HalliGalliSuperstar
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Hallo,
hier geht's weiter mit einem Thema, das sich in folgendem Thread entwickelt hat:
https://www.hilferuf.de/forum/sexua...otischer-als-männerkörper-beitrag3453728.html
Ich stimme deiner Beschreibung der Realität zu, bin allerdings mit der Interpretation nicht ganz einverstanden.
Zunächst einmal das mit dem Begriff reduzieren. Ja, das stimmt, Frauen dienen in den Medien usw. oft nur als Sexsymbol oder Eyecatcher. Ja, das reduziert ihre gesamte Person auf bestimmte Aspekte, auf eine bestimmte Funktion. Aber ist das schlimm? Und warum wird es immer nur in diesem Zusammenhang kritisiert? Man kritisiert ja auch nicht bei einem Nobelpreisträger, er werde auf seine Funktion als Wissenschaftler reduziert, dabei sei er doch ebenso ein guter Familienvater, ein harter Gegner beim Tennis und ein guter Liebhaber. Es gibt in einer arbeitsteiligen Gesellschaft und im Leben überhaupt halt verschiedene Funktionen und Rollen, in denen verschiedene Aspekte der eigenen Person zum Tragen kommen. Wenn eine Frau in einem Porno mitspielt, geht es halt nun mal nicht darum, ob sie eine gute Mutter ist oder studiert hat, sondern um andere Qualitäten. Beim Mann aber genauso. Und wenn ich bei einer Ärztin bin, nehme ich zwar zur Kenntnis, ob sie attraktiv ist oder nicht, aber es ist mir ziemlich egal, denn ich will, dass sie mir hilft und es mir besser geht, sonst nichts.
Jetzt gibt es also verschiedene Rollen und Funktionen, und nicht jeder kann jede davon einnehmen. Die Rolle der heißen Gespielinnen von James Bond oder der Mädels im Pirelli-Kalender können weder Männer noch weniger attraktive Frauen einnehmen. Die Rolle "Bundeskanzler" können aber sowohl Männer als auch Frauen einnehmen, wohl ziemlich unabhängig von Attraktivität. Ein Problem wäre es m.E. dann, wenn Frauen grundsätzlich nur Zugang zu den Funktionen hätten, die auf Mutterschaft, Schönheit, Sex usw. beruhen, und die Funktionen, die auf Kompetenz, Intelligenz usw. beruhen, grundsätzlich Männern vorbehalten wären. Früher war das ja auch so, aber heute ja eher nicht mehr. Zumindest rein rechtlich und gesellschaftlich anerkannt stehen Frauen heute doch dieselben Positionen offen wie Männern. Dass das dann in der Praxis doch nicht so offen ist, weil es alte Denkweisen und unbewusste Mechanismen gibt, die dazu führen, dass in manchen Bereichen Frauen der Weg nach oben mehr oder weniger versperrt ist (z.B. weil mächtige Männer lieber Mentor und Förderer spielen für einen jüngeren Mann als für eine jüngere Frau), gebe ich gerne zu. Und deshalb bin ich ja auch für (zeitlich begrenzte) Maßnahmen, die diese Schemata durchbrechen können, z.B. die Quote. Aber dass es Rollen gibt, für die Schönheit und Sex-Appeal zählt, finde ich überhaupt nicht schlimm. Auch nicht, dass diese v.a. Frauen offenstehen. Vor allem finde ich, dass es für Frauen sogar ein Vorteil ist, dass sie - neben dem Weg über Kompetenz und Fleiß - noch einen zweiten Weg haben. Eigentlich haben Frauen damit mehr Möglichkeiten als Männer, genauso wie bei der Kleidung.
Und dann bleibt noch die Frage, ob es gesellschaftlich oder natürlich bedingt ist, dass Männern bei Frauen stark auf das Aussehen achten (und solche Rollen/Funktionen daher in der Gesellschaft existieren), umgekehrt Frauen bei Männern aber weniger, bzw. dass umgekehrt andere Dinge eine Rolle spielen, nämlich Status, Geld und Macht. Unnötig zu erwähnen, dass die Antwort auf diese Frage bei mir und vielen Forschern (Sozialpsychologen, Biologen) anders ausfällt als bei malou und den Gender-Studies-Forschern.
