Sein Gesicht sieht plötzlich ganz anders aus, seine Stimme wird eine andere, er ist einfach nicht mehr er selbst.
Anfangs habe ich, wenn er mich so angeschrien hat, geweint, dann zurück geschrien, ihm dann ins Gesicht gelacht...Ich habe alles versucht, aber nichts hat geholfen.
Später kam dazu, dass er in diesen Situationen nicht mehr an sich halten konnte und mich geschlagen, festgehalten, geschubst hat, sodass ich im Sommer mit Pullis herumlaufen musste, weil meine ganze Schulter aufgeplatzt und blutig war und ich viele blaue Flecken hatte. Das wird jetzt immer extremer. Wenn er nicht gerade so ist, ist er nach wie vor der liebste, netteste Mensch der Welt. Er sagt, in dem Moment ist er nicht er selbst, sondern "sein Kopf" übernimmt die Regie über das, was er tut und sagt. Ich kann meistens sehen, wenn er gleich ausrasten wird, weil sich eben das Gesicht und die Stimme so verändert, aber dann ist es meistens schon zu spät und ich renne schnell zum Bett und polstere mich mit Decken aus, damit mir nicht zu viel passiert. Mittlerweile beschränkt er sich größtenteils darauf, auf meinen Kopf einzuprügeln, ich nehme an, dass er das macht, weil man die Blessuren am Kopf hinterher nicht sehen kann.
Wenn er ausrastet, hält er sich für Gott, meint, ich bekäme nun endlich meine gerechte Strafe für das, was ich getan habe. Dabei geht es nicht darum, dass ich meinen Exfreund betrogen habe, sondern darum, dass er meint, ich muss mich schlecht fühlen dafür, dass ich "mich für meine niederen Instinkte habe benutzen lassen", also dafür, dass ich überhaupt irgendwann mal mit einem anderen Mann geschlafen habe.
Das ganze artet immer mehr aus, Letzten Freitag musste ich mich bei einer Freundin verstecken, weil er stundenlang wie irre durch die ganze Stadt gerast ist, um mich zu finden.
Er droht mir damit, mich umzubringen, er wollte mich schon aus dem Fenster werfen (wir wohnen im vierten Stock) und mittlerweile bin ich mir nicht mehr so sicher, ob er das nicht tatsächlich tun würde.
Ich versuche, auf ihn einzureden, ihn irgendwie zu einer Therapie zu bewegen, aber ich habe das Gefühl, ich kämpfe auf verlorenem Posten. Von seinen Eltern kann ich nicht viel Hilfe erwarten.
Wir waren schon gemeinsam beim Arzt und beim Psychiater. Außerdem hat er eine Therapie bei einem Verhaltenstherapeuten begonnen, aber nur einen Termin wahrgenommen, die nächsten Termine hat er immer kurzfristig abgesagt. Die Medikamente, die ihm verschrieben wurden, nimmt er aufgrund der Nebenwirkungen nicht (unter anderm Impotenz und Libidoverlust, was seine Ängste nur noch verstärkt).
Jetzt habe ich von ihm die Einwilligung bekommen, dass er mit mir gemeinsam zu einem Psychiater geht und die Therapie auch durchzieht. Ich weiß nicht, ob ich ihm das glauben soll, immerhin hat er bis jetzt immer wieder abgebrochen, aber ich MUSS ihm einfach glauben, was soll ich sonst tun? Ich bin mir aber leider ziemlich sicher, dass eine ambulante Therapie in seinem Fall nicht allzu viel bringen wird und bis jetzt haben mir das sämtliche Leute, mit denen ich darüber gesprochen habe, bestätigt. Zu einem Klinikaufenthalt lässt sich mein Freund aber nicht bewegen.

Mittlerweile bin ich einfach nur noch fertig. Die Angst, es könnte wieder losgehen, macht mich wahnsinnig. Ich habe jeden Tag Kopfschmerzen, bin müde und schlapp. Dazu kommt das schlechte Gewissen den Leuten gegenüber, die von meiner Lage wissen und die sich so schreckliche Sorgen um mich machen und das Gefühl, so dumm zu sein, weil ich ihn nicht verlasse. Ich kann es einfach nicht, ich kann die ganzen Gefühle (Hass, Verachtung etc.), die ich eigentlich haben sollte, nicht entwickeln. Ich vergesse so schnell, was er getan hat, und verzeihe ihm so schnell wieder.

