Nordrheiner
Sehr aktives Mitglied
Das ist mein wahrscheinlich aller letzter Versuch das mit der Objektivität zu erklären.
Beachte dabei, es geht nie um das Beispiel, das Beispiel ist dafür da eine Idee zu transportieren die hinter dem Beispiel steckt. Konzentriere dich nicht zu sehr auf das Beispiel, sondern auf das Muster was sich dahinter befindet. Und hinter allen Beispielen wirst Du das selbe Muster erkennen.
Ich werde jetzt mehrere Beispiele beschreiben. Sie alle sind im einzelnen nicht weiter wichtig. Du musst die ganze Zeit ausschau halten nach der Metaebene die dahinter steht. Das was alle Beispiele gemeinsam haben. So als ob du all dies mit einander fusionieren könntest zu einer einzigen Aussage, das ist im übrigen auch analoges Denken. Es geht um übergreifendes denken, das was Dinge miteinander verbindet obwohl sie direkt nichts miteinander zu tun haben.
(Beispiel: Evolutionäre Konvergenz)
Es geht immer darum sich eine Ebene höher zu stellen um die Dinge von oben zu betrachten.
Wenn du in einem Labyrinth bist, suche nicht den Ausgang innerhalb des Labyrinths, denn dann kannst du nur bis zur nächsten Wand sehen. Schau von oben drauf.
Zu deinen (#280) Beitrag.
Sicher bist Du zB. ein Individuum und siehst die Dinge Subjektiv. Wenn du aber 2 Menschen sich streiten siehst, dann betrachtest du diesen Streit von außerhalb. Während diese beiden Menschen zusammen schwer zu einer Lösung kommen bzw. wenig Verständnis für die Position eines anderen haben, kannst du viel schneller verstehen was den einen und den anderen Wurmt und es ihnen neutral vermitteln. Du bist selbst subjektiv, doch das was du betrachtest kannst du objektiv betrachten, wenn du willst. Falsch. Der dritte Mann bringt lediglich seine subjektive 3. Meinung mit ein.
Nimm 2 identische Schuhkartons und tue jeweils 2x ein Paar Schuhe in den einen und den anderen Karton – auch identisch. Deckel zu machen.
Wie es oft üblich ist, klebst du Zettel drauf damit du weist, was der Inhalt ist. Auf den einen Zettel steht A auf den anderen Zettel steht B.
(A und B sind Variabeln und können auch für Personen benutzt werden, wie Person A und B)
Du hast 2 Schuhkartons, du könntest 2 Nachbarn beschenken mit ein Paar neuen Schuhen.
Das heist du hast wirklich 2 Kartons, du bildest sie dir nicht ein.
Jetzt tauscht du die Zettel mit den Buchstaben aus. Da wo vorher A war ist jetzt B.
Was hat sich jetzt verändert? Eigentlich nichts, dadurch, dass sowohl die Kartons als auch der Inhalt gleich aussehen, hast du jetzt einen Zustand der eigentlich der selbe sein könnte wie vorher.
Und das obwohl du ja wirklich 2x ein Paar Schuhe hast.
Nicht ganz richtig. Die Beschriftung wurde geändert, oder?
Wenn wir über Menschen reden, dann geht es genau so darum keinen Unterschied zwischen ihnen zu machen. Natürlich sind alles individuuen. Aber gib Person A einen Buchstaben und gib Person B auch einen Buchstaben.
Was auch immer du als richtig und als falsch ansiehst, sollte genauso weiterhin funktionieren, wenn du die Buchstaben vertauscht... ohne, dass es zu einem "Problem" kommt - Das ist Fairness. Auf die Kartons bezogen mag das zutreffen. Auf Menschen, also auf Fairness bezogen, kann man das nicht verallgemeinern. Es würde doch bedeuten, dass es z.B. fair wäre, wenn heute Person A eine Handlung für B durchführt und morgen führt Person B eine gleiche Handlung für A durch. Und dass das allgemein fair wäre, bezweifel ich sehr stark!
Der Kleine Junge(A) beim 100 Metet lauf findet es "fair" wenn er 20m Vorsprung hat. Er ist ein Individuum und findet es aus seiner subjektiven Sicht fair.
Junge(B) hat keinen Vorsprung.
Vertausche jetzt den Vorteil und gib den Vorsprung Junge(B).
Auf einmal findet Junge(A) subjektiv das nicht mehr für Fair.
Für den Jungen (A) ist das vielleicht schwer zu verstehen, weil er ja alles subjektiv sieht richtig?
(Bezug zu deinen (#280) Beitrag.)
Aber Du Nordrheiner, kannst die Fairheit objektiv beurteilen, weil du von oben/außen drauf schaust. Und darum geht es. Ich stimme nicht zu und vermute, Du verwechselt Objektivität mit Neutralität.
Ethik ist eine Frage nach der Fairness. (Eher agnostisches/atheistisches denken)
Das sehe ich anders: Ethik ist die Lehre (Theorie) vom Handeln gemäß der Unterscheidung von gut und böse.
