Alles richtig. Aber gerade da empfinde ich das Wort "Schuld" als hilfreiche Ampel, als ein wortwörtliches Signal, den Ursachen auf den Grund zu gehen. Das Fragen nach Schuld ist keine Lösung. Jedoch verstehe ich das Fragen nach Schuld als Zeichen der inneren Bereitschaft, mich mit Ursache und Lösungsweg zu beschäftigen.
Es gilt für mich da die fragende Regel: Standhalten oder flüchten?
Der Schuldfrage standhalten = Ursachen und Lösungen aufspüren
Flüchten = sich nicht mit dem Thema beschäftigen wollen (Das Wort Schuld o.ä. gibt es bei mir nicht....)
LG, Nordrheiner
Bei mir ist es so:
Nun, wenn nach dem Wortstamm Schuld schaue, sieht man das Sollen und Schuld aus einer Wurzel kommen. Deswegen gehe ich mit dem Wort
Sollen oder
Sollte sehr vorsichtig um, da kategorischer Imperativ. dieses; das siehst du falsch, ist auch sehr problematisch. Ich sehe es anders. Punkt. (sofern es um Meinungen geht)
Wenn man ein Gebot bricht, steht man in dessen Schuld. Bei Kindern/unfertigen Menschen, muß zunächast die Nachsicht walten, zugleich muß man auch sehr bestimmend sein. Läßt man eins von beiden weg, wird es doppelt so schwer. Antiautoritäre Erziehung = Orientierungslos, da keine Grenzerfahrungen. Für diese Kinder hat das eine fataler Wirkung im späteren leben.
Tja... Grenzen aufzeigen ohne den Zwergen den Spaß zu nehmen, wird immer schwierg sein.
Ich denke das es sehr schwierig ist sich permanent vor Augen zu halten, dass man das Gewissen eines Kindes durch sein eigenes Verhalten prägend beeinflußen kann.
Wenn ich also vor dem eigenem Kinde sage, ich sollte noch das oder das tun, dann ist in dieser einen Verknüpfung, -der Verweis auf (m)eine mögliches Schuldgefühl enthalten. Kommt halt darauf an was es ist. Wenn sich das Kind diesen schwammigen Faden der Mutter/Vater aufnimmt/sich irgendwann dieses einen fadens bedient, hat dieser Faden einen viel hören Stellenwert bekommen, als der gleiche Faden von irgendeier anderen Person.
Ich denke mal Du weißt was ich meine. Hab' gerade einen gramatischen Knoten in der Zunge.
😀
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Eine echte Schuld/ein schlechtes Gefühl, dass betrachte ich als menschliches Grundgefühl. Eines das zur Orientierung für das Miteinander behilflich ist. Schließlich muß es doch irgendwie zu einer Wertung/Gewichtung finden um letzlich den für sich selbst richtigen Entschluß zu kommen wie es weiter geht.
Schuld allein im Raum stehen zulassen, ist wie Stillstand. Der wiederum wirkt wie ein Verstärker, da sich zum Stillstand gerne der Zweifel (auch der Selbstzweifel) gesellt, welcher uns beim Hinterfragen hilft und auch sehr ins negative bringen kann. Bis hin in eine bodenloses und undefinierbares Etwas/schwarzes Loch.
Im ganzen Forum gibt es genug Lebensberichte und Beispiele die das belegen. Immer und immer wieder. Entweder durch Liebesentzug als Strafe oder weil jemand einen anderen einfach ohne Erklärung hat stehen lassen.
Schuld hat sehr viele Facetten.
Wenn unser Gewissen ein starres Etwas wäre, ich glaube dann wären wir nicht soweit wie wir heut sind. So ist es und bleibt es dynamisch beweglich, somit lernfähig.
Bei Kinder die keine Erziehung erfahren bzw. spüren, sinkt das Selbstwertgefühl. Warum?