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Eure Meinung zu ChatGPT

KI kann jeder bedienen - nur kann es halt nicht jeder gut. Aber weil es jeder kann, entsteht der Eindruck es sei leicht und man muss nichts lernen. Selbst die komplexesten KI Prompts, in die Menschen tagelange Arbeit gesteckt haben, werden nicht als schwierig wahrgenommen. Den Menschen wird vielmehr gesagt: "Hat doch die KI gemacht".

Tatsächlich ist gutes Arbeiten mit KI fast wie eine neue Sprache lernen und kann ähnlich aufwendig sein. Aber der "Urlauber", der nur mal kurz ins KI Land reist und nur drei Worte KI spricht, glaubt da halt nicht.
Meine Herren, sind das Vergleiche! Ich würde gerne mal ein Beispiel eines komplexen KI Prompts hören.

"Gutes Arbeiten" mit der KI ist nicht wie eine Sprache lernen, sondern nichts weiter als eine bereits erworbene Sprache anzuwenden. Wie wir wissen, gibt es hinsichtlich der Anwendung von Sprache sehr große Unterschiede. Es ist leider nicht mehr selsbtverständlich, Sprache so zu beherrschen, um sein Anliegen klar und deutlich zu artikulieren. Präzise zu formulieren und die "richtigen" Fragen zu stellen, hilft enorm um vermeintlich bessere Ergebnisse zu bekommen.

Aber egal was ich damit anstelle, es ist keine kreative Leistung und auch keine besonders erwähnenswerte Eigenleistung. Das ist ein narzisstisch (oder vielleicht besser narr-zistisch?) angehauchter Irrglaube und was die Meinung zur Kreativität anbelangt leider auch ein Armutszeugnis.

Den Spaß daran will ich niemandem nehmen, aber das Gefühl des Erschaffens ist eine Fata Morgana, wenn man so will kann man die Sinnestäuschung auch als Selbsttäuschung betrachten.

Natürlich ist der vom Traktor gezogene Pflug eine andere Tätigkeit, als der von Ochsen gezogene Pflug oder das Öffnen des Bodens mit einer Hacke. Bestimmte Tätigkeiten wurden von anderen abgelöst, was seinen Grund hat. Die Erleichterung des Pflügens oder des Bäumefällens mittels motorisierter Gerätschaften in einen Vergleich mit dem Erlernen eines Instrumentes oder einer künstlerischen Tätigkeit zu setzen, sagt sehr viel über die Wertschätzung des Beherrschens einer solchen Fertigkeit aus. Sie scheint nicht sehr ausgeprägt zu sein, was schade ist.
 
Meine Herren, sind das Vergleiche! Ich würde gerne mal ein Beispiel eines komplexen KI Prompts hören.

"Gutes Arbeiten" mit der KI ist nicht wie eine Sprache lernen, sondern nichts weiter als eine bereits erworbene Sprache anzuwenden. Wie wir wissen, gibt es hinsichtlich der Anwendung von Sprache sehr große Unterschiede. Es ist leider nicht mehr selsbtverständlich, Sprache so zu beherrschen, um sein Anliegen klar und deutlich zu artikulieren. Präzise zu formulieren und die "richtigen" Fragen zu stellen, hilft enorm um vermeintlich bessere Ergebnisse zu bekommen.

Aber egal was ich damit anstelle, es ist keine kreative Leistung und auch keine besonders erwähnenswerte Eigenleistung. Das ist ein narzisstisch (oder vielleicht besser narr-zistisch?) angehauchter Irrglaube und was die Meinung zur Kreativität anbelangt leider auch ein Armutszeugnis.

Den Spaß daran will ich niemandem nehmen, aber das Gefühl des Erschaffens ist eine Fata Morgana, wenn man so will kann man die Sinnestäuschung auch als Selbsttäuschung betrachten.