Ich weiß gar nicht so genau, was ich von euch wollte, als ich begonnen habe, diesen Text zu schreiben...vielleicht wollte ich es mir einfach nur von der Seele schreiben. Ich würde mich trotzdem über Kommentare oder Ratschläge freuen.
 

Hallo PrinzessinLillifee,

schau mal hier: Freund schlägt. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Wenn ich deinen Text so lese, bin ich sicher, dass du den einzigen Ratschlag, den ich dir geben kann, NICHT befolgen wirst: Trenne dich von ihm und zwar sofort, bevor du ernsthaften körperlichen Schaden nimmst. Es gibt das lapidare Sprichwort "Jeder ist seines Glückes (und Unglückes!) Schmied". Ich fürchte sehr, dass du am eigenen Körper die Wahrheit dieses Spruchs erfahren hast und wieder erfahren wirst.
Triff eine Entscheidung und alles Gute !
 
ist ja furchtbar wurde auch geschlagen.

und weisst du was, manch menschen wollen dir gar nicht richtig weh tun. aber ein falscher schlag irgendwo hin kann gefährlich sein. bsp. werden


trenn dich
 
Hallo,

an sich wäre deinem NIckname Prinzessin....nach erwartbar gewesen, dass du dich auch als eine solche behandeln lässt und NIEMANDEN an dich heranläßt der dich nicht so behandelt..also mit Achtung und Liebe. Das ist schade, denn an sich fängt es mit Selbstachtung an und sich auch schützen müssen vor Prinzen, die sich als Kröte herausgestellt haben. Echte Prinzessinnen schmeissen Kröten, die trotz mehrfachen Knutschens immer noch Kröten bleiben, zurück in den Brunnen 😉

Es ist falsch auch nur einen Gedanken zu viel an miese Kerle, an Männer zu verschwenden denen es eher um Herrschaft denn um Liebe geht. Ich rate dir dasselbe wie chioaachen: trenn dich und zwar so schnell wie möglich bevor dein Selbstwert noch mehr niedergedrückt wird durch diese schlechte Behandlungsweise des Typen. Behandle dich selber als Prinzessin und such dir einen echten Prinzen...die gibt es nämlich..ich hab so einen "erwischt" was glaube ich auch nicht nur Zufall war. Du sagst du kannst Gefühle wie Hass und Verachtung nicht erbringen..dabei tust du das ja bereits und zwar dir ggü..nur wer sich selber nicht achtet, also ver-achtet, der tut sich so einen Kerl an..du solltest mal schnell in einer Therapie checken warum das so ist und was du da ändern könntest und solltest.

Nach einer Kindheit mit schlagendem despotischen Vater von dem Typus, den du da grad am Hals hast hatte ich mir geschworen: Nie wieder...und es ist -weil ich mich offen damit auseinandergesetzt und weiterentwickelt, ein eigenes erwachsenes Ich ausgebildet hatte - auch nie wieder passiert, dass ich mich zur Sklavin gemacht habe und das war gut so...denn das Leben kann wunderbar sein, wenn man mal genügend fordert und auch die richtigen Entscheidungen für sich trifft.

Es ist sehr wichtig einen normalen und vernünftigen Liebesbegriff zu haben und nur zu lieben, wenn auch genügend Liebe zurück kommt...wenn man schlecht behandelt wird ist die Liebe von der anderen Seite eh gestorben und nur Lüge, einige Männer lieben eher sich selber und ihre Macht über "Püppis".
Keine Frau sollte so mies zu sich selber sein, so masochistisch ihre Liebe für lau an schlechte Typen zu verschwenden. Das wäre ne perverse S-M-Liebe..mit dem Unterschied allerdings dass S-M-ler mehr Achtung vor sich haben und das Ganze eher ein Spiel ist bei dem der Masochist immer mitbestimmen kann. DAs kannst du jedoch in eurer Partnerschaft eher nicht, was nicht heißt, dass du es nicht könntest. Nimm das Ruder deines Lebens in die Hand und tu was notwendig ist..damit das mit der Prinzessin auch tatsächlich hinhaut, das ist mein wohlgemeinter Rat an dich.
Dein armer Selbstwert bekommt ständig eins übergebraten und du scheinst wenig Mitleid mit dir selbst zu haben das immer wieder durchzumachen oder auszuhalten..unnötigen Quatsch muss man jedoch nicht aushalten, sondern man sollte davor wegrennen. Meistens zögern jedoch unsichere und abhängige Frauen oft, haben große Verlustängste und fahren das teilbewusste Kalkül: lieber einen schlechten Kerl als gar keinen...eine absolut unsinnige Kiste. Man sollte sich mehr wert sein.