Nur wenn das stimmt, was Forscher sagen, nämlich dass - kulturübergreifend - Männer bei Frauen aufs Aussehen und Frauen bei Männern auf den Status schauen, dann müssen sich doch beide abstrampeln: die Frauen beim Aussehen, die Männer bei der Karriere. Männer sollen auch Selbstbewusstsein ausstrahlen, um eine Frau zu finden, bei Frauen ist das weniger wichtig. Wieviele Threads haben wir hier, die etwa so lauten: Ich bin männlich, hab's im Leben zu nix gebracht und hatte noch nie Sex? Ich finde, Männer und Frauen sind unterschiedlich (und das nicht nur wegen dem bösen Patriarchat, sondern auch wegen der Biologie), und daraus erwachsen unterschiedliche Probleme und Chancen im Leben. Aber die wahnsinnig große Ungerechtigkeit und Ungleichheit kann ich dabei in unserer Gesellschaft nicht erkennen, im Gegensatz zu z.B. der afghanischen. Die großen Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten verlaufen m.E. in unserer Gesellschaft entlang anderer Linien, nicht anhand der Geschlechterlinie.
hier geht's weiter mit einem Thema, das sich in folgendem Thread entwickelt hat:
https://www.hilferuf.de/forum/sexua...otischer-als-männerkörper-beitrag3453728.html
Frauen werden in erster Linie nur auf Äußerlichkeiten reduziert. Nur mal ein Beispiel, beim TV Sender N24 seht ihr nur besonders schöne, stark geschminkte Frauen, die den Wetterbericht präsentieren. (...) Das Problem, im Grunde interessiert den Zuschauer dabei nur die Optik dieser Frauen und er macht sich keinerlei Gedanken darüber, ob diese Dame zb auch einen erfolgreichen Werdegang hinter sich gebracht hat, mit Schule und Studium, Berufserfahrung oder sonstwas, um dorthin zu kommen. Der Charakter und ihre Art wie sie redet und sich verhält, sind zweitrangig.
Wenn sich 2 Frauen bei so einem Sender bewerben, beide mit gleicher Qualifikation, die eine besonders hübsch, die andere nur Durchschnitt (eben wie die meisten Menschen/Frauen auf dieser Welt); welche Dame bekommt dann wohl den Job?🙄
(...)
und wie läuft das bei Männern ab? Da interessiert sich kein Mensch dafür, ob der Typ durchschnittlich (wie die meisten) aussieht, da moderiert ein Typ mit Brille wie Kachelmann das Wetter oder ein Mehmet Scholl tritt als Experte auf, macht Werbung- ohne ein Hingucker zu sein. Männliche Promis müssen nicht schön sein, um eine große Fanbase und Erfolg zu haben und bekommen auch noch Rollenangebote, wenn sie längst nicht mehr attraktiv und jung sind
nein, wir sind noch längst nicht gleichberechtigt.
Ich stimme deiner Beschreibung der Realität zu, bin allerdings mit der Interpretation nicht ganz einverstanden.
Zunächst einmal das mit dem Begriff reduzieren. Ja, das stimmt, Frauen dienen in den Medien usw. oft nur als Sexsymbol oder Eyecatcher. Ja, das reduziert ihre gesamte Person auf bestimmte Aspekte, auf eine bestimmte Funktion. Aber ist das schlimm? Und warum wird es immer nur in diesem Zusammenhang kritisiert? Man kritisiert ja auch nicht bei einem Nobelpreisträger, er werde auf seine Funktion als Wissenschaftler reduziert, dabei sei er doch ebenso ein guter Familienvater, ein harter Gegner beim Tennis und ein guter Liebhaber. Es gibt in einer arbeitsteiligen Gesellschaft und im Leben überhaupt halt verschiedene Funktionen und Rollen, in denen verschiedene Aspekte der eigenen Person zum Tragen kommen. Wenn eine Frau in einem Porno mitspielt, geht es halt nun mal nicht darum, ob sie eine gute Mutter ist oder studiert hat, sondern um andere Qualitäten. Beim Mann aber genauso. Und wenn ich bei einer Ärztin bin, nehme ich zwar zur Kenntnis, ob sie attraktiv ist oder nicht, aber es ist mir ziemlich egal, denn ich will, dass sie mir hilft und es mir besser geht, sonst nichts.
