• Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Eigener Tod

Ich bin jetzt gerade 60 und würde eigentlich gerne noch 20 Jahre leben.
Wenn ich könnte würde ich dir 20 Jahre von meinem Leben schenken, dann hätte ich den Wahnsinn der sich Leben nennt endlich hinter mir.
Ich glaub auch nicht an Wunder sonst würde ich dir eins wünschen...
Was ich dir aber wünschen kann ist viel Kraft um noch so viel wie möglich deiner Pläne zu verwirklichen, so wenig wie möglich Schmerzen und irgendwann ein friedliches Ende.

Ist schon ungerecht diese Welt. Auf der einen Seite Menschen die leben möchten und wegen Krankheit oder Unfall nicht können auf der anderen Menschen die lieber sterben möchten aber davon abgehalten werden.

Der liebe Gott hat was falsch gemacht. Er hätte es so einrichten müssen dass man Schicksale nach Wunsch tauschen kann.
 

Hallo Gast,

schau mal hier: Eigener Tod. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Hallo Katharina,
ich weiß nicht woher du bist, aber ich habe schon Kurse bei einem tollen Mann gemacht, er ist über 70 und seine Kurse in Richtung Persönlichkeitsbildung sind der Hammer, aber er macht auch Kurse wo man sich mit Krankheit und Heilung auseinder setzt, er selbst hatte eine unheilbare Krankheit und ist jetzt geheilt. Die Internet-Adresse ist saurugg.co.at
 
Hallo zusammen,

nun komme ich mal wieder zum Schreiben. Ich bin jetzt sehr stark eingebunden in meinem Chor, der am Montag und am Sonntag den "Elias" von Mendelsohn-Bartholdy singen wird. So kann ich mich ein wenig ablenken.

Es ist so irrsinnig schwer, das derzeitige Leben zu ertragen, wo ich doch eigentlich so gerne lebe. Es kommt ja neben meiner eigenen Lage auch noch dazu, dass meine Schwester, die in Kanada lebt, auch sehr schwer krank ist, auch Krebs, und gerade mit einer Verschlechterung im Krankenhaus liegt. Durch den Tod meiner Freundin habe ich das gar nicht so realisiert und immer gedacht, sie wird sich schon wieder erholen - oder gar nichts gedacht. Daneben habe ich noch meine 97-jährige Mutter, die in einer anderen Stadt im Pflegeheim ist, zumindest mental zu versorgen. Sie möchte so gerne sterben, kann aber nicht.


Gast, du schreibst:

Wenn ich könnte würde ich dir 20 Jahre von meinem Leben schenken, dann hätte ich den Wahnsinn der sich Leben nennt endlich hinter mir.

Das tut mir so unendlich leid, dass du so fühlst. Ich weiß nicht, ob du auch krank bist oder einfach mit deinem Leben nicht fertig wirst. Ich sehe momentan jeden Tag als Geschenk, obwohl ich auch leide. Ich möchte noch so viel nachholen.

ich bin mir etwas unsicher. Ich bin dir unwahscheinlich dankbar, dass du diesen Thread eröffnet hast und hier so offen über dieses Thema schreibst. Ich habe durch dich den Mut gefunden, hier etwas zu diesem Thema zu schreiben. Gedanken aufzuschreiben, die ich bisher für mich behalten habe.

Doof, ich würde mich auch sehr freuen, wenn wir uns zu diesem Thema austauschen können hier im Forum. Vielleicht hilft uns das, vielleicht leben wir dann gefasster und zuversichtlicher, einfach auch im Hinblick auf ein mögliches/baldiges Ende.

Und Roxane, danke für den Tipp. Ich habe da so meine Erfahrungen und Bedenken und möchte natürlich nicht alles Neue gleich wieder abschmettern ... Mal sehen.

Letzten Mittwoch habe ich mit meinem Therapeuten besprochen, wie es sein könnte, wenn ich meinen Sohn darum bäte, im Sterben bei mir zu sein. Ich sagte was von "das kann ich ihm nicht zumuten" und "er hätte dazu gar keine Zeit, das könne ja lange dauern" und er hat mich ermutigt, diesen Gedanken erst einmal reifen zu lassen und dann versuchen, evtl. auch zu Dritt mit ihm, anzusprechen. Nun hatte er sich am übernächsten Tag gerade angekündigt und der Gedanke, mit ihm darüber zu sprechen, zog mich in die Tiefe, machte mir Angst und ich entschied mich, das nicht zu tun. Ich hätte mich nicht mehr auf seinen Besuch freuen können.