Moral ist eine Frage nach gut und Böse und das wird u.a. von der Religion "Interpretiert".
Auch das sehe ich anders: Die meisten Menschen haben da so ihre eigene, in der Regel wandelbare Auffassung. Aus meiner Sicht trifft zu: Moral sind die konkreten Regeln für das menschliche Handeln und basieren auf Ethik.
Fairness bedeutet du kannst A und B miteinander austauschen ohne, dass sich wirklich etwas verändert. A könnte B sein, genau wie bei den Schuhkartons. Setze A und B gleich (A = B).
Das Prinziep ist so simpel, dass man es sogar mit mathematischer Präzision ausdrücken kann.
Wenn keiner der beiden Jungs einen Vorsprung hat, dann spielt es auch gar keine Rolle mehr welcher Junge welchen Buchstaben hat.... denn sie unterscheiden sich dann nicht voneinander.
Soweit - so falsch.
Und jetzt kommt der wirklich interessante Teil:
Stell dir abstrakt ein Männchen vor, oben beim Kopf hat er seine Augen.
Dieses Mänchen ist kein Mensch! Das Männchen ist Bewusstsein!
Stell dir sein Sichtfeld als Kegel vor, ähnlich wie beim Lichtkegel bei Autoscheinwerfer.
Da wo das Licht drauf scheint, dort ist es hell, er kann dort alles wahrnehmen und objetkiv betrachten, alles andere liegt im dunkeln – sein Unterbewusstsein. Der Berreich in dem die Subjektivität u.a. vorhanden ist.
Er kann nicht so gut objektiv die Stelle ansehen bei der er selber gerade steht, von wo er gerade schaut richtig? Er kann sich aber alle anderen Dinge objektiv ansehen die er betrachtet.
Das sehe ich anders. Der Mensch sieht subjektiv und sein Bewusstsein nimmt ebenfalls alle Informationen auf und verarbeitet sie subjektiv.
Was macht dieses Bewusstsein in diesem Universum jetzt wenn er alles objektiv betrachten will? Der Wunsch ist verständlich...
Jetzt wirds magisch:
Er verändert seine Position. Jetzt ist sein Blickwinkel anders. Und das kann er so lange tun und immer wieder neue Positionen entdecken und einnehmen, bis er in einem 360° Radius irgendwann alles einmal betrachtet hat. Und er kann auch eine einzelne Sache von allen Seiten betrachten.
Und jetzt fängt dieses Bewusstsein an eine vollkommen neue 3 Dimensionale Landkarte zu sehen und Stück für Stück zu kartographieren und zu archivieren, bis er ein vollkommen neues Verständnis von dem Universum hat in dem er lebt.
Und jetzt erkennt dieser Mensch, dass er selbst auch die ganze Zeit nichts weiter war als ein Buchstabe... Einer von den ganzen Buchstaben, die er vorher selber noch die ganze Zeit betrachtet hat
An Deinem Beispiel ist nichts Magisches erkennbar... Oder was soll da magisch sein??.
Wenn ich dir von Beispielen erzähle wie: "stell dir vor du bist tod, was bleibt übrig?" (#271)
Dann ist das nichts weiter als ein Versuch deinen Blickwinkel einmal zu ändern.
Das worauf du dich dann versteifst, ist dieser eine einzige (andere) Blickwinkel...
Doch das worum es in Wirklichkeit geht (!) ist die Veränderung an sich!
Es geht um das sich daran gewöhnen den Blickwinkel zu ändern.
Es geht um die Metaebene.
Betrachte verschiedene Dinge, aber schau dir nicht die Dinge selber zu sehr an, sondern geb Ausschau auf irgend etwas anderes was da noch mit dabei ist, eine Dimension weiter oben!
Wenn du auf einen Stuhl sitzt und dich kaum bewegst, ist das was du mit deinen Augen siehst quasi ein Photo. Wenn ich zu dir rufe "komm mal rüber und schau mal von hier" Dann will ich weniger, dass du dir jetzt etwas anderes ansiehst.
Ich hoffe viel mehr, dass du eine Ahnung von etwas bekommst, was während dessen passiert während du deine Position wechselst.
Denn während du dich bewegst, merkst du, dass die Welt kein Photo ist, sie ist 3Dimensional...
Und wenn ich merke du hast es nicht gemerkt. Dann muss ich so lange und andauernd
"komm mal rüber und schau mal von hier und von hier und von da" rufen...
bis du so oft deine Position gewechselt hast, dass dir auf einmal noch etwas völlig anderes aufällt.
Und dieses völlig andere, das kann ich dir nicht beschreiben, ich kann nur darauf hoffen, dass du es selber irgendwann bemerkst.
Analoges Denken ist übergreifendes Denken.
Danke für die Mühe. Soweit erkennbar, sind sie aber nicht hilfreich, um den Begriff Objektivität zu erklären. Sie erscheinen mir eher als Variationen der Subjektivität.