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Existenzproblematik

  • Starter*in Starter*in Gelöscht 117667
  • Datum Start Datum Start
Dein erster Weg sollte zum Hausarzt sein, danach das Jobcenter. Falls du noch mal im Leben etwas nützliches tun willst. Und offensichtlich werden deine Eltern auch nicht ewig leben und dir das Leben in Faulheit gewähren. Ich gehe bei dir von Autismus aus. Aber dann müsstest du ja auch irgendwann bereit sein, eine Diagnose machen zu lassen. Dann reicht halt nicht mehr, intelligent zu klingen, was du nicht tust, du klingst einfach nur gestelzt und so, als könntest dich gar nicht normal ausdrücken. Sondern du musst dann aktiv werden.
 
Wie kann es sein, dass du keine Krankenversicherung hast? Normlerweise ist man bis zum 25. Lebensjahr über die Eltern versichert, was ist danach geschehen? Warum haben deine Eltern nicht zumindest mal den Weg zum Amt mit dir zusammen gemacht, dann wärst du jetzt versichert zumindest?

Ich weiß garnicht wo ich hier anfangen soll, außer Totalversagen des Systems in jeder Hinsicht, begonnen bei den Eltern , oder haben die irgendwann aufgegeben, dir helfen zu wollen?

Wenn du so wie hier auch nur zu 60% bei den Behörden rübergekommen bist, wundert mich nicht, dass da nicht viel kam. Man fühlt sich dezent veräppelt wenn einem ein Mensch mit dem Habitus und der Ausdrucksweise eines Sprachwissenschaftlers aus den 50er Jahren irgendwas erzählen will.

Du hast mit Sicherheit eine Problematik aus dem autistischen Spektrum, hier hätte bereits vor Jahrzehnten etwas geschehen müssen.

Was du tun kannst: Gehe zum Arzt, schildere ihm dass du keine Krankenversicherung hast, lass dir dort helfen und ziehe es durch. Du musst gemldet sein, krankenversichert, dann kannst du auch Bürgergeld beantragen. Anders geht es nicht, sonst wirst du schlimmstenfalls nichtmal erben können und landest iwann auf der Straße. Sprich dazu mit deinen Eltern, es wird ja wohl irgendwer in der Lage sein, das mit dir/für dich angehen zu können.

Alles Andere ist erstmal egal, das halte ich wirklich für lebensnotwendig.

Wenn das alles geklärt ist, ab zum Arzt nochmal: Therapie, Spezialist. Annehmen, nicht wegschieben, hier wirst du auch Kontakte und Betreuungsmöglichkeiten bekommen können.

Ja, das brauchst du nicht, böses System, ist klar.
 
@Meinung282
Ich teilte die Perspektive der Versicherung damals schon nicht, dass ich bei denen "Schulden" hätte, also warum sollte ich, Jahre nachdem das mit den Forderungen aufgehört hat, diesbezüglich deren damalige Perspektive übernehmen?

Wenn ich mir vorstelle an den von dir beschriebenen Prozessen partizipieren zu müssen, entfremdet mich das mental noch mehr von der Gesellschaft als ohnehin schon und dabei bin ich schon raus.

@CasperH
1) Ich nenne nicht mein genaues Alter, aber kann sagen, dass ich in den 90ern geboren wurde.
2) Kommt darauf an nach was für Kriterien man körperlich gesund definiert, sonderlich fit bin ich nicht, abgewrackt wäre wohl eine treffende Beschreibung.

@Leere?Zukunft
Manchmal setze ich mir Ziele zb. fitter werden oder etwas zu lernen, aber irgendwie bricht das nach ein paar Wochen wieder ab.

Ich bin glaub ich auch eher nicht der Typ für ehrenamtliche Tätigkeiten, weil ich gar nicht für den Umgang mit den meisten Personengruppen synchronisiert bin.