Ich würde dir raten dich psychologisch beraten zu lassen um mal Dinge wie dein Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl und Abgrenzungsvermögen unter die Lupe zu nehmen..so was ist manchmal überlebensnotwendig...Man kann mehr Selbstbewusstsein auch gut in einem Kampfsport trainieren. Das ist wichtig, denn alle Menschen funktionieren nach gleichen Grundprinzipien...jeder muss in der Lage sein Grenzen zu setzen und sich auch seiner Haut zu wehren, was an sich gar nicht so schwer ist und v.a. ein Ding der inneren Einstellung zu sich selbst...wer sich selber als Prinzessin sieht, der behandelt sich auch selber so und duldet keinerlei Krötenbehandlung...so sehe ich das.

Mach also einen Anfang und triff die richtige Entscheidung...da draußen wartet gewiss bereits ein echter Prinz auf dich, den du nie treffen wirst, wenn du weiterhin im Krötenstübel, d.h. in der Nähe diese verkorksten Typen hockenbleibst...von alleine kommen diese Prinzen zur REttung leider nicht vorbeigehoppelt...diesen Job muss man schon selber erledigen.

Du kannst dich trennen, wenn du willst, ich hoffe sehr und drücke dir die DAumen, dass du das zeitig erkennst und auch tust und dich nicht weiterhin schlecht behandelst indem du bleibst.

LG
Tyra

P.S..nochmal die Kurzfassung: dein Job ist es nicht Babysitter von einem gefährlichen Sadisten zu spielen, sondern WEge zu finden dich vor ihm zu schützen..durch Strafanzeige, Gerichtsentscheid, Kampfsport , wegziehen etc. Auch du solltest in Therapie gehen damit du die richtige Einstellung zu dir bekommst und lernst dich abzugrenzen. Selbstschutz sollte IMMER an erster Stelle stehen. Selbstschutz würde bedeuten dass du so viel wie möglich Abstand zu dem Typen gewinnst...in seiner Nähe bist du nicht sicher!
Die Wahrscheinlichkeit dass er sich ändern wird liegt so ziemlich nah bei Null...die ersten Weichen für ein vernünftiges Sozialverhalten werden in der Kindheit gestellt..was da verpasst wurde müsste in harter Arbeit über Jahre oder Jahrzehnte nachgeholt werden..eine Arbeit die dein Kandidat jedoch gewiss nicht auf sich nimmt. Und nochmal: das ist alles ganz alleine sein Job und seine Verantwortung das einzusehen, dass was mit ihm nicht stimmt und er ganz viel Nachholbedarf in Sachen Sozialverhalten hat. Diese Reife zur Einsicht hat er jedoch nicht gezeigt...und ich glaube kaum, dass da auch noch was kommt.
Ne vernünftige Entscheidung wäre es zu sagen: o.k. wir trennen uns zumindest solange bis Kerli ein paar Runden Therapie mitgemacht hat..und zwar vom Arzt attestiert erfolgreich...und nach einigen Jahren kann man ja weitersehen. Allerdings so wie ich das sehe ist er ja bereits straffällig geworden, hat auch nie die Konsequenzen spüren müssen (z.B. Anzeige, was gut für ihn gewesen wäre um mal vor ne Grenze zu knallen..manche lernen es nur auf die harte Tour...und an sich sollte auch immer tit for tat..wie du mir so ich dir gelten: wenn er schlägt, schlägst du mit Faust oder Anzeige zurück..damit da ne spürbare Grenze ist, ansonsten ist da NIchts..nur Freiraum für weitere Gewaltakte) und das bringt viele dazu sich dabei wohl zu fühlen und eher zu eskalieren anstatt wieder runterzukommen von diesem Machttripp.
Zum Schluss nochmals weil es wichtig ist: Selbstschutz geht immer vor! Also Abstand halten!
 
