Die kannst du ja auch ruhig äußern. Das "gehirngewaschen" war vielleicht zu unhöflich formuliert, ich hab mich da ein bisschen in Rage geredet. Kommt auch mal vor. Der Begriff ist aber insofern durchaus ernst gemeint, als ich den Eindruck habe, dass die Realität von manchen Feministinnen nur noch durch den Filter ihrer Theorien wahrgenommen wird und Lebenserfahrung und gesunder Menschenverstand außen vor bleiben. Aber lassen wir das, es führt sowieso zu nix.
Was mich aber mal interessieren würde: Wie bringst du deine feministischen Ansichten damit in Einklang, dich zu prostituieren? Die typische feministische Meinung dazu ist doch, dass Prostitution ganz ganz böse ist.
Zurück zum Thema:
Mich würde interessieren, ob hier auch Leute, die sexuell nicht auf Frauen stehen, folgenden Satz von Käferin bestätigen würden: "Eine schöne Frau anzusehen ohne etwas Sexuelles zu denken oder zu empfinden ist praktisch unmöglich."
Wie kommst du darauf, dass es nicht in Einklang zu bringen wäre?
Das ist doch sehr schubladiges Denken von dir.
Es ist doch gerade ein feministisches Thema, denn es betrifft Frauen.
Intersektionaler Feminismus ist wichtig d.h. man benötigt gerade Sexworker-Feministinnen, Feministinnen mit Kopftuch, Feministinnen, die auf BDSM stehen usw
Gerade diese Feministinnen können einen feministischen Umgang mit diesen Themen diskutieren, denn sofern es sich um Freiwilligkeit und Selbstausdruck handelt und etwas einer Frau auch Selbstbewusstsein und Stärke gibt und etwas nicht durch ein patriachalisches System erzwungen ist, so kann es zum feministischen Diskurs gehören und man kann sich Gehör verschaffen. Es kommt bei vielen Themen nämlich auf das "wie" an.
Ich habe keine Lust auf Grundsatzdiskussionen diesbezüglich, denn Feminismus ist auch nicht Thema dieses Threads, aber du scheinst eine sehr veraltete und einseitige Ansicht dazu zu haben ohne dich darüber und über die verschiedenen Facetten und Strömunge zu informieren.
Ein bisschen so wie das, was wieder einmal die Mainstream-Medien darüber verbreiten.
Wahrscheinlich hälst du soetwas wie eine Alice Schwarzer propagiert für feministisch. Das ist sie aber meiner Ansicht nach nicht. Sie ist für mich eine Populistin.
Aber wie gesagt wünsche ich hierzu keinen zu großen Exkurs.
Informiere dich doch sonst einmal über die sogenannten "Lesbian Wars".
Da haben sich die "Feministinnen" die z.B grundsätzlich gegen Pornographie, Sexwork und BDSM im Kontext mit Frauen sind, abgespalten von denen, die diese Themen durchaus als feministisch ansehen, sofern es sich um Freiwilligkeit und Selbstausdruck handelt und der gesellschaftliche Rahmen und Kontext passt.
Entscheidungen von Frauen, die ihnen gut tun, sind immer feministisch.
Ich bin für den Selbstausdruck von Frauen, aber nicht dafür, dass dieses zu einer vermarkteten
Ressource für den "male gaze" verkommt und dahingehend pervertiert wird.
Weiter möchte ich dieses hier nicht diskutieren. Passt auch nicht in den Thread.
Den Satz "Eine schöne Frau anzusehen ohne etwas Sexuelles zu denken oder zu empfinden ist praktisch unmöglich."
finde ich gruselig und hässlich.
Ich habe lange überlegt wie man diesen Satz nennen kann und bin dann auf das Wort "gruselig" gekommen.
Hässlich ist er auch.
Dieser Satz lässt mehrere Schlüsse zu:
Dieser Satz entlarvt, dass jemand mit seinen sexuellen Trieben nicht umgehen kann.
Daran ist dann nicht die etwaige "Schönheit" einer Frau Schuld, sondern die Tatsache, dass die Person,
die dieses äußert, nicht in der Lage ist Geist und Sexuelles zu trennen und sich somit in einem sehr
pubertären Stadium befindet.