Nehmen mir zb. an, ich würde dadurch Umgang mit Jugendlichen aus problematischen Strukturen haben, welche einen Hass auf die Gesellschaft verinnerlicht haben, wie sollte ich denen gegenteiliges vermitteln, wenn ich selbst nicht von der Qualität der gesellschaftlichen Strukturen überzeugt bin?

Ich wäre in diesem Kontext wohl eher jemand den man als abschreckendes Beispiel präsentiert.

@Lukram
Ja, ich müsste im Besitz einer Geburtsurkunde sein.
Meine "Familienverhältnisse" sind definitiv dysfunktional.
Ich stimme auch zu, dass ich eine "Vertrauensperson"(Berater) gebrauchen könnte.

Von deinen Vorschlägen wäre die praktischste wohl die mit der Online-Anzeige, was ich auch schon in der Vergangenheit(ist schon länger her) versucht habe, jedoch hat das nicht funktioniert. Wenn ich raten müsste, liegt es an meiner Art zu kommunizieren, welche auch hier von mehreren Leuten kritisiert wurde und daran, dass ich vom Profil her nicht gerade der Typ bin, der in der Gesellschaft sonderlich gut ankommt.

Außerdem ist das Internet voller Zwielichtigkeit und ich komme wohl, wenn ich meine Situation beschreibe, wie eine Art Karikatur eines gesellschaftlichen Verlierertyps rüber, dass es vielen unglaubwürdig und unseriös erscheint, zb. wurde ich schon als Troll, Spam oder Scammer verdächtigt.

Es ist für mich auch komplett nachvollziehbar, dass seriöse Leute den Kontakt zu potentiell toxischen Personen in der Regel vermeiden und ich weise diesbezüglich wohl einige "Red Flags" auf.

Dazu kommt, dass solche Leute, welche die Kompetenzen oder Kapazitäten hätten mir zu helfen, sich wohl eher nicht auf Internetseiten rumtreiben in denen man kostenlos inseriert.

Religiöse Einrichtungen und Bahnhofsmission sind glaube ich nicht die richtigen Anlaufstellen.

@Guestxy
Welche deiner Werte sind mit denen der Gesellschaft nicht kompatibel? Ich werde nicht direkt antworten, unter anderem um zu vermeiden, dass dieses Thema abdriftet, als aktuell mainstreamkompatibel würde ich mein Weltbild jedoch nicht bezeichnen.

Ich bin zwar grundsätzlich der Meinung, dass die Menschheit danach streben sollten, einem möglichst hohen prozentualen Anteil der Bevölkerung eine würdevolle Existenz zu ermöglichen, aber ultimativ sollten die ethischen Werte einer Gesellschaft sich an der praktischen Realität orientieren. Mir erscheint es im Bezug auf die aktuelle gesellschaftliche Realität so zu sein, dass viel zu viele Menschen sich über ideologische Loyalitäten identifizieren, was dazu geführt hat, dass gesellschaftliche Diskurse vergiftet sind und dadurch kaum Lösungen für gesellschaftliche Probleme gefunden werden.

Ich will jetzt nicht auf jedem Artikel des Grundgesetzes der BRD eingehen und daran im Ganzen rumkritisieren, um zu erläutern womit ich einverstanden bin und womit nicht, weil das schließlich darin resultieren wird, dass ich auf die eigene Irrelevanz hingewiesen werde. Jedoch möchte ich ein Beispiel im Bezug auf meine persönliche Realität machen, welches hier schon thematisch Erwähnung fand.

"(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt."

Das ist gleich das erste Gesetz, da die Würde eines Menschen etwas individuelles ist, interpretiere ich es so, dass damit die Würde eines jeden Einzelnen gemeint ist. Nehme ich mal das Beispiel im Bezug auf die "Versicherungsschulden" von vor ein paar Jahren. Man ist laut einem anderen Gesetz zu einer Krankenversicherung verpflichtet.