Zuletzt bearbeitet:
@Tyra:
Du hast mich grad zum Heulen gebracht... das soll kein Vorwurf sein, es passiert nur immer, wenn ich mich mit dem Thema beschäftige.
Eigentlich zeigt mir das, wie unglücklich ich eigentlich mit der Situation bin und dass im Grunde nicht "alles wieder gut" ist.
Ich bin dabei, mich um die Sache zu kümmern. Habe mir gestern einen Termin bei dem Psychiater besorgt, bei dem ich mit meinem Freund schonmal war. Diesmal gehe ich aber allein hin, damit ich wirklich alles sagen kann und keine Angst haben muss, dass nach dem Termin irgendetwas passiert, weil ich was "Falsches" gesagt habe. Montag habe ich einen Gesprächstermin beim Sozialpsychiatrischen Dienst, da habe ich vorhin angerufen. Ich habe mich lange nur darum gekümmert, dass mein Freund eine Therapie (die er gar nicht haben will) bekommt, aber langsam denke ich, dass ich auch jemanden brauche, mit dem ich reden kann.
Ich habe zwar meine Freunde und meine Mum als Ansprechpartner, aber ich will ihnen nicht noch mehr Sorgen zumuten, als sie ohnehin schon haben. In der Schule (ich mache eine Ausbildung zur Ergotherapeutin) gibt es eine Dozentin, die auch Vertrauenslehrerin ist. Mit ihr kann ich reden und gebe ab und zu einen "Lagebericht" ab. Sie war es auch, die mich dazu gebracht hat, mir einen Termin bei dem Psychiater zu besorgen (ich wollte eigentlich nicht hingehen, weil ich Angst hatte, jemand anderem den Termin "wegzunehmen", der ihn nötiger braucht...) und beim Sozialpsychiatrischen Dienst anzurufen. Die Leute beim Sozialpsychiatrischen Dienst haben mir auch die Adresse eines Frauenhauses in der Nähe gesagt, falls ich wieder abhauen muss. Zu der Freundin, bei der ich letztes Mal war, kann ich nicht mehr gehen, weil mein Freund mich gezwungen hat, ihm zu sagen, wo ich in dieser Nacht war.
Über die Sache mit dem Selbstwertgefühl habe ich mit meinem Freund auch gesprochen. Ich habe ihm gesagt, dass ich nicht begreife, dass mein Selbstwertgefühl so im Keller ist, dass ich soetwas mitmache. Seine Antwort: "Das hat nichts mit Selbstwertgefühl zu tun, sondern mit Liebe." Er versteht einfach nicht, wie es mir dabei geht. Für ihn hat nicht er selbst mir das angetan, sondern "sein Kopf". Er kann sich nicht vorstellen, dass er soetwas tut. Neulich habe ich ihm meine Handymailbox gezeigt, mit den ganzen Drohungen und Beschimpfungen drauf. Er hat sich furchtbar erschrocken... Es sind eben richtige Aussetzer, er kann sich hinterher kaum noch daran erinnern, was er alles getan oder gesagt hat. Deshalb erwartet er immer von mir, dass ich das alles einfach so wegstecke.
Eine Krankheitseinsicht hat er nicht wirklich. Er meint, er müsste das allein hinbekommen. "Was von allein gekommen ist, muss auch von allein wieder gehen." Er versteht einfach nicht, dass niemand mit seiner Symptomatik das allein in den Griff bekommen kann und dass es keine Schande ist, sich Hilfe zu suchen.
Er meint, wenn er es mit Hilfe eines Psychiaters schafft, dann ist das ja allein der Verdienst des Psychiaters und nicht sein eigener. Alle Leute würden ihn für schwach halten und das könnte er nicht ertragen. Dabei ist es für ihn eine echte Stärke, die Hilfe eines Fachmanns anzunehmen, weil er solche Angst davor hat!
Ich habe ihm gesagt, dass mich der Gedanke, dass ich es ihm nicht Wert bin, zum Psychiater zu gehen, um mich zu schützen, sehr verletzt, aber wenn ich das sage, reagiert er ziemlich allergisch. "Wenn du eh meinst, dass du mir nichts wert bist, dann geh doch und lass dich f***en!"