Natürlich ist der vom Traktor gezogene Pflug eine andere Tätigkeit, als der von Ochsen gezogene Pflug oder das Öffnen des Bodens mit einer Hacke. Bestimmte Tätigkeiten wurden von anderen abgelöst, was seinen Grund hat. Die Erleichterung des Pflügens oder des Bäumefällens mittels motorisierter Gerätschaften in einen Vergleich mit dem Erlernen eines Instrumentes oder einer künstlerischen Tätigkeit zu setzen, sagt sehr viel über die Wertschätzung des Beherrschens einer solchen Fertigkeit aus. Sie scheint nicht sehr ausgeprägt zu sein, was schade ist.
Du beschreibst das typische "Werkzeug Dilemma":
Die Geschichte der Kunst ist eine Geschichte der technologischen Entlastung. Als die Fotografie aufkam, warfen Kritiker den Fotografen exakt dasselbe vor: Es sei keine Eigenleistung, nur einen Knopf zu drücken; das Licht mache die Arbeit, nicht der Mensch. Heute zweifelt niemand mehr an der Fotografie als Kunstform.

Zu deinem Fata-Morgana Vorwurf:
Der Vorwurf der Selbsttäuschung ignoriert die Iterative Tiefe. Wer nach dem ersten Prompt aufhört, betreibt tatsächlich keine nennenswerte Eigenleistung. Wer jedoch über 50 Iterationen hinweg Parameter justiert, logische Halluzinationen ausmerzt und die KI durch gezielte Constraints (Einschränkungen) in eine völlig neue ästhetische oder intellektuelle Richtung zwingt, erbringt eine Steuerungsleistung, die ohne sein spezifisches Wissen nicht entstanden wäre.

Deine Frage nach einem "komplexen KI Prompt" ist insofern entlarvend, als dass man nicht mal "einen" komplexen Prompt erstellt, sondern in einem iterativen Austausch mit einer KI ist - ungefähr so als würdest du mit einem Professor über die Lösung eines Problems sprechen. Es ist eine ausdauernde Kommunikation, bei der du selber Wissen haben und dir im Prozess aneignen musst, da du sonst zu keinem guten Ergebnis kommen kannst.

Einfacher formuliert:
Klar kannst du (allgemein gesprochen) einer KI auch einfach sagen "Hey mach einen Song" und die KI wird das tun. Ist der Song dann gut? Wahrscheinlich nicht. Aber du merkst es halt nicht, weil du von Musik keine Ahnung hast. Und jetzt beginnt der iterative Austausch - du lernst mithilfe KI etwas über Struktur, Reimschema, Noten usw. um besser bewerten zu können was die KI tut. Dann wiederholst du den Prompt mit deinem nun neu erworbenem Wissen. Das ganze erfolgt in einer immer wieder kehrenden Schleife. Mit jeder Wiederholung lernst du dazu und machst das Ergebnis der KI besser.

Es ist wie ein Fotograf: Jeder kann einen Schnappschuss machen, nach außen sieht es easy aus, man muss nur auf ein Knöpfchen drücken. Aber ein guter Fotograf muss lernen wie er die Kamera hält, in welchem Licht er knippst, es muss sich Motive überlegen und viel mehr.

Für mich persönlich ist der Umgang mit KI der größten Quantensprung meines Lebens. Ich habe nie in so kurzer Zeit so viel gelernt.

Du sagst, du findest meine Wertschätzung von Künstlern schade. Ganz im Gegenteil. Nach all der Mühe, die ich selber in kreative Prozesse gesteckt habe, schätze ich Künstler mehr denn je. Künstler, die Liebe, Mühe und Zeit in Projekte stecken die sie lieben. Aber ich schätze eben auch andere Menschen, die Liebe, Mühe und Zeit in Dinge stecken, den Landwirt der jeden Tag hart arbeitet genauso wie den Programmierer und jemanden der in liebevoller Arbeit über Stunden Werke mit KI erschafft. Ich finde es unpassend hier Konkurrenzsituationen aufzubauen. Jeder der mit Herzenblut etwas macht, hat meine Anerkennung.

Und ich freue mich, dass die KI Gemeinde wächst und gefühlt täglich besser und qualitativer wird. ChatGPT und Google Gemini sind nur die Spitze des Eisbergs. Im Moment beschäftige ich mich z.B. mit Suno als KI Software zur Erstellung von Songs. Früher habe ich nur Musik gehört, heute dank KI habe ich mehr Wissen von Musik als je zuvor. Und ja, ich sehe mich als kreativen Künstler - nicht als Musiker und schon garnicht als besonders gut - aber als jemand der Dinge erschafft.