Was ist nun wenn diese Pflicht im Kontext meiner Situation direkt gegen meine "Menschenwürde" ging, was gilt dann als höher einzustufen?

Schließlich wurde ich nur nicht enteignet, weil ich schlicht nichts besitze, bzw. damals besaß, jedoch wäre die Enteignung durch den Staat ausgeübt wurden, trotz der Informationen zu meiner ökonomischen Situation.

Heben sich nach "Rechtslogik" Rechte und Pflichten gegenseitig auf?

Es ist meiner Meinung nach, dem gesunden Menschenverstand entsprechend, eine komplett logische Äußerung zu sagen: "Jemand der einen mittellosen Menschen zwangsverschulden und zwangsenteignen zu versucht, schert sich nicht im geringsten um dessen Menschenwürde."

Nun selbst wenn sich ein Individuum der Gesellschaft entzieht, ist somit das ökonomische Interesse einer großen Versicherungsgesellschaft höher einzustufen, als das was der Staat als wichtigstes Grundrecht einer Person angibt?

Es ist auch nicht so, als dass ich mich hier irgendwie als Opfer großen Unrechts darstellen will oder müsste (falls so eine Vermutung geäußert wird), aber die Realität das der Staat solche Situationen überhaupt kreiert/zulässt, weist für mich definitiv auf ethische, logische sowie praktische Qualitätsmängel des Systems hin.

In höherem Kontext ist dieser Fall auch nur eine Lappalie, was die systemischen "Bugs" und Absurditäten angeht, aber ich will dieses Thema hier jetzt nicht in Richtung gesellschaftliche Missstände lenken, doch es gibt genügend Informationen anhand derer man sich ein realistisches Bild von der Gesellschaft machen kann, daher halte ich Systemloyalismus für irrational.

@Ausnahmsweise
Nein, 36 ist nicht mein aktuelles Alter. Ich bin mir dessen bewusst, dass meine jetzige Situation durch schlechte Entscheidungsfindung meinerseits begünstigt ist und ich irgendwie aktiv eine Option finden muss, die mir eine Lebensgrundlage ermöglicht. Sonst ist eine in diesem Thema gefallene Prognose sehr wahrscheinlich.

Mir fällt es jedoch extrem schwer vorzustellen, dass die Integration in die vorgeschlagenen systemische Prozesse, für mich in irgendetwas anderem resultieren würden, als des kompletten Verfalls meiner Psyche.

@Boone92
Ich will hier jetzt nicht unbedingt über meine "Lebensgeschichte" jammern, doch sagen wirs mal so, ethisch oder logisch fundiert war meine Existenz von Beginn an nicht. Rückblickend wundert es mich auch nicht, dass meine Situation so gekommen ist wie sie nun ist. Jedoch rede ich mir nicht ein, dass ich es schlimm erwischt hätte, im Vergleich zu vielen anderen Menschen.

Was das Thema Therapie angeht, verstehe ich nicht ganz wie mir das realistisch helfen soll. Zum einen sind die gesellschaftlichen Probleme was die Kapazitäten in diesem Bereich angeht öffentlich bekannt, zum anderen weiß ich doch schon, dass es gut möglich ist, dass bei mir eine "Psychische Erkrankung" diagnostiziert würde. Und dann was? Medikamentöse Behandlung zur Persönlichkeitsveränderung? Vielleicht sogar auf Lebenszeit? Warum sollte ich das in irgendeiner Weise wollen?

Ich will nicht so tun, als ob ich keine mentalen Defizite aufweise, was in Anbetracht meiner Situation aber komplett logisch sein sollte, doch dies bedeutet nicht, dass mein Problem psychischer Natur ist und ich mich zur Lösung dessen in diese Richtung orientieren müsste.
 
Ich teilte die Perspektive der Versicherung damals schon nicht, dass ich bei denen "Schulden" hätte, also warum sollte ich, Jahre nachdem das mit den Forderungen aufgehört hat, diesbezüglich deren damalige Perspektive übernehmen?

