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Eltern, oder doch eher nicht?

Hallo,

ich bin 19, bin im letzten Jahr meines Abiturs und habe einige Probleme.
Wo soll ich anfangen..

seit letztem Jahr verspürte ich körperliche Schmerzen und Einbußen,
wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwäche, Schwindel, Vergesslichkeit bis Wprtfindungsstörungen,
Krämpfe und Rückenschmerzen.
Mit meinen Beschwerden ging ich zum Schilddrüßenarzt sowie zum MRT.
Bei allen Befunden nichts auffälliges. Da aber nichts besser wurde ging ich zu einem Therapeuten.
Er ließ mich erzählen. Das Problem war schnell gefunden. Meine Eltern haben sich sozusagen nur noch
auf ihre Arbeit konzentriert und mit 13 Jahren übernahm ich die Verantwortung für meinen kleinen, damals zwei/dreijährigen Bruder. Schaffte ihn ins Bett, machte Essen, kümmerte mich um ihn. Dazu kommt, dass wir extreme Leistungen erbringen müssen, so sagte der Therapeut. Beste Schulnoten, Hausarbeit, damit sie ordentlich atbeiten können. Mein Vater hat chronische Rheuma.. was das ganze noch deprimierender macht. Zurzeit sieht es so aus:
Ich habe einen Freund, und ich versuche so langsam mein Leben zu leben. Sind wir jedoch zu wenig zu Hause, ( Ich und meine Schwester), erledigen nicht genug Hausarbeit oder wiedersprechen Ihnen, wird solange aus uns eingeredet dass wir uns minderwertig fühlen. Total minderwertig. Wir beide besitzen kaum Selbstwertgefühl. Das alles zermürbt langsam, und ich bin immer mehr in trauriger gedrückter Stimmung. Ich weiss was Depressionen heissen, und ich weiss auch wie sie sich entwickeln. Ich habe mehrere solche Phasen, welche allerdings nicht in komplette Tatenlosigkeit wandelt. Ich bin energielos, antriebslos, traurig, nachdenklich, vergesslich, tollpatschig und denke nur negativ. Mein Freund versucht mir zu helfen wo er kann, dennoch fühle ich mich unverstanden. Ich habe Angst dass das schlimmer wird. Ich habe Angst dass das chronisch wird. Keiner weiss mit mir umzugehen und täglich machen es meine Eltern schlimmer. Zuhause herrscht so etwas wie kalter Krieg.. alles was man sagt wird falsch verstanden, jeder Blick oder jedes Atmen ist zuviel.
In der Schule und gegenüber meines Freundes bin ich oft gereizt und stur, was mich danach in die Verzweiflung treibt, was mir auch peinlich ist. Ich weine ohne Grund.
Die einzigste Lösung wäre nun Abstand zu meinen Eltern. Aber wie? Eine eigene Wohnung kann ich mir nicht leisten.
Ich würde mir auch gern einen Psychotherapeuten zur Hilfe ziehen aber ich habe Angst vor Vorurteilen und ich weiss auch garnicht wie ich das angehen soll.

Ausserdem suche ich ständig nach Anerkennung, was wohl durch meine Eltern zu verantworten ist. Da sie uns nie Wertschätzung geben, keine echte.

Meine Frage an euch.

Habt ihr Irgendwelche Ideen? Ich denke immer nach aber komme zu keiner Lösung.
Habt ihr auch solche Frustanfälle wo alles falsch ist und wie kommt ihr wieder raus?
 

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Eisi

Aktives Mitglied
Hallo Sonnenblume98,

wenn ich Dich richtig verstanden habe, hast Du doch bereits einen Therapeuten, was ich selbst immer als sehr guten Anfang sehe.
Wenn Du selbst die Hilfe eines Psychotherapeuten in Anspruch nehmen willst, solltest Du das tun. Wer sollte die Vorurteile denn haben? Deine Eltern, Deine Schwester, Dein Umfeld oder der Psychotherapeut selbst? Und ganz ehrlich: Wenn's Dir hilft? Schei** auf die Vorurteile!
Mir hat damals ein Psychotherapeut sehr geholfen undmich aus meinem Loch geholt.

Versuche in einzelnen Schritten vorzugehen: Erst selbst wieder kräftig werden, z.B. durch die Hilfe eines Psychotherapeuten und dann die anderen Probleme in Angriff nehmen.

