Rhenus
Sehr aktives Mitglied
Ich habe den TV-Bericht auch gesehen, und ich fand ihn sehr gut. Dass es Familien gibt, bei denen ein Eingreifen der Jugendämter erforderlich ist, wissen wir.
Was mich bei dem Bericht empört hat, waren die Querverbindungen zwischen den "Betreuungseinrichtungen" und den Behörden. Ich erinnere mich an meine Klinikzeit: Man wollte mich gerne im betreuten Wohnen sehen. Dafür hatte die Therapeutin eine Einrichtung ausgesucht, der sie selbst nahestand.
Es geht in allen Betreuungsgeschichten, wie ja gestern zu sehen war, um sehr viel Geld. Und das lockt.
Ich habe mich gestern etwa gefragt, was man finanziell schlecht gestellten Familien wohl antworten würde, würden die mehr finanzielle Unterstützung fordern. An ominöse Einrichtungen zahlt der Staat ohne Not 6000 € im Monat und pro Kind. Da erbringt offenbar niemand Wohltätigkeit, da ist man selbst Profiteur von Wohlfahrt.
Für mich gehört dieses ganze, sich immer wieder selbst beweihräuchernde System schon lange geknackt. Vor allem aber muss man den betroffenen Menschen ihre Würde wiedergeben, in dem man sie dabei unterstützt, ihr Leben eigenverantwortlich zu führen, anstatt sie systematisch zu entmündigen.
Das Wort Skandal reicht nicht aus, um solche Zustände zu beschreiben.
Burbacher
Oh, so revolutionäre Worte von dir? 🙂
Dann sage doch mal, wie es besser sein oder gehen sollte!
Wenn ich hier laufend schreibe, dass nur das Bedingungslose Grundeinkommen hilft, dass Löhne gerecht sein müssen und nicht für Dumpinglöhne der Staat den Bossen das Geld zukommen lassen sollte, dann wird doch das System selbst von denen verteidigt, die gar nicht merken, wie sie als nächster über den Leisten gezogen werden.
Und das übrigens in vielen Lebenslagen, und es wird behauptet, "dann geht keiner mehr Arbeiten und ist doch völlig ungerecht..."
Lachkrämpfe bekomme ich immer, wenn dann noch „von meinen Steuern“ die Rede ist...
Als wenn es jemand gäbe, der keine Steuern zahlen würde... Und dies eine Frage einer „Sparbuchmentalität“ sein sollte.
Zumal wir gerade noch ein Fass aufmachen... Die Alterspflege als Fremdpflege.
Die Tendenz geht eindeutig, vom Kapital gewünscht, zur Fremderziehung, die ja hier im Forum bis hin zur Unsachlichkeit verteidigt wird.
Ein "Kinderschutzbund", der sich als Unternehmen für Einrichtungen für Kinder versteht... 🙄
Wo also offensichtliche Interessenskonflikte bestehen.
Aber ich denke, das immer wiederholte Pauschalisierungen nicht weiter helfen, weil die Gesellschaft sich ja wünscht, möglichst vielen die Kinder zu nehmen... (Neiddiskussion und Erziehungsfaschismus) weil ja anscheinend Kinder der Wirtschaft angepasst werden und nicht Wirtschaft den Menschen.
Und dann sind noch andere zu nennen, die ihren eigenen Fall zum Normalfall erklären ohne selbstreflektiert zu betrachten welchen Anteil sie selbst daran haben.
Ich habe bisher kaum jemand kennen gelernt der hier eigenes Versagen zugibt... Selbst dann nicht, wenn Missbrauch oder seelische und/oder körperliche Misshandlungen bewiesen sind.
Die Jugendämter sind in der undankbaren Lage, für die einen nicht resolut genug zu sein und für die anderen zu willkürlich.
Aber...
Kann man eine Berufsgruppe finden, wo das nicht adäquat zutreffend wäre...
Was ist mit Schulen?
Was ist überhaupt mit unserer Gesellschaft, die sich zunehmend egoistisch und intolerant verhält, die ausgrenzt und stigmatisiert, die dem einen übergroßen Wohlstand zugesteht und anderen nicht einmal die persönliche Entfaltung.
Man würde noch gerne regeln wer denn Kinder zeugen darf...
Von unveräußerlichen Menschenrechten sprechen wir doch schon lange nicht mehr...