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Eigene Schuld - fremde Schuld

Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Nachtrag:
Kommt der Klau mehrmals vor, dann kann ich auch überlegen ob mein Kind möglicherweise kleptomanisch veranlagt ist und/oder ich meine Erziehungsmethoden überdenken sollte.

Nur nach eigener oder fremder Schuld zu fragen, lößt nicht das Problem. Das kann ggf. neue schaffen.
Viellleicht will das Kind einfach nur Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Frei nach dem Motto: Lieber durch schlechtes Verhalten aufmerksam auf mich ziehen, als keine Aufmerksamkeit bekommen.
 
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Re: Eigene Schuld - fremde Schuld
Dann aber ist es doch wohl nicht nur hilfreich, sondern in vielen Fällen geradezu zwingend, dass ein Mensch von seiner Schuld entlastet, befreit wird.

Nöö. Ich könnte dir unendlich viele Beispiele nennen bei denen ich absolut nicht der Meinung bin, dass man den Schuldigen von seiner Schuld entlasten sollte. (Gewalt in jeder Ausprägung, egal ob physisch oder psychisch) Ganz im Gegenteil, er soll ruhig darunter leiden um es auch ja nie vergessen oder verdrängen zu können. Ich habe in meinem Leben auch ein paar Dinge getan auf die ich nicht sonderlich stolz bin und mein Schuldgefühl hat dafür gesorgt, dass ich mich bessere. Zudem hätte es an meinem inneren Gefühl nicht wirklich etwas geändert wenn mir Jemand vergeben hätte. Der entscheidende Punkt ist, dass ich meine persönlichen Grundsätze verletzt habe. Die Schuldzuweisung einer anderen Person und meine eigene können zwar übereinstimmen aber sind nicht zwangsläufig abhängig voneinander.

Werde ich an einem Mitmenschen schuldig, und mein Gegenüber kann mir meine Schuld verzeihen, befreit mich das und unser Verhältnis hat eine neue Chance.

Der Schuldige hat kein Anrecht auf Vergebung. Wieso sollte das Opfer ihm unbedingt eine neue Chance geben sollen oder vielleicht will es auch einfach gar kein Verhältnis. Schuld spielt sich doch nicht hauptsächlich innerhalb irgendwelcher engen Familienstrukturen ab.
 
Zuletzt bearbeitet:
Man sollte auch mal mit sich selbst ins Gericht gehen, nicht nur den Zeigefinger benutzen. 😉

Ja, das ist ein wichtiger Gedanke.
Wir Menschen sind nicht immer ausgewogen. So gibt es Menschen, denen ihr Fehlverhalten verziehen wurde und die trotzdem von - wie mir scheint - unnötigen Selbstvorwürfen gepeinigt werden. Und dem gegenüber stehen Menschen, die mit dem Wort "Schuld" nichts anfangen können, obwohl einem das Böse oder die Fehlerhaftigkeit jeden Tag in die Augen springen müßten, würde man seine Augen aufmachen.
 
Also wenn mein Kind mir heimlich Geld aus der Tasche zieht, weiß ich alleine duch die Heimlichkeit, dass es ein Unrechtsbewußtsein hat. Was dazu geführt hat das es mir das Geld klaut und wozu, das sollte ich doch auch ergründen können. Die ursächlich Schuld ist kann durchaus bei mir liegen. Der Klau ist hier eine (Aus-)Wirkung.
Schuldvorwürfe werden generel viel zu leicht gemacht. So meine Erfahrung

Da stimme ich dir zu.
 
Nachtrag:
Kommt der Klau mehrmals vor, dann kann ich auch überlegen ob mein Kind möglicherweise kleptomanisch veranlagt ist und/oder ich meine Erziehungsmethoden überdenken sollte.

Nur nach eigener oder fremder Schuld zu fragen, lößt nicht das Problem. Das kann ggf. neue schaffen.
Viellleicht will das Kind einfach nur Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Frei nach dem Motto: Lieber durch schlechtes Verhalten aufmerksam auf mich ziehen, als keine Aufmerksamkeit bekommen.

Alles richtig. Aber gerade da empfinde ich das Wort "Schuld" als hilfreiche Ampel, als ein wortwörtliches Signal, den Ursachen auf den Grund zu gehen. Das Fragen nach Schuld ist keine Lösung. Jedoch verstehe ich das Fragen nach Schuld als Zeichen der inneren Bereitschaft, mich mit Ursache und Lösungsweg zu beschäftigen.
Es gilt für mich da die fragende Regel: Standhalten oder flüchten?

Der Schuldfrage standhalten = Ursachen und Lösungen aufspüren
Flüchten = sich nicht mit dem Thema beschäftigen wollen (Das Wort Schuld o.ä. gibt es bei mir nicht....)

LG, Nordrheiner
 
Hallo, friek,

Ich stimme Dir zu. Der Schuldige hat kein Recht auf Vergebung und Verzeihung.

