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Finanziell später abgesichert aber beruflich total versagt. Bin Hin- und Hergerissen

Offen gestanden habe ich nun so gar nicht verstanden, was Dich "nicht glücklich" bzw. "unglücklich" macht.
dazu gleich mehr


Dann wollte ich mal frage, woher es kommt, daß Du nicht Dein Leben nicht so "genießen" kannst. Okay, das ist jetzt irgendwie eine Unterstellung von mir oder ich lese es einfach aus Deinen Texten.
Stimmt, ich genieße es nicht so wie ich eigentlich könnte

Hast Du eigentlich Hobbies, die Dich wirklich interessieren?
Ja, aber im Prinzip alltägliche Hobbies

Wo ist jetzt eigentlich ganz konkret Dein Problem? Du möchtest "normal" leben und hast Dein Leben auch so eingerichtet. Das Geld im Hintergrund beruhigt bzw. entlasten Dich von echten Existenzängsten (was wirklich viel Wert ist im Leben, denn wer mal wirkliche Existenzängste hatte, der pflichtet mir sicherlich bei).
Ja, ich habe quasi selbst nichts groß auf die Reihe bekommen (Knackpunkt) und darf mich trotzdem in dieser Sicherheit wiegen. D.h. ich muss mir mit großer Wahrscheinlichkeit keine Sorgen für später machen.

Das sind Fragen, die Dich nicht schmälern sollen, sondern die interessieren mich einfach und viell. helfen sie Dir ja, Deinem Leben eine Richtung zu geben. Viell. fehlt es an knackigen Lebenszielen, da Du Dich eben in Sicherheit wiegen darfst? (alles nur Fragezeichen, wie Du siehst)
Genau daran fehlt es, ich habe keine großen Highlights, ich finde mein Leben eintönig und fange dann an mich mit anderen zu vergleichen, bei denen scheinbar alles besser ist. Das Geld oder die Sicherheit ansich können die Gedanken nicht ändern.

Irritiert Dich das Geld? Viell. "solltest" Du Deiner Meinung nach in einer anderen Rolle sein, bist aber freiwillig in einer anderen und genau das macht Dich "einfach nur kirre im Kopf"?
Ich meine höchstwahrscheinlich in einer anderen Rolle sein zu müssen, das alles nicht verdient zu haben


Wo genau ist das Problem?
Keine innere Zufriedenheit zu haben

Die Erkenntnis, daß Geld weder glücklich noch unglücklich macht, bringt ja auch nciht weiter...
Sie ist aber gut für die Selbstreflexion

Noch eine Frage:

Was bringen Dir Deine Vorwürfe? Wieso machst Du Dir Vorwürfe? Du kannst doch nix dafür, daß Dein Vater Dein Vater ist und Deine Mutter Deine Mutter und die Geld aufzuweisen haben, oder? Wo ist denn Deine Schuld Deiner Meinung nach?
Dafür kann ich natürlich nichts. Ich denke aber insgeheim oft darüber nach ob ich ihren Vorstellungen gerecht geworden bin, da ich ja im Prinzip der einzige bin der nichts bewegt hat, nichts geschafft hat, keinen besonderen Weg eingeschlagen hat. Deshalb verurteile ich mich selbst (so blöd das klingt) und sage die ganzen Vorteile sind ja nicht auf meinem Mist gewachsen.
 
Offen gestanden habe ich nun so gar nicht verstanden, was Dich "nicht glücklich" bzw. "unglücklich" macht.
dazu gleich mehr


Dann wollte ich mal frage, woher es kommt, daß Du nicht Dein Leben nicht so "genießen" kannst. Okay, das ist jetzt irgendwie eine Unterstellung von mir oder ich lese es einfach aus Deinen Texten.
Stimmt, ich genieße es nicht so wie ich eigentlich könnte

Hast Du eigentlich Hobbies, die Dich wirklich interessieren?
Ja, aber im Prinzip alltägliche Hobbies

Wo ist jetzt eigentlich ganz konkret Dein Problem? Du möchtest "normal" leben und hast Dein Leben auch so eingerichtet. Das Geld im Hintergrund beruhigt bzw. entlasten Dich von echten Existenzängsten (was wirklich viel Wert ist im Leben, denn wer mal wirkliche Existenzängste hatte, der pflichtet mir sicherlich bei).
Ja, ich habe quasi selbst nichts groß auf die Reihe bekommen (Knackpunkt) und darf mich trotzdem in dieser Sicherheit wiegen. D.h. ich muss mir mit großer Wahrscheinlichkeit keine Sorgen für später machen.

Das sind Fragen, die Dich nicht schmälern sollen, sondern die interessieren mich einfach und viell. helfen sie Dir ja, Deinem Leben eine Richtung zu geben. Viell. fehlt es an knackigen Lebenszielen, da Du Dich eben in Sicherheit wiegen darfst? (alles nur Fragezeichen, wie Du siehst)
Genau daran fehlt es, ich habe keine großen Highlights, ich finde mein Leben eintönig und fange dann an mich mit anderen zu vergleichen, bei denen scheinbar alles besser ist. Das Geld oder die Sicherheit ansich können die Gedanken nicht ändern.

Irritiert Dich das Geld? Viell. "solltest" Du Deiner Meinung nach in einer anderen Rolle sein, bist aber freiwillig in einer anderen und genau das macht Dich "einfach nur kirre im Kopf"?
Ich meine höchstwahrscheinlich in einer anderen Rolle sein zu müssen, das alles nicht verdient zu habenHallo Flo,



Wo genau ist das Problem?
Keine innere Zufriedenheit zu haben

Die Erkenntnis, daß Geld weder glücklich noch unglücklich macht, bringt ja auch nciht weiter...
Sie ist aber gut für die Selbstreflexion

Noch eine Frage:

Was bringen Dir Deine Vorwürfe? Wieso machst Du Dir Vorwürfe? Du kannst doch nix dafür, daß Dein Vater Dein Vater ist und Deine Mutter Deine Mutter und die Geld aufzuweisen haben, oder? Wo ist denn Deine Schuld Deiner Meinung nach?
Dafür kann ich natürlich nichts. Ich denke aber insgeheim oft darüber nach ob ich ihren Vorstellungen gerecht geworden bin, da ich ja im Prinzip der einzige bin der nichts bewegt hat, nichts geschafft hat, keinen besonderen Weg eingeschlagen hat. Deshalb verurteile ich mich selbst (so blöd das klingt) und sage die ganzen Vorteile sind ja nicht auf meinem Mist gewachsen.