Liebe Grüße... Eisi
 
Hallo Eisi,

ja klar hab ich einen aber er ist sehr teuer und baut darauf dass es mir gut geht und dass ich das mit seinen Lösungsansätzen selbst schaffe. Dein Vorschlag, mich erst zu stärken und dann meine Probleme anzugehen ist super, jedoch wohne ich bei meinen Eltern und die Situation wird tagtäglich schlimmer, finde ich. Mir ist meist übel wenn ich nachhause muss und zuhause esse ich auch kaum, obwohl ich Hunger hatte. Das ist mir aufgefallen. Das Problem ist einfach, dass sie mich die ganze zeit falsch verstehen, mich runtermachen und sich selbst erheben. Ich versuche aufzupassen dass ich nicht falsch gucke.. das ist alles so anstrengend. Ausserdem sind wir dazu erzogen wurden uns dann immer selbst runterzumachen.. um uns zu reflektieren.. Ich hab einfach keine Kraft mehr dagegen zuhalten, will aber trotzdem nicht zugrunde gehen..

LG Sonnenblume
 

Eisi

Aktives Mitglied
Hallo Sonnenblume98,

hast Du schon einmal daran geadacht, eine eigene Wohnung zu suchen? Ich weiss, das schreibt sich immer leichter, als es sich in die Tat umsetzen lässt. Aber es gibt Möglichkeiten, dies mit staatlicher Hilfe zu erreichen.

Dass Du den Therapeuten selbst bezahlst, wusste ich nicht. Ich persönlich finde in meiner Hausärztin immer eine Ansprechpartnerin, die mir zumindest weitere Ärzte empfehlen kann. Sie hat immer einen guten Rat für mich gehabt und als ich damals mals selbst nicht in der Lage war, hat sie meine Frau beraten und für kompetente und schnelle Hilfe gesorgt.

Wenn Dir die Kraft ausgeht solltest Du aufhören Deine Reserven in sinnlose Kämpfe zu verschwenden. Verwende diese Reserven lieber darauf, professionelle ärztliche Hilfe zu bekommen und eine eigene Wohnung. Auch Gedanken, dass Du vielleicht Deine Schwester in Stich lässt, solltest Du gleich aufgeben. Wenn Du Deine Reserven innerhalb der elterlichen Wände aufgebraucht hast, wirst Du ebenfalls keine Hilfe mehr für Deine Schwester sein.

Es ist schwierig, schreibender Weise Tipps zu geben, man musst die Dinge ständig vereinfachen und kennt auch die tatsächlichen Probleme nicht vollumfänglich.

Ich hoffe dennoch, dass Du hier im Forum die richtigen Anreize bekommst, Deine Probleme Schritt für Schritt in den Griff zu bekommen. Wenn Du weitere Fragen hast oder Gedanken loswerden musst: Immer her damit :)

Liebe Grüße... Eisi
 

Schokoschnute

Aktives Mitglied


Hallo Sonnenblume;

Schau mal:

Ich meine Du /ihr müsst da so schnell wie Möglich Raus. Ihr geht da Kaputt. Vielleicht eine WG oder betreutes Wohnen,da gibt es einige Einrichtungen für den Anfang.
Hole dir Info:

http://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbviii/42.html

Es gibt "Hilfe für jung Erwachsene: (kannst auch selber Googeln)

https://www.caritas.de/glossare/hilfen-fuer-junge-volljaehrige


und:

https://www.vorwerker-diakonie.de/erwachsene/menschen-in-sozialen-notlagen/beratung/junge-erwachsene/

Melde dich dort,und erzähle deine tägliche Not und das es dich/euch so Krank macht und nix mehr geht.

Sie werden mit Dir zusammen Wege/Möglichkeiten finden/suchen und Dich Unterstützen und Dir die Wege dahin zeigen..Hab ein Moment Geduld bist die Zuständigkeit geklärt ist.
Erzähle Ihnen alles.
Ihr könnt euch treffen,ohne das die Eltern es mit bekommen.

Gut das Du nach Hilfe/Rat suchst.

Ich wünsche es euch alles Gute und ein neu Anfang ohne diesen emotionalen Missbrauch und Druck ... und Drücke euch ganz fest die Daumen.
 