Perspektive = Meinung
Schulden durch Inanspruchnahme von Leistungen haben nichts mit Perspektive resp. Meinung zu tun, sie sind ein von der Versicherung festgestellter Fakt.

Kommt darauf an nach was für Kriterien man körperlich gesund definiert, sonderlich fit bin ich nicht, abgewrackt wäre wohl eine treffende Beschreibung.

Dann wäre körperliche Arbeit perfekt für dich!
Neben Geld gibt's die zunehmende Fitness und positive Effekte für körperliche und psychische Gesundheit gratis dazu.

Wenn ich mir vorstelle an den von dir beschriebenen Prozessen partizipieren zu müssen, entfremdet mich das mental noch mehr von der Gesellschaft als ohnehin schon und dabei bin ich schon raus.

Deine Antworten sind sehr vorhersehbar.

Manchmal setze ich mir Ziele zb. fitter werden oder etwas zu lernen, aber irgendwie bricht das nach ein paar Wochen wieder ab.

Falsch.
"Es" bricht nicht ab.
Du brichst es ab. Deine Entscheidung.
Radikale Ehrlichkeit mit sich selbst ist ein entscheidender Schritt.

Mir fällt es jedoch extrem schwer vorzustellen, dass die Integration in die vorgeschlagenen systemische Prozesse, für mich in irgendetwas anderem resultieren würden, als des kompletten Verfalls meiner Psyche.

Klar fällt dir das schwer, du hast keine Lust auf den Mist.
Macht nichts, du musst dann mit den Konsequenzen aus deiner getroffenen Entscheidung leben.

zum anderen weiß ich doch schon, dass es gut möglich ist, dass bei mir eine "Psychische Erkrankung" diagnostiziert würde. Und dann was? Medikamentöse Behandlung zur Persönlichkeitsveränderung?

Dann wäre das eine gute Begründung, weshalb du nicht arbeitsfähig bist.
In aller Regel entscheuden Patienten selbst, ob und wie lange sie einer Medikamenteneinnahme zustimmen.
Es sei denn, sie sind dazu nicht in der Lage.
 
@Meinung282
Ich teilte die Perspektive der Versicherung damals schon nicht, dass ich bei denen "Schulden" hätte, also warum sollte ich, Jahre nachdem das mit den Forderungen aufgehört hat, diesbezüglich deren damalige Perspektive übernehmen?

Wenn ich mir vorstelle an den von dir beschriebenen Prozessen partizipieren zu müssen, entfremdet mich das mental noch mehr von der Gesellschaft als ohnehin schon und dabei bin ich schon raus.

@CasperH
1) Ich nenne nicht mein genaues Alter, aber kann sagen, dass ich in den 90ern geboren wurde.
2) Kommt darauf an nach was für Kriterien man körperlich gesund definiert, sonderlich fit bin ich nicht, abgewrackt wäre wohl eine treffende Beschreibung.

@Leere?Zukunft
Manchmal setze ich mir Ziele zb. fitter werden oder etwas zu lernen, aber irgendwie bricht das nach ein paar Wochen wieder ab.

Ich bin glaub ich auch eher nicht der Typ für ehrenamtliche Tätigkeiten, weil ich gar nicht für den Umgang mit den meisten Personengruppen synchronisiert bin.

Nehmen mir zb. an, ich würde dadurch Umgang mit Jugendlichen aus problematischen Strukturen haben, welche einen Hass auf die Gesellschaft verinnerlicht haben, wie sollte ich denen gegenteiliges vermitteln, wenn ich selbst nicht von der Qualität der gesellschaftlichen Strukturen überzeugt bin?

Ich wäre in diesem Kontext wohl eher jemand den man als abschreckendes Beispiel präsentiert.