Mich erinnert das an eine Geschichte, in der ein Schuldner einem Herrscher gestand, fällige für den Mann große Schulden nicht zahlen zu können. Er bat inständig um Gnade. Der Herrscher war angerührt und hat dem Mann alle Schulden entlassen. Als der Mann auf dem Weg nach Hause war, begegnete er einem Nachbarn, der ihm einen kleinen Betrag schuldete. Er packte ihn und forderte sein Geld. Der Nachbar bat um Gnade, die der Mann ihm nicht gewährte. Er lies den Mann einsperren. Das hörte der Herrscher und wurde zornig. Er lies den Mann kommen und sagte zu ihm: Wenn Du nicht bereit bist, Deinem Nachbarn Gnade zu gewähren, obwohl es sich um einen geringen Betrag handelt, dann hast Du auch meine Gnade nicht verdient. Und er lies den Mann aufhängen.

Gnade ist Ausdruck eines großen Herzens, die den Menschen veranlasst, von seinem berechtigten Thron der Gerechtigkeit herabzusteigen, um dem rechtlosen Nächsten die Hand zu reichen.
 
Hallo, Pecky-Sue,

super Beitrag. Danke. Aus dem realen Leben….

Manchmal – Du jedoch ständig – stehen wir vor 5 verschiedenen Anforderungen. Jede dieser Anforderung ist berechtigt. Alle Anforderungen kannst Du nicht erfüllen. So ist das Leben manchmal und bei manchen Menschen ist es regelmässig bzw. ständig so.
Ich empfinde das Wort „Schuld“ in diesem Zusammenhang nur dann als angemessen, wenn ich zu bequem bin, mir über Lösungen Gedanken zu machen. Ich empfinde den Begriff „Schuld“ für völlig fehl am Platze, wenn ich nach Abwägung eine Entscheidung treffe, die der Erledigung einer Aufgabe den Vorrang einräumt mit dem Nachteil, dass eine andere Aufgabe nicht erledigt werden kann.
Du kannst die Reihenfolge verändern oder Dich besser organisieren, aber der grundsätzlichen Aufgabe wirst Du immer im Leben begegnen: Deine grundsätzliche Aufgabe heißt: Prioritäten setzen! Und dann kann immer eine Aufgabe auf der Strecke bleiben. Und bleibt eine Aufgabe auf der Strecke, dann gibt es meistens eine Person, die sich nicht gewürdigt fühlt und sich aus ihrer Sicht zu Recht beschwert. So ist das Leben.
Entweder Du kümmerst Dich kindgerecht um Deine Kinder – oder Du erfüllst die Erwartung der Kindergartentante (oder Erzieher wie das heute heißt).
Du setzt eine Priorität. Du hast meine Zustimmung. Ich kann keine Schuld erkennen.
Beim sehr wichtigen Setzen von Prioritäten hast Du Deine Gründe. Dafür mußt Du Dich auch nicht vor Fremden rechtfertigen. Dein Problem scheint mir darin zu liegen, mit den ggf. berechtigten – aber unerfüllten – Erwartungen anderer umzugehen.

Situation: Du wirst wegen Zuspätkommen von der Kindergartenerzieherin angemosert.
Als Lösungsgedanken (für Dich) kommen mir folgende Überlegungen:
Schritt 1: Zeige Verständnis für die Kindergartenerzieherin.
„ich verstehe ihre Verärgerung. Also ich an ihrer Stelle würde mit allen Kindern gleichzeitig das Tagesprogramm starten wollen und wenn jemand zu spät kommt, dann bringt das Unruhe, die ich gerne vermeiden möchte.“

Schritt 2: Zeige auf, dass das Problem der Kindergartenerzieherin nicht von Dir gelöst werden kann. Dreh‘ das Problem um. Zeige ihr auf, dass sie mit der Situation umgehen muß, dass ihre Erwartungen an Dich kein Lösungsweg sind. Sie muss eine Lösung für sich finden, damit umzugehen. Hilf ihr, dass sie einen Lösungsweg sucht und findet. Mache das mit einer Frageform. (Wer fragt, der führt). Führe sie zu dem Lösungsweg.

„Aus familiären Gründen kann ich nur um X Uhr hier sein. Ich habe schon überlegt, wie ich das verbessern kann. Derzeit ist es mir aber nicht möglich. Haben Sie nicht einen Tipp für mich, wie ich um diese Uhrzeit meine Prinzessin bei Ihnen abgeben kann, ohne dass es für Sie störend ist?“

