Rhenus
Sehr aktives Mitglied
Hä- checke grad nicht, was Du meinst. Also sag ich nochmal, was ich meine:
In der Doku ging es darum dass Jugendämter überlastet sind. Soweit gehst Du sicher mit mir konform, oder?
Absolut!
Weil es die andere Fraktion gibt, die möchten, dass es möglichst viel Überwachung gibt.
Ein überlastetes Amt gibt Arbeit (Betreuung und Beurteilung der Fälle) an externe wirtschaftsunternehmen weiter. Diese Unternehmen unterliegen der Kontrolle des Jugendamtes, aber das überlastete Amt kann nicht richtig kontrollieren. also verlässt es sich auf das, was der Anbieter sagt. So dreht sich das ganze im Kreis und wenn ein Fehler auftritt- also zB ein Kind leidet, müssen Eltern einen jahrelangen Rechtsstreit führen, bis was passiert. Gäbe es eine engmaschige Kontrolle des JA dann würde auffallen, dass das JA seinerseits nicht genug Kontrolle über die Einrichtungen hat. Dann könnten Misstände schneller beseitigt werden, ohne dass Kinder unnötig leiden.
Ein gerichtlicher Prozess kann Jahre dauern- bis dahin ist das Kind dauerhaft geschädigt.
Das will die Gesellschaft doch so...
Dazu muss man betrachten, dass dies gängige Praxis in allen Bereichen der Daseinsvorsorge ist.
Bleibt dir verborgen, dass Schulen, Krankenhäuser, Kindergärten, Heime, Altenheime, Hospize usw. in Privathand sind...?
Ich bezweifele jedoch, dass deine Einschätzung stimmt, dass es der Regelfall ist, dass Kinder leiden.
Das System ist nur insoweit schlecht, dass immer mehr Eltern sich egoistisch und asozial verhalten, dass ein Eingreifen notwendig erscheint.
Die familiäre Struktur zerbricht. Eltern streiten sich bis aufs Blut auf Kosten der Kinder.
Für mich ist immer noch nicht die Notwendigkeit als Normalfall zu sehen, dass das Jugendamt überhaupt eingreifen muss.
Die Jugendamtsumlage ist in vielen Kommunen der größte Ausgabenfaktor. Daher sind die Kommunen am Ende ihrer Finanzkraft, was zum Personalmangel und der Überlastung der Jugendämter führt.
Zudem werden Familiengerichte auch grundsätzlich angerufen, wenn von vorne herein keine Aussicht auf Erfolg bestehen kann, weil es eben ein Defizit in der Familie gibt.
Das liegt u.a. daran, dass Rechtsanwälte daran gut verdienen und die Kläger vielfach ein vermeintliches Recht erzwingen wollen und/oder von den Kosten befreit sind.
Also ist es eine politische Angelegenheit wo Jugendämter ungerechtfertigt für verantwortlich gemacht werden!
Welche Vernetzung mit wem?Ein Beispiel: in der Doku wurde ein Fall geschildert, in dem das JA zu Unrecht ein Kind aus der Familie genommen hat (dürfte nicht passieren, wenn es bessere Kontrollen- oder sagen wir Vernetzungen- der einzelnen JA Mitarbeiter gäbe).
Hast du eine Ahnung was in den Jugendämtern jetzt schon geleistet wird?
Du und andere verstehen wohl darunter ein Überjugendamt... Also noch mehr Bürokratie.
Und wer kontrolliert das "Überjugendamt"?
Wir hatten es im Film doch mit einer leichtfertigen Falschdiagnose(?) über die Mutter zu tun.
Es wurde ja nicht gezeigt, wie diese zustande kam.
Und eine Aufsicht hätte zudem nicht präventiv wirken können.
Wenn das so funktionieren würde, könnte man gleich der Aufsicht alle Aufgaben übertragen.
Ich denke, hier wird auch zu wenig die Verantwortung der Eltern eingefordert.
Ich verstehe sehr gut, dass die Familie verzweifelt war, doch gut verhalten, hat die Mutter sich auch nicht...
Und daher kritisiere ich auf der Seite des Jugendamtes -wobei mir klar ist, dass sie daran gebunden sind- eine veraltete Erziehungsmethode der Psychologen, die nicht auf moderne Erkenntnisse basiert.
