@Meinung282
Ich teilte die Perspektive der Versicherung damals schon nicht, dass ich bei denen "Schulden" hätte, also warum sollte ich, Jahre nachdem das mit den Forderungen aufgehört hat, diesbezüglich deren damalige Perspektive übernehmen?
Wenn ich mir vorstelle an den von dir beschriebenen Prozessen partizipieren zu müssen, entfremdet mich das mental noch mehr von der Gesellschaft als ohnehin schon und dabei bin ich schon raus.
@CasperH
1) Ich nenne nicht mein genaues Alter, aber kann sagen, dass ich in den 90ern geboren wurde.
2) Kommt darauf an nach was für Kriterien man körperlich gesund definiert, sonderlich fit bin ich nicht, abgewrackt wäre wohl eine treffende Beschreibung.
@Leere?Zukunft
Manchmal setze ich mir Ziele zb. fitter werden oder etwas zu lernen, aber irgendwie bricht das nach ein paar Wochen wieder ab.
Ich bin glaub ich auch eher nicht der Typ für ehrenamtliche Tätigkeiten, weil ich gar nicht für den Umgang mit den meisten Personengruppen synchronisiert bin.
Nehmen mir zb. an, ich würde dadurch Umgang mit Jugendlichen aus problematischen Strukturen haben, welche einen Hass auf die Gesellschaft verinnerlicht haben, wie sollte ich denen gegenteiliges vermitteln, wenn ich selbst nicht von der Qualität der gesellschaftlichen Strukturen überzeugt bin?
Ich wäre in diesem Kontext wohl eher jemand den man als abschreckendes Beispiel präsentiert.
@Lukram
Ja, ich müsste im Besitz einer Geburtsurkunde sein.
Meine "Familienverhältnisse" sind definitiv dysfunktional.
Ich stimme auch zu, dass ich eine "Vertrauensperson"(Berater) gebrauchen könnte.
Von deinen Vorschlägen wäre die praktischste wohl die mit der Online-Anzeige, was ich auch schon in der Vergangenheit(ist schon länger her) versucht habe, jedoch hat das nicht funktioniert. Wenn ich raten müsste, liegt es an meiner Art zu kommunizieren, welche auch hier von mehreren Leuten kritisiert wurde und daran, dass ich vom Profil her nicht gerade der Typ bin, der in der Gesellschaft sonderlich gut ankommt.
Außerdem ist das Internet voller Zwielichtigkeit und ich komme wohl, wenn ich meine Situation beschreibe, wie eine Art Karikatur eines gesellschaftlichen Verlierertyps rüber, dass es vielen unglaubwürdig und unseriös erscheint, zb. wurde ich schon als Troll, Spam oder Scammer verdächtigt.
Es ist für mich auch komplett nachvollziehbar, dass seriöse Leute den Kontakt zu potentiell toxischen Personen in der Regel vermeiden und ich weise diesbezüglich wohl einige "Red Flags" auf.
Dazu kommt, dass solche Leute, welche die Kompetenzen oder Kapazitäten hätten mir zu helfen, sich wohl eher nicht auf Internetseiten rumtreiben in denen man kostenlos inseriert.
Religiöse Einrichtungen und Bahnhofsmission sind glaube ich nicht die richtigen Anlaufstellen.
@Guestxy
Welche deiner Werte sind mit denen der Gesellschaft nicht kompatibel? Ich werde nicht direkt antworten, unter anderem um zu vermeiden, dass dieses Thema abdriftet, als aktuell mainstreamkompatibel würde ich mein Weltbild jedoch nicht bezeichnen.
Ich bin zwar grundsätzlich der Meinung, dass die Menschheit danach streben sollten, einem möglichst hohen prozentualen Anteil der Bevölkerung eine würdevolle Existenz zu ermöglichen, aber ultimativ sollten die ethischen Werte einer Gesellschaft sich an der praktischen Realität orientieren. Mir erscheint es im Bezug auf die aktuelle gesellschaftliche Realität so zu sein, dass viel zu viele Menschen sich über ideologische Loyalitäten identifizieren, was dazu geführt hat, dass gesellschaftliche Diskurse vergiftet sind und dadurch kaum Lösungen für gesellschaftliche Probleme gefunden werden.
