Ich muss mich noch einmal auf etwas beziehen, wobei sich mir doch so einiges sträubt.
Ich muss es zur Sprache bringen, denn ich kann es nicht so stehenlassen.
Ein Stehenlassen von Unrecht wäre ebenso ein Unrecht.
Es gibt ein Zitat von irgendeinem berühmten Menschen, das ich nicht mehr zusammenkriege, aber es geht ungefähr so: Hinter der Schönheit der Frauen sehen wir Männer nicht mehr den Menschen bzw. ihre Persönlichkeit. Ich denke, da ist viel dran.
Nicht "Männer" als Kollektiv und schon gar nicht erst Menschen. Das ist wieder dieses typische Schönreden der eigenen Unzulänglichkeiten und ein Suchen nach Entschuldigungen und Legitimation.
Es gibt leider Menschen, die rein triebgesteuert sind und sich nicht kontrollieren WOLLEN.
Das liegt dann aber an den Menschen selbst und an ihren Unzulänglichkeiten.
Man kann auch sagen: Wer die Persönlichkeit nicht sehen will und nur auf das Sexuelle
reduzieren will, der hat einen Mangel an Selbstdisziplin.
Abgesehen davon, dass ich noch einmal betone, dass optische Schönheit nicht deckungsgleich mit
sexueller Anziehung sein muss (Aber natürlich durchaus kann), so sollte soetwas keineswegs die
Persönlichkeit eines Menschen ausblenden.
Und wenn jemand die Persönlichkeit eines Menschen ausblendet, so sollte derjenige an sich arbeiten.
Zudem ist es oft doch die Persönlichkeit, die Leute attraktiv macht.
Insofern verstehe ich den Spruch auch nur bedingt.
Wenn ich als Mann im paarungsfähigen Alter eine ultrascharfe Kollegin habe, dann ist das immer das, was hervorspringt und auf mich den größten Effekt hat.
Wenn man sich in der Pubertät befindet, dann ja. Aber irgendwann wird man vom pubertären Jüngling, der seine Triebe erforscht und Erfahrungen sammelt, zum Mann, der seine Sexualität kontrollieren kann.
Dieses ist ein Reifeprozess.
Es ist ja ein Unterschied, ob man bei einem Menschen kurz denkt: "Durchaus ein optisch schöner Mensch!", aber dann normal mit diesem Menschen agieren kann und diese Einschätzung danach abgehakt hat und sich auf anderes konzentrieren kann oder ob man, so wie wohl hier beschrieben, nur das Optische und Sexuelle sehen will, sodass andere Qualitäten und gar Kompetenz oder gar die Persönlichkeit weniger bewertet werden.
Dieses ist dann ein Sexualisieren und Objektifizieren einer Person.
Das Thema, was bei der Frau am sexiesten/interessantesten ist. Das überlagert alles andere.
Dieses ist aber durchaus kein "normaler" oder "gesunder" Umgang. Klingt für mich dann schon fast krankhaft.
Und natürlich ist dieses ein sexistisches und diskriminierendes Muster, wenn man eine Frau maßgeblich aufgrund ihres Aussehens und ihrer sexuellen Interessantheit bewertet.
Wie gesagt denke ich auch manchmal bei Menschen kurz: "Oh, das ist aber ein Hottie" - Dieses ist dann aber eine kurze, subjektive Meinung, die ich danach nach hinten stellen kann.
Es überlagert nichts und hat wenig weiteren Einfluss auf meinen Umgang mit dieser Person.
Eine Meinung/ein Geschmack bezüglich einer Person mit der man agiert, ist durchaus menschlich.
Dieses sollte aber nicht den gesamten Umgang dominieren und die Persönlichkeit sollte danach in
den Vordergrund rücken.
Es gibt durchaus einpaar Männer, die generell im Alltag und in Situationen, wo dieses nicht angebracht ist, nur latent-flirtend mit Frauen reden und allgemein ganz anders mit Frauen reden als mit Männern und meist reden die nur mit optisch auffälligen, dem Schönheitsideal entsprechenden Frauen, während sie andere Frauen ignorieren und hiermit meine ich Situationen bei denen es um anderes geht z.B. etwas entwickeln, an etwas arbeiten usw... Ich kenne das und finde das wahnsinnig unreif.
Man befindet sich ja nicht mehr auf dem Schulhof der 7. Klasse.
Manchmal frage ich mich, ob diese Männer Schwestern haben oder Cousinen oder Mütter. Nach dem Motto:
Man kann auch mit Frauen normal und locker reden und agieren ohne dass immer etwas Sexuelles
oder latent Flirtendes im Raum ist. Einfach wie Kameraden. Auch dann, wenn diese Frauen schön aussehen.
Ich kann mir gut vorstellen, dass das eine Frau nervt, aber ich sehe auch keine Lösung.
