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Frauen und Männer - gleich, ungleich oder ungleich behandelt?

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Die Frauen werden einen halt nicht auf dem Silbertablet serviert. Man muss auch dafür was tun. Und wenn man sich so präsentiert wie hier im Forum, wundert mich ja gar nichts mehr.
 
Irgendwie hängt es mir immer noch nach, dass ich mit meiner Antwort auf Violetta Valeries Berichte über Anmachen auf der Arbeit anscheinend so grandios danebengehauen hab. Aber ich hab inzwischen neuen Input bekommen durch einen Online-Artikel über die Weinstein-Affäre (inklusive Kommentare), und mir ist wieder klar geworden, worauf ich hinauswollte (wenn's mir auch nicht mehr gelang, den Gedanken allgemeinverständlich auszuformulieren). Und zwar kommentieren viele Männer so Sachen wie:

- Männer müssen den ersten Schritt übernehmen, also machen sie auch eher die Fehler.
- Manche Frauen setzen ihre weiblichen Reize als Mittel ein, um sich Vorteile zu verschaffen.
- Manche Frauen nutzen Männer auch gezielt aus.
- Ist es nicht auch sexuelle Belästigung, wenn Frauen ihre weiblichen Reize besonders zur Schau stellen?
- Habe das unangenehme Gefühl, dass ich irgendwie mit verantwortlich gemacht werde für das asoziale Verhalten einzelner männlicher Personen.

Was all diese Kommentaren letztlich aussagen, ist so was wie: Es sind nicht nur die Männer die Bösen und die Frauen die Guten und die Opfer. Man hat aber bei der Berichterstattung und den Kommentaren oft diesen Eindruck. Aber das erlebe ich nicht so und erleben vermutlich auch die meisten Männer nicht so. Erstens, es sind nicht immer die Männer die Bösen und die Frauen die Guten. Und zweitens, und das dürfte noch wichtiger sein, es ist nicht so, als ob Männer immer die Macht hätten und Frauen immer die Opfer seien.

Diesen Punkt mit der Macht möchte ich gern noch etwas genauer betrachten. Denn an dem Punkt unterscheidet sich, glaube ich, ganz stark die Wahrnehmung, und das sorgt für das gegenseitige Unverständnis. Männer erleben Frauen als mächtig, weil sie darüber entscheiden, wer Sex kriegt. Frauen nehmen sich in derselben Situation aber gar nicht als mächtig wahr, sondern vielleicht eher selber gerade in der Defensive (weil sie z.B. gerade nicht wissen, wie sie sich der Avancen eines Mannes erwehren sollen). Nehmen wir mal folgende Situation: Ein mit Frauen unerfahrener und ungelenker junger Mann macht eine schöne junge Frau mit einem blöden Spruch an, sie lässt ihn verächtlich abblitzen. Der Mann fühlt sich als das Opfer, als der Schwächere, weil er, wo er einmal seinen ganzen Mut zusammengenommen hat, um sie anzusprechen, von ihr mit Verachtung gestraft wurde und daran länger zu kauen haben wird. Umgekehrt kann es aber sein, dass die Frau seinen blöden Spruch als sexuelle Belästigung auffasst. Sie sieht sich vielleicht als Opfer des übermächtigen Patriarchats, vor allem, wenn sie ausreichend vom feministischen Zeitgeist mitbekommen hat. Frage: Welche Sichtweise wird es eher (in Form eines Artikels oder eines Me-too-Tweets) in die Öffentlichkeit schaffen, seine oder ihre? Und: Wer ist in dieser Konstellation der Mächtigere von beiden?

Anderes Beispiel, banaler: Gelegentlich schreibt irgendein Mann in irgendein Online-Forum, dass Frauen es doch so viel einfacher hätten, weil sie immer Sex haben könnten, wenn sie wollen. Mit letzterem hat er zwar recht, mit ersterem aber nicht, weil das in der Regel gar nicht das ist, was Frauen wollen. Aber es ist auch ein Beispiel für die unterschiedliche Einschätzung von Macht-Verhältnissen.