Hallo Flo,

es tut mir leid, du jammerst auf hohem Niveau. Irgendwas scheint in deinem Kopf nicht zu stimmen.
Wenn dir dein Leben eintönig erscheint, warum machst du denn nicht irgendwas. Fange eine neue Sportart
an, suche dir einen interessanten Job. Es gibt so viele Dinge..... vom Himmel fallen die allerdings nicht.
Mach doch mal was verrücktes.

Gruß
 
Ja, aber im Prinzip alltägliche Hobbies
Normale Hobbies, ein normales Angestelltenverhältnis...ja, das ist in der Tat sehr, sehr furchtbar. 😉 Sorry, ich hoffe das kommt nun nicht so rüber, als ob ich mit Deinen Problemen nicht mitfühlen könnte. Das kann ich sogar sehr gut. Ich wurde auch in eine Familie von Achievern hinein geboren und hörte zwischen den Zeilen immer die Botschaft "Du musst etwas Besonderes leisten." Ich habe es versucht und bin gescheitert. Das hatte ich ja schon geschrieben. Meine Herkunftsfamilie ist nicht reich und ich bin es auch nicht, aber dennoch geht es mir finanziell (mittlerweile wieder) besser, ohne mein eigenes Zutun.😱 Lange Zeit habe ich mich dafür geschämt und fühlte mich schuldig.
Die Fragen, die Du Dir stellst, wie zum Beispiel "verdiene ich das alles?", kommen mir sehr bekannt vor.
Ich litt jahrelang an Depressionen, Existenzängsten (die Dir ja erspart bleiben) ...und immer größeren Depris. Mittlerweile habe ich mich gewandelt, mich von meinem alten Ego gelöst und bin fast geheilt. Ich möchte nun keinen Roman hier über mich selbst schreiben, vor allem weil der Weg zur Heilung für jeden Menschen ein anderer ist.
Doch vielleicht kann mein Beitrag ein paar Ideen liefern. I don't know. 😕
Bist Du spirituell? Ansonsten ist das, was ich nun schreibe, wahrscheinlich überhaupt nicht hilfreich. Nachdem ich mit meinen beruflichen Karriereplänen auf die Nase gefallen war, habe ich mir viele Gedanken darüber gemacht, warum man überhaupt auf der Welt ist. Ich glaube, jedes Lebewesen hat eine Seele und dass die Seele, die als Mensch auf die Welt kommt, etwas lernen will.
Als ich mich noch erfolgreich wähnte, war ich sehr gefallsüchtig, wollte von jedem gemocht werden, suchte immerfort nach Anerkennung und konnte gleichzeitig kaum Nähe zulassen. Denn wenn man sich über andere Menschen stellen will indem man mehr leistet, blockiert das gleichzeitig wahre Nähe, echte Freundschaft und eben auch Liebe. Wenn man versucht MEHR zu leisten, zu tun oder zu können als andere, errichtet man zwischen den anderen und sich selbst eine psychologische Barriere.
Diese Barriere hat sicherlich bei jedem Menschen andere Auswirkungen. Bei mir mit meinem Helfersyndrom hatte sie zur Folge, dass ich immer mehr zur Briefkastentante für meine Freunde wurde und mich immer einsamer fühlte, weil ich immer nur gab und selten etwas zurück bekam. Erst als ich auf der Nase lag, fing ich an mich mit meiner sozialen Rolle auseinander zu setzen. Einige Freundschaften zerbrachen, in anderen kriselte es. Ich machte meinen Freunden nämlich Vorwürfe dafür, dass sie mich so sehr mit ihren Problemen zugetextet hatten. Doch das war nicht nur deren Schuld. Ich war unfähig gewesen, in einer Freundschaft nicht nur zu geben, sondern auch zu nehmen: nämlich Fürsorge, Zuhören und Anteilnahme. Ich war doch schließlich so weit oben und so stark. So jemand konnte doch einfach nicht bedürftig sein. Na ja, offensichtlich doch. 🙂🙄

Das Problem mit einem hohen gesellschaftlichen Status (mehr Leistung, etwas Besonderes sein) ist, dass man je nach Veranlagung schnell in die Falle herein tappt andere auszunutzen oder selber ausgenutzt zu werden, weil man von jemandem, über dem man steht, ja keine Gefühle, Fürsorge oder gar Stärke annehmen kann. Oder kennst Du zum Beispiel eine Hausangestellte, die ihre Chefin in den Arm nimmt, wenn diese von ihren Eheproblemen erzählt. Die Chefin würde ihrer Hausangestellten meistens nicht von ihren Eheproblemen oder ihren psychologischen Komplexen erzählen. Denn sie ist die Chefin, sie ist die Stärkere, sie ist oben. Und wenn man oben ist, zeigt man sich nicht bedürftig.
Status trennt Menschen voneinander. Wenn man unten steht, ist das genauso blöd. Wenn nicht gar blöder. Früher konnte ich es auf den Tod nicht ausstehen, wenn jemand auf mich herabschaute. Heute denke ich über so jemanden "dieser Mensch muss noch viel lernen. Er ist ein Gefangener seines Status-Denkens und kleiner, schwächer und viel unfreier als ich." Das ist zwar schon wieder ein Vergleich...aber immerhin geht es mir mittlerweile besser. Als Mensch bin ich gescheitert, doch meine Seele ist gewachsen. Ich kann besser Liebe und Fürsorge geben und annehmen als früher und falle nicht mehr so schnell auf toxische Freunde herein.