@Lukram
Ja, ich müsste im Besitz einer Geburtsurkunde sein.
Meine "Familienverhältnisse" sind definitiv dysfunktional.
Ich stimme auch zu, dass ich eine "Vertrauensperson"(Berater) gebrauchen könnte.

Von deinen Vorschlägen wäre die praktischste wohl die mit der Online-Anzeige, was ich auch schon in der Vergangenheit(ist schon länger her) versucht habe, jedoch hat das nicht funktioniert. Wenn ich raten müsste, liegt es an meiner Art zu kommunizieren, welche auch hier von mehreren Leuten kritisiert wurde und daran, dass ich vom Profil her nicht gerade der Typ bin, der in der Gesellschaft sonderlich gut ankommt.

Außerdem ist das Internet voller Zwielichtigkeit und ich komme wohl, wenn ich meine Situation beschreibe, wie eine Art Karikatur eines gesellschaftlichen Verlierertyps rüber, dass es vielen unglaubwürdig und unseriös erscheint, zb. wurde ich schon als Troll, Spam oder Scammer verdächtigt.

Es ist für mich auch komplett nachvollziehbar, dass seriöse Leute den Kontakt zu potentiell toxischen Personen in der Regel vermeiden und ich weise diesbezüglich wohl einige "Red Flags" auf.

Dazu kommt, dass solche Leute, welche die Kompetenzen oder Kapazitäten hätten mir zu helfen, sich wohl eher nicht auf Internetseiten rumtreiben in denen man kostenlos inseriert.

Religiöse Einrichtungen und Bahnhofsmission sind glaube ich nicht die richtigen Anlaufstellen.

@Guestxy
Welche deiner Werte sind mit denen der Gesellschaft nicht kompatibel? Ich werde nicht direkt antworten, unter anderem um zu vermeiden, dass dieses Thema abdriftet, als aktuell mainstreamkompatibel würde ich mein Weltbild jedoch nicht bezeichnen.

Ich bin zwar grundsätzlich der Meinung, dass die Menschheit danach streben sollten, einem möglichst hohen prozentualen Anteil der Bevölkerung eine würdevolle Existenz zu ermöglichen, aber ultimativ sollten die ethischen Werte einer Gesellschaft sich an der praktischen Realität orientieren. Mir erscheint es im Bezug auf die aktuelle gesellschaftliche Realität so zu sein, dass viel zu viele Menschen sich über ideologische Loyalitäten identifizieren, was dazu geführt hat, dass gesellschaftliche Diskurse vergiftet sind und dadurch kaum Lösungen für gesellschaftliche Probleme gefunden werden.

Ich will jetzt nicht auf jedem Artikel des Grundgesetzes der BRD eingehen und daran im Ganzen rumkritisieren, um zu erläutern womit ich einverstanden bin und womit nicht, weil das schließlich darin resultieren wird, dass ich auf die eigene Irrelevanz hingewiesen werde. Jedoch möchte ich ein Beispiel im Bezug auf meine persönliche Realität machen, welches hier schon thematisch Erwähnung fand.

"(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt."

Das ist gleich das erste Gesetz, da die Würde eines Menschen etwas individuelles ist, interpretiere ich es so, dass damit die Würde eines jeden Einzelnen gemeint ist. Nehme ich mal das Beispiel im Bezug auf die "Versicherungsschulden" von vor ein paar Jahren. Man ist laut einem anderen Gesetz zu einer Krankenversicherung verpflichtet.

Was ist nun wenn diese Pflicht im Kontext meiner Situation direkt gegen meine "Menschenwürde" ging, was gilt dann als höher einzustufen?

Schließlich wurde ich nur nicht enteignet, weil ich schlicht nichts besitze, bzw. damals besaß, jedoch wäre die Enteignung durch den Staat ausgeübt wurden, trotz der Informationen zu meiner ökonomischen Situation.

Heben sich nach "Rechtslogik" Rechte und Pflichten gegenseitig auf?

