Der Mensch definiert "Schuld" seit Ewigkeiten über die Kirche/Göttern.
Wenn du zb Ehebruch begehst, ist es eine Sünde und du machst dich schuldig. Lt. Kirche steht man im Tod vor dem Gericht Gottes.
Ihr wisst das ja, und ich will das einfach darstellen.
Es ist tatsächlich so, wie Du es oben beschrieben hast. Und das finde ich falsch bzw. gefährlich. Wenn sich Glaube oder Schuldfrage oder sonst eine wichtige Frage nur durch Kirche beantworten lässt, entsteht eine Abhängigkeit von Kirche. Die (kath./evang.) Kirche besteht aber bekanntlicherweise aus vielen Menschen, von denen etliche ihre Gottlosigkeit mit einem christlichen Mantel bedecken.
Dazu braucht es Glauben. Was ist aber wenn es Gott in der Form, wie die meisten glauben, gar nicht gibt? Wohin dann mit der Schuld, wer richtet dann? Niemand? Oder jede Person über sich selbst? Steht der Mensch nicht schon zu sehr unter der "Fuchtel" der Kirche? (..mal Öl ins Feuer giesse😀)
Also unter der Fuchtel stehen, abhängig sein von anderen Menschen, ist sicher sehr schlecht, wenn es um den eigenen persönlichen Glauben geht. Deine Fragen beantworten sich von alleine ... wenn Du Dich Gott anvertraust bzw. Jesus Christus nachfolgst. Und tust Du es nicht, weil Du z.B. Agnostikerin bist, dann sind diese Fragen sicher nicht wichtig, oder? Jedenfalls könnte ich einem Agnostiker diese Fragen nicht verständlich beantworten, da eine nachvollziehbare Antwort zumindest das Wissen um die Existenz Gottes voraussetzt.
Machen wir Menschen uns nicht selbst kaputt mit der Schuldfrage? Sind es nicht wir (selbst) die entscheiden, was richtig oder schuldhaft ist?
Schuld wächst erst im Laufe des Lebens mit den Handlungen die wir tun oder unterlassen. Richtet nicht eher die Gesellschaft über den Mensch und Gott wird nur als Werkzeug benutzt um die Leute "im Zaum zu halten"?
Liebe Grüße
SchwarzeSeele
Deinen letzten Absatz möchte ich wie folgt beantworten:
Die Schuldfrage existiert, lebt, ob Menschen das wollen oder nicht. Es stellt sich lediglich die "kleine" Frage, wie wir mit den vielen Gesichtern der Schuldfrage umgehen.
Natürlich hast Du Recht, wenn Du als Frage feststellst, dass wir Menschen selbst entscheiden, was richtig ist und was nicht, was Schuld oder schuldhaft ist. Nur hilft uns die Selbstbestimmung nicht viel weiter. Wenn nur wir Menschen über gut und böse, richtig und falsch, Schuld oder schuldlos entscheiden, dann können - nein, dann müssen wir auch die Fragen beantworten: Was sind die Folgen von falsch? Was sind die Folgen von Schuld? Und dann möchte ich die Antworten sehen, wie die Schuldfrage ohne Gott positiv gelöst wird.
Wenn Menschen sich die Entscheidungshoheit selbst zusprechen, erinnert mich das an mein folgende Erlebnis:
Als 10-jähriger verbrachte ich einen Urlaub auf dem Bauernhof von einem Ehepaar, welches mit meinen Eltern befreundet war. Der Bauer war ein sehr liebenswerter und kluger Mann. Wir verstanden uns prima. Er hatte keinen Sohn und er hatte seine Freude, mir alles beizubringen, was man so auf einem Bauernhof können sollte. Er überlies mir auch den Schlüssel für den alten Traktor. Wenn der Heuwagen vollgeladen war, durfte ich den Traktor mit dem Heuanhänger zur Scheune fahren. Ich gab Gas. Der Boden wurde auf einmal sehr uneben. Der Traktor wurde schneller, denn der Heuwagen drückte von hinten. Durch das Geruckel fand ich die Bremse nicht so schnell, ich wurde nervös (oder ängstlich?) und mein Fuß rutschte aus. Der Traktor landete dort, wo er nicht landen sollte.... Wäre der Bauer nicht gewesen...
Bei der Entscheidungshoheit, die sich Menschen selbst zusprechen, fahren sie den "Wagen" in den Graben. So sieht unsere Welt doch aus, oder? Und jetzt ist es doch interessant zu sehen, wie Menschen mit der Situation des Versagens umgehen:
Ganz groß ist die Schuldfrage. Diese steht immer und überall im Raum. Sie ist wie der schwarze Peter (die A-Karte), die niemand haben will - von der jeder aber genau weiss, wer sie von den Anderen verdient hat und bekommen soll.
Nur Lösungen, die wirklich helfen, sind nicht bekannt. Jeder Fachmann (Politiker) spricht sich die Kompetenz und die Entscheidungshoheit zu, die Lösung zu wissen. Aber wer hat sie denn nun wirklich? Der von der rechten Partei oder der von der linken?
Und dann gibt es noch die Menschen, die von sich genau wissen, dass sie an einem Unglück (Krieg, Mord etc.) Schuld haben. Sie haben auch oftmals kein Problem, dazu zu stehen. Sie sind authentisch schlecht. Und sie haben eine verblüffend einfache Lösung für die von ihnen angerichteten Schulden: "ist mir egal". "Nicht mein Problem".
Manche Menschen, die sich selbst die Entscheidungshoheit zusprechen, wirken auf mich wie der Junge, der sich den Traktorschlüssel selbst nimmt, den Traktor in den Graben steuert, wo der Traktor umkippt. Vor dem Umkippen springt der Junge noch runter im Versuch, sich selbst zu retten. Auf den Schaden angesprochen, meint er: Nicht mein Problem.
LG, Nordrheiner
(Bei meinem eigenen Erlebnis s.o. entstand zum Glück kein Schaden.)