Wenn man immer nur nach irgendeinem weltlichen Erfolg oder Ziel strebt, dann bleibt das Leben ohne Substanz. Der Kern eines Menschen entwickelt sich nicht weiter. Man läuft Gefahr, sein Selbstwertgefühl daraus zu ziehen, dass man über anderen steht. Spätestens wenn man ins Altenheim muss und einer von vielen hilflosen Bewohnern wird, hat man dann ein Problem. Aber meistens hat man das schon viel früher. Wenn man durch Status und "ein mehr" an Leistung Barrieren zu anderen Menschen aufbaut, fehlt es an Offenheit und Vertrauen. Nicht umsonst heißt es oft "Erfolg macht einsam".
Mein Zuhause sehe ich ohnehin in der spirituellen Welt. Ich habe mich viel mit den Lehren von Jesus (Nächstenliebe, Selbstliebe) und Reinkarnation beschäftigt. Das ist natürlich nicht jedermanns Sache. Wobei das Gefühl eine spirituelle Heimat zu haben enorm helfen kann.
Genau daran fehlt es, ich habe keine großen Highlights, ich finde mein Leben eintönig und fange dann an mich mit anderen zu vergleichen, bei denen scheinbar alles besser ist. Das Geld oder die Sicherheit ansich können die Gedanken nicht ändern.
Ist es nicht viel eintöniger als Manager jeden Tag 16 Stunden zu malochen? Und dann in St Moritz der Eintönigkeit für ein Wochenende zu entfliehen, um dann genauso weiterzumachen wie vorher? Oder zum Beispiel der Präsident eines Landes zu sein? Er oder sie hat sicherlich auf den ersten Blick enorm viel an Abwechslung. Doch auf dem zweiten Blick? Sind die ganzen Gipfeltreffen und Parteiverhandlungen nicht auch alle irgendwann gleich? Oder Du würdest von Marbella über St Tropez nach Dubai und sonst-wohin jetten. Überall Parties, überall derselbe Smalltalk. Wenig Wärme, echte Gefühle und meiner Meinung nach ganz wenige echte Highlights.
Ich finde ein wahres Highlight besteht unter anderem darin als der Mensch erkannt zu werden, der man in seinem Kern ist, und dafür geschätzt zu werden und sich selber zu schätzen. Der Weg dorthin kann allerdings lang und steinig sein. Doch Du bist noch sehr jung. 🙂
Wenn man immer dem Wunsch hinterher jagt etwas Besonderes darzustellen, dann kommt man von diesem Weg ab.

Ich meine höchstwahrscheinlich in einer anderen Rolle sein zu müssen, das alles nicht verdient zu haben
Verdienen ist sowieso ein merkwürdiges Wort, oder? Verdient eine Krankenschwester wirklich weniger als ein Teilnehmer des Dschungelcamps? Wer bestimmt, was Du verdienst?
Du scheinst ein sehr tiefgründiger Mensch zu sein. Die Kombination aus finanziellem Background und Nachdenklichkeit ermöglicht es Dir, die Werte der Gesellschaft in Frage zu stellen. Dich von diesem ganzen Leistungs-und Statusdenken zu zu lösen und auf Dauer glücklicher zu werden als all die Menschen, die in diesem Denken gefangen sind (wobei Du vielleicht eines Tages mal einem "Gefangenen" helfen kannst...vielleicht...🙂). Du hast die Chance Dich auf seelischer Ebene weiterzuentwickeln und Deinen Kern zu heilen. Wäre ich eine reiche Erbtante, dann würde ich Dich in meinem Testament tausendmal lieber bedenken als all diese "größer-schneller-weiter"-Menschen. Oder die Materialisten, die sich nur über ihr Haben definieren. Warum soll man jemandem mit Geld überhäufen, dem es nur für begrenzte Zeit eine Illusion des Glücks schenkt? Diese "größer-schneller-oder haben-Leute sind innerlich doch meist leer.
Wo genau ist das Problem?
Keine innere Zufriedenheit zu haben
Wenn jemand das Potential dafür hat, dann Du! Der Weg zur inneren Zufriedenheit beginnt meistens damit, dass man sich selber hinterfragt.
Dafür kann ich natürlich nichts. Ich denke aber insgeheim oft darüber nach ob ich ihren Vorstellungen gerecht geworden bin,
Muss man den Vorstellungen seiner Eltern gerecht werden? Warum? Kannst Du sie sonst nicht lieben? Oder können Sie Dich sonst nicht lieben? Letzten Endes geht es ja auch den Overachievern um Liebe. Sie begehen nur den Fehler, dass sie nach Anerkennung suchen und Anerkennung mit Liebe verwechseln. Wenn man in eine Familie hinein geboren wird, die -abgesehen von einem selbst- aus Overachievern besteht und man das Gefühl hat keine Anerkennung zu bekommen, kann das natürlich weh tun. 🙁 Doch Anerkennung vergeht (genauso wie Schönheit und Macht). Siehe das Altenheimbeispiel. Selbstachtung und (Selbst)Liebe, die man sich und anderen geben kann, ist das was bleibt.
Sehe es doch mal so: die anderen arbeiten an Dingen, die temporär sind und keine Substanz haben. Während Du angefangen hast an Deinem Kern zu arbeiten.
da ich ja im Prinzip der einzige bin der nichts bewegt hat, nichts geschafft hat, keinen besonderen Weg eingeschlagen hat. Deshalb verurteile ich mich selbst (so blöd das klingt) und sage die ganzen Vorteile sind ja nicht auf meinem Mist gewachsen.
Man kann keinen Pokal und keine Auszeichnung dieser Welt mit ins Grab oder ins Jenseits nehmen. Oft nicht einmal mit ins Altenheim (schon wieder dieses Beispiel).
Und Nein. Diese Vorurteile sind in der Tat nicht auf Deinem Mist gewachsen. Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, in der es verrückterweise immer schwerer wird etwas zu leisten. Bald sollen 30 Prozent aller Jobs aufgrund von Digitalisierung wegfallen. Als ob nicht schon genug weg gefallen wäre. Wo soll das hin führen, wenn jeder etwas tun wollen muss?
Bereits Zweitklässler malträtiert man mit Nachhilfe. Damit die eigenen Kinder nicht die sind, die aus dem Sieb unserer Leistungsgesellschaft durchfallen. Nur leider wird einem genau das immer schneller widerfahren können. Eine Krankheit, ein Persönlichkeitsproblem (zB Schüchternheit), irgendeine Schwäche (die ja fast jeder hat) und man ist raus aus dem Rennen. Bald wird es Millionen Menschen in unserem Land und in der ganzen Welt geben, die sich genauso verurteilen werden wie Du es jetzt tust. Weil sie nach ihrer Aussiebung aus dem System ihren Leistungsansprüchen an sich selbst auch nicht mehr genügen. Und leider sind viele Menschen nicht so reflektierend und nachdenklich wie Du. Sie richten ihren Frust nach außen.
Wenn unsere Gesellschaft nicht endlich etwas gegen dieses weltfremde und überkommende Leistungsdenken tut, stehen uns enorme soziale Probleme und Unruhen bevor.
Diese Attribute verbeiten im Prinzip sowieso schon die Ellenbogenkarriere. Der Fehler ist wahrscheinlich mich überhaupt unzulänglich zu sehen weil ich meine dieses Idealbild abgeben zu müssen.
Es sind die mit den Ellenbogen, die dazu beitragen unsere Gesellschaft zu destabilisieren. Auf der einen Seite propagieren sie grenzenlos Leistungsdenken und auf der anderen Seite schaffen sie in Deutschland Jobs ab, indem sie diese in Länder transferieren, wo sich Menschen aufgrund fehlender Arbeitsschutzbedingungen besser ausbeuten lassen. Oder sie beuten hierzulande Menschen in prekären Arbeitsverhältnissen aus. Und gleichzeitig erzählen sie jedem "Du musst etwas leisten wollen. Höher, schneller, weiter!" Damit schaffen sie sich die idealen Arbeitsroboter heran.
Da sage ich nur: gar keinen Beitrag in der Welt zu leisten ist besser als so einer.
Im Prinzip suche ich den Sinn oder das (wahre) Glück im Leben, die lebenswerte Balance zwischen Arbeit und dem Leben, die innere Zufriedenheit ohne ständig etwas hinterherzujagen was man noch nicht hat oder noch besser machen könnte.
Nachdenkliche Menschen finden meistens später zum Glück als Macher-Typen. Dafür hat das Glück bei ersteren mehr Substanz, bleibt dauerhaft und ist mehr als nur eine Illusion. 🙂
Und zweitens, Glück ist etwas, wonach wir alle streben. Verständlicherweise.
Doch geht es im Leben tatsächlich darum, permanent glücklich zu sein? Wo wären die Highlights, wenn man nie durch ein Tal gehen müsste? Und genau das tust Du ja gerade.
Manchmal frage ich mich, ob dieses ganze Streben nach Glück und Selbstverwirklichung nicht auch so ein Spuk ist, den die Kapitalisten und Ellenbogen-Menschen in die Welt gesetzt haben. Die meisten Leute suchen ja in ihren äußeren Lebensumständen nach Glück anstatt in ihrem Inneren. Und wenn man Menschen permanent predigt "strebt nach Glück", bewegt man sie dazu, immer schneller zu rennen und höher zu springen,....
 