Und noch ein letztes Beispiel, und damit komme ich wieder zu Violetta Valeries Berichte über lästige Baggerei unter Kollegen (zumindest hab ich es als solche verstanden, nicht als Belästigung zum Zwecke der Einschüchterung o.ä.): Wenn man in einem armen Land unterwegs ist, wird man oft belästigt von Straßenhändlern, Taxifahrern und allen möglichen zwielichtigen Gestalten. Das kann sehr lästig sein und einen, wenn man sowieso schon angeschlagen ist, richtig fertigmachen. Man kann sich dann als Opfer fühlen, und man ist es irgendwo ja auch. Aber gleichzeitig kann man sich auch klarmachen, dass die ja nur so handeln, weil es arme Schweine sind, die Geld brauchen, Geld, das man selber hat. Man ist also eigentlich in der stärkeren Position, muss aber deswegen gleichzeitig Belästigungen ertragen. Frage: Wärt ihr deswegen lieber in der schwächeren Position? Ich glaube kaum. Übertragen auf die Mann-Frau-Sache heißt das: Ja, ihr Frauen, ihr werdet belästigt und müsst irgendwie mit dem männlichen Begehren klarkommen, das ist bestimmt nicht immer schön, aber gleichzeitig habt ihr auch eine Macht, und wenn ihr das seht, könnt ihr diese Macht - manchmal - auch für euch nutzen. (Das war eigentlich das, was ich sagen wollte.) Natürlich bringt diese Macht einem nicht immer was, das gilt für die umworbene Frau genauso wie für den umworbenen Individualreisenden. Trotzdem habe ich den Eindruck, dass dem wirklich penetranten Straßenhändler im Zweifel mit mehr Nachsicht begegnet wird als dem unfein baggernden westlichen Mann. (Wenn ich z.B. einen Straßenhändler, der mir eine halbe Stunde lang nicht von der Seite weicht, obwohl ich ihm von Anfang an klar gesagt habe, dass ich nichts kaufen will, und dessen Situation man aber verstehen müsse, vergleiche mit Rainer Brüderle mit seinem verunglückten Kompliment und wie man ihn dafür durch den Kakao gezogen hat, dann scheint mir das, nun ja, nicht ganz ausgewogen.) Was sagt ihr zu diesem Vergleich?

Und zu Schluss dann noch ein Beispiel für die andere Seite:

Auf Spiegel Online schrieb eine Leserin: Allzu viele Männer haben nicht den blassesten Schimmer, wie weit verbreitet Belästigungen tatsächlich sind und nehmen nicht wahr, wie präsent diese im Alltag ihrer Frauen, Schwestern, Mütter, Töchter sind. Das mag wahr sein, und auch das wäre ein weiteres Beispiel für die unterschiedliche Wahrnehmung. Solche alltagspraktischen Aussagen, die Verständnis für die jeweils andere Seite schaffen, sind meiner Meinung nach hilfreicher für positive Veränderungen als alle theoretischen Erörterungen über das Partriarchat usw., die sich gern mal recht weit von der Realität entfernen.
 
Anderes Beispiel, banaler: Gelegentlich schreibt irgendein Mann in irgendein Online-Forum, dass Frauen es doch so viel einfacher hätten, weil sie immer Sex haben könnten, wenn sie wollen. Mit letzterem hat er zwar recht, mit ersterem aber nicht, weil das in der Regel gar nicht das ist, was Frauen wollen. Aber es ist auch ein Beispiel für die unterschiedliche Einschätzung von Macht-Verhältnissen.
Frauen haben es in der Hinsicht einfacher, weil sie immerhin jederzeit Sex haben könn(t)en. Die meisten Single-Männer können das nicht. Eine Frau darf schüchtern sein, weil sie ja darauf warten kann, dass sie angesprochen wird. Als Mann ist man damit der Loser vom Dienst.

Frauen haben es in anderer Hinsicht schwerer, weil sie ständig damit rechnen müssen, unangenehm angegraben und belästigt zu werden. Und das sie mit höherer Wahrscheinlichkeit Opfer von sexuellen Übergriffen werden können.
 
Was Gleichbehandlung betrifft - gibt es halt mehrere Ebenen.

Die Rechtliche, die Berufliche, den Alltag und das Private ... gibt vielleicht auch mehr, aber jede einzelne Ebene sollte differenziert beurteilt werden.

Wenn Frauen die Gleichstellung fordern, interpretiere ich das so:

"Macht rechtlich keinen Unterschied, dass wir Frauen sind."
"Lasst uns alles machen können, was die Männer machen können."
"Seht uns als Menschen im Alltag und nicht als Sexobjekte und begegnet uns entsprechend."
ABER: "Lasst uns Frau sein, wie wir euch Mann sein lassen"

So stelle ich mir das vor 😉

Wenn eine Frau auf dem Bau arbeiten will - kann sie, wenn sie nen Zentnersack Zement übers Baugelände ohne Schubkarre (weil alle belegt sind) schleppen kann. Und das können manche Frauen - verdammt, einige Frauen haben mehr Muskeln als ich ^^ Aber es können nicht alle, und da soll es auch keine Sonderbehandlung geben ... Gleichstellung(!).