KI bereitet mit unglaublich viel Freude. Und ich teile diese Freude gerne. Meine Erfahrung ist, dass jeder, der sich in einer gewissen Tiefe mit KI beschäftigt, ebenfalls diese Freude empfindet. Und das finde ich wunderschön! Die KI Community ist fantastisch.
 
Letztens habe ich in einem anderen Kontext die Worte "Aktive Rückverdummung" gelesen und musste an KI denken.

Ich denke die viele Menschen unterschätzen, dass man Fähigkeiten verlernt, wenn man sie nicht nutzt (außer vielleicht Fahrradfahren). Ich möchte schreiben und kreativ denken nicht verlernen. Also steuere ich bewusst dagegen. Es ist verführerisch, bequem … aber manchen singenden Sirenen sollte man wirklich widerstehen. Ich denke, ich werde in ein paar Jahren froh drum sein. Ich kann mich täuschen, aber das ist der Weg, den ich für mich in der Situation gehen will.
 
Ich hatte die KI kürzlich für meine Gartenplanung genutzt. Es funktioniert nicht perfekt, aber wenn es um die Auswahl von Pflanzen und deren Standorte, Bodenansprüche und Wasserbedarf geht, ist das schon unheimlich praktisch.
 
@Andreas900
Es beschleicht mich das Gefühl, dass der Text auch nicht nur aus Deiner Feder geflossen ist, sondern der neue beste Freund da ein bisschen souffliert hat.

Die Geschichte der Kunst als „Geschichte der technologischen Entlastung“ zu beschreiben, darauf kommt sicher nur die KI. Und dann mit der Fotografie einzusteigen…
Nur weil es diese Debatten gab, lässt sich das nicht mal eben auf den Umgang mit der KI übertragen. Es sind leere Platitüden, wie diese Worthülsen von der "Angst vor dem Fortschritt".

Ein Foto zu schießen ist auch nicht gleich ein Foto zu schießen. Was Kunst ist und wann Kunst anfängt usw. dazu gibt es Bücher und es gibt dazu keine einfache, abschließende Antwort. Darum geht es aber auch nicht, sondern darum, dass Fotografie, wie Du richtigerweise sagst, auch eine Kunstform ist.

Fotografie ist keine logische Weiterführung der Malerei, es ist etwas völlig anderes. Ein anderes Medium, andere Voraussetzungen. Die Wertschätzung, die den Alten Meistern entgegengebracht wird, ist sicherlich höher, als die, die einem bekannten Fotografen zuteil wird. Beide Formen erfordern Wissen, Können, Geschick, aber dennoch ist der Aufwand jeweils ein anderer. Warum beide gegeneinander ausspielen?

Ich glaube mittlerweile hat jeder schon verschiedene KI-Modelle durch. Entlarvend ist einzig die Tatsache, dass ich Deine Worte genommen habe („Selbst die komplexesten KI Prompts, in die Menschen tagelange Arbeit gesteckt haben, werden nicht als schwierig wahrgenommen.“) und Du mir das vorwirfst. Niemand, der auch nur ein einziges Mal mit der KI gearbeitet hat, wird nach dem ersten Prompt aufgehört haben. Dafür sorgt die KI mit ihren Nachfragen schon selbst. Kaum einer wird das allerdings bei seinen Kumpels als „Iterative Tiefe“ bezeichnet haben, auch wenn er Latein in der Schule hatte oder gut in Mathe ist.

Mir ist klar, dass ich im Austausch mit der KI zu beispielsweise einer rechtlichen Angelegenheit etwas lerne. Zum einen werden die Ergebnisse genauer, wenn ich mich selbst in Paragrafen einarbeite und mittels Nachfragen sozusagen eine Feinjustierung vornehme.
Diese Steuerungsleistung, wie Du es nennst, ist eine Eigenleistung. Sofern man kein Experte ist, ist das nur eine Annäherung und aus dem anfänglichen Stochern im Nebel werden die Ergebnisse mit denen man arbeiten kann, konkreter und möglicherweise brauchbarer. Gleiches passiert, wenn ich ein Buch lese.