Hallo Themba,

habe mir deinen Text mehrfach durchgelesen und bin echt überwältigt über so viel Zeit zu meinem "Problem". Vielen Dank für die zahlreichen Denkanstöße !!!

Übrigens wegen dem Argument mit den Wochenenden: ich sehe sie irgendwie als eine Art Ausbruch aus diesen Gedanken. Dort gehe ich auf, hab Spaß mit Freunden und ertränke gewissermaßen die "Sorgen" durch Ausschweifungen und Alkohol.

Ich versuch etwas zu kürzen und auf einzelne Passagen einzugehen.

....wollte von jedem gemocht werden, suchte immerfort nach Anerkennung
Genau das meine ich auch versuchen zu müssen. Ich fühle mich von niemandem anerkannt, nahezu nutzlos.


Oder kennst Du zum Beispiel eine Hausangestellte, die ihre Chefin in den Arm nimmt, wenn diese von ihren Eheproblemen erzählt. Die Chefin würde ihrer Hausangestellten meistens nicht von ihren Eheproblemen oder ihren psychologischen Komplexen erzählen. Denn sie ist die Chefin, sie ist die Stärkere, sie ist oben. Und wenn man oben ist, zeigt man sich nicht bedürftig.
Für mich eigentlich traurig, ich helfe gern, bin sehr menschlich eingestellt. Aber so ist die heutige Gesellschaft.



Wenn man immer nur nach irgendeinem weltlichen Erfolg oder Ziel strebt, dann bleibt das Leben ohne Substanz.
Wieder ein Punkt den ich mir vielleicht selbst aufdränge, man muss im Leben was erreichen, immer strebsam sein

Überall Parties, überall derselbe Smalltalk. Wenig Wärme, echte Gefühle und meiner Meinung nach ganz wenige echte Highlights. Ich finde ein wahres Highlight besteht unter anderem darin als der Mensch erkannt zu werden, der man in seinem Kern ist, und dafür geschätzt zu werden und sich selber zu schätzen.
Genau deshalb würde ich mich (was wahrscheinlich keiner glaubt) mit Porsche und Rolex nicht in dem Sinne "besser" fühlen, weil ich das ganze Getue als oberflächlich sehe. Mir würde es in solcher Gesellschaft genau an diesen Gefühlen, Wärme und Verständnis fehlen. Diese Dinge würde ich sogar über dem Geld anordnen. Abgesehen davon wäre ich mit einem 16-Stunden Job wahrscheinlich ohnehin überfordert.

Wenn man immer dem Wunsch hinterher jagt etwas Besonderes darzustellen, dann kommt man von diesem Weg ab.
Wieder das Gleiche: will ich es unbedingt oder meine ich es bloß darstellen zu müssen weil es erwartet wird? Meine Eltern/Onkels/Cousins - alles erfolgreiche Menschen mit scheinbar in die Wiege gelegten Zielen und alles bilderbuchmäßig. Nur ich bin ganz einfach und habe dabei noch das (unverschämte) Glück wenig für meine Vorteile getan haben zu müssen.


Du scheinst ein sehr tiefgründiger Mensch zu sein.
Das stimmt allerdings, mit dem Nachteil dass ich mir viel zu schnell Gedanken mache und zu lange über Dinge nachdenke und philosophiere.


Die Kombination aus finanziellem Background und Nachdenklichkeit ermöglicht es Dir, die Werte der Gesellschaft in Frage zu stellen. Dich von diesem ganzen Leistungs-und Statusdenken zu zu lösen und auf Dauer glücklicher zu werden als all die Menschen, die in diesem Denken gefangen sind
Nur wie funkioniert das in einer Welt und vor allem in einem Umfeld das einem stets Wohlstand, Ehrgeizigkeit und Leistung vorlebt?


Sehe es doch mal so: die anderen arbeiten an Dingen, die temporär sind und keine Substanz haben.
Das denke ich mir oft wenn ich die heutige Arbeitswelt reflektiere, viele Leben nur noch für ihre Karriere und vergessen dabei das Menschliche oder wahre Werte im Leben. Das mit den Leistungsansprüchen ist ein guter Stichpunkt, denn wie du siehst können Menschen die keinen Leistungshammer in sich tragen daran zerbrechen. Ich mache mir Vorwürfe all diese Privilegien zu haben, wo ich doch diesen gesellschaftlichen Vorgaben in keinster Weise gerecht wurde. Keine besonderen Fähigkeiten, kein besonderer Job, nichts groß bewegt, aber trotzdem bevorteilt.