Jetzt gibt es also verschiedene Rollen und Funktionen, und nicht jeder kann jede davon einnehmen. Die Rolle der heißen Gespielinnen von James Bond oder der Mädels im Pirelli-Kalender können weder Männer noch weniger attraktive Frauen einnehmen. Die Rolle "Bundeskanzler" können aber sowohl Männer als auch Frauen einnehmen, wohl ziemlich unabhängig von Attraktivität. Ein Problem wäre es m.E. dann, wenn Frauen grundsätzlich nur Zugang zu den Funktionen hätten, die auf Mutterschaft, Schönheit, Sex usw. beruhen, und die Funktionen, die auf Kompetenz, Intelligenz usw. beruhen, grundsätzlich Männern vorbehalten wären. Früher war das ja auch so, aber heute ja eher nicht mehr. Zumindest rein rechtlich und gesellschaftlich anerkannt stehen Frauen heute doch dieselben Positionen offen wie Männern. Dass das dann in der Praxis doch nicht so offen ist, weil es alte Denkweisen und unbewusste Mechanismen gibt, die dazu führen, dass in manchen Bereichen Frauen der Weg nach oben mehr oder weniger versperrt ist (z.B. weil mächtige Männer lieber Mentor und Förderer spielen für einen jüngeren Mann als für eine jüngere Frau), gebe ich gerne zu. Und deshalb bin ich ja auch für (zeitlich begrenzte) Maßnahmen, die diese Schemata durchbrechen können, z.B. die Quote. Aber dass es Rollen gibt, für die Schönheit und Sex-Appeal zählt, finde ich überhaupt nicht schlimm. Auch nicht, dass diese v.a. Frauen offenstehen. Vor allem finde ich, dass es für Frauen sogar ein Vorteil ist, dass sie - neben dem Weg über Kompetenz und Fleiß - noch einen zweiten Weg haben. Eigentlich haben Frauen damit mehr Möglichkeiten als Männer, genauso wie bei der Kleidung.
Und dann bleibt noch die Frage, ob es gesellschaftlich oder natürlich bedingt ist, dass Männern bei Frauen stark auf das Aussehen achten (und solche Rollen/Funktionen daher in der Gesellschaft existieren), umgekehrt Frauen bei Männern aber weniger, bzw. dass umgekehrt andere Dinge eine Rolle spielen, nämlich Status, Geld und Macht. Unnötig zu erwähnen, dass die Antwort auf diese Frage bei mir und vielen Forschern (Sozialpsychologen, Biologen) anders ausfällt als bei malou und den Gender-Studies-Forschern.
Nur wenn das stimmt, was Forscher sagen, nämlich dass - kulturübergreifend - Männer bei Frauen aufs Aussehen und Frauen bei Männern auf den Status schauen, dann müssen sich doch beide abstrampeln: die Frauen beim Aussehen, die Männer bei der Karriere. Männer sollen auch Selbstbewusstsein ausstrahlen, um eine Frau zu finden, bei Frauen ist das weniger wichtig. Wieviele Threads haben wir hier, die etwa so lauten: Ich bin männlich, hab's im Leben zu nix gebracht und hatte noch nie Sex? Ich finde, Männer und Frauen sind unterschiedlich (und das nicht nur wegen dem bösen Patriarchat, sondern auch wegen der Biologie), und daraus erwachsen unterschiedliche Probleme und Chancen im Leben. Aber die wahnsinnig große Ungerechtigkeit und Ungleichheit kann ich dabei in unserer Gesellschaft nicht erkennen, im Gegensatz zu z.B. der afghanischen. Die großen Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten verlaufen m.E. in unserer Gesellschaft entlang anderer Linien, nicht anhand der Geschlechterlinie.