Ich habe in der Schule Noten lesen gelernt und ebenso die verschiedenen Reimschemata (das war damals noch im Lehrplan, ebenso der Musikunterricht inklusive Vorsingen) durchgepaukt (und fast alle vergessen). Deine Euphorie zum Lernfortschritt was diese Felder angeht, freut mich für Dich (ernsthaft). Das was die KI durch Deine dreitägigen Prompts mit unglaublicher iterativer Tiefe zaubert, bedient sich dessen, mit was sie gefüttert wird. Und das ist leider nicht die bloße Tonleiter, sondern so ziemlich alles, was digital verfügbar ist. Rechtlich ist das immer noch der Wilde Westen. Ich befürchte nur, da ist nicht viel, was im Langzeitgedächtnis hängen bleibt, sondern dass Du Dein „trial and error“ hier mit großer Bedeutung aufblasen willst.

Ich finde es echt befremdlich, wie Du den „echten“ Musiker, den Landwirt und den KI Nutzer in einen Topf wirfst und alle als „kreative“ Menschen bezeichnest, die und letzteren noch mal so „liebevoll“ beschreibst, als wärest Du von der Muße geküsst. Wenn die Parameter wenigstens reproduzierbar wären, es kommt immer was anderes raus.

"Kreative Künstler" wie Dich gibt es seit kurzem zig millionenfach. Sie fluten das Netz mit Bildern, Musik und Geschreibsel. Der einzigartige Stil der Originale wird Tag für Tag reproduziert und mit anderen einzigartigen Stilen kompiliert und mit jedem Mal verwässert sich diese Einzigartigkeit ein Stück mehr. Bald erinnert man sich nicht mehr an die Meister vergangener Tage, sondern wird der Kopien und somit auch der Originale überdrüssig. Man sucht nach weniger bekannten Künstlern und lässt deren Stil kopieren, bis auch dieser Stil fest im Kanon der millionenfach durchgenudelten Prompts und ihrer Ergebnisse verankert ist. Wer's mag...

Vielleicht gibt es ja den einen oder anderen, der gerne mal ein bisschen dichtet, weil es Spaß macht, zu reimen und kreativ mit Worten zu sein. Bei dem Gedanken, dass nun niemand mehr sicher sein kann, dass nicht die KI geholfen hat, läuft es mir kalt den Rücken runter. Für mich sind das fremde Federn, mit denen man sich nicht schmückt. Bradley Cooper spielte mal in "Der Dieb der Worte" einen erfolglosen Schriftsteller, der durch Zufall ein altes Manuskript eines anderen Schriftstellers (gespielt von Jeremy Irons) findet und unter seinem Namen veröffentlicht. Der Erfolg ist ihm nicht gut bekommen. Ich hätte da Skrupel, mich als Autor zu bezeichnen.

Wer weiß, vielleicht geht in den nächsten Jahren mal ab und an das Licht aus (und damit auch der Computer), dann stehst Du da, wie der Ochs vorm Berg.
 
Seit es den Menschen gibt, wollte er sein Leben mithilfe der Technik optimieren. Immer modernere, aber auch gefährlichere Techniken wurden entwickelt. Letztendlich glaube ich nicht, dass der Homo sapiens nur annhähernd an die Dauer des Neandertalers herankommt. Ob letztendlich die KI den Menschen auslöscht, Waffen oder die Natur weiß ich nicht, aber ewig wird sich "die Krone der Schöpfung" nicht halten.
 
ja, damit sind wir halt bei der klassischen Diskussion: Was ist Kunst und was ist Dekoration? Bzw wo liegt der Unterschied.
Nur weil ich einen Pinsel bedienen kann (und vielleicht sogar sehr gut bedienen kann) wird das, was ich pinsle automatisch Kunst?
Nur weil ich ein Instrument spielen kann, bin ich noch lange kein Künstler.
Ein total filigran gemaltes Bild kann weniger Kunst sein, als "moderne" Kunstobjekte wie die berühmte Fettecke. Eine virtous runtergezockte Chopin-Etüde ohne künstlerische Tiefe ist zwar schön, aber Kunst?
Letztlich macht jemand, der mit KI arbeitet doch nichts anderes: Er nutzt ein Werkzeug(wie eben ein Pinsel oder ein Instrument auch ein Werkzeug ist). Ein werkzeug führt letztlich bei richtigem Gebraucht NICHT unbedingt zu Kunst sondern nur zu Kunstfertigkeit. (die für Kunst auch wichtig ist, aber eben nicht automatisch damit einhergeht.)