Die Kindergartenerzieherin ist an der Reihe, eine Lösung zu überlegen. Sie kann aufgrund Deiner Aussage (1. Satz) die Lösung nicht bei dir suchen. Du wirst sie also nicht mehr enttäuschen können, denn die Fakten hast Du ihr klar gemacht. „Derzeit ist es mir nicht möglich.“
Sie könnte nachbohren wollen „warum geht es denn nicht?“ Natürlich solltest Du diese Frage nicht beantworten. Richtige Antwort: „es geht aus familiären Gründen nicht, die zu kompliziert sind, um sie hier zu erläutern.“ Und dann kommst Du wieder auf Deine Ausgangsfrage an sie zurück. „Haben Sie nicht einen Tipp für mich, wie ich um diese Uhrzeit meine Prinzessin bei Ihnen abgeben kann, ohne dass es für Sie störend ist?“
Deine Erwartungshaltung ist: Sie soll eine für alle genehme Lösung finden. Nicht umgekehrt! Die Lösung ist auch ganz einfach: Die Kindergartentante stört sich nicht mehr an Deinem Zuspätkommen. Aber auf diese Lösung muß sie selbst kommen, denn dann ist es ihre Lösung, von ihr akzeptiert.

Könnten Dir diese Gedanken helfen?

Prioritäten setzen – aus Deiner Sicht unberechtigte Erwartungen abwehren und Dich abgrenzen. Du bist nicht der Esel, der die Lasten aller tragen kann und muß. Sind noch Schuldgedanken da?

LG; Nordrheiner
 
Alles richtig. Aber gerade da empfinde ich das Wort "Schuld" als hilfreiche Ampel, als ein wortwörtliches Signal, den Ursachen auf den Grund zu gehen. Das Fragen nach Schuld ist keine Lösung. Jedoch verstehe ich das Fragen nach Schuld als Zeichen der inneren Bereitschaft, mich mit Ursache und Lösungsweg zu beschäftigen.
Es gilt für mich da die fragende Regel: Standhalten oder flüchten?

Der Schuldfrage standhalten = Ursachen und Lösungen aufspüren
Flüchten = sich nicht mit dem Thema beschäftigen wollen (Das Wort Schuld o.ä. gibt es bei mir nicht....)

LG, Nordrheiner
Bei mir ist es so:
Nun, wenn nach dem Wortstamm Schuld schaue, sieht man das Sollen und Schuld aus einer Wurzel kommen. Deswegen gehe ich mit dem Wort Sollen oder Sollte sehr vorsichtig um, da kategorischer Imperativ. dieses; das siehst du falsch, ist auch sehr problematisch. Ich sehe es anders. Punkt. (sofern es um Meinungen geht)

Wenn man ein Gebot bricht, steht man in dessen Schuld. Bei Kindern/unfertigen Menschen, muß zunächast die Nachsicht walten, zugleich muß man auch sehr bestimmend sein. Läßt man eins von beiden weg, wird es doppelt so schwer. Antiautoritäre Erziehung = Orientierungslos, da keine Grenzerfahrungen. Für diese Kinder hat das eine fataler Wirkung im späteren leben.
Tja... Grenzen aufzeigen ohne den Zwergen den Spaß zu nehmen, wird immer schwierg sein.

Ich denke das es sehr schwierig ist sich permanent vor Augen zu halten, dass man das Gewissen eines Kindes durch sein eigenes Verhalten prägend beeinflußen kann.
Wenn ich also vor dem eigenem Kinde sage, ich sollte noch das oder das tun, dann ist in dieser einen Verknüpfung, -der Verweis auf (m)eine mögliches Schuldgefühl enthalten. Kommt halt darauf an was es ist. Wenn sich das Kind diesen schwammigen Faden der Mutter/Vater aufnimmt/sich irgendwann dieses einen fadens bedient, hat dieser Faden einen viel hören Stellenwert bekommen, als der gleiche Faden von irgendeier anderen Person.
Ich denke mal Du weißt was ich meine. Hab' gerade einen gramatischen Knoten in der Zunge. 😀

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Eine echte Schuld/ein schlechtes Gefühl, dass betrachte ich als menschliches Grundgefühl. Eines das zur Orientierung für das Miteinander behilflich ist. Schließlich muß es doch irgendwie zu einer Wertung/Gewichtung finden um letzlich den für sich selbst richtigen Entschluß zu kommen wie es weiter geht.
Schuld allein im Raum stehen zulassen, ist wie Stillstand. Der wiederum wirkt wie ein Verstärker, da sich zum Stillstand gerne der Zweifel (auch der Selbstzweifel) gesellt, welcher uns beim Hinterfragen hilft und auch sehr ins negative bringen kann. Bis hin in eine bodenloses und undefinierbares Etwas/schwarzes Loch.

Im ganzen Forum gibt es genug Lebensberichte und Beispiele die das belegen. Immer und immer wieder. Entweder durch Liebesentzug als Strafe oder weil jemand einen anderen einfach ohne Erklärung hat stehen lassen.

Schuld hat sehr viele Facetten.
Wenn unser Gewissen ein starres Etwas wäre, ich glaube dann wären wir nicht soweit wie wir heut sind. So ist es und bleibt es dynamisch beweglich, somit lernfähig.

Bei Kinder die keine Erziehung erfahren bzw. spüren, sinkt das Selbstwertgefühl. Warum?
 
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