Doch: Dich disziplinieren und an dir arbeiten. Ein Reifeprozess.
Na ja, zumindest hoffe ich das. Man sieht ja schon an Studien über Lehrer/innen, dass diese unbewusst Kinder bevorzugen, die schöner sind oder aus einem reicheren Elternhaus kommen.
Ich halte das nicht für "unbewusst". Das sind in der Tat bereits Vorurteile. Darf man dann so auch nennen.
Aber ja: Durch Prägungen ist man manchmal in der Tat etwas seiner Vorurteile ausgeliefert.
Da hilft es nur, dass ein Bewusstsein dafür geschaffen und daran gearbeitet wird.
Nur bitte ohne den erhobenen Zeigefinger und den ständigen Vorwurf an den weißen Hetero-Mann im Patriarchat.
Also soll man nicht sagen, wie etwas ist?
Und dann finde ich, dass Frauen auch lernen sollten, aus diesen gegebenen Mechanismen Kapital zu schlagen oder damit klug umzugehen, statt über sie zu jammern.
Schön, was du so findest. Das Aufzeigen von Missständen ist nie "jammern". Wenn man von etwas betroffen ist z.B. von Diskriminierung, dann muss man das aufzeigen.
Eher sind es doch eher die Leute, die auf ihr fehlerhaftes, diskriminierendes Verhalten hingewiesen werden, die "jammern".
Das, was du hier demonstrierst, ist Tone-Policing. Wenn man benachteildigt wird und sich wehrt und zu Wort meldet, dann kann dieses schon einmal mit Emotionen verbunden sein und als unterdrückte Person hat man alles Recht dazu, dann in diesem Rahmen auch einmal emotional auf Missstände hinzuweisen.
Wenn einem dann von oben, von denen, die mit diskriminieren, gesagt wird, wie sich die Diskriminierten verhalten sollen, dann ist das Tone-Policing:
"Ja, aber regt euch bitte nicht so jammerig darüber auf, dass ihr sexuell betrachtet und anders behandelt werdet!"
Und zwar aufgrund meiner persönlichen Erfahrungen damit, dass Frauen, die ich kennenlernte, an manchen Dingen null Interesse zeigen, anders als Männer. Wenn ein Unfall passiert wäre und ich in Sekunden entscheiden müsste, wer den Sattelschlepper von der Straße fährt, dann würde ich eher dem Mann als der Frau den Schlüssel in die Hand drücken. Kann natürlich sein, dass ich damit falsch liege und die Frau zufällig eine der wenigen Truckerinnen ist, aber meine Lebenserfahrung sagt mir, dass das eher unwahrscheinlich ist.
Du willst hier also empirisch vorgehen, aber neigst zur Induktion.
Empirie hilft nicht gegen Diskriminierung, denn hier sind immer die Umstände zu betrachten.
Da könnte ich auch sagen: "Die Mehrheit der Türken, die ich kenne, sind nicht sehr gebildet!"
- Das lässt aber Null Schlüsse auf Deutschtürken und deren Bildung zu und untermauert hier
eher jeglichen Rassismus, da Empirie keine Beweisgrundlage bei ethischen Prinipien feststellen kann.
So bin ich in einem Arbeiterviertel großgeworden und ging auf eine Brennpunktschule mit vielen Migranten aus schwierigen Familien. Natürlich war die Mehrheit der Türken, die ich kennenlernte, zunächst wenig gebildet.
Ich kenne und kannte auch ganz andere. Einmal abgesehen davon, dass sich Menschen auch ändern.
Aufgrund meiner empirischen Erfahrung würde ich mich also ungern zu rassistischen Äußerungen hinreißen lassen.
Vielleicht ziehst du also nur einen gewissen Typus Frauen an, da du dich in entsprechenden Kreisen bewegst.
Oder da du maßgeblich Kontakt zu Frauen mit einem typischen Verhaltensmuster pflegst.
Dieses lässt aber keine Allgemeinaussagen zum Kollektiv "Frauen" zu.
Ich würde der stärksten und zuverlässigsten Person diese Aufgabe übertragen.
Das kann natürlich in vielen Fällen durchaus der Mann sein.
Ich bin z.B. zufällig auch nicht besonders körperlich stark und handwerklich auch nicht
versiert. Dieses ist aber bei mir ein zufälliger Einzelfall, der auch mit meiner Erziehung
und meinen Prägungen zu tun hat.
Ich würde jedoch hier gar nicht erst nach Geschlechtern denken, sondern nach Kompetenzen.