Ist das deswegen Kunst? Natürlich nicht. Ist es deswegen zwangsläufig KEINE Kunst? Auch nicht.
Entscheidend ist doch die künstlerische Aussage: und DIE kann nicht von der KI kommen, weil die KI nichts neues erschafft sondern nur altes wiedergibt und weil der KI die Persönliche Aussage und emotionale Tiefe fehlt.
Also ich finde es durchaus vorstellbar, dass es echt kreative Künstler gibt, die eines tages auch KI nutzen, um ihre künstlerische Aussage unter Mitwirkung von KI mechanismen zu transportieren.
Aber dann im Sinne einer Inhaltlichen Auseinandersetzung und nicht so, wie es aktuell passiert. Da müsste man eine neue Metaebene finden- eine neue Tiefe, die KI auf eine neue Art zu nutzen (genauso wie ja zB auch Fotokünstler das Medium Fotografie neu genutzt haben, um Formen der FOtokunst zu entwickeln, die sich absolut vom Bilder malen oder Schnappschüsse machen unterscheiden).

Also eine KI ein Bild malen oder eine Musik komponieren zu lassen ist etwas komplett anderes. Da fehlt doch die Aussage- die kreative Eigentleistung, die über das schlichte "zusammensetzen" hinaus geht.
natürlich kann ich einer KI sagen: Male einen Baum. Das wird sie auch tun und ich kann ihr dann auch sagen, dass sie ihn mehr so oder mehr so malen soll. aber Kunst ist das immernoch nicht: Was will ich mit meinem Baum sagen? Welche Empfindungen oä will ich beim Betrachter auslösen und womit schaffe ich das? Wie ist meine Persönlichkeit in diesem Bild zu finden und was ist mit der Person des Betrachters? was ist meine Aussage?
All das sind Aspekte des Künstlers: Die kann die KI nicht generieren (zum Glück) und die kann auch derjenige nicht automatisch bedienen, der die KI bedient. Wie gesagt: Eine WIRKLICH künstlerische Verwendung von KI ist mir noch nicht untergekommen und kann ich mir aktuell nicht vorstellen. Aber sicher wird es einmal einen Menschen geben, der sie in eine neue Kunstform einbindet.
Einfacher formuliert:
Klar kannst du (allgemein gesprochen) einer KI auch einfach sagen "Hey mach einen Song" und die KI wird das tun. Ist der Song dann gut? Wahrscheinlich nicht. Aber du merkst es halt nicht, weil du von Musik keine Ahnung hast. Und jetzt beginnt der iterative Austausch - du lernst mithilfe KI etwas über Struktur, Reimschema, Noten usw. um besser bewerten zu können was die KI tut. Dann wiederholst du den Prompt mit deinem nun neu erworbenem Wissen. Das ganze erfolgt in einer immer wieder kehrenden Schleife. Mit jeder Wiederholung lernst du dazu und machst das Ergebnis der KI besser.
Aber auch dann ist das Ergebnis immernoch weit von Kunst entfernt. Was Du beschreibst ist dann klassiche Kunstfertigkeit: natürlich kann man die Kunstfertigkeit durch KI vielleicht verbessern: Man kann sich Wissen dazu aneingnen. Aber es bleibt eben "Dekoration" und wird dadurch keine Kunst, weil die entscheidende Ebene der Persönlichkeit des Künstlers, der Aussage usw fehlt.
Im Grunde ist es doch genau so wie wenn man früher in eine Bücherei gegangen ist und X-Bücher über Musiktheorie gelesen hat, Aufnahmen angehört hat und stunden lang Noten gelesen hat. Wenn man sich dann irgendwann hinsetzt und aus diesem Wissen ein Musikstück baut, dann ist es eben immernoch keine Kunst. Es fehlt die wesentliche Ebene von Aussage und auch die Ebene der Rezipienten (Kunst "lebt" auch vom "Austausch" mit dem Rezipienten- Also Ursache-Wirkung)
WARUM komponiert oder interpreitert man es so und nicht anders? WARUM ist es wichtig, dass an dieser Stelle ein 4-tel Auftakt steht und kein Achtel? Welche Unterschiede in der Wirkung will ich erreichen und wie erreiche ich sie? Wie genau MUSS ich diesen Auftakt setzen, damit das transportiert wird, was für mich die Aussage dieser Passage sein soll? usw. Warum setze ich überhaupt einen Auftakt? Welche wirkung erziele ich denn, wenn ich die Passage als Volltakt anlege usw.