Manchmal frage ich mich, ob dieses ganze Streben nach Glück und Selbstverwirklichung nicht auch so ein Spuk ist, den die Kapitalisten und Ellenbogen-Menschen in die Welt gesetzt haben. Die meisten Leute suchen ja in ihren äußeren Lebensumständen nach Glück anstatt in ihrem Inneren. Und wenn man Menschen permanent predigt "strebt nach Glück", bewegt man sie dazu, immer schneller zu rennen und höher zu springen,....
... was ich jeden Tag erlebe. Es zieht mich nach unten. Ich kann mit Statusgehabe nicht wirklich viel anfangen. Mein größtes Glück erlebe ich z.B. mit echten Freunden am Lagerfeuer unter blauem Himmel, nicht weil um die Ecke mein Porsche steht. So bin ich irgendwie gestrickt.


Vielleicht pass ich auch nicht so richtig in diese Welt. Vielleicht habe ich auch in Kindsjahren schon zuviel Wohlstand mitbekommen, so dass ich nie gelernt habe wie Knappheit aussieht, und deshalb auch nicht in die Hufe gekommen bin "mehr" aus mir zu machen? Ich weiß es nicht. Ich suche mich selbst und weiß nicht so recht wo ich anfangen soll, bin hin- und hergerissen zwischen der Akteptanz meines bisherigen Lebens und dem Frust nicht so recht zu wissen wo man hingehört. Ich stelle vieles in Frage, grüble auch oft über die klassischen Hätte- und wenn Fragen nach. Hätte ich mehr aus mir machen müssen, hätte ich die Vorteile von vornherein ablehnen und meinen eigenen Weg gehen sollen. Momentan kann ich mir überhaupt nicht vorstellen was es für ein Gefühl wäre plötzlich viel Geld/Immobilien zu erben und zu wissen dass man das alles selbst nie hätte aufbauen können.
 
Zuletzt bearbeitet:
Für mich eigentlich traurig, ich helfe gern, bin sehr menschlich eingestellt. Aber so ist die heutige Gesellschaft.
Naja, aber das ist auch oft eine Ausrede, selbst nichts ändern zu müssen. Du bist ja Teil dieser Gesellschaft, also kannst du als Einzelner durchaus etwas bewirken. Ohne jetzt böse sein zu wollen (du schreibst ja sehr nett) Ganz ehrlich gesagt, denkst du für mich viel zu viel und probierst dich zu wenig aus. Fang doch einfach an! Geh nach draußen und schau dir an, was du kannst und was die Welt am meisten von dir braucht. Ich denke an den schönen Spruch von Franz Kafka: "Wege entstehen dadurch, dass man sie geht", also lauf los. Ob man richtig oder falsch abbiegt, weiß man erst, wenn man auf dem Weg ist und wird es nicht erfahren, indem man den Weg in Gedanken stundenlang durchgeht.
 
Genau deshalb würde ich mich (was wahrscheinlich keiner glaubt) mit Porsche und Rolex nicht in dem Sinne "besser" fühlen, weil ich das ganze Getue als oberflächlich sehe. Mir würde es in solcher Gesellschaft genau an diesen Gefühlen, Wärme und Verständnis fehlen. Diese Dinge würde ich sogar über dem Geld anordnen. Abgesehen davon wäre ich mit einem 16-Stunden Job wahrscheinlich ohnehin überfordert.
Jede Medaille hat zwei Seiten. Wenn Du einer dieser Menschen mit dem Porsche wärst, der 16 Stunden am Tag malochen könnte, wärst Du härter und weniger mitfühlend. Eine Welt, in der alle Menschen so drauf wären, wage ich mir nicht vorzustellen.
Doch Du bist glücklicherweise als tiefsinniger und nachdenklicher Mensch auf die Welt gekommen. Der Nachteil: Du wirst wohl kein neues Unternehmen gründen (brauchen wir das wirklich?).
Der Vorteil: Du leistest einen positiven Beitrag zum Denken und Fühlen der Menschen. Unterschätze ihn bitte nicht. Wer Deine Geschichte kennen lernt, hat die Chance zu erkennen, dass wir unser Leistungsdenken besser gegen Toleranz, Selbst-Reflektion und Mitgefühl austauschen sollten. Nicht jeder wird diese Lektion in sein Leben integrieren. Aber je länger Du auf dieser Erde sein wirst, desto mehr Menschen kannst Du mit Deiner Geschichte berühren. Es ist natürlich schwer Überzeugungen von heute auf morgen zu ändern. Aber wie sagt man so schön? Man kann einem anderen Menschen einen Stein in den Schuh legen. So dass er anfängt seine Lebenseinstellung zu überdenken. Und irgendwann kommt ein weiterer Mensch ins Leben oder ein Ereignis, was einen weiteren Stein in den Schuh legt. Und so geht es immer weiter...
Ich möchte mich nicht generell gegen Leistungsdenken aussprechen. Alles hat seinen Platz in unserer Welt. Doch diese extreme Fixierung auf Leistung, die das Denken und Fühlen vieler Menschen derzeit beherrscht, ist absolut out.
Die Gesellschaft fällt auseinander, wenn man immer nur darauf schaut, was man selber und andere darstellen. Kleine Kinder und Tiere sind noch ohne Vorurteile. Doch je älter wir werden, desto mehr entfernen wir uns von unserem Urzustand, der nicht ständig wertete. Und in dem man sich selber nicht andauernd verurteilte.

Darüberhinaus finde ich, dass Du viel leistest. Jemand, der ein großes Unternehmen aufbaut, leistet etwas im Außen. Jemand, der sich jeden Tag mit der Frage herum schlägt, ob er genügt und sein Leben verdient hat, kämpft genauso. Nur findet der Kampf in diesem Fall eben im Inneren statt. Mit solch heftigen inneren Kämpfen jeden Tag überhaupt aus dem Bett aufzustehen kann mehr Energie abverlangen als ein Unternehmen zu gründen und zu expandieren...
Leistung ist Definitionssache.
Es gibt diesen wunderschönen Spruch, der besagt "der, der tut, was er vermag, verdient Achtung." Eine 90 Jährige leistet vermutlich mehr wenn sie drei Kilometer joggt als ein 20-Jähriger, der einen Marathon läuft.
Und jemand mit einem in-sich gekehrten Charakter und keinem allzu hohen Energielevel, der einen normalen 9-5 Job meistert, leistet mitunter mehr als jemand, der 16 Stunden am Tag arbeitet und die Welt verändert, weil er gar nicht anders kann als dauer-aktiv zu sein. Und welcher Macher oder Actionmensch verändert die Welt tatsächlich? Vor allem zum Positiven?
Fängt eine Veränderung zum Positiven nicht beim Individuum an und bei seinem Denken und Fühlen? Wie viel Positives bringt ein Mensch in die Welt, der nur in Dimensionen von Leistung und Haben denkt?
Die Selbstdarsteller ziehen die Welt eher runter (wenn auch oft unabsichtlich), weil sie in anderen permanent Vergleiche hervorrufen. So wie leider auch in Dir. 🙁
Wäre das nicht auch mal eine neue Möglichkeit die Welt zu sehen? Wenn Du Dich nicht immer fragen würdest "was gebe ich? Was verdiene ich?" Sondern auch mal "was geben mir die anderen?"

Wieder das Gleiche: will ich es unbedingt oder meine ich es bloß darstellen zu müssen weil es erwartet wird? Meine Eltern/Onkels/Cousins - alles erfolgreiche Menschen mit scheinbar in die Wiege gelegten Zielen und alles bilderbuchmäßig. Nur ich bin ganz einfach und habe dabei noch das (unverschämte) Glück wenig für meine Vorteile getan haben zu müssen.
Ist das nicht bei uns allen so? Wir alle haben genug zu essen und ein Dach über dem Kopf, etwas wofür Menschen in anderen Ländern oft schwer arbeiten müssen. Das, was von Bewohnern anderer Länder teilweise übermenschliche Anstrengungen abverlangt, wird uns im Westen sozusagen in die Wiege gelegt.
Oder Freiheit. Es gibt so viele Menschen, die dafür gekämpft haben und sogar gestorben sind für dieses Ziel. Und wir nehmen unsere Freiheit als etwas Selbstverständliches hin.
Kaum einer fühlt sich schuldig dafür, dass er einen gefüllten Kühlschrank hat, manchmal ins Kino gehen kann und ein freier Mensch ist, auch wenn das nicht alles auf dem eigenen Mist gewachsen ist. Der eigene Job vielleicht noch. Zum Teil. Auch dafür braucht man Glück und Gesundheit. Doch wer würde sich schon schuldig fühlen, weil ihm Gesundheit in die Wiege gelegt wurde?

Woher kommt nur dieser Glaube, dass man für Glück etwas Besonderes leisten müsse? Als Kleinkinder sind wir alle glücklich, so wie wir sind (natürlich abgesehen von denen, die eine furchtbare Kindheit haben 🙁). Und irgendwann hört man auf, glücklich zu sein und fängt an sich selber in Frage zu stellen. Warum eigentlich?
Ein Kind kann das, was ihm gegeben wird, einfach genießen, ohne zu fragen "verdiene ich das auch?" Warum haben wir Erwachsene diese Fähigkeit verlernt? Doch vielleicht gibt es einen Weg dorthin zurück? 😕🙂
Oft ist es ja so, dass wir Sätze hören wie "strenge Dich an in der Schule, damit später etwas aus Dir wird!" Ist das im Grunde genommen nicht ein total bescheuerter Satz?
Jeder Mensch ist jemand zu jeder Zeit!

Die Kombination aus finanziellem Background und Nachdenklichkeit ermöglicht es Dir, die Werte der Gesellschaft in Frage zu stellen. Dich von diesem ganzen Leistungs-und Statusdenken zu zu lösen und auf Dauer glücklicher zu werden als all die Menschen, die in diesem Denken gefangen sind
Nur wie funkioniert das in einer Welt und vor allem in einem Umfeld das einem stets Wohlstand, Ehrgeizigkeit und Leistung vorlebt?
Dein Umfeld gibt Dir offensichtlich nicht viel. Warum glaubst Du dann, dass Du Deinem Umfeld etwas geben musst, um Deinen Wohlstand zu verdienen? Dass Du Dich vor denen, die Dir nichts oder wenig geben, beweisen musst? All diese Macher denken doch ohnehin fast nur an sich selber. Bertrand Russell sagte mal "Menschen, die immer daran denken, was andere von ihnen halten, wären sehr überrascht, wenn sie wüßten, wie wenig die anderen über sie nachdenken."
Das denke ich mir oft wenn ich die heutige Arbeitswelt reflektiere, viele Leben nur noch für ihre Karriere und vergessen dabei das Menschliche oder wahre Werte im Leben. Das mit den Leistungsansprüchen ist ein guter Stichpunkt, denn wie du siehst können Menschen die keinen Leistungshammer in sich tragen daran zerbrechen. Ich mache mir Vorwürfe all diese Privilegien zu haben, wo ich doch diesen gesellschaftlichen Vorgaben in keinster Weise gerecht wurde. Keine besonderen Fähigkeiten, kein besonderer Job, nichts groß bewegt, aber trotzdem bevorteilt.
Die Menschen, die glauben nichts zu bewegen, sind oft die, die am meisten bewegen. Es gibt so viele andere, denen der Leistungshammer auch fehlt (wobei Leistung ja wie gesagt Definitionssache ist), und die es tröstet, wenn sie sehen, dass es anderen genauso geht wie ihnen. Klar. Du bist materiell privilegiert. Wärst Du das nicht, würdest Du Deine Leistungsfähigkeit wahrscheinlich weniger in Frage stellen. Für Dich selber wäre das vielleicht schöner. Doch da Dein Leben ist wie es ist, kannst Du andere inspirieren. Und glaube mir: es gibt durchaus Leute, die offen dafür sind. 🙂 Nicht alle. Unsere Gesellschaft ist hart...das ist klar.
Aber es wird immer wieder aufs neue Menschen geben, die vom permanenten Leistungsdruck genug haben. Und denen es hilft, wenn man sie daran erinnert, dass sie nicht selber fehlerhaft sind, sondern unsere Gesellschaft. Und Du kannst dabei helfen, sie daran zu erinnern. Durch Deine eigenen Probleme mit Dir selber ...und später einmal (hoffentlich) durch Deine Selbstakzeptanz. Viele werden über den Besitz, den Du einmal erben wirst, hinweg sehen und stattdessen die Gemeinsamkeiten zwischen Dir und ihnen selber sehen. Und das kann sehr tröstend sein.
Vielleicht pass ich auch nicht so richtig in diese Welt. Vielleicht habe ich auch in Kindsjahren schon zuviel Wohlstand mitbekommen, so dass ich nie gelernt habe wie Knappheit aussieht, und deshalb auch nicht in die Hufe gekommen bin "mehr" aus mir zu machen?
Wie definierst Du mehr?