Es ist meiner Meinung nach, dem gesunden Menschenverstand entsprechend, eine komplett logische Äußerung zu sagen: "Jemand der einen mittellosen Menschen zwangsverschulden und zwangsenteignen zu versucht, schert sich nicht im geringsten um dessen Menschenwürde."

Nun selbst wenn sich ein Individuum der Gesellschaft entzieht, ist somit das ökonomische Interesse einer großen Versicherungsgesellschaft höher einzustufen, als das was der Staat als wichtigstes Grundrecht einer Person angibt?

Es ist auch nicht so, als dass ich mich hier irgendwie als Opfer großen Unrechts darstellen will oder müsste (falls so eine Vermutung geäußert wird), aber die Realität das der Staat solche Situationen überhaupt kreiert/zulässt, weist für mich definitiv auf ethische, logische sowie praktische Qualitätsmängel des Systems hin.

In höherem Kontext ist dieser Fall auch nur eine Lappalie, was die systemischen "Bugs" und Absurditäten angeht, aber ich will dieses Thema hier jetzt nicht in Richtung gesellschaftliche Missstände lenken, doch es gibt genügend Informationen anhand derer man sich ein realistisches Bild von der Gesellschaft machen kann, daher halte ich Systemloyalismus für irrational.

@Ausnahmsweise
Nein, 36 ist nicht mein aktuelles Alter. Ich bin mir dessen bewusst, dass meine jetzige Situation durch schlechte Entscheidungsfindung meinerseits begünstigt ist und ich irgendwie aktiv eine Option finden muss, die mir eine Lebensgrundlage ermöglicht. Sonst ist eine in diesem Thema gefallene Prognose sehr wahrscheinlich.

Mir fällt es jedoch extrem schwer vorzustellen, dass die Integration in die vorgeschlagenen systemische Prozesse, für mich in irgendetwas anderem resultieren würden, als des kompletten Verfalls meiner Psyche.

@Boone92
Ich will hier jetzt nicht unbedingt über meine "Lebensgeschichte" jammern, doch sagen wirs mal so, ethisch oder logisch fundiert war meine Existenz von Beginn an nicht. Rückblickend wundert es mich auch nicht, dass meine Situation so gekommen ist wie sie nun ist. Jedoch rede ich mir nicht ein, dass ich es schlimm erwischt hätte, im Vergleich zu vielen anderen Menschen.

Was das Thema Therapie angeht, verstehe ich nicht ganz wie mir das realistisch helfen soll. Zum einen sind die gesellschaftlichen Probleme was die Kapazitäten in diesem Bereich angeht öffentlich bekannt, zum anderen weiß ich doch schon, dass es gut möglich ist, dass bei mir eine "Psychische Erkrankung" diagnostiziert würde. Und dann was? Medikamentöse Behandlung zur Persönlichkeitsveränderung? Vielleicht sogar auf Lebenszeit? Warum sollte ich das in irgendeiner Weise wollen?

Ich will nicht so tun, als ob ich keine mentalen Defizite aufweise, was in Anbetracht meiner Situation aber komplett logisch sein sollte, doch dies bedeutet nicht, dass mein Problem psychischer Natur ist und ich mich zur Lösung dessen in diese Richtung orientieren müsste.

Was du beschreibst, sind meiner Meinung nach sehr negative Auswirkungen einer Gesetzesänderung, die in guter Absicht erfolgte (jeder Mensch in Deutschland sollte krankenversichert sein), die aber handwerklich schlecht gemacht war und nicht entsprechend korrigiert wurde.

Ja, Gesetze und Regeln in Deutschland sind (auch) manchmal fehlerhaft und haben dann auch ungute Konsequenzen.

Da sie von Menschen gemacht wurden, kannst du ernsthaft etwas anderes erwarten?

Nicht deine Persönlichkeit ist mit der Gesellschaft inkompatibel, sondern deine Ansichten sind es.