Man kann es auch mit vielen kreativen Hobbys vergleichen: Seidenmalerie oder sowas: natürlich sitzen viele talentierte leute zB in einem Malkurs und malen schöne Bilder, aber bis daraus Kunst wird....
"schön" kann es vielleicht sein, aber Kunst geht eben weiter und tiefer.

Übrigens: ich habe gerade mal die KI befragt, was der Unterschied zwischen Kunst und Dekoration ist und bekam folgende- sehr treffende Antwort:Übersicht mit KI
Kunst drückt tiefgründige Emotionen, Konzepte und persönliche Geschichten aus, um den Betrachter zu berühren oder herauszufordern
. Dekoration hingegen dient primär der ästhetischen Aufwertung, Harmonie und Verschönerung eines Raumes, ohne zwingend inhaltliche Auseinandersetzung zu fordern. Kunst erzeugt Wirkung, Deko erzeugt Ambiente.
Trifft es ganz gut.
Ich denke jedenfalls, dass wir die Zeit nicht erleben werden, wo Menschen sich in Konzertsäle drängeln und weinen oder in Trance tanzen weil sie ein KI-Musikstück hören. Und sie werden auch nicht im Museum stehen und den X-ten "Im Stil von Picasso" bewundern.
Das was den Menschen anrührt und bewegt wird immer fehlen.

Ich finde, das sollte man nicht verwechseln, bzw diesen Unterschied nicht einfach vom Tisch wischen. Das heißt nicht, dass das eine nicht wichtig wäre: Im Gegenteil. Auch Dekoration ist wichtig und bereichernd (bzw KANN es sein). ich würde mich zB auch riesig freuen, wenn eine Freundin mir ein mit Liebe gemaltes Bild schenken würde- auch wenn es einfach "nur" schön anzuschauen ist und keine künstlerische Ebene hat.
 
Ich hatte die KI kürzlich für meine Gartenplanung genutzt. Es funktioniert nicht perfekt, aber wenn es um die Auswahl von Pflanzen und deren Standorte, Bodenansprüche und Wasserbedarf geht, ist das schon unheimlich praktisch.
Das ist ein ganz gutes, praktisches Beispiel, das keine sonderlichen Gefahren birgt. ABER ich möchte zu Bedenken geben, dass es dahin führt, dass jeder nur noch für sich alleine am Computer rumwurstelt und der Gesellschaft verloren geht, dass man sich gegenseitig mit seinen unterschiedlichen Kompetenzen unterstützt. Ich denke das ist auch ein wichtiger, gesellschaftlicher Kleber.

Aus dem Grund hab ich neulich – als ich entschieden habe meine Musikanlage so umzubauen, dass ich wieder CDs anhören kann – einen Kollegen zum Mittagessen eingeladen, der sich mit HiFi auskennt und hab mich von ihm beraten lassen. Ich hab für uns gekocht, er hat mir geholfen. War schön. Ich hatte erst angefangen, alleine im Internet rumzusuchen (Google, Chat GPT …) und hab mich dann bewusst entschieden, das anders zu machen.

Ich hätte das auch alles mit Chat GPT für mich alleine rausfinden können und bestimmt hat eine Unabhängigkeit von anderen Leuten auch einen Wert … trotzdem sollte man es nicht zu weit treiben und auch andere Möglichkeiten in Betracht ziehen und pflegen. Und damit wieder eine gewisse Unabhängigkeit vom Internet entdecken.
 
Zuletzt bearbeitet:
@Violetta Valerie
Ich musste deinen Beitrag ehrlich gesagt zweimal lesen, bis ich ganz verstanden habe, worauf du hinauswillst. Du bleibst ja nicht einfach bei dem Punkt stehen, dass KI nur technisch arbeitet, sondern gehst darüber hinaus und knüpfst Kunst an ein bewusstes Subjekt. Das klingt erst mal schlüssig, aber ich bin mir nicht sicher, ob diese Voraussetzung wirklich so zwingend ist, wie du sie beschreibst.

