O
Otti
Gast
Am Ende noch ein paar grundsätzliche Gedanken:
Ich habe die Lust am Debattieren in Foren weitestgehend verloren, auch wenn das hier vielleicht anders erscheinen mag. Es geht kaum noch darum, eigene, selbst formulierte Argumente auszutauschen, die man aus tiefster Überzeugung vorbringt und die bestenfalls auf eigenen Erfahrungen beruhen, sondern darum, sein Tun und Handeln bestmöglich zu rechtfertigen und Argumente zu gewinnen.
Es spielt keine Rolle mehr, ob da jemand weniger oder mehr Ahnung hat. Es ist egal geworden, ob man sich jemals über bestimmte Aspekte Gedanken gemacht hat, die KI hilft, absurdeste Thesen zu unterstützen. Ich will das nicht verteufeln, denn es wird sich nicht mehr umkehren und es lassen sich selbstverständlich auch positive Aspekte finden. Allerdings sind wir, davon gehe ich aus, wohl zumindest in Teilen noch ohne diese ganzen Dinge aufgewachsen.
Es hat nicht lange gedauert, dass man die Digitalisierung des schulischen Lebens, gerade in jungen Jahren, in vielen Ländern wieder zurückfährt. Zu invasiv sind die Auswirkungen auf das Lernen und die Gedächtnisse im Kindesalter. Viele junge Menschen verstehen komplexere Texte nicht mehr. Anstatt daran zu arbeiten, will man die Texte vereinfachen. Wie @hirnunherz schon anmerkte, wird es gefährlich, wenn wir das strukturierte Denken an die KI outsourcen, Quellenkunde, Argumentation und das Vernetzen von Themen der KI überlassen.
Das kritische Hinterfragen und das Nutzen der KI um echten Erkenntnisgewinn zu erzielen, weicht heute schon oft der Suggestivfrage. Wir wissen, dass die KI den Nutzer (noch) zufriedenstellen will. Absurdeste Thesen werden, zumindest teilweise, mit Pseudoargumenten unterfüttert, deren Gewichtung, je nach Fragestellung, in die jeweilige Richtung verschoben wird. Und das nicht nur bei harmlosen Themen. Es kann ein gefährliches Werkzeug sein.
Am Ende sind die Diskussionen nicht mehr zwischen User A und User B, sondern zwischen den Argumenten der KI, die die User "in Auftrag geben". Vielleicht nimmt man daraus etwas mit, aber die Quellen, derer sich die KI dabei bedient, interessieren kaum jemanden. Sind die seriös? Statt um Erkenntnis oder Wahrheit geht es ums Rechthaben und Gewinnen.
Ich habe mich oben am als „typisch“ bezeichneten „Werkzeug Dilemma“ gestoßen. Die „normale“ Suche mit Suchmaschinen führt zu Bohrmaschinen und anderen, nutzlosen Ergebnissen. Chatgpt wusste jedoch sofort, was ich meinte. Der Bezug wäre das „Law of the Instrument“: „Wenn du nur einen Hammer hast, sieht jedes Problem wie ein Nagel aus.“ Das hatte ich schon mal gelesen. Klingt nett. Ich fragte also weiter, sukzessiv-iterativ-investigativ, welche relevanten, deutschsprachigen Quellen denn da konsultiert wurden. Die kleinlaute Antwort: es handele sich um keinen etablierten Fachbegriff, ich würde den in einschlägiger Fachliteratur wohl eher nicht finden. Vielmehr handele es sich um eine Paraphrasierung der Übersetzung aus dem Englischen. Nach eigener Recherche zu „Gesetz des Instruments“ bin ich dann auf „Maslows Hammer“ als weitere, im Deutschen gebräuchliche Paraphrasierung gekommen. Die KI macht gerne auf dicke Hose, wenn man das möchte, nur leider ist die englische Sprache da immer noch die Muttersprache, im Deutschen kann man da nicht alles ungeprüft übernehmen – bei einer Hausarbeit hätte man sich da schon in die Nesseln gesetzt.
Der Austausch hier fühlt sich wie ein Briefwechsel an, was ja retro ergo en vogue ist. Trotzdem frage ich mich, ob das nicht eher den Fluß behindert?