Ich weiß es nicht. Ich suche mich selbst und weiß nicht so recht wo ich anfangen soll, bin hin- und hergerissen zwischen der Akteptanz meines bisherigen Lebens und dem Frust nicht so recht zu wissen wo man hingehört. Ich stelle vieles in Frage, grüble auch oft über die klassischen Hätte- und wenn Fragen nach. Hätte ich mehr aus mir machen müssen,
Eine der größten Menschen für mich ist meine Oma. Eine alte Frau ohne besonders hohen Status. Ob man für jemand Anderen groß oder klein ist, hängt von der Perspektive des Anderen ab. Deshalb gibt es, wenn man es genau betrachtet, kein weniger oder mehr.
Die Putzfrau, die eher keinen hohen gesellschaftlichen Status hat, bedeutet für ihre Familie vielleicht die Welt. Und der Manager, der jeden Tag endlos schuftet, bedeutet vielleicht niemandem so ganz viel, weil seine Familie und Freunde viel zu wenig von ihm mit bekommen.
Auf dem ersten Blick mag es sein, dass man mehr Respekt verspürt, wenn man hört "der ist Topmanager, Star oder Chefarzt". Doch auf dem zweiten Blick relativiert sich das alles, wenn das eigene Leben anfängt sich mit dem Leben der Putzfrau oder des Arztes zu kreuzen und der andere Mensch einen mit Fürsorge und Zeit, die er schenkt, berührt oder eben nicht. Dann kann auf einmal die Person mit gesellschaftlich kleinem Status ganz groß für einen werden. 🙂
ich verstehe nicht wirklich, warum ein Unternehmer mehr sein soll als ein Angestellter. Oder ein Arzt mehr als eine Putzfrau. In ihrem Kern sind das alles erst einmal nur Menschen. Und jeder dieser Menschen befindet sich auf seiner eigenen, individuellen Reise durchs Leben. Ich hoffe, dieses Mehr-Weniger Denken hört irgendwann mal auf. Jeder hat die Anlagen, die er halt eben hat. Aus einem Strauß kann man auch keinen Pinguin machen oder eben umgekehrt. Ist der Strauß nun besser als der Pinguin? Oder ist es anders herum? In der Natur gibt es kein besser oder schlechter. Das gibt es leider nur bei uns Menschen, weil wir der Natur entrückt sind.
hätte ich die Vorteile von vornherein ablehnen und meinen eigenen Weg gehen sollen.
Um Himmels Willen! Du hast in einer Angelegenheit großes Glück gehabt: finanziell! Und nun willst Du es abtreten, weil Du es Dir nicht selber erarbeitet hast? Sollten wir dann nicht auch alle unsere Grundrechte abtreten? Unsere Bewegungs-und Meinungsfreiheit? Denn wer von uns hat schon dafür gekämpft? Und überhaupt: so manch armer Mensch in einem armen Land würde für seine Lebensleistung sicherlich eine schönere Wohnung verdienen als die, die ich tatsächlich habe (nicht, dass meine kleine Wohnung wer-weiß-was wäre...aber verdiene ich nicht eher eine Wellblechhütte? Zum Beispiel im Vergleich zu manch fleißigem und Energie-geladenem Township Bewohner?).
Momentan kann ich mir überhaupt nicht vorstellen was es für ein Gefühl wäre plötzlich viel Geld/Immobilien zu erben und zu wissen dass man das alles selbst nie hätte aufbauen können.
Gesundheit ist ein Geschenk. Geld kann ein Geschenk sein. Freiheit ist ein Geschenk. Frieden und ein relativ gefahrloses Leben sind ein Geschenk, das vielen Menschen in unserer Welt ebenfalls verwährt wird.
Es gibt EIN Geschenk, das Du nicht bekommen hast: ein "Macher-Gen".
Dafür hast Du ein anderes Geschenk bekommen. Finanzieller Wohlstand. Und das ist doch gut so!🙂
Im Grunde doch crazy 😉: Für das Geschenk, das Du nicht bekommen hast, verurteilst Du Dich. Und über das Geschenk, das Du bekommen hast, zweifelst Du. Weil halt das andere Geschenk fehlt.
Geschenke annehmen zu können ist eine schöne Gabe. 🙂
Und Geschenke bringen es eben mit sich, dass man nichts dafür getan hat. Sonst wären es ja keine Geschenke.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich finde, es ist eine Sünde dass Du Deine besonderen Möglichkeiten zum Leben und Erleben nicht nutzt. Ob für Dich oder andere.

Dein beruflicher Ehrgeiz ist nicht wichtig. Aber menschlich scheinst Du überhaupt keine Neugier, kein Streben zu haben.

Vielleicht ist es das was Dich nervt. Du merkst dass Dir ohne Arbeitszwang praktisch nix einfällt. Weil das Geld schon da ist, hat das Leben keinen Sinn, es bleibt nichts mehr zu tun und zu erleben. Auch eine Art, Geld zum Mittelpunkt zu machen.
 
Hallo Themba,

eigentlich steh ich für die Zeit die du hier für mich aufbringst in deiner Schuld. VIELEN VIELEN DANK !!!

Der Gast hat in einem Punkt auch recht: mir fällt nichts ein 😕


Doch Du bist glücklicherweise als tiefsinniger und nachdenklicher Mensch auf die Welt gekommen. Der Nachteil: Du wirst wohl kein neues Unternehmen gründen (brauchen wir das wirklich?).
Nein das werde ich nicht, und ich werde auch nie der große Macher oder überall beliebt/bekannt



Aber je länger Du auf dieser Erde sein wirst, desto mehr Menschen kannst Du mit Deiner Geschichte berühren.
diese extreme Fixierung auf Leistung, die das Denken und Fühlen vieler Menschen derzeit beherrscht, ist absolut out.
Den Eindruck habe ich im Umfeld leider überhaupt nicht. Große Emotionen und menschlichkeit erfahre ich kaum mehr. Die Menschen funktionieren halt.


Mit solch heftigen inneren Kämpfen jeden Tag überhaupt aus dem Bett aufzustehen kann mehr Energie abverlangen als ein Unternehmen zu gründen und zu expandieren...
Das kann wohl nur jemand nachvollziehen der schon mal depressionsähnliche Zustände hatte, und ja es ist verdammt schwierig !

Die Selbstdarsteller ziehen die Welt eher runter (wenn auch oft unabsichtlich), weil sie in anderen permanent Vergleiche hervorrufen. So wie leider auch in Dir.
Wobei sie wahrscheinlich oft gar nicht merken dass es sich immer nur um das dreht. Sie können wahrscheinlich gar nicht anders. Aber ansonsten 1A erkannt, genau so ist es !!!