Denn wenn man genauer hinschaut, funktioniert ein Großteil von Kunst auch unabhängig davon, ob wir Zugang zu einer konkreten Intention haben. Wir wissen in der Regel nicht, was ein Künstler im Moment des Schaffens genau gedacht oder gefühlt hat - und oft spielt das für die Wirkung des Werks auch gar keine entscheidende Rolle. Bedeutung entsteht ja nicht nur im Kopf des Urhebers, sondern auch im Werk selbst und in der Wahrnehmung durch andere.

Nimm zum Beispiel Albrecht Dürer und seinen Feldhasen: Das ist im Kern eine extrem präzise Naturstudie, ohne offensichtliche „Botschaft“ im modernen Sinn. Trotzdem gilt das Werk unstrittig als Kunst. Nicht, weil wir Zugang zu Dürers Innenleben hätten, sondern weil das, was da vor uns liegt, als künstlerisch erfahren wird.

Deshalb bin ich etwas skeptisch bei der Gleichung „ohne Intention keine Kunst“. Sie verschiebt den Fokus sehr stark auf etwas, das wir weder überprüfen noch im Werk selbst eindeutig festmachen können. Dabei übersiehst du ein Stück weit, dass Kunst nicht nur vom Künstler ausgeht, sondern auch davon lebt, wie sie wahrgenommen und verstanden wird.

Aber wie du schon sagst: KI hat kein eigenes Erleben und „meint“ nichts im menschlichen Sinne. Die offene Frage ist für mich eher, ob das zwingend ein Ausschlusskriterium sein muss, oder ob es nicht genügt, dass etwas für uns Bedeutung erzeugt, unabhängig davon, wie es entstanden ist.

Vielleicht ist der Unterschied am Ende weniger „Kunst vs. keine Kunst“, sondern eher: unterschiedliche Arten von Kunst - mit und ohne bewusstes Subjekt im Hintergrund.
 
@Blaumeise
Das ist ein guter Einwand, der z.B. in der Literatur auf spannende Theorien und Diskurse verweist. Dennoch gibt es da Kriterien, die z.B. Texte erfüllen sollten, damit sie der Gattung der Literatur als Kunstform, also sozusagen sprachlichen Kunstwerken, zugeordnet werden. Im Laufe der Jahrhunderte hat es auch da Veränderungen gegeben. Heutzutage haben Kritiker nicht mehr diesen Stellenwert wie früher und es wird immer weniger gelesen.

Der zentrale Punkt, der ja angesprochen wurde, ist und bleibt für mich der menschliche Faktor. Es ist mir nicht bekannt, mit welchen Daten die einzelnen KI-Modelle gefüttert werden bzw. welcher Daten sie sich bedienen dürfen. Ohne die von Menschen geschaffenen Originale, gäbe es die teils unverkennbar kopierten – ich nenne sie jetzt einfach mal beim Namen: Plagiate – nicht!

Und genau deshalb hinkt für mich der Vergleich mit dem Pinsel gewaltig. Wäre die KI einzig mit Musik/Malerei/Texten des jeweiligen Benutzers gefüttert, könnte man das Endprodukt mit dem Schöpfer noch in Verbindung bringen.

Aber genau so läuft es nicht. Meine Beobachtung ist, dass sich die Masse, für den Einstieg, an bekannten Künstlern, die den jeweiligen Vorlieben entsprechen, vergreift. Die KI-Bilder im Stile von XY (setze im Platzhalter: Van Gogh, Picasso, Dali, Renoir, Rembrandt usw. ein) sind mal mehr und mal weniger offensichtlich. Nach den ersten „Erfolgen“ will man sich dann nicht mehr mit der Masse gemein machen und geht ans „Feinjustieren“, in die Nischen. Vielleicht muss auch die Lokalband als Vorlage herhalten.

Es ist also nicht der Pinsel, denn den müsste man selbst führen können. Es ist auch nicht der Füllfederhalter, denn der alleine schreibt auch keine Gedichte. Es ist auch nicht der Taktstock, der Geigenbogen oder etwas Derartiges.