Ich habe die Lust am Debattieren in Foren weitestgehend verloren, auch wenn das hier vielleicht anders erscheinen mag. Es geht kaum noch darum, eigene, selbst formulierte Argumente auszutauschen, die man aus tiefster Überzeugung vorbringt und die bestenfalls auf eigenen Erfahrungen beruhen, sondern darum, sein Tun und Handeln bestmöglich zu rechtfertigen und Argumente zu gewinnen.
Es spielt keine Rolle mehr, ob da jemand weniger oder mehr Ahnung hat. Es ist egal geworden, ob man sich jemals über bestimmte Aspekte Gedanken gemacht hat, die KI hilft, absurdeste Thesen zu unterstützen. Ich will das nicht verteufeln, denn es wird sich nicht mehr umkehren und es lassen sich selbstverständlich auch positive Aspekte finden. Allerdings sind wir, davon gehe ich aus, wohl zumindest in Teilen noch ohne diese ganzen Dinge aufgewachsen.
Es hat nicht lange gedauert, dass man die Digitalisierung des schulischen Lebens, gerade in jungen Jahren, in vielen Ländern wieder zurückfährt. Zu invasiv sind die Auswirkungen auf das Lernen und die Gedächtnisse im Kindesalter. Viele junge Menschen verstehen komplexere Texte nicht mehr. Anstatt daran zu arbeiten, will man die Texte vereinfachen. Wie @hirnunherz schon anmerkte, wird es gefährlich, wenn wir das strukturierte Denken an die KI outsourcen, Quellenkunde, Argumentation und das Vernetzen von Themen der KI überlassen.
Das kritische Hinterfragen und das Nutzen der KI um echten Erkenntnisgewinn zu erzielen, weicht heute schon oft der Suggestivfrage. Wir wissen, dass die KI den Nutzer (noch) zufriedenstellen will. Absurdeste Thesen werden, zumindest teilweise, mit Pseudoargumenten unterfüttert, deren Gewichtung, je nach Fragestellung, in die jeweilige Richtung verschoben wird. Und das nicht nur bei harmlosen Themen. Es kann ein gefährliches Werkzeug sein.
Am Ende sind die Diskussionen nicht mehr zwischen User A und User B, sondern zwischen den Argumenten der KI, die die User "in Auftrag geben". Vielleicht nimmt man daraus etwas mit, aber die Quellen, derer sich die KI dabei bedient, interessieren kaum jemanden. Sind die seriös? Statt um Erkenntnis oder Wahrheit geht es ums Rechthaben und Gewinnen.
Ich habe mich oben am als „typisch“ bezeichneten „Werkzeug Dilemma“ gestoßen. Die „normale“ Suche mit Suchmaschinen führt zu Bohrmaschinen und anderen, nutzlosen Ergebnissen. Chatgpt wusste jedoch sofort, was ich meinte. Der Bezug wäre das „Law of the Instrument“: „Wenn du nur einen Hammer hast, sieht jedes Problem wie ein Nagel aus.“ Das hatte ich schon mal gelesen. Klingt nett. Ich fragte also weiter, sukzessiv-iterativ-investigativ, welche relevanten, deutschsprachigen Quellen denn da konsultiert wurden. Die kleinlaute Antwort: es handele sich um keinen etablierten Fachbegriff, ich würde den in einschlägiger Fachliteratur wohl eher nicht finden. Vielmehr handele es sich um eine Paraphrasierung der Übersetzung aus dem Englischen. Nach eigener Recherche zu „Gesetz des Instruments“ bin ich dann auf „Maslows Hammer“ als weitere, im Deutschen gebräuchliche Paraphrasierung gekommen. Die KI macht gerne auf dicke Hose, wenn man das möchte, nur leider ist die englische Sprache da immer noch die Muttersprache, im Deutschen kann man da nicht alles ungeprüft übernehmen – bei einer Hausarbeit hätte man sich da schon in die Nesseln gesetzt.
Der Austausch hier fühlt sich wie ein Briefwechsel an, was ja retro ergo en vogue ist. Trotzdem frage ich mich, ob das nicht eher den Fluß behindert?