Ja, eine perfekte, gerechte Welt wäre schön. Leider gab es sie nie, gibt es nicht und wird es auch nicht geben.

Hast du dich schon mal mit anderen über das Thema Gerechtigkeit unterhalten? Da hat fast jeder andere Ansichten zu was gerecht nun genau bedeutet, kein Wunder, dass man da nicht allgemein auf einen Nenner kommt.

Irrational finde ich es, von einem 'System' zu sprechen, als sei es eine einzige, allumfassende Maschine, die die Gesellschaft reguliert.

In dieser Gesellschaft gibt es verschiedene Interessengruppen und Menschen mit einer Vielzahl von Meinungen, die über die Jahre Gesetze geschaffen, geändert und abgeschafft haben und vieles ist im Fluss.

Wenn du dich komplett verweigern willst, dann kannst du das selbstverständlich tun. Dann verzichtest du nicht nur darauf, in dem, was du System nennst, zu leben, sondern auch auf jede Chance, etwas daran zu ändern.
 
Hallo @Emanreztuneb36 ,
danke für deine Antworten. Für mich bist du ein Mann im besten Alter, der körperlich etwas eingerostet ist. Also spricht erstmal nix gegen eine Arbeitsaufname oder irre ich mich da ? Welche Vermittlungshemmnisse haben wir/ ich übersehen ? Was brauchte es aus deiner Sicht ein für dich lebenswertes Leben zu führen ?
 
Jemand der einen mittellosen Menschen zwangsverschulden und zwangsenteignen zu versucht, schert sich nicht im geringsten um dessen Menschenwürde."
Dir fehlt die Perspektive deiner Mitmenschen. Die Dinge aus deren Sicht zu betrachten.

Wenn du morgen vom Auto angefahren wirst, dann bringen sie dich ins Krankenhaus, weil die Würde des Menschen unantastbar ist. Und dort behandeln sie dich, ganz egal ob du versichert bist oder nicht.

Und wer bezahlt die Behandlung? Am Ende die Leute, die im Gegensatz zu dir Beiträge zur Krankenversicherung einzahlen. Das ist die Perspektive, die dir fehlt. Das andere für dich zahlen müssen, und diese anderen das natürlich nicht in Ordnung finden.

Nach deiner Logik müsstest du am Unfallort sagen, falls du das kannst: ich will nicht zwangsenteignet werden und bin auch nicht mit der Gesellschaft kompatibel, bitte lasst mich darum hier verbluten. Machst du das dann?!
 
Dir fehlt die Perspektive deiner Mitmenschen. Die Dinge aus deren Sicht zu betrachten.

Wenn du morgen vom Auto angefahren wirst, dann bringen sie dich ins Krankenhaus, weil die Würde des Menschen unantastbar ist. Und dort behandeln sie dich, ganz egal ob du versichert bist oder nicht.

Und wer bezahlt die Behandlung? Am Ende die Leute, die im Gegensatz zu dir Beiträge zur Krankenversicherung einzahlen. Das ist die Perspektive, die dir fehlt. Das andere für dich zahlen müssen, und diese anderen das natürlich nicht in Ordnung finden.

Nach deiner Logik müsstest du am Unfallort sagen, falls du das kannst: ich will nicht zwangsenteignet werden und bin auch nicht mit der Gesellschaft kompatibel, bitte lasst mich darum hier verbluten. Machst du das dann?!

Also, fairerweise möchte ich hier ein paar Informationen ergänzen, die öffentlich einfach wenig bekannt sind.

Es gibt in Deutschland eine Pflicht, krankenversichert zu sein. Soweit ist das eine sehr gute Sache, aus genau den Gründen, die du angesprochen hast @Dalmatiner

In der Praxis kann aber folgendes passieren und geschieht auch häufiger mal:

Ein junger, volljähriger Mensch ist krankenversichert, zum Beispiel als Student. Im Laufe des Studiums wird er depressiv, erbringt demzufolge keine Studienleistungen mehr und wird von der Uni ematrikuliert.