Wenn ich mir das jetzt so durchlese, komme ich mir so wehleidig vor, denn ihr habt ja Recht: Ich sollte es selbst in die Hand nehmen, statt im Selbstmitleid zu zerfließen... Aber es fällt mir so schwer...
Manchmal nervt es mich, dass niemand merkt, dass es mir schlecht geht, aber alle sagen, das liegt einfach daran, dass ich es niemandem zeige. Ich bin eigentlich kein großer Fan von Gejammere, ich denke immer, dass ich alles irgendwie hinbekomme und das denken die meisten anderen Leute auch von mir. Aber das hier bekomme ich eben nicht allein hin, es ist nur nicht leicht, sich das einzugestehen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi,

von allein wird leider nix wieder gut, aber mit den richtigen Entscheidungen und auch gezielten Handlungen kann recht schnell alles wieder gut für dich werden.

Den Anfang hast du ja bereits gemacht mit der Vertrauenslehrerin, sozialpsychiatrischen Dienst etc..das ist doch schon prima. Ich würde diesen Weg jetzt weiterverfolgen.

Deinen Ausführungen nach erkennt man dein mangelndes Selbstbewusstsein..du bist auf keinen Fall wehleidig...du hast alles recht zu heulen und auch zu wüten...Dieser Kerl hat dir so viel angetan. Es war richtig dir da Hilfe zu holen, dass zeigt, dass du doch noch ein gut funktionierendes Verantwortungsgefühl dir ggü hast und langsam in die Gänge kommst...allerdings ist das auch ne gefährliche Phase..wenn dein Typ das spitzkriegt..könnte der total durchknallen..ich würde da vorsichtig sein und an sich recht zügig einen glatten Cut machen.
Jammern ist vollkommen o.k. wenn man darüberhin das Handeln nicht zu sehr vernachlässigt..du solltest auf jeden FAll mal offen bei einer Beratungsstelle oder auch Psychologen jammern, damit die dir ein wenig auf die Sprünge helfen können.
Ich denke du überforderst deine Umwelt ein wenig damit, dass du erwartest, dass andere Menschen in dich hineinblicken und einfach schwupps erkennen können, dass es dir schlecht geht..das ist die falsche Erwartungshaltung wie mit dem Prinz oder Ritter kommt zur Rettung vorbeigehoppelt-Traumdenken ...gerettet werden nur die, die laut genug schreien und sich offen ggü anderen Menschen ausartikulieren, sagen, was Sache ist und sagen dass sie Hilfe brauchen, diese Hilfe einfordern und einholen. Du belastest niemanden damit dir diese Hilfe zu holen..im GEgenteil, es ist ja deren Job dir zu helfen...also gib denen ruhig mal was zu tun!
Also wäre es ein guter Schritt ins Frauenhaus abzutauchen...oder die Polizei bzw sozialpsychiatrischen Dienst zu verständigen wenn du körperlich angegriffen oder auch bedroht wirst. Wegen der Morddrohung solltest du meiner Ansicht nach Anzeige erstatten...so was geht einfach zu weit..und ich denke dieser Typ weiss das ganz genau und spielt da mit dir, schüchtert dich ein, damit du dich ihm unterwirfst...ne echt miese Nummer läuft da...also wach auf und sieh zu, dass du Land gewinnst!

LG
Tyra

P.S. Wenn der Typ frei rumläuft ist er ja voll zurechnungsfähig und kann sich auch nicht auf seine psychische Erkrankung berufen...wurde der vom sozialpsychiatrischen Dienst begutachtet?
 
Zuletzt bearbeitet:
Nein, er hat kein Gutachten bekommen.
Er hat vor ein paar Jahren eine Diagnose Richtung Schizophrenie und Paranoia bekommen, als wir gemeinsam beim Psychiater waren, sprach der von einer "typischen Zwangserkrankung", wobei ich an der Diagnose ganz stark zweifle...
Ich habe leider keine Möglichkeit, mir Hilfe zu holen, wenn er wieder ausrastet, es sei denn, ich bin nicht da. Wenn wir zu Hause sind, dann ist hat er mir das Telefon schneller weggenommen, als ich gucken kann und weglaufen ist schwierig, weil er mich vor der Tür abfängt und ich Angst vor dem Treppenhaus habe, da kann man ziemlich tief fallen...
Die Leute auf der Straße helfen einem nicht und glotzen nur. Einmal hat jemand was gesagt, aber das war auch nur "könnt ihr das nicht zu Hause machen?" und dann ist der auch weitergegangen.
In der Nacht, in der er mich gesucht hat, habe ich bei der Polizei angerufen (nicht die Notrufnummer, sondern die normale), aber die waren super unfreundlich. Ich habe dort nur angerufen, weil ich nicht wusste, was ich machen soll, und ich gehofft habe, die könnten es mir sagen. Aber sie sagten nur: "Und was erhoffen Sie sich jetzt davon, dass sie hier anrufen? Da wird ihnen eh niemand helfen können." Das einzig sinnvolle, was die mir gesagt haben, ist, dass ich Begleitschutz bekommen könnte, wenn ich meine Sachen aus der Wohnung holen will.