Hier kann aber nur die Politik Abhilfe schaffen!
Allenfalls mutige Richter beim Verfassungsgericht!
Nicht Entwöhnung und Entfremdung von der Familie sollte Ziel sein, (in diesem Fall), sondern weiterhin engen Kontakt.
Das birgt jedoch die Gefahr von Entziehungs und Gewalttaten...
Also was soll das Jugendamt leisten? Wem gerecht werden?
Es kommt nicht selten vor, dass der getrenntlebende Expartner gezielt falsche Beschuldigungen liefert.
Mit Vorwürfen ist mit Sicherheit die Frau im Film auch zuvor konfrontiert worden.
Nur ist es in der Praxis so, dass Menschen das nicht erkennen und sie sich dafür keine Unterstützung suchen.
Man versteht nicht, dass ein Jugendamt nur die Interessen des Kindes vertreten soll...
Das Kind wurde untergebracht, aber es wurde nicht überprüft, ob es dem Kind dort gut geht, also wurde nicht festgestellt, dass das Kind leidet. (Dürfte nicht passieren, wenn das JA die Einrichtung kontrollieren würde.)
Das JA verließ sich auf die Aussage des Heims und schränkte die Besuche der Eltern ein, bzw verhinderte und zensierte den Kontakt (das meine ich mit "hinter schloss und Riegel").
Noch einmal die Frage, von welchem Fall sprichst du?
"Schloss und Riegel" ist ein Synonym für Gefängnis.
Und da sollte man nicht begrifflich überziehen.
Das JA hat die Aussagen des Heims nicht unabhängig geprüft. Wäre das JA seinerseits extern Rechenschaft schuldig, wäre das nicht möglich.
Ich habe doch geschrieben, wer die externe Kontrolle ist.
Wen oder was verstehst du darunter?
Nach Jahren wurde der Fehler erst aufgedeckt- zu spät!
Soweit so klar?
Nein nicht klar! 🙂
Wo Menschen sind, passieren Fehler und Vergehen.
Das gänzlich ausschließen, ist unmöglich...
Wir haben es doch damit zu tun, dass Menschen über Menschen Verantwortung übernehmen müssen.
Diese können so oder so falsch sein.
Also zu wenig Eingriff oder zu viel. Wo sollte denn die Kette der Überwachung enden, wenn nicht bei der Justiz?
Hier, wo jeder sich für fachlich kompetent hält, es pauschal besser zu wissen, als die Fachleute vom Jugendamt?
Ja genau das war das Thema! Kontrolle KANN erfolgen- tut sie aber in der Realität zu wenig. Das ist ja das schlimme.
Nein, Kontrolle muss erfolgen, wenn das nicht geschieht, kann man dagegen vorgehen.
Man muss sie notfalls erzwingen.
Kann übrigens das Kind (Jugendlicher) selbst auch.
Und hier wünschte ich mir die Arbeit eines s.g. "Kinderschutzbundes"... der jedoch selbst gut an solchen Einrichtungen verdient.
Ich denke, hier werden viel zu viele Fakten verwechselt und vertauscht.
Also einmal Überreaktion und andernfalls Vernachlässigung der Dienstpflichten.
Interessant waren für mich die Äußerungen des Populisten Buschkowsky.
Seiner Feststellung widerspreche ich nicht, weil ich auch gegen Privatisierungen bin.
Hat aber Buschkowsky nicht in seiner Amtszeit auch privatisiert?
Und was den jungen Mann im Fall angeht, hätte ich mehrere Lösungen aufzuzeichnen gehabt...
Auch durch das Fernsehteam!
Warum wird bei einem Jugendlichen von Kind gesprochen? Warum ist Arbeit unzulässig?
Tendenziös?
Zudem waren mehrere Aussagen falsch im Film.
Selbst wenn die Betreuung außerhalb geleistet wird (Formalität) die Verantwortung des Wohlergehens unterliegt dem Jugendamt in der Region, wo der Jugendliche seinen Wohnsitz hat.
Weiterhin steht es jedem Jugendlichen ab 14 Jahren frei, sich einen Anwalt zu nehmen, der seine Interessen in Sachen die das Familienrecht betrifft, vertritt.
Das hätten die zu Wort kommenden Sozialarbeiter und das Fernsehteam wissen können oder wissen müssen.
Passte das nicht in die Tendenz?