Ich will jetzt nicht auf jedem Artikel des Grundgesetzes der BRD eingehen und daran im Ganzen rumkritisieren, um zu erläutern womit ich einverstanden bin und womit nicht, weil das schließlich darin resultieren wird, dass ich auf die eigene Irrelevanz hingewiesen werde. Jedoch möchte ich ein Beispiel im Bezug auf meine persönliche Realität machen, welches hier schon thematisch Erwähnung fand.
"(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt."
Das ist gleich das erste Gesetz, da die Würde eines Menschen etwas individuelles ist, interpretiere ich es so, dass damit die Würde eines jeden Einzelnen gemeint ist. Nehme ich mal das Beispiel im Bezug auf die "Versicherungsschulden" von vor ein paar Jahren. Man ist laut einem anderen Gesetz zu einer Krankenversicherung verpflichtet.
Was ist nun wenn diese Pflicht im Kontext meiner Situation direkt gegen meine "Menschenwürde" ging, was gilt dann als höher einzustufen?
Schließlich wurde ich nur nicht enteignet, weil ich schlicht nichts besitze, bzw. damals besaß, jedoch wäre die Enteignung durch den Staat ausgeübt wurden, trotz der Informationen zu meiner ökonomischen Situation.
Heben sich nach "Rechtslogik" Rechte und Pflichten gegenseitig auf?
Es ist meiner Meinung nach, dem gesunden Menschenverstand entsprechend, eine komplett logische Äußerung zu sagen: "Jemand der einen mittellosen Menschen zwangsverschulden und zwangsenteignen zu versucht, schert sich nicht im geringsten um dessen Menschenwürde."
Nun selbst wenn sich ein Individuum der Gesellschaft entzieht, ist somit das ökonomische Interesse einer großen Versicherungsgesellschaft höher einzustufen, als das was der Staat als wichtigstes Grundrecht einer Person angibt?
Es ist auch nicht so, als dass ich mich hier irgendwie als Opfer großen Unrechts darstellen will oder müsste (falls so eine Vermutung geäußert wird), aber die Realität das der Staat solche Situationen überhaupt kreiert/zulässt, weist für mich definitiv auf ethische, logische sowie praktische Qualitätsmängel des Systems hin.
In höherem Kontext ist dieser Fall auch nur eine Lappalie, was die systemischen "Bugs" und Absurditäten angeht, aber ich will dieses Thema hier jetzt nicht in Richtung gesellschaftliche Missstände lenken, doch es gibt genügend Informationen anhand derer man sich ein realistisches Bild von der Gesellschaft machen kann, daher halte ich Systemloyalismus für irrational.
@Ausnahmsweise
Nein, 36 ist nicht mein aktuelles Alter. Ich bin mir dessen bewusst, dass meine jetzige Situation durch schlechte Entscheidungsfindung meinerseits begünstigt ist und ich irgendwie aktiv eine Option finden muss, die mir eine Lebensgrundlage ermöglicht. Sonst ist eine in diesem Thema gefallene Prognose sehr wahrscheinlich.
Mir fällt es jedoch extrem schwer vorzustellen, dass die Integration in die vorgeschlagenen systemische Prozesse, für mich in irgendetwas anderem resultieren würden, als des kompletten Verfalls meiner Psyche.
@Boone92
Ich will hier jetzt nicht unbedingt über meine "Lebensgeschichte" jammern, doch sagen wirs mal so, ethisch oder logisch fundiert war meine Existenz von Beginn an nicht. Rückblickend wundert es mich auch nicht, dass meine Situation so gekommen ist wie sie nun ist. Jedoch rede ich mir nicht ein, dass ich es schlimm erwischt hätte, im Vergleich zu vielen anderen Menschen.
Was das Thema Therapie angeht, verstehe ich nicht ganz wie mir das realistisch helfen soll. Zum einen sind die gesellschaftlichen Probleme was die Kapazitäten in diesem Bereich angeht öffentlich bekannt, zum anderen weiß ich doch schon, dass es gut möglich ist, dass bei mir eine "Psychische Erkrankung" diagnostiziert würde. Und dann was? Medikamentöse Behandlung zur Persönlichkeitsveränderung? Vielleicht sogar auf Lebenszeit? Warum sollte ich das in irgendeiner Weise wollen?
Ich will nicht so tun, als ob ich keine mentalen Defizite aufweise, was in Anbetracht meiner Situation aber komplett logisch sein sollte, doch dies bedeutet nicht, dass mein Problem psychischer Natur ist und ich mich zur Lösung dessen in diese Richtung orientieren müsste.