Ich komme mir so verloren vor, obwohl ich's eigentlich nicht bin.
Ich habe so viele tolle Freunde, die mir alle helfen und mir zuhören, aber ich habe Angst, sie zu sehr zu belasten, sodass sie sich irgendwann von mir abwenden, weil sie sich das nicht länger angucken wollen.
Und abgesehen davon: Wie sollen sie mir helfen? Sie haben ja auch keine Möglichkeiten, außer mir zuzuhören, was auch schon eine große Hilfe ist.
Die einzigen, die mit mir an einem Strang ziehen könnten, machen das nicht. Das sind seine Eltern. Sie interessieren sich nur dafür, dass "er sich nicht unglücklich macht". Also das heißt, sie machen sich nicht um mich Sorgen, sondern um ihn. Sie denken nur daran, dass er sich die Zukunft versaut, wenn er mir was richtig Schlimmes antut.
Ich war so froh, dass der Kontakt zwischen mir und den Eltern endlich zustande gekommen ist...aber es ist einfach ein beschissenes Gefühl, wenn man gesagt bekommt, dass es ihnen praktisch egal wäre, wenn ich sterben würde...
 
Hi,

Schizophrenie ist meines Wissens nach nicht heilbar, sondern schreitet fort..damit führst du an sich ne Partnerschaft mit jemandem der nicht zu einer normalen Partnerschaft fähig ist. Zwangserkrankungen sind jedoch therapierbar..aber da der Patient die Therapie verweigert wäre es gut, dass du dich vom Acker machst..dann weigert er sich vielleicht nicht mehr..solange er es mit dir schön bequem hat und du keine an ihn Forderungen stellst wird da nix passieren und an sich machst du dich damit in gewisser Weise mitverantwortlich am weiteren Niedergang seines Sozialverhaltens. Er sollte endlich Verantwortung für sich selber übernehmen!
Mit ihm über deinen Selbstwert zu reden ist an sich verlorene Liebesmüh...der Typ ist ja psychisch krank und lebt in einer ganz eigenen und auch unnormalen Realität..und durch sein Verhalten hat er ja bereits deutlich gemacht das was mit ihm nicht stimmt, mit dem also über solche Dinge zu reden bringt nix..es ist besser mit neutralen Dritten über so was zu reden, oder mit Leuten die Ahnung von solchen Dingen haben, analysieren können, wie Psychologen z.B.
War ja klar, dass er mit dem Liebesargument kam, so was ist typisch für Gewalttäter und Machtler..die verlangen vom Partner bedingungslose aufopfernde Liebe und geben selber nix zurück..außer Worte und Handlungen die dich klein und abhängig machen. WEr schlägt sagt dir damit: du bist nix wert, du bist mir untertan..ich kann machen mit dir was ich will...das ganze hat die Funktion dich abhängig zu machen..von ihm als deinem Herrn. An sich ne primitive Kiste, die man sich nicht bieten lassen sollte. Aber Vorsicht! Diskussionen darüber mit einem gewaltbereiten und bereits gewaltgewohnten psychisch Kranken bringen hier nix..nur Lebensgefahr..wenn der Sklave aufmüpfig wird folgen oft neue Bestrafungs-und neue Unterwerfungsaktionen! Wenn man mit einem solchen Partner über grundlegende Dinge redet, dann immer nur in Anwesenheit neutraler fachkundiger Dritter, die auch notfalls dazwischengehen können...in einer Paartherapie z.b. die allerdings mit einem gewalttätigen Schizophrenen wohl nix bringen wird. Du solltest dich also mit dem Gedanken anfreunden, dass hier die Aussicht jemals mit diesem Partner mit heiler Haut leben zu können sehr gering ist.