Wenn eine Frau als Möbelpacker arbeiten will - kann sie, wenn sie zu Zweit nen Klavier auf eine große Sackkarre hieven kann - bitte sehr ... aber keine Sonderbehandlungen!

usw - der Punkt ist "Sonderbehandlung" ... das ist nicht Gleichstellung, aber das ist auch nicht der eigentliche Punkt. Aber er wird als der Punkt politisch umgesetzt. Wenn sich auf einen Managerposten sich heutzutage 5 Männer und eine Frau bewerben, wird durch die Frauenquote die Frau eingestellt ... das ist keine Gleichbehandlung, sondern: Sonderbehandlung! Der eigentliche Punkt wird dabei nicht betrachtet ...

Der Punkt ist, dass man👎 der Frau einfach mal mit dem menschlichen Respekt begegnet - wie es wir Männer mit anderen Männern tun - und sie nicht sexualisiert oder diskriminiert! Ende! Das ist im Grunde eine einfache Prämisse, muss nur in allen Konsequenzen in den Köpfen der Menschen ankommen.

Alles Private darüber hinaus - die Eigenheiten von Frauen und Männern beim Flirten, beim Sex, beim sonstwas - verdammt, lasst es so! Das macht doch den Reiz dabei aus. Frauen können schüchtern sein, Männer können schüchtern sein ... wenn der Mann den ersten Schritt machen muss - dann zur Hölle - springt man👎 eben über seinen Schatten! Man👎 weiß es doch ... selbst gepostet hier ... also wenn man es weiß, kann man entsprechend handeln. So einfach ist es ... aber schiebt es doch nicht den Frauen in die Schuhe! Außerdem wissen die Frauen doch um das Problem der Schüchternheit bei Männern ... also kann man👎 sich auch mal n Schnitzer beim Ansprechen erlauben, hauptsache man👎 ist ehrlich und man selbst.

Körbe kassieren auch die Machos - nur die machen sich daraus nix. Einfache statistische Rechnung im Prinzip - "Quatsche 20 Frauen an, eine wird schon dabei sein" - das ist der Trick von dieser Kategorie Männern ... denke ich ^^ Ich weiß es nicht genau

-------------

Edit:
Frauen sind auch nur Menschen und keine "Einhörner" ... Frauen können auch furzen ... keine Regenbögen ... das donnert gewaltig! Also wenn man👎 sich dessen erstmal bewußt ist, ist das Ganze echt nur halb so wild. Also mir hat diese Erkenntnis damals als junger Mensch geholfen 😀 (das ist jetzt wirklich philosophisch ... falls man meinen Gedankengang nachvollziehen kann ... ein Frauenfurz ändert in einer privaten Beziehung sehr viel! ... hehe ... sry, ich muss mich grad wegen dieser Erinnerung weghaun 😀 😀)

So ist das halt - während den Frauen das meist hoch peinlich ist, reagieren wir so: "Schatz? Ruf die vom Guinness Buch an, ich hab ne Audioaufnahme!". Wir bewahren uns halt irgendwie das Kind im Geiste - das ist aber auch gut so. Wer macht Quatsch mit den Kids? -> Der Pappa! Also wieso da was ändern? Gleichbehandlung überall? -> Blödsinn!
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn eine Frau auf dem Bau arbeiten will - kann sie, wenn sie nen Zentnersack Zement übers Baugelände ohne Schubkarre (weil alle belegt sind) schleppen kann. Und das können manche Frauen - verdammt, einige Frauen haben mehr Muskeln als ich ^^ Aber es können nicht alle, und da soll es auch keine Sonderbehandlung geben ... Gleichstellung(!).

Dann muss ich dich aber leider enttäuschen. Frauen im Polizeidienst wäre demzufolge dann so ein Fall von "Sonderbehandlung".

😉
 
Dann muss ich dich aber leider enttäuschen. Frauen im Polizeidienst wäre demzufolge dann so ein Fall von "Sonderbehandlung".

😉

Ja klar, das war ja ein Beispiel, wie es sein sollte und nicht wie es überall ist ^^

Es gibt sicher unzählige Bespiele an Absurditäten bei uns. Da können die Frauen aber nix für, also nicht direkt. Es ist die Politik, die mißverstandene Gleichstellung durch Gesetze, Programme oder sonstiges bei uns etabliert. Das müsste man eigentlich sehr viel stärker hinterfragen ... passiert nicht. Als Politiker wäre das n Karriere-Killer ... wer kritisiert schon die "Feministen"? Das trauen sich auch nicht weibliche Politiker ... da ist man als Mann ganz schnell "Sexist" oder als Frau "nicht mehr zeitgemäß, altbacken, blöd"

Ist schwierig ... ABER einer Gesellschaft muss man eine gewisse "Lernzeit" geben. Es wurde noch nie von heut auf morgen alles perfekt.
 