Hallo Eisi,

ich möchte auch Abstand haben.. der Schritt zur eigenen Wohnung ist wirklich schwer. Meine Eltern verdienen sehr viel und ich bezweifle dass ich da noch Hilfe bekomme. Sie bezahlen die Therapeuten auch aber nicht mehr lange, da er wirklich teuer ist. Meine Hausärztin hat mir eine Liste mit Paychologen und Psychotherapeuten gegeben. Leider wusste ich nicht viel damit anzufangen und hab Angst dass die Wartezeiten so lange sind. Wie gesagt und wie auch schon von euch bemerkt hab ich nur noch wenig bis garkeine Energie mehr. Ich habe niemanden der mir zuhört und ich bin froh dass mir hier jemand antwortet.. und dass mir jemand sagt ich kann meine Probleme erzählen. Das hilft mir.. Mein Freund hört mir zwar zu, aber er ist auch nur ein Mensch und selbst irgendwann fertig mit dem ganzen Scheiss. Ich will ihn aber nicht verlieren. Es scheint als müsste ich mir wirklich ärztliche Hilfe suchen. Ich hoffe dass ich die Kraft habe. Bei mir stehen bald die Prüfungen an und meine Sorge ist dass ich nicht genug Kraft hab zu lernen. Ausserdem nerven mich meine kleinen Anfälle wo ich weine und mich selbst runter mache. Ich komm da dann garnicht mehr raus..


Hallo Schokoschnute,

ich danke dir für die Links und Ideen. Ich hoffe dass ich es durchhalte bis zum Abitur, denn danach erhalte ich vielleicht die Chance weiter weg zu studieren und dort in einem Wohnheim zu wohnen. Sollte ich es wirklich nicht aushalten werde ich auf die Links zurückgreifen.. ich danke dir.


Danke euch beiden dass ihr mir ehrliche und hilfreiche Antworten gebt. Das gibt mir Kraft.

LG Sonnenblume
 

Eisi

Aktives Mitglied
Hallo Sonnenblume98,

Meine Hausärztin hat mir eine Liste mit Paychologen und Psychotherapeuten gegeben. Leider wusste ich nicht viel damit anzufangen und hab Angst dass die Wartezeiten so lange sind.
Die Wartezeit verlängert sich um die Zeit, die Du bis zur Anmeldung wartest. ;) Also, wozu Angst haben? Finde es doch einfach heraus!

Ich wünsche Dir viel Kraft. Und greife auf uns zurück, wann immer Du es möchtest bzw. brauchst...

Liebe Grüße... Eisi
 

Schokoschnute

Aktives Mitglied
Hallo Sonnenblume;

Das du jetzt nicht noch Raum und Zeit,oder Kraft hast,dich auf Therapie einzulassen,ist Klar.
Sofort gibt es ja auch selten Plätze.Das kannst du machen,wenn du Räumlich getrennt bist.

Wenn du die Prüfungen schaffen willst,brauchst du einen Raum,wo Du in Ruhe gelassen wirst und frei von Druck und Erwartungen bist..
Du sagst es tut dir gut,darüber überhaupt schon mal Reden zu können.Ich kann ansatzweise erahnen was du jeden Tag erträgst,nebenbei..
Man kann sich auch an Leiden gewöhnen,und daran ja keine falsche Bewegung oder Äußerung zu machen..Eine enorme emotionale Hochspannung,die dir alle Kraft nimmt.
Ganz Klar.
Nebenbei,könntest du deine Erzählungen fortsetzen,in dem du dich bei einem Hilfe Link Meldest.
Sie stellen nicht gleich alles auf den Kopf,aber finden Sie eine Lösung,das du dort schneller raus kommst-.

Auch wenn deine Eltern Geld haben,wirst du durch die Not in ein finanzielles Hilfe Programm aufgenommen.
Du kannst nicht über die Gelder deiner Eltern Verfügen.
Bis Du 21 Jahre bist,greift das Hilfe System.

Lass andere von deiner täglichen Not erfahren,dann kann man dir auch Helfen.
Zumindest wäre es ein Versuch Wert.
Ganz viel Freiheit und Glück wünsche ich dir und viel Erfolg bei deinen Prüfungen.
 

cucaracha

Sehr aktives Mitglied
An deiner Stelle würde ich ausziehen.....in eine eigene Wohnung oder in ein WG Zimmer oder zum Freund.
Das Jugendamt würde dich wegen der Finanzierung beraten.

Wann hast du denn dein Abi fertig ?
 

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