In dem vorliegenden Fall ist von Fremdgefährdung auszugehen..d.h. du solltest sofort deinen Koffer packen und abzischen. Du bist letztlich ganz alleine für dich und deinen Schutz verantwortlich.
Wenn dir deine Freunde dir helfen, wieso nutzt du diese Chance nicht und ziehst zu einem der Freunde bis du ne eigene Wohnung gefunden hast? Oder wenn du Mieterin der Wohnung bist mit der du zusammen mit dem Kranken wohnst, warum schmeisst du ihn nicht mithilfe von Freunden, sozialpsychiatrischem Dienst oder Polizei raus? Polizei hatte ja schon Begleitschutz zum Abholen deiner Sachen angeboten..umso besser, das ist ja schon mal was. Wenn Polizisten unfreundlich waren, Beschwerde beim Vorgesetzten, gut wäre es für dich einen Berater von einer Gewaltopferberatungsstelle oder Lebensberatung von Caritas oder Diakonie an der Seite zu haben...das macht Polizeibeamte auch wesentlich kooperativer.

Es ist Quatsch, dass nur seine Eltern mit dir am gemeinsamen Strang ziehen könnten..grad Eltern sind oft die ungeeignetsten Strangzieher...es ist besser da neutrale und auch fachkundige Dritte hinzuzuziehen..insbesondere bei der bestehnden Problemlage.

Mädel wach auf..wir leben in einer Welt in der Frauen oft als Hilfsarbeiter angesehen werden und es für alle Beteiligte das Bequemste ist, dass du den Pflegejob für den psychisch kranken Typen übernimmst...auch Eltern funktionieren nach dem Prinzip Eigennutz und du solltest dich von deren Erwartungshaltung abgrenzen um nicht den Kürzeren zu ziehen.
Falls die Eltern noch unterhaltspflichtig sind lass dir die Beaufsichtigung des Patienten zumindest bezahlen und zwar mit satter Gefahrenzulage und KOstenerstattung zu einer Kampfsportausbildung...ansonsten: Patient back to the Absender!

Gruß

Tyra
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo lillifee,

Warum erwartest du Unterstützung von anderen, das alle anderen deine Probleme mit ihm lösen? Eigentlich siehst du es ja nicht ein, das dich das eigentlich fertigmacht, was er mit dir macht.

Ich persönlich hätte mich auch nicht eingemischt.Warum? Weil es nichts nützen würde. Schliesslich wär ich die Dumme und du bist immer noch mit dem zusammen.Weil er ja ach so lieb ist, wenn nur diese bilder nicht wären.


Erst wenn du merkst, dass du nicht an seiner Krankheit verantwortlich bist,und du nicht warten musst, bis er dich letzendlich zu tode prügelt, "weil die Bilder es ihm befohlen haben", erst dann kannst du wirklich mit Hilfe rechnen.

Es ist unverständlich, dass so eine intellegente junge Frau, wie du es bist, sich so behandeln lässt. Ich verstehe das einfach nicht.

Eine Therapie wird dir bestimmt weiterhelfen.Nicht wegen ihm, dem ist nicht mehr zu helfen.Sondern wegen dir selber.Diese Abhängigkeit von einem, dem man eigentlich ziemlich egal ist, der ab und zu als boxsack dient, bei dem es auch sein kann, dass er dich irgendwann mal umbringt(siehst du das nicht????) das kommt doch nicht von Ungefähr.

sei nicht wütend auf meine Antwort, ich will dir nicht wehtun oder beleidigen.


Ich wünsche dir trotzdem viel Kraft und Mut

LG
 
Hä? Bilder? hab ich da was überlesen...wenn Wahnvorstellungen mit im Spiel sind sollte man den sozialpsychiatrischen Dienst einschalten, dann gehört der Patient auf eine geschlossene Psychiatriestation..und zwar pronto..gegen Wahnvorstellungen gibt es prima Medikamente und Therapien.
 

Anzeige (6)

Autor Ähnliche Themen Forum Antworten Datum
M Grenzverletzung durch meinen Freund – bin verwirrt und verletzt Gewalt 151

Ähnliche Themen

Thema gelesen (Total: 0) Details

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben