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Finanziell später abgesichert aber beruflich total versagt. Bin Hin- und Hergerissen

Hallo Thembra,

es stimmt wohl dass man Menschen nicht grundlegend verändern kann. Aus mir wird mit Sicherheit nie Deutschlands Verkäufer N.1 oder der große Sprücheklopfer, ich bin eben so wie ich bin. Und ich suche für mich meine Berufung und habe sie bis heute nicht gefunden. Klar mir geht es gut und das Konto steigt nach oben, ich bin aber damit nicht glücklich. Und wenn man jetzt mal eine berufliche Veränderung in Betracht zieht, frage ich mich halt auch wo es jetzt überhaupt hingehen könnte. Habe ja keine großen Top-Referenzen oder große Dinge in meiner jetzigen Firma bewegt. Ich bin eben ein kleiner Angestellter und ansonsten bislang (unglücklicher) Nutznießer.

Andererseits wurde hier auch schon angesprochen dass ich vielleicht irgendwie Druck brauche oder mal ins kalte Wasser geschmissen werden muss. Denn ich suche zwar einerseits, habe aber andererseits auch Angst vor (negativer) Veränderung.
 
Mein Tipp:

...dann lasse es doch einfach!

Möglicherweise hätte ich unter anderen Bedingungen mein Leben anders gestaltet, viell. auch nicht.

Viell. lieber Flo, sollte Mensch sich auch nicht so fürchterlich wichtig nehmen.

Du hast es erkannt: Wir sind alles nur Menschen - mehr nicht.

Lasse es doch einfach darauf beruhen!

w.
 
Hallo Thembra,

es stimmt wohl dass man Menschen nicht grundlegend verändern kann. Aus mir wird mit Sicherheit nie Deutschlands Verkäufer N.1 oder der große Sprücheklopfer, ich bin eben so wie ich bin. Und ich suche für mich meine Berufung und habe sie bis heute nicht gefunden. Klar mir geht es gut und das Konto steigt nach oben, ich bin aber damit nicht glücklich. Und wenn man jetzt mal eine berufliche Veränderung in Betracht zieht, frage ich mich halt auch wo es jetzt überhaupt hingehen könnte. Habe ja keine großen Top-Referenzen oder große Dinge in meiner jetzigen Firma bewegt. Ich bin eben ein kleiner Angestellter und ansonsten bislang (unglücklicher) Nutznießer.

Andererseits wurde hier auch schon angesprochen dass ich vielleicht irgendwie Druck brauche oder mal ins kalte Wasser geschmissen werden muss. Denn ich suche zwar einerseits, habe aber andererseits auch Angst vor (negativer) Veränderung.

Was hast du denn jetzt überhaupt wirklich versucht?
Ich lese hier nur was vom "ich weiß nicht", "ich fühle mich nutzlos".
Solange DU nicht aktiv wirst wird sich nichts ändern.
 
es stimmt wohl dass man Menschen nicht grundlegend verändern kann. Aus mir wird mit Sicherheit nie Deutschlands Verkäufer N.1 oder der große Sprücheklopfer, ich bin eben so wie ich bin.
Und das ist doch gut so. 🙂 Wie würde unsere Welt aussehen, wenn es nur Sprücheklopfer gebe?
Andererseits sehe ich in Dir einen gewissen Konflikt:
1. Menschen, die es finanziell sehr weit bringen, sind Sprücheklopfer
2. Du fühlst Dich nicht gut, weil Du selber finanziell nicht so erfolgreich bist wie diese Höher-Schneller-Weiter Menschen.
3. Du lehnst die "höher-schneller"-Lebenseinstellung ab und machst Dich gleichzeitig fertig, weil Du nicht so bist.
Mit solchen inneren Widersprüchen zu leben ist bestimmt ganz schön schwer.🙁
Weißt Du, das Beste ist oft, wenn man sich sagt "leben und leben lassen." Jeder Mensch ist wertvoll und berührt das Leben vieler anderer Menschen. Zum Beispiel hatte ich früher riesige Probleme darin mich von anderen Menschen und deren Problemen abzugrenzen. In dieser Hinsicht war fast jeder Mensch, der in meinem Leben eine Rolle spielte, ein Lehrer für mich.
Und Du bist bestimmt auch ein Lehrer für Andere.
Weil jeder Kontakt einem aufzeigt, wo die eigenen Schwachpunkte sind. Schüchterne, dominante, ehrgeizige, ehrgeizlose, und praktisch jede "Art" von Menschen können einem viel über sich selber beibringen und dabei helfen sich weiter zu entwickeln. Und auf Dauer glücklicher zu werden.

Und ich suche für mich meine Berufung und habe sie bis heute nicht gefunden.
Mal eine ganz naive Frage: muss man seine Berufung finden, um glücklich zu werden? Oft ist es gar nicht so toll seine Berufung zu leben wie man sich das vorstellt. Genügt es nicht auch, ein Leben in Selbstakzeptanz zu leben?
Ohne Berufung? Und ohne etwas "Besonderes" auf die Beine zu stellen?
Du scheinst Dich da ziemlich unter Druck zu setzen. So nach dem Motto "wenn schon nicht Selfmade Millionär, dann wenigstens einer Passion folgen und die Berufung leben." Warum eigentlich?
Das mit der Berufung kann sich immer noch einstellen. Manchmal stößt man zufällig darauf. 🙂 Vielleicht ist es im Moment erst einmal Deine "Berufung" zu lernen Dich anzunehmen und einfach den Moment und all das Schöne dieser Welt genießen zu lernen (den Wald, Blumenwiesen, Schneelandschaften, schöne Musik,...).
Und vielleicht auch Freunde zu finden, die Dich als tollen Menschen sehen und nicht als sogenannten Nutznießer eines reichen "Erbonkels". Man muss ja auch nicht jedem sagen, dass man eines Tages viel erben wird.
Und mit einer Erbschaft ist es auch so eine Sache.
Ein Vermögen ist ein Geschenk, aber auch eine Aufgabe. Immobilienbesitz will verwaltet sein. Geld auch. Man muss sich Anlagestrategien überlegen und Immobilien manchmal auch verkaufen, um zB neue Immobilien zu erwerben, die sich besser vermieten oder weiter verkaufen lassen. Der Markt steht ja niemals still. Vermögen beinhaltet auch Verantwortung. Einen Wert zu schaffen, den man später an eine andere Person oder Organisation, die man als wichtig erachtet, weitervererbt.
Deswegen ist es wichtig, dass Du lernst Dein Schicksal anzunehmen. Denn je besser Deine Selbstakzeptanz ist, desto besser wirst Du mit den Aufgaben, die ein Vermögen mit sich bringt, zurecht kommen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Themba,

in der Tat lebt es sich ziemlig schwer, vor allem weil diese Gedanken ständig im Kopf rumgeistern.

Zu deiner "naiven" Frage: das ist der springende Punkt. Mein Gewissen bzw. mein Inneres sagt: schäm dich, leiste was, beweg was. Und mein Charakter ansich ist dann der, dass gut dann nicht gut genug wäre.

Eigentlich ist es bemerkenswert wie gut du dich in mich reinversetzen kannst, denn auch das Argument mit dem Self-Made Millionär passt wie die Faust aufs Auge.

Du hast sicherlich recht dass ich mit mir selbst ins Reine kommen müsste. Ich akzeptiere mich ja im Prinzip selber nicht so wie ich bin, und was die bisherigen Lebensumstände mit sich gebracht haben. Wahrscheinlich mangelt es an Erfolgserlebnissen oder der Erkenntnis auch ohne finanzielle Vorteile ein gutes Leben führen zu können.
Ich habe vermutlich mehr auf der hohen Kante als diverse Studierte in meinem Bekanntenkreis, und habe noch über 30 Jahre zu arbeiten. Bleibe ich hier, werde ich ewig mein Sachbearbeiterdasein fristen, möchte ich noch was mehr aus mir machen muss ich mich bewerben. Das ist ja auch wieder eine Gewissensfrage: lieber den einfacheren Standardjob machen mit dem Wissen dass es finanziell später ausreicht, oder nur aufgrund von Minderwertigkeitsgefühlen die Steilkarriere um jeden Preis anstreben, und vielleicht feststellen total überfordert zu sein? Welche Optionen hab ich denn? Kann mich zwar bewerben, wüsste aber nicht mal wo und für was, da ich ja im Prinzip meine "Passion" nicht gefunden habe.
 
Versuch mehr zu reisen, in anderen Ländern kommst du auf neue Ideen und hast dann evtl. Ziele im Leben, die du noch verwirklichen kannst.
Sich an Wochenenden zu betrinken, deutet darauf hin dass du keine Vision im Leben hast. Aber vielleicht täusche ich mich und du hast "nur" eine stinknormale Depression.
 
Hallo Unlimited,

ich gehe ja nicht mit dem Ziel weg mich total wegzuballern, aber meistens ziehe ich daraus eben eine Art Lebenselexir, wenn die Stimmung passt und ich mit guten Freunden unterwegs bin. das scheint für mich eine Art Sinn zu geben.Der Alk fördert dies höchstens, so dass ich zumindest da mal die negativen Gedanken ausschalten kann. Es ist aber nicht so, dass ich nicht ohne könnte oder gezielt Alk brauche, dann würde ich sicher auch so öfters was trinken.

Wobei du schonr echt hast, eine Vision habe ich wohl nicht 🙁
 
Sei doch froh, dass dir spätere Existenzsorgen genommen sind - das gibt dir Freiheit.

Du könntest... Musikinstrumente erlernen... reisen... studieren (was ich in deiner Lage super fände)... etwas ehrenamtliches machen (Entwicklungshilfe? Oder etwas hier in D? Es gibt da so vieles.)...

Es muss doch irgendetwas geben, das dich fasziniert?
 

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