Ich habe große Angst, alleine zu sterben; nicht mal ein Hospiz kann mich trösten. Mein Therapeut sagte, solche Dinge sollten besprochen werden, von jedem Menschen, egal, wie lange er noch lebt. Die Frage würde sich für alle stellen.

(Mmh, ich habe keine Ahnung, ob ich diese Frage schon in meinem anderen Beitrag geschrieben habe, kann jetzt leider nicht blättern).

Lieben Gruß erst einmal

Katharina

 
Hallo Noch-Gast,

ein Nickname fällt mir gar nicht ein, da habe ich schon meine eigenen Schwierigkeiten
🙂

die Angst, die die Fantasie, die Ahnungen über Dich im Kopf Deines Sohnes, aber auch über Deinen Sohn und sein Leben machen, ist noch viel größer als die berechtigte und sehr schmerzliche Klarheit. Ich denke, das gilt auch für Dich und jeden, der sich in dieser Situation befindet. Klarheit im Hier und jetzt, Unbestimmtheit ist leider sowie so viel vorhanden; deswegen so viel eigene Wahl wie möglich - so glaube ich es zumindest für meine Person.
Bitte, gebt Euch die Chance, Eure Ängste, aber auch Trauer gemeinsam anzugehen, sofern er um Deine körperliche Befindlichkeit überhaupt weiß; es ist ein wichtiges Stück der, wenn auch mitunter sehr traurigen, Lebendigkeit im Hier und Jetzt; ich glaube, es ist nicht nur für ihn ein kurzer Moment der Selbstberuhigung, Pläne zu schmieden, sie Dir mitzuteilen, sondern auch möglicherweise ein Versuch, Dir zu sagen, dass Du Dir keine Sorgen um seine Zukunft machen musst, dass er selbstständig sein Leben meistern kann, dass Du stolz auf ihn wie Dich sein kannst, wo Du sicherlich das meiste dazu beigetragen hast. - Ich weiß nicht, wie nah Ihr einander steht, räumlich wie menschlich, wie alt er ist, aber ich denke, Eure innere Unruhe ist bei Tabuisieren sehr viel größer, was noch mehr Angst und Trauer erzeugen kann. Weiß er hingegen wenig um Deine Verfassung, macht er sich vermutlich irgendwann Vorwürfe, so vermeintlich ignorant gewesen zu sein. Ich glaube für mich selbst: Zu-Mut-ung hat auch was mit Mut zu tun, dem anderen, wie sich selbst zuzutrauen, auch gemeinsam schwere Situationen anzugehen.

Ich verstehe das. Aber wie du aus meinem vorherigen Posting erkennst, habe ich es nicht geschafft, habe es aufgeschoben, mit meinem Sohn über dieses Thema zu sprechen. Er ist übrigens 29, Naturwissenschaftler an der Uni und wohnt etwa 1 1/2 Stunden von mir entfernt. Er weiß genau um meine Erkrankung. Aber ich selbst habe bei ernsthafteren Gesprächen immer das Prinzip Hoffnung eingebracht, wahrscheinlich, um mir und ihm keine Angst zu machen.

Manchmal ist die Situation auch sehr schwierig. Er kam - ohnehin schon etwas launisch - an und las dann ziemlich bald in seinen alten Micky-Mäusen und wirkte insgesamt genervt. Ob er spürte, dass da ein Gedanke, ein Wunsch, wenn eigentlich auch schon abgeschrieben, in der Luft lag?

Nun bleibt die Angst - denn es muss sein und nicht irgendwann.

Lieben Gruß

Katharina
 
Katharina, meinst du nicht, dass dein Sohn alles spürt, was du gern besprechen möchtst, sich dies aber auch nichtansprechen traut?

Tut es, fallt euch in die Arme und bestätigt euch eure geheimen Gefühle, der Angst, der Liebe, der Trauer und der Hoffnung.

Ich wünschte dir, diese Offenheit.

Sigi 🙂
 
Katharina, meinst du nicht, dass dein Sohn alles spürt, was du gern besprechen möchtst, sich dies aber auch nichtansprechen traut?

Tut es, fallt euch in die Arme und bestätigt euch eure geheimen Gefühle, der Angst, der Liebe, der Trauer und der Hoffnung.

Lieber Sigi,

wie recht die hast! Ich beschreibe hier nur die Angst vor dieser Hürde; manchmal muss auch eine Entscheidung reifen. Manchmal fehlt auch die Kraft.

Katharina
 
Entschuldige bitte, dass ich nun meinen Schmerz hier so raus gelassen habe und ich hoffe, dass ich Dich damit nicht zu sehr belaste.