Das, was von Bewohnern anderer Länder teilweise übermenschliche Anstrengungen abverlangt, wird uns im Westen sozusagen in die Wiege gelegt.
Oder Freiheit. Es gibt so viele Menschen, die dafür gekämpft haben und sogar gestorben sind für dieses Ziel. Und wir nehmen unsere Freiheit als etwas Selbstverständliches hin.
Ich frage mich aber wer von den anderen sich da überhaupt Gedanken macht, habe noch nie mit jemandem über sowas überhaupt gesprochen, wobei es absolut richtig ist. Alles ist selbstverständlich.


Als Kleinkinder sind wir alle glücklich, so wie wir sind (natürlich abgesehen von denen, die eine furchtbare Kindheit haben 🙁). Und irgendwann hört man auf, glücklich zu sein und fängt an sich selber in Frage zu stellen. Warum eigentlich?
Ein Kind kann das, was ihm gegeben wird, einfach genießen, ohne zu fragen "verdiene ich das auch?" Warum haben wir Erwachsene diese Fähigkeit verlernt?
Sehr interessanter Ansatz. Vielleicht kommt daher in mir auch immer die Sehnsucht nach der "Vergangenheit", du wirst lachen aber wenn ich mir manche Fernseh-Fragmente aus den 80igern ansehe werde ich richtig sentimental und denke war das schön...


Oft ist es ja so, dass wir Sätze hören wie "strenge Dich an in der Schule, damit später etwas aus Dir wird!" Ist das im Grunde genommen nicht ein total bescheuerter Satz?
Jeder Mensch ist jemand zu jeder Zeit!
So sollte es sein, damit ist man aber in unserer Leistungsgesellschaft verloren


Dein Umfeld gibt Dir offensichtlich nicht viel. Warum glaubst Du dann, dass Du Deinem Umfeld etwas geben musst, um Deinen Wohlstand zu verdienen? Dass Du Dich vor denen, die Dir nichts oder wenig geben, beweisen musst? All diese Macher denken doch ohnehin fast nur an sich selber.
Stimmt es sind eigentlich bis auf einen keine richtigen Freunde. Man trifft sich halt wenns gut reinpasst, ansonsten interessiert sich kein Schwein für dich. Bis auf einen hat mich noch nie einer einfach mal so kontaktiert wies mir denn geht. Und sobald jemand eine Art Nachteil hat ist man uninteressant, wird versetzt oder es kommt nichts mehr. Immer ich und dann die anderen. Ich frage mich ob es insgeheim Menschen gibt die innerlich trotzdem einsam sind.


Du bist materiell privilegiert.
Ja aber momentan nicht so dass ich morgen aufhören könnte zu arbeiten. Habe zwar eine gewisse Summe angespart, aber im Geld schwimm ich ja nicht. Mir geht es nur relativ gut im Vergleich zu anderen Geldgeschichten hier. Der große materielle Reichtum kommt ja erst im Erbfall, und ich hoffe bis dahin dauert es noch sehr lange.


Viele werden über den Besitz, den Du einmal erben wirst, hinweg sehen und stattdessen die Gemeinsamkeiten zwischen Dir und ihnen selber sehen. Und das kann sehr tröstend sein.
Das wäre schön. Freundschaft bedeutet für mich nicht finanziell auf der selben Ebene zu stehen. In einer Freundschaft geht es nicht darum wer mehr hat und es ist für mich auch eigentlich nie ein Thema. Manche sind aber neidisch und sagen schau dir den an, von beruf mehr oder weniger Sohn...


Auf dem ersten Blick mag es sein, dass man mehr Respekt verspürt, wenn man hört "der ist Topmanager, Star oder Chefarzt". Doch auf dem zweiten Blick relativiert sich das alles, wenn das eigene Leben anfängt sich mit dem Leben der Putzfrau oder des Arztes zu kreuzen und der andere Mensch einen mit Fürsorge und Zeit, die er schenkt, berührt oder eben nicht. Dann kann auf einmal die Person mit gesellschaftlich kleinem Status ganz groß für einen werden
Auch hier wieder: wieviele Menschen denken denn so? Ich kenne keinen außer dir. Wie gesagt die Menschen ziehen ihr Ding durch und funktionieren, für alles andere scheint kein Platz

Du hast in einer Angelegenheit großes Glück gehabt: finanziell! Und nun willst Du es abtreten, weil Du es Dir nicht selber erarbeitet hast?
Hier zeigt sich im Grunde genommen wie es um mein Selbstbewusstsein steht


Es gibt EIN Geschenk, das Du nicht bekommen hast: ein "Macher-Gen".
Und da es in meinem Umfeld viele dieser scheinbaren "Macher" gibt vergleiche ich mich und sehe mich als Versager.

Im Grunde doch crazy 😉: Für das Geschenk, das Du nicht bekommen hast, verurteilst Du Dich. Und über das Geschenk, das Du bekommen hast, zweifelst Du. Weil halt das andere Geschenk fehlt.
>> Selbstwert? Sinn im Leben?


Darknessgirl hat im Prinzip auch recht: ich mache nichts, ich weiß auch gar nicht was, ich suche Veränderung, sehe aber links und rechts keinen Weg.
Eine Botschaft ist aber hoffentlich angekommen: ich habe ein Konto mit 6-stelligem Betrag und gebe im Prinzip nichts aus, weil es mich schlicht langweilt nur zu konsumieren, klar ich kann mir ständig was Neues kaufen, aber wozu? Ich suche den tieferen Sinn im Leben.... und ich finde ihn nicht


Es ist nicht leicht Ideen zu entwickeln, wenn das Selbstwertgefühl schwach ist und einen ausbremst.
Genau so ist es, ich fürchte die Depression sitzt ziemlig tief so dass man auch gar nicht vernünftig denken kann.
 
Wie schätzt ihr denn meine Lage ein, ganz ehrlich? Bin ich ein A****loch der mal ganz tief fallen müsste, ist es okay so wie ich lebe, oder eine Schande nichts Großes erreicht zu haben?

Die Vorarbeit Deiner Familie gibt Dir die Freiheit einen Großteil Deiner Energie für Aktivitäten einzusetzen, die jenseits der persönlichen Gewinnorientierung liegen.

Lass Dich von Deiner Familie darin unterweisen, wie Du das Familienvermögen gut in die Zukunft tragen kannst und kümmere Dich darüber hinaus nur um die wesentlichen Dinge des Lebens wie etwa die Liebe, soziale Projekte oder den Umweltschutz. Da kannst Du "großes" erreichen.
 

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