Es ist durchaus eine Art des "victim blaming": So ein Satz soll ja implizieren, dass "Die Schönheit" einer Frau daran "Schuld" sei, dass jemand etwas Sexuelles empfindet. Leider ist dieses eine Dynamik, die es so seit Jahrhzehnten in unserer Geschichte gibt und ständig erneut auftaucht.
Sie wird noch heute so verwendet, wenn sexuelle Täter versuchen ihre Taten zu entschuldigen.
Es sei ja "Die Schönheit" und die Art wie "sexy" eine Frau wäre. Da "könne man ja nicht anders".
Es ist dabei egal, ob der Satz von einem Mann oder einer Frau geäußert wird.
Dieses macht so einen Satz nicht weniger gefährlich.
Dieser Satz macht "Schöne Frauen" zu einem passiven Etwas, das wieder einmal nur zum Schönsein gut wäre.
Und er macht Frauen indirekt zum "Täter" durch etwas, wofür sie nichts können, nämlichen dem Äußeren und etwaigen sexuellen Attributen.
Denn "man könne dann ja nicht anders" und das wäre ja "normal".
Es wird formuliert als wäre es ein unumstößliches Naturgesetz.
Solche Sätze sollen nur die eigene Unfähigkeit damit umzugehen legitimieren.
Ja, man kann anders. Auch wenn man jemanden attraktiv findet oder sexuell anregend.
Nennt sich: Sich kontrollieren.
Und nein, dafür sind nicht die Frauen mit ihrer Optik verantwortlich, sondern man selbst und die eigenen Gedanken und Empfindungen.
Aber ist ja einfacher, wenn man so tun, als sei es "normal" und "natürlich".
Des Weiteren verstehe ich den Fokus auf Frauen nicht. Gibt auch Männer, die bei schönen Männern nervös werden und sich nicht kontrollieren wollen. Und es gibt auch Frauen, die bei schönen Männern schnell sexuell denken wollen.
Es hat als solches nicht mit dem Thema Frauen zu tun.
Letztendlich noch das Thema "Schönheit": Wird hier vieles vermischt? Sexuell anregend muss nicht immer Schönes sein und Schönes muss nicht immer sexuell anregend.
Weiterhin ist beides sehr subjektiv. Jeder Mensch findet anderes schön und findet anderes sexuell anregend.
Wenn also von "schöner Frau" die Rede ist, dann ist für jeden etwas anderes gemeint.
Oder ist von dem westlichen, medial propagierten Schönheitsideal die Rede? Auch das finden nicht alle hier schön oder gar sexuell interessant. Und wenn davon die Rede wäre, dann würde es alle Frauen diskriminieren, die nicht so aussehen.
Es würde also implizieren als wäre Sexualität und sexuelle Anziehung nur etwas für gesellschaftlich als "schön" anzusehende Menschen und dieses ist faktisch falsch - Auch wenn die Medien uns so erziehen wollen.
Dieser Satz ist also gruselig und gefährlich genauso wie "Frauenkörper sind einfach schöner als Männer".
Erstens diskriminiert es Männer und sämtliche Leute, die anders empfinden und zweitens reduziert es Frauen auf das "Schönsein" und schwupps ist man schon wieder bei extrem lookistischen und diskriminierenden Aussagen, wie man dieses teilweise auch in den Kommentaren vorfinden kann.
Es ist nicht die Aufgabe einer Frau "schön" oder "sexy" zu sein. Eine Frau darf einfach sie selbst sein ohne ständig dahingehend bewertet zu werden.
Ohne angesehen und sexuell wahrgenommen oder optisch diskriminiert zu werden.
Diese Denkweise legitimiert nämlich eine Objektifizierung: "Naja Frauen sind nun einmal eben schöner!" und betont latent Schösein als etwaige "Aufgabe" oder "Erfüllung" von Frauen.
Als wären sie eben nur fürs Ansehen und Erregtwerden da.
Frauen, die nicht schön sein und nicht sexualisiert werden wollen oder dem Ideal nicht entsprechen, wird somit ein Teil "abgeprochen". Und das Ansehen und Sexualisieren von Frauen, die dieses erfüllen, wird damit nahezu "entschuldigt"...
Sehr hässliche Sätze hier.