Liebe Tränenarm,

danke für dein liebes Posting. Mich berührt deine Schilderung sehr und hat mich ermutigt, den Weg des Gesprächs zu führen.

Ich möchte dir sagen, dass eine ähnliche Situation mit meiner Freundin passierte. Sie war auch schwer krank, jeder dachte, jetzt gibt es die nächste Chemo und dann haben wir alle noch viele Monate Zeit. Am Dienstag konnte ich am Telefon ganz normal mit ihr sprechen, sie fühlte sich nur sehr sehr schwach und hoffte auf die nächste Chemo. Ich sagte was von "diese Chemo soll gut helfen und gar nicht so heftig sein", was sie gerne hörte. Wir redeten anschließend über dies und das, über ihren Enkel, über mich. 4 Tage später war sie tot. Es hatte niemand damit gerechnet - ich stelle mir die Frage, wann es Zeit ist, Abschied zu nehmen, wirklich Abschied. Selbst als Patient könnte ein "endgültiges" Abschiednehmen zu früh kommen, wenn zum Beispiel doch noch Hoffnung auf ein paar Jahre bestehen. Das war bei meiner Freundin auch so, sie hatte einfach noch Hoffnung; ich traute mich nicht, Abschied zu nehmen. Daher ist es wohl auch wichtig, wenn diese Gespräche immer im Leben geführt werden und nicht in einer Situation der Angst.

Tränenarm ... wenn du irgendwie glaubst - und du weißt ja, dass ich leider nicht gerade "gläubig" bin - dann kannst du dir gewiss sein, dass deine Mutti kein Versäumnis darin sehen würde, dass du nicht noch Abschied nehmen konntest. Wenn ich glauben würde, dann wüsste ich, dass unsere Lieben immer mit einem Lächeln und mit viel Liebe über uns wachen. Das würde ich uns allen wünschen.

Lieben Gruß

Katharina
 
Liebe Katharina!

ich habe allergrössten Respekt, ja fast schon Ehrfurcht vor deinen Gefühlen!
Ich habe mich gerade sehr gefreut zu lesen, dass du entschieden hast mit deinem Sohn zu reden! Du tust das richtige, glaub mir....
SELBST wenn er entscheidet im evtl Falle des Falles nicht bei dir sein zu wollen (was ich nicht glaube), dennoch! Du musst euch diese Chance geben, dir und ihm.

Ich bin vor 6 Jahren Witwe geworden und ich habe meinen Mann fast 1 komplette Woche beim sterben begleitet... Natürlich war es schlimm und ich dachte zwischendurch ich bekomme keine Luft mehr vor Hilflosigkeit und Verzweiflung, hatte manchmal das Bedürfnis einfach nur mal laut und befreiend zu schreien. ABER ich bereue NICHTS , es wer genau der richtige Weg, der Weg für ihn nicht alleine sterben zu müssen, mich die vertrauteste Person in seinem Leben bei sich zu haben, für mich Abschied zu nehmen und ihn zu begleiten......

Als es dann soweit war, habe ich es nicht gänzlich alleine geschafft. Aber er war schon lange nicht mehr bei Bewusstsein, und ich habe eine ganz liebe Krankenschwester, die sich wirklich rührend um mich kümmerte, mit ins Zimmer genommen. AUCH das war richtig und gut. Auch sie hat in diesen letzten Minuten geweint, mit mir zusammen geweint, obwohl sie meinen Mann nicht wirklich kennengelernt hat.

ES wäre schlimm wenn ich diese Chance nicht bekommen hätte, diese Woche bei ihm zu sein, Katharina! Ich wünsche dir von Herzen nur das allerbeste was deine Situation betrifft, also dass du noch nicht Abschied nehmen musst, sondern dir noch Zeit bleibt! Aber sich mit diesen Eventualitäten auseinanderzusetzen und über einen evtl Abschied, gerade von und mit deinem Sohn, ich denke auch es wird dich BEFREIEN, wenn du es getan hast.
Räume deinem Sohn und dir diese Möglichkeit der intensiven Abschiednahme ein-- im Hier und Jetzt.

Ich wünsche dir von Herzen alles Liebe und viel Mut und Kraft für dieses Gespräch.