Vor Jahrhunderten könnte man das Vorgehen vielleicht in die Nähe eines in Auftrag gegebenen Portraits stellen. Nur ist sich der Auftraggeber nicht im Klaren, was er eigentlich will. Sein erster Auftrag lautet: Male mir ein Portrait, Johannes Vermeer! – Irgendeines? – Keine Ahnung, mach mal, ich komme darauf zurück!
Drei Monate später, der Auftraggeber schaut sich das Werk an: „Du Johannes, die Perlenohrringe und das Kopftuch sind voll S****. Mach nochma, Alter! Dieses Mal mit brünetten Haaren und vom Vorbau soll auch was zu sehen sein! – Geht klar (...so ein Schwachkopf).
Weitere drei Monate später: „Okay Johannes, die Haare und das Holz vor der Hütte sind gut, aber irgendwie passt das Gesicht nicht mehr dazu. Und der Hintergrund ist mir zu dunkel. Ich habe auf meiner Reise durch Afghanistan ein schöne Menge Ultramarin mitgebracht, bitte alles zu verwenden!
Nach 3 Jahren und vielen weiteren Korrekturen oder wie wir gelernt haben „Iterationen“ ist der Prozess der Annäherung an die Vorstellung aus Mangel an monetären Mitteln vorzeitig beendet. Vermeer hatte sein „Mädchen mit den Perlenohrringen“ für eine ultramarinblaue Konfusion und einen Haufen Gulden eingetauscht – die iterative Tiefe blieb überschaubar.

Für mich ist der „Prompt“ nichts weiter als eine Auftragsarbeit. Anstelle des Künstlers ist hier die KI getreten, von der man nicht genau weiß, was sie versteht und wie sie arbeitet. Nur soviel ist bekannt: ohne entsprechendes Futter (nein, das ist nicht der Prompt!) arbeitet der Metabolismus nicht und es wird nur ausgeschieden, was man zuführt/zugeführt hat. Auf dem Weg durch die Gedärme wabert der Brei, vermengen sich Dinge, bis...pflatsch – es ist angerichtet, oh mein Gebieter!

Nutzen kann die KI jeder, auch ohne Grundkenntnisse. Je gebildeter der Nutzer, desto präziser die Anfragen und somit hoffentlich auch die Ergebnisse. Überhaupt in der Lage zu sein, Fehler zu erkennen, bleibt eine Voraussetzung für fortgeschrittenes Arbeiten. Alles andere ist Laienspiel, der Protagonist Dilettant (nicht negativ konnotiert). Ich bin Dilettant auf vielen Gebieten, will mich gar nicht mit Profis messen. Jeder kann heute ohne große Kenntnisse kleine Programme bei der KI „in Auftrag geben“ und möglicherweise brauchbare Ergebnisse erhalten. Sicherheitslücken oder Funktionsfehler kann nur der erkennen, der die Sprache einigermaßen beherrscht.

Zur KI in der Musikbranche gab es kürzlich einen interessanten Artikel bei Deutschlandfunk. Er zeigt, dass der monetäre Nutzen sehr oft das Ziel dahinter ist.

Jeder würde heute am liebsten mit KI-Gedaddel, Gaming, Influencing, Reisen, Vlogs, Blogs, Aktivismus, als moralische Instanz usw. Geld verdienen, reich werden. Auch deshalb fehlt gewissen Branchen der Nachwuchs. Harte, körperliche Arbeit ist im Vergleich zum digitalen Nomadentum logischerweise unattraktiver. Ich denke, dass auch das eine Rolle spielt, warum viele die KI exzessiv nutzen. Bis die Gesetze mit dem Tempo der KI mithalten, dauert es noch eine Weile, aber das Ende des Wilden Westens ist in Sicht und wird nicht alle freuen. Wir werden uns vielleicht bald wieder in die Zeiten der Tauschbörsen und die Abmahnwellen zurückversetzt sehen. Paradox wird es werden, wenn die KI ihre eigenen Ausscheidungen auf beispielsweise Urheberrechtsverletzungen untersuchen wird. Brennen da dann irgendwann die Sicherungen durch?
 

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