Ich habe mal nach jemand für eine Aufgabe gesucht, bei der es darauf ankam, Verständnis für ein Problem zu haben. Da habe ich nach einer Frau gesucht, weil ich erwartet habe, dort auf mehr Verständnis zu treffen als bei Männern. Keine Ahnung, ob das realistisch war. Ich konnte mir auf jeden Fall besser vorstellen, einer Frau davon zu erzählen als einem Mann. Bei Psychotherapeuten dagegen sehe ich es wiederum anders. Da gehe ich davon aus, dass der Mann durch seine Berufswahl und Ausbildung gezeigt hat, dass er verständnisvoll ist.
Ich würde hier einfach nach einer empathischen Person suchen. Egal ob männlich oder weiblich.
Ich sage nur, nicht jedes Vorurteil oder Klischee ist falsch, und wenn Frauen dieselben Aufgaben und Positionen haben wollen wie Männer, dann müssen sie auch dieselben Fähigkeiten haben. Und nach meiner (naturgemäß begrenzten) Erfahrung trifft das im Schnitt bei manchen Themen nicht zu. Ob das an der Biologie oder an der Sozialisation liegt, ist dabei ziemlich egal. Ich sage nur, wenn man Auto fährt, sollte man auch rückwärts-seitwärts einparken lernen, und wenn man Computer nutzt, sollte man wissen, wie man einen Link oder einen Text in eine e-Mail kopiert (statt ihn von Hand abzuschreiben). Und solche Beispiele hab ich bisher immer nur bei Frauen erlebt. Das heißt überhaupt nicht, dass es nicht auch Frauen gibt, die sich sehr gut mit IT auskennen.
Ich habe bereits Männern etwas am Computer erklären müssen. Für mich hat dieses in keinster Weise etwas mit dem Geschlecht zu tun, sondern mit Interessen- und Wissensgebieten.
Vielleicht ziehst du wie gesagt auch nur bestimmte Frauen an.
So wie du es hier beschreibst ist mir dieses noch nie aufgefallen.
Zudem entstehen Klischees ja eher durch Umstände und nicht aus den Personen heraus.
Nehmen wir z.B. rassistische Klischees, die oft dadurch entstehen, dass Menschen aus anderen Ländern oft anders sozial behandelt werden und andere Erfahrungen machen und dementsprechend weisen ärmere oder benachteildigte Menschen auch ein anderes Verhalten auf.
Um bei den Geschlechtern zu bleiben:
Es wird ja inzwischen alles in einer "Mädchen-Version" angeboten. Und damit ist gemeint: Rosa-Glitzer-Version.
Ist ja schön "einfach" für die Eltern. Müssen die sich beim Kauf von Produkten keine großen Gedanken machen.
Vieles, was früher für beide Geschlechter da war, wird für Mädchen in rosa-glitzer angeboten.
Mädchen werden manchmal so erzogen, dass "sich hübsch machen" und "Schönsein" wichtiger sind als sich z.B. mit Wissenschaft und Technik beschäftigen.
Und dann gibt es sie eben: Die Frauen, die so geprägt worden sind, dass der Kauf von Schuhen ein wichtiges Event sei und dass man ständig irgendwelche Handcremes in der Tasche benötigen würde und die sich anderes nicht zutrauen.
Ja, das gibt es. Sind aber nicht alle so und nicht alle in allen Bereichen so und es gibt da nicht nur Klischees und nicht nur Schwarz oder Weiß. Aber wer dann eben auch vermehrt den Kontakt zu solchen Klischee-Frauen pflegt, der wird sich nicht wundern, wenn diese eben diese gesellschaftlich gemachten Vourteile bestätigen.
Ich habe das bisher nicht so erlebt wie von dir beschrieben.
Also erstens, es gibt keine Geschlechter, und zweitens, wenn doch, dann gibt es viele?
Es gibt diese Zwischenformen. Sie sind eine Minderheit und widersprechen nicht der Tatsache, dass es grundsätzlich zwei Geschlechter gibt, männlich und weiblich, XX und XY, aufnehmende und aufgenommene Zelle. Wenn man unbedingt will, kann man Menschen mit XXY (oder anderen Zwischenformen) von mir aus auch noch einen Geschlechtsnamen verpassen. Aber bringt uns (oder sie) das wirklich weiter?
Außerdem sind diese ja nicht von vornherein grundsätzlich als drittes Geschlecht "geplant", sondern es läuft bei ihnen irgendwas anders in der Entwicklung. (Wenn ich sagen würde, es läuft etwas schief, würde ich bestimmt heftig kritisiert.) Die "Bahnen" der Entwicklung sind aber dieselben, deshalb sehe ich in diesen Menschen nicht unbedingt eine eigenständige Kategorie, sondern Ableger und Zwischenformen der zwei großen Kategorien. Deshalb würde ich sagen, wenn es den Betroffenen etwas bringt und sie das wollen, kann man von mir aus gerne in Pässe, Formulare usw. eine dritte Kategorie (oder noch mehr) einführen, aber im biologischen, wissenschaftlichen Sinne würde ich nicht von zusätzlichen Geschlechtern sprechen.