Es gibt sicher unzählige Bespiele an Absurditäten bei uns. Da können die Frauen aber nix für, also nicht direkt.

Kommt drauf an. Viele Frauen behaupten mit stolz geschwellter Brust, sie könnten das alles genauso gut.

Und es ist auch unerheblich, wer daran schuld hat. Fakt ist, das System ist Mist. Und das sollte man erkennen. Tut man aber nicht.

Aber einen kriminellen wird es sicherlich freuen, wenn er auf eine gute Gelegenheit wartet um sich vom Arm eines Polizisten, oder einer Polizisten plötzlich zu reissen um abhauen zu können. 😉

Was möchtest du von einer Gesellschaft noch erwarten die nicht mehr handelt nach "die Beste Person für diesen Job", sondern "die Beste Frau für diesen Job"?!

Also ich nicht mehr so viel.
 
Zuletzt bearbeitet:
Im Folgenden fallen lauter Begriffe wie "die Frauen" und "die Männer", "ihr", "wir" und was es sonst noch so alles gibt.
Der Einfachheit wegen. Selbstverständlich trifft es nicht auf alle zu und trifft nur einen gewissen Teil.
Nehmt nicht alles wortwörtlich. Kann gut sein, dass so einiges überspitzt oder auch ironisch dargestellt ist.

Warum gibt es hier eigentlich immer wieder Streit, weil Männer es ja so viel schwieriger hätten oder wir bösen Frauen zu oberflächlich sind, aber uns dennoch beschweren, dass wir auf unser Äußeres reduziert werden?

Frauen werden - nach meiner(!) Beobachtung - häufiger auf das Äußere reduziert als Männer. Sehr häufig von Männern natürlich, aber bald genau so oft von Frauen. Aktuell "schöneres Geschlecht" usw.
Wenn man raus geht und wen nicht kennt, dann reduziert man ihn auf sein Äußeres, weil das der einzige Anhaltspunkt ist. Und das ist in einem gewissen Maße denke ich auch ganz gut so. Man kann anhand der Kleidung, Frisur, Verhalten, ... selbstverständlich schon Aussagen treffen, ob man mit diesem Menschen etwas zu tun haben will. Wenn ich z.B. eine Frau treffe, die nur in lila oder rosa rum läuft, wie wenn die Klamotten die letzten Jahre über seit dem Kindheitsalter mitgewachsen wären, dann wage ich es zu bezweifeln, dass das passt, besonders bei entsprechendem Verhalten. Das bedeutet nicht, dass ich dann unfreundlich bin. Das bedeutet nur, dass ich mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit sagen kann, dass diese Person nicht zu mir passt. Also warum probieren? Warum nicht lieber bei wem, bei dem man sich sicherer ist? Nur: Vom Aussehen her kann ich nicht auf berufliche Qualifikationen oder Sonstiges schließen. Auf gewisse Charaktereigenschaften oder Persönlichkeitsmerkmale schon.

Das ist ganz normale Selektion.
Frauen erwarten eine gewisse Optik von Männern. Männer aber ebenso von Frauen.
Wir Frauen brauchen keinen Schönling, so wie es uns vorgeworfen wird. Das ist doch nichts anderes als eine Rationalisierung nach Freud. Gewisse Männer kommen nicht damit klar, dass sie mit dem Aussehen eben nicht punkten können und das leider auch nicht mit der Ausstrahlung ausgleichen können. Ist kein schönes Gefühl, also was tut Mann da? Es auf die Frauen schieben und schon fühlt sich das ganze besser an. Simply clever.

Warum muss immer gemeckert werden, anstatt anderen einfach nur mit Respekt entgegenzutreten?
Frauen und Männer haben doch ziemlich die selben Ansprüche.
Warum kann man nicht einfach akzeptieren, dass das so ist? Den Fakt annehmen, dass manche Menschen mit anderen nichts zu tun haben wollen, das ist doch eigentlich gar nicht so schwer. Jeder von uns macht das jeden Tag. Aber wehe es tun die Anderen. Und wenn es dann auch noch das andere Geschlecht ist, ja dann gute Nacht. 🙄
 
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