... und würde dieses Selbstwertgefühl leiden - für Dich selbst oder auch nach außen hin, in Deiner Interaktion mit Deiner Umwelt - wenn Du aus irgendeinem Grund nicht mehr an die Existenz eines Gottes glauben könntest? Oder wäre es letztlich bedeutungslos, ob Du Dich von einem Gott angenommen weißt, oder ob Du Dich "nur" selbst so annehmen kannst, wie Du bist?
Hallo, Daoga,
wenn ich die Frage beantworten darf:
Das Wissen, dass ich ein von Gott angenommener Mensch bin, ist das Eine. Das Selbstwertgefühl spiegelt lediglich wieder, wie ich mich sehe, empfinde und bewerte.
Es gibt Christen, die ein niedriges Selbstwertgefühl haben. Diesen Menschen kann ich sagen: Deine Selbstbewertung ist falsch. Wenn der Höchste Dich als wertvoll ansieht und so bewertet, dann bist Du wertvoll, ob Deine Gefühle Dir das widerspiegeln oder nicht.
Es gibt Menschen, vielleicht sogar Christen, die ein überzogenes Selbstwertgefühl haben. Dieses überzogene Selbstwertgefühl verleitet Menschen, sich in ihrer Wertanschauung über andere Menschen zu stellen. Und dann muß ich korrigierend sagen, dass man in dem Fall auch als Christ den biblischen Boden verlässt.
Ob ich mich von Gott angenommen weiss, ist hinsichtlich der Tatsache als solche, bedeutungslos. Denn wenn „ich“ angenommen bin, dann ist das so. Ob „mir“ mein Selbstwertgefühl das widerspiegelt oder nicht.
Dieses Angenommensein von Gott ist insofern sehr bedeutungsvoll, denn es führt den Christen zu der Frage:
Was will Gott von mir?
Und es führt weg von der Einstellung: Ich entscheide…
Mir fällt dazu folgendes Beispiel ein: Wenn sich Herr X bei einem Unternehmen bewirbt und dazu auch nicht weiß, welcher Arbeitsplatz seinen Fähigkeiten entspricht, dann wird er sich zunächst über die Annahme freuen dürfen. Der einstellende Unternehmer verschafft sich einen Überblick über die Fähigkeiten des neuen Angestellten und wird diese Fähigkeiten schulen bzw. ergänzen. Und je nach Lernfortschritt wird er dem Angestellten den Platz zuweisen, auf dem der Angestellte sich am besten einbringen kann und zum Wohl des Unternehmens beiträgt. Würde der Angestellte selbst entscheiden, wie und wo er tätig sein will, ist anzunehmen, dass er sich einen falschen Platz sucht und seine Bestimmung verfehlt.
LG, Nordrheiner