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Eigener Tod

@ doofi

Ich würde niemals sagen, dass die Sterbehilfe verwerflich ist. Im Gegenteil, ich finde, dazu gehört soviel Mut, wie ich glaube, nicht aufbringen zu können. Ich versuche, gar nichts moralisch zu be(ver)urteilen, wenn es nicht zum Schaden anderer Menschen ist.

@ EuFrank

Es ist schade, wenn die Möglichkeit der selbstbestimmten Sterbehilfe nicht mehr offen steht; obwohl ich sie am liebsten nie in Anspruch nehmen wollte. Ich habe einige Fotos gesehen: Ein kaltes kleines Zimmer mit Bildern, die auch kalt wirkten. Die Vorstufe zum Grab, dachte ich.

Dass ich unerträgliche Schmerzen haben könnte, war für mich bisher Nebensache. Aber sie ist es nicht, ich weiß. Ich hoffe da immer auf Opiate, die so stark sind, dass ich kein Bewusstsein mehr habe und nur noch schlafe. Meine Freundin ist so gestorben. Sie hatte einen Tag lang Schmerzen, die man ihr nur - fast schlafend - ein wenig angesehen hatte. 2 Tage lebte sie noch mit Morphium, dann starb sie.

Ach, heute früh habe ich noch einmal meinen (vollen) Anrufbeantworter abgehört, wollte löschen. Dabei waren mehrere Anrufe meiner Freundin, wie ihre letzte Diagnose aussah, wie sie nicht aufgeben wollte, wie ich ihr doch ein Vorbild sei. Wie das alles schmerzt!

Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass es bei mir auch (einmal???) so weit sein könnte. Dafür fühle ich mich viel zu gut und hänge in der Tat noch viel zu sehr an materiellen Dingen ...

Katharina
 

Hallo Katharina1949,

schau mal hier: Eigener Tod. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Ach, und mir fällt ein: Wisst Ihr, ob es eigentlich eine Alternative zum Hospiz gibt? Wenn man beispielsweise in der Wohnung sterben (bleiben) möchte ... Es gibt doch so eine Art HomeCare, da würde die ärztliche Versorgung über längere oder kürzere Zeit gewährleistet sein. Wenn man sich noch alleine von Couch/Bett zum Bad hangeln kann, würde doch eine Pflege für die Versorgung ausreichen, essensmäßig und so. Gibt es solche Institutionen?

Ich könnte es zudem auch schaffen, stundenweise Freunde zu bitten, bei mir zu sein, wenn das auf viele Schultern getragen würde und ein kleines Netzwerk gebildet würde.

Katharina
 
Ach, und mir fällt ein: Wisst Ihr, ob es eigentlich eine Alternative zum Hospiz gibt? Wenn man beispielsweise in der Wohnung sterben (bleiben) möchte ... Es gibt doch so eine Art HomeCare, da würde die ärztliche Versorgung über längere oder kürzere Zeit gewährleistet sein. Wenn man sich noch alleine von Couch/Bett zum Bad hangeln kann, würde doch eine Pflege für die Versorgung ausreichen, essensmäßig und so. Gibt es solche Institutionen?
Ich könnte es zudem auch schaffen, stundenweise Freunde zu bitten, bei mir zu sein, wenn das auf viele Schultern getragen würde und ein kleines Netzwerk gebildet würde.

Katharina

hallo katharina,
ich schreibe nur kurz. Bei uns gibt es eine Institution die sich Brückenschwestern nennt. Ich habe mit einer guten Bekannten telefoniert und sie hat mir...du kommst doch aus Berlin...
diese Adresse gegeben.

Home Care Berlin eV
Spenerstr. 31
10557 Berlin
030 4534348

habe nochmal gegoogelt und das hier gefunden:

http://www.visite-hospiz.de/visite.htm
http://www.hospiz-berlin.de/index.php?id=43
http://www.hospiz-aktuell.de/index.php?id=46

vielleicht ist es ja das was du gesucht hast?
lg
doofi
 
Zuletzt bearbeitet:
Liebe doofi,

ich danke dir sehr herzlich für die Links. Ich habe eben stundenlang darin gelesen und viele Seiten abgespeichert. Mich haben die Angebote sehr erleichtert und dennoch hoffe ich, dass ich noch weiter leben kann. Das geht dir sicher nicht anders. Doofi, du bist so jung und schon so krank. Wie lange bist du schon so krank? Du bist jünger als mein Sohn ...