Er öffnet keine Briefe (Depression). Und jetzt geschieht folgendes:

Seine Krankenkasse fordert ihn (per Post) auf, sein Einkommen nachzuweisen. Das geschieht nicht. Und daraufhin berechnet sie ihm automatisch den Höchstbetrag + Säumniszuschläge + Zinsen ,wenn er diese Summen nicht zahlt und nicht widerspricht. Was er beides nicht tut (Depression).

Also wird der Krankenversicherungsschutz der Krankenkasse recht schnell ausgesetzt (aufgrund der Schulden), die Beiträge laufen jedoch weiter (zum Höchstbetrag + Säumniszuschläge +Zinsen).

Irgendwann landet der ganze Vorgang vor Gericht, es kommt der Gerichtsvollzieher vorbei usw.

Natürlich lässt sich das alles theoretisch und praktisch sehr leicht abwenden, wenn es der junge Mensch in dieser Situation schafft, sich um seine Korrespondenz zu kümmern und Antrag auf ALG 2 bzw Bürgergeld zu stellen oder rechtzeitig jemand findet, der sich für ihn darum kümmert, notfalls einen gesetzlichen Betreuer.

Zugegeben, alles richtig . Vielleicht können wir uns aber auch hier, in einem Hilfeforum darauf einigen, dass manchmal Menschen krank sind (z B wegen Depression) oder in gewissen Situationen ihres Lebens aus anderen Gründen überfordert?

Und dass vor diesem Hintergrund das oben erwähnte Vorgehen - sagen wir - suboptimal ist?

Meiner Meinung nach wäre es durchaus fairer, für die Zeiten, in denen man nicht krankenversichert ist bzw keine Leistungen der Krankenkasse in Anspruch nehmen kann (wegen Schulden bei der Krankenkasse, wohlgemerkt), keinen Beitrag zu berechnen.

Stattdessen wird nach aktueller Gesetzeslage der Höchstbeitrag berechnet, so dass sich die Schulden immer weiter türmen...

Falls sich jemand fragen sollte: ich kenne jemanden persönlich, bei dem das so ähnlich wie oben beschrieben war. Ich habe den Schriftverkehr gesehen.

Vorher konnte ich mir ehrlich nicht vorstellen, dass ein derartiger - Verzeihung für das Wort - Schwachsinn in Deutschland möglich ist.

Lieber @Emanreztuneb36:
Es ist möglich, aus der oben beschriebenen Schuldenfalle heraus zu kommen. Das kostet zugegebenermaßen sehr viel Arbeit.

Der Mensch in meinem Bekanntenkreis ist übrigens inzwischen schuldenfrei. Das hat ihn viel Mühe gekostet und war meiner Meinung nach eine große Leistung.

Falls du diesen Weg gehen möchtest, dann geh vor, wie dir @Meinung282 sehr schön und detailliert geschrieben hat. Vielleicht kannst du auch im Vorfeld zu einer kostenlosen Sozialberatung, zum Beispiel der Caritas oder AWO gehen. Diese können dir helfen, die notwendigen Anträge auszufüllen, wenn du das willst.

Es gibt auch Seiten im Internet, wo du dich darüber informieren kannst, welche Voraussetzungen Bürgergeld hat (Staatsangehörigkeit reicht dafür in der Tat nicht aus, aber nach deiner Beschreibung deiner Situation sind die Voraussetzungen wahrscheinlich gegeben).

Das kannst du aber mit einem Berater in einer Beratungsstelle eingehender besprechen, falls du das möchtest. Im Moment wirkst du ja eher skeptisch, ob du überhaupt deine Rolle in der Gesellschaft spielen möchtest.

Alles Gute, egal wie du dich entscheiden wirst!
 

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