Es gibt einen Unterschied zwischen dem "Sex" und dem "Gender". Im Englischen gibt es zwei Worte dafür.
Im Deutschen wird beides leider mit dem Wort "Geschlecht" bezeichnet.
Vielleicht hast du den Smiley dahinter gesehen.
Eine sexistische Aussage wird durch einen "Smiley" nicht besser und nicht entkräftet.
Und ja: Sämtliches Reduzieren auf Äußere, wenn nicht explizit erwünscht, ist eine Belästigung.
Sag doch einfach mal das Wort "häßlich". Du bist nicht in der Lage zuzugeben, dass es auch häßliche Menschen gibt. Du musst immer dieses verharmlosende "nicht den Schönheitsstandards entsprechen" verwenden. Dabei gibt es objektive, universelle Schönheitskriterien (z.B. Symmetrie der Gesichter), genauso wie es auch kulturell unterschiedliche gibt (z.B. Gewicht/Körperfülle). Natürlich kann man es auch netter sagen, aber man muss doch nicht verleugnen, dass es diese Unterschiede zwischen den Menschen gibt.
Meinst du das Wort "hässlich"? (Ohne ß).
Hässlich ist ja subjektiv, aber nein, ich meine hier keineswegs hässliche oder wenig attraktive Menschen.
Ich meine es so, wie ich es geschrieben habe. Nur weil jemand nicht den aktuellen, westlichen und medial propagierten Schönheitsstandards entspricht, die nur sehr schwer zu erreichen sind, so ist er nicht gleich "hässlich".
Man kann auch attraktiv und sexy sein ohne dass man aussieht wie ein Supermodel.
Deswegen ist man nicht gleich hässlich.
Die wenigsten Menschen enstprechen dem Schönheitsideal.
Nur weil eine Frau vielleicht keine großen oder straffen Brüste hat oder eine kleine Narbe im Gesicht oder eine Falte oder einpaar Pickelchen oder Problemzönchen oder etwas moppeliger ist oder oder oder ist sie nicht sofort hässlich oder unattraktiv.
Ja, so wollen die Medien die Menschen erziehen und bei einigen klappt es wohl ganz gut.
Aber auch das ist nicht die Tatsache.
Vor allem Sexualität ist nicht nur für die "Schönen". Wer den Medien glaubt, der müsste ja denken, dass nur schlanke Frauen mit großen, straffen Brüsten "sexy" wären und alles andere nicht...und GLÜCKLICHERWEISE (!) stimmt diese Lüge nicht, die die Medien verbreitet
😉
Und ich habe genug im Erotikbereich gearbeitet um zu wissen, dass dort nicht alle Frauen so aussehen und dass es auch eine Nachfrage nach ganz anderen Frauen gibt - Undzwar keine geringe Randgruppen-Nachfrage.
Leider glauben viel zu viele Menschen diese Lüge und leider haben Frauen deswegen schon Body-Shaming erlebt!
Sagt wer? Kein normaler Mann baggert die unförmige Kollegin mit Schnurrbart an.
Kein normaler Mann baggert ungefragt Frauen an, wenn man sich nicht gerade auf einer Single-Party oder auf der Spaß-Feier-Meile oder in Flirt-Chats oder im Swingerclub befindet.
Und ja, du wirst es nicht glauben, aber: Frauen eines jeden Aussehens werden sexuell belästigt.
Solche Aussagen wie diese hier von dir empfinde ich z.B. als extrem triggernd und hart an der Grenze des Aushaltbaren.
Leider eine gruselige Annahme, dass Frauen, die dem Schöneitsideal nicht entsprechen, keine Opfer von Belästigung und sexueller Gewalt wären.
Ich stelle fest, dass du in deinen letzten Posts öfters solche seltsamen Formulierungen hast, die kein korrektes Deutsch sind. Zeitmangel? Jedenfalls kommt es nicht so überzeugend rüber, wenn man ständig schreibt, wie wenig Ahnung Andere von wissenschaftlichen Themen hätten und auf welch niedrigem (Galileo-) Niveau sie sich bewegten und wie klug der gewünschte Mann sein müsse, und dabei selbst kein vernünftiges Deutsch auf die Reihe kriegt.
Jetzt lass' doch einmal die Kirche im Dorf. Weil ich in dem von dir darüber zitierten Satz im Eifer des Gefechts das Wörtchen "bei" vergessen habe, soll das jetzt fehlerhaftes Deutsch sein?
Jeder kann beim schnellen Schreiben einmal ein kurzes Wörtchen vergessen.
Ich reduziere dich hier auch nicht auf deine Fehler - Außer das mit dem Wort "hässlich". Das musste ich dann doch. Das war ein wirklicher Fehler im Gegensatz zu meinem vergessenen Wörtchen.