Liebe Grüße

Katharina
 
Hallo Katharina,

die letzte Zeit habe ich arge Rückschläge und es fällt mir grad alles etwas schwer...deswegen entschuldige meine späte Antwort.

es freut mich zu lesen, dass du für dich vielleicht ein paar Antworten gefunden hast.
Du darfst den Glauben daran, weiterzuleben nicht verlieren. Glauben versetzt manchmal Berge und manchmal bewirkt er wahre Wunder. (ich meine jetzt aber nicht den christlichen Glauben...sondern allgemein irgendein Glauben an irgendetwas...bei mir z.B zu leben).
Es macht viel aus! Ich bin davon überzeugt das Menschen die aufgeben zu kämpfen, eigentlich schon so gut wie verloren haben.
Ich versuche dem Krebs nicht den Platz in meinem Leben zu geben den er sich wenn ich mich "hängen" lasse würde, wahrscheinlich nehmen würde. Ich spreche mit Freunden in meinem Umfeld, gar nicht darüber und außer, dass ich etwas haarlos bin...(aber ich glaube sie wachsen wieder🙂..da mein Kopf juckt😛) lasse ich mir rein äußerlich, nichts anmerken.(bringt mich aber oft arg an meine Grenzen) Versuche dagegen hartnäckig anzukämpfen. Ich komme jetzt bald ins dritte Jahr. Habe lange, lange verdrängt und als ich die Diagnose bekommen habe,so getan als wäre alles in bester Ordnung und einfach weiter gemacht, ohne irgendeine Behandlung in Anspruch zu nehmen. Das hat sich gerächt und meinen jetzigen Zustand habe ich deswegen auch ein ganzes Stück selbst zu verantworten. Ich gehe nicht gerne zum Arzt und ich habe eine sehr große körperlich Schmerztoleranz aber irgendwann ging gar nichts mehr.
Ich werde aber auf keinen Fall aufgeben zu kämpfen. Mein Leben ist einigermaßen "normal" und geordnet und ich möchte es nun endlich richtig, richtig leben können.
Ich habe viel Gewalt und Verlust in meiner Vergangenheit erfahren und es gibt wohl einige Menschen, die sich wünschten ich würde nicht mehr so gerade stehen. Aber genau das werde ich nicht zu lassen! Weder Menschen haben das Recht weiter auf mir rum zu trampeln noch hat dieser verdammter Krebs das Recht dazu!
Ich fange an innerlich auf zu räumen und zu verarbeiten und vielleicht...ja vielleicht trägt es ja auch zu einer Gesundheitsverbesserung bei.

Ich wünsche dir sehr, dass du noch lange an deinem Leben festhalten kannst und dem Krebs vielleicht ein Schnippchen schlagen kannst. Manchmal gibt es vielleicht doch Wunder auch wenn man nur schwer dran glauben kann.🙂

LG
doofi
 
Schöne Geschichte Marcus und tolle Einstellung!
Solche Menschen, mit einer Sichtweise wie Du sie hast, geben mir Hoffnung dass die Menschheit nicht verloren ist!

Bravo,

Gott schütze Dich!
 
Hallo zusammen,

ich bin in einem totalen Tief. Heute hatte ich mein sog. Frauentreffen, drei Freundinnen, die mir am liebsten und am nächsten sind außer die Freundin, die morgen beerdigt wird, aber mit der Gruppe nichts zu tun hat.

Alle kennen Depressionen und wir sind eigentlich darauf zu sprechen gekommen wegen Robert Enke. Und als eine von ihren schlimmen Tiefs berichtete, von ihrer Antriebslosigkeit, von ihren Ängsten und die beiden anderen zustimmten, wie gut sie das kennen würden, stimmte ich auch zu und dachte nur, oh Gott, wie schön es wäre, wenn ich "nur" Depressionen hätte und nicht diese Scheiß-Krankheit.

Aber ich kann doch nicht die Gefühle der anderen mit der eigenen Not toppen, das ist mir klar. Also sagte ich nichts. Ich kenne es ja auch, wie es ist, ohne Todesurteil depressiv zu sein, ich habe schlimme Zeiten hinter mir. Meine Schwester ist auch so krank, sie kann gar nicht mehr aufstehen und sehr schwer sprechen. Bei meiner anderen Schwester schreitet momentan die Parkinson-Krankheit fort. Meine Mutter im Pflegeheim und sie will nur noch sterben ...

Es ist diese verdammte Einsamkeit. Ich muss in dieser Lage auch noch alleine leben; ich kenne niemanden anderen, der sich nicht wenigstens irgendwo anlehnen kann, wenigstens einen Bruder oder einen guten Freund hat. Ihr seht, ich habe viele Freundinnen, aber eine feste Bezugsperson, das ist einfach etwas Anderes ...

Im Auto habe ich nur noch geheult. Morgen muss ich erst einmal die Beerdigung hinter mich bringen. Manchmal wünschte ich mir, ich wäre so gläubig wie Marcus, würde die Gewissheit haben, mich würde immer jemand auffangen, im Leben wie im Tod.

Katharina
 
Wenn ich das zuletzt Geschriebene so lese, fühle ich:

Alle, die selbst durch schwere Leiden gehen, die nirgends mehr dabei sind, die ständig um Hilfe betteln, sind Menschen, die eines können, Menschen, denen es noch schlechter geht verstehen.

Damit können sie etwas, was der Masse der Menschen abgeht und diese Masse sollte stolz darauf sein, dass es diese sonst angeblich zu nichts mehr nützigen Menschen gibt.

Aber vor allem sollten solche Menschen erkennen, dass in ihnen Goldschätze lagern, die die Welt dringend braucht, auch wenn alle Beteiligten oft anderer Meinung sind.

Viele liebe Grüße an Tränenarm und Katharina von Sigi
 

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