Nachtblume
 

Ich bin jetzt sehr stark eingebunden in meinem Chor, der am Montag und am Sonntag den "Elias" von Mendelsohn-Bartholdy singen wird. So kann ich mich ein wenig ablenken.
Finde ich wirklich schön und ist auch unwahrscheinlich wichtig um etwas inneren Ausgleich zu bekommen.🙂

Es ist so irrsinnig schwer, das derzeitige Leben zu ertragen, wo ich doch eigentlich so gerne lebe. Es kommt ja neben meiner eigenen Lage auch noch dazu, dass meine Schwester, die in Kanada lebt, auch sehr schwer krank ist, auch Krebs, und gerade mit einer Verschlechterung im Krankenhaus liegt. Durch den Tod meiner Freundin habe ich das gar nicht so realisiert und immer gedacht, sie wird sich schon wieder erholen - oder gar nichts gedacht. Daneben habe ich noch meine 97-jährige Mutter, die in einer anderen Stadt im Pflegeheim ist, zumindest mental zu versorgen. Sie möchte so gerne sterben, kann aber nicht.

eigentlich ist das eigene schon zuviel und aber wie es so oft ist, kommt alles zusammen und irgendwann weiß man nicht mehr wohin mit seinen Gefühlen und wohin mit seinem Schmerz.

Doof, ich würde mich auch sehr freuen, wenn wir uns zu diesem Thema austauschen können hier im Forum. Vielleicht hilft uns das, vielleicht leben wir dann gefasster und zuversichtlicher, einfach auch im Hinblick auf ein mögliches/baldiges Ende.
eigentlich möchte ich nicht wirklich über ein mögliches/baldiges Ende nachdenken auch wenn ich mich gerade die letzte Zeit mehr damit auseinander setze wie zuvor.Mir geht es im moment nicht so gut aber ich schiebe es weit weg von mir denn ich möchte nicht aufgeben und versuche weiter zu kämpfen. Ich will nicht sterben und du sollst es auch nicht! Es macht mich eigentlich nur wütend und ich glaube, das ist auch das was mich im Moment so lebendig macht und mich am Leben hält!

Ich habe große Angst, alleine zu sterben; nicht mal ein Hospiz kann mich trösten. Mein Therapeut sagte, solche Dinge sollten besprochen werden, von jedem Menschen, egal, wie lange er noch lebt. Die Frage würde sich für alle stellen.
Ich für meine Person möchte auch nicht alleine sterben. Ich habe wenn ich ehrlich bin sogar ziemlich Angst davor, das es doch so sein könnte. Die Überlegung in ein Hospiz zu gehen habe ich jedoch aus meinen Gedanken gänzlich gestrichen. Ich wünsche mir die Menschen, die mir geblieben sind und die für mich mein Leben bedeuten um mich. Das wäre mir glaube ich eine große Hilfe. Dann aber komme ich wieder an den Punkt, an dem ich mich frage, kann ich es ihnen zumuten und wie soll ich diesen Wunsch äußern...einen Wunsch, den sie zum jetzigen Zeitpunkt wahrscheinlich ziemlich aus der Fassung bringen würde. Und wenn ich ganz ehrlich bin möchte ich auch keine Schmerzen haben müssen und mir eigentlich die Option offen halten können/dürfen...dann selbst entscheiden zu dürfen...das Leben zu beenden. Damit könnten meine Lieben aber wahrscheinlich noch weniger leben.



Ich finde es wirklich toll, dass du diesen Schritt auf deinen Sohn zugehst und mit ihm sprichst. Auch wenn es vielleicht schwer wird, denke ich...es wird dir danach besser gehen. Du bekommst wieder etwas mehr Klarheit und eigentlich bin ich überzeugt, dass du dir damit eine große Last von den Schultern nimmst.

Ich selbst merke, wie schwer es mir fällt, die Menschen, die ich...vorgebe zu lieben im unklaren zu lassen.
Du hast dafür meinen größten Respekt und ich wünsche dir dafür, viel Kraft und hoffe du findest den Mut auch wirklich das auszusprechen, was dir so auf der Seele brennt.

GLG
doof
 
was ich noch anhängen wollte...ich glaube, wenn man den inneren Frieden mit sich...und den Menschen die man liebt gefunden hat, glaube ich... fällt es leichter zu gehen und los zu lassen. Man hat nicht mehr so das Gefühl, etwas zu verpassen oder etwas zurück zu lassen, was noch irgendeiner Aussprache oder ähnlichem bedarf. Vielleicht stellt sich so etwas wie eine innerliche Zufriedenheit ein und die Ruhe die man braucht um Abschied zu nehmen, ohne Angst dabei zu haben. Vom Gefühl her vielleicht wie...wen man richtig gut gegessen hat und sich zufrieden zurück lehnt...sich ins Bett legt und einfach nur einschläft.
 

Anzeige (6)

Autor Ähnliche Themen Forum Antworten Datum
K Depressionen nach dem Tod meines Mannes Trauer 4
B Komme nicht mit dem Tod meines Katers klar Trauer 11
M Tod meiner Mutter Trauer 6

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.
      Oben