Laures
Aktives Mitglied
Ich hab mich ja hier und jetzt ergänzend in diesem Post, soweit schon komplett nackig gemacht. Man kann eigentlich beinahe schon komplett nachvollziehen wie ich denke, ticke, funktioniere was meine Sicht auf das Universum ist. Dem sollte kaum mehr etwas hinzuzufügen sein, bei Fragen, gerne her damit 🙂
Ich finde es fair, wenn nicht nur ich mich entblöße, sondern mir ebenso die Christliche Logik in bestimmten Punkten erklärt wird. In diesem Thread geht es ja um Schuld.
Heist, ein interresanter Dialog zwischen der christlichen Identität und meiner agnostischen Identität würde ich potientiell wirklich interessant finden, ich bin neugierig. Vorallem interessiert mich die Erkenntnisfrage.
Niemand muss sich gegenseitig von etwas überzeugen, es geht nur jeweils darum die eigene Sichtweise zu erklären an den Stellen wo die jeweils andere Seite noch Fragen hat.
Ich bin jeder echte Agnostiker auf diesen Planeten, das ist / ich bin Universell! Ich kann im Namen aller sprechen! Es kann nur eine Wahrheit geben!
Und das ist Individuell: Mein persöhnlicher Wissenshorizont.
(Ein typischer Satz eines Agnostikers der alles herausfinden will ist: "Ich weis es nicht!", aber das was ich weis, das weis ich.)
(Weitere typische Sätze: "Ich weis, dass ich nichts weis"; "Ich denke also bin ich"; "Wenn ich bin, dann sind auch noch andere" usw.)
Ich würde folgendes vorschlagen:
Um zu vermeiden, dass irgendwie "abgelenkt" wird, möchte ich darauf hinweisen, dass man in jedem einzelnen Post sowohl seine Fragen an die jeweils andere Seite stellen kann und gleichzeitig Anworten kann. Zur Übersicht kann man das auch unterteilen in zuerst den >FrageBereich< und dann den >Anwort Bereich<.
-1- Meine Verwirrung bezüglich der gegebenen Schuldigkeit des Menschen die davon abhängt ob er an Gott Glaubt oder nicht ist nach wie vor vorhanden. (Beitrag 235)
Die Antwort von Nordrheiner an Tsunami im (Beitrag 243) in welcher geschrieben steht, dass man diese 2 Aussagen so nicht gegenüberstellen darf verwirt mich noch mehr.
Sind diese 2 Aussagen (Sinngemäß) nun von dir Nordrheiner?
Der (Beitrag 232) von Burbacher welcher sich auf den (231er) von Tsunami bezieht, bestätigt die Einschätzung von Tsunami doch.
Danach rudert Burbacher wieder zurück mit folgendem Zitat:
"Schuld setzt schuldhaftes Handeln vorraus"[-Burbacher]
-2- Es gibt mehrere Religionen auf der Welt. Und da gibt es einen Mann der hat ein Kind vergewaltigt und anschließend getötet, dadurch trägt er Schuld. Der Christ sagt, dass Gott über ihn richten wird. Der Buddist sagt, dass er sich sehr viel negatives Karma aufgeladen hat und er im nächsten Leben als Frosch zur Welt kommt. Der Islamist sagt, ja was sagt der eigentlich? Dass er dann trotzdem 46 Jungfrauen im Himmel bekommt? Wie auch immer.
Wer von denen hat Recht? Und warum hat derjenige der Recht hat, mehr Recht als die anderen?
-3- Kann wer im Namen der gesammten christlichen Identität sprechen (oder zum Großteil) um mir auf gleicher Augenhöhe zu begegnen? Denn wenn nicht, dann rede ich nur mit einem subjektiven Individuum, was zwangsläufig bedeutet, dass es nicht wirklich etwas aussagt, da es bei dem nächsten "christen" schon wieder ganz anders sein könnte, heist: ich weis dann garnicht mit wem(was) ich rede.
Tipp: Man kann differenzieren zwischen der rein persöhnliche Sichtweise und der übergeordneten Identität (also Label wie: Christentum, Judentum, Buddismus) und es entsprechend kennzeichnen.
Man (Christ) muss sich also die Frage stellen, würde diese Aussage von mir jeder andere Christ auch so beantworten? Ja, Nein, oder in Teilen zu gefühlt 80%?
Es geht darum: Ich muss es einschätzen können um in meiner geistigen Landkarte die Antworten an den richtigen Stellen einordnen zu können.
KENNZEICHNUNG: Die Fragen des erst Postings bewegen sich bei einem jeden Menschen ohne Konfession zwangsläufig zum größten Teil in den persöhnlichen Individuellen Berreich. Dementsprechend haben meine Antworten genau diesen Charakter.
Hier sind meine Ausführungen wie ich das mit der Schuld sehe. Man muss dabei bedenken, dass es nur ein Grundprinzip ist. Die Realität ist oft viel komplexer. Während ich das schrieb, wusste ich bereits schon, dass man an bestimmten stellen noch mehr differenzieren müsste, doch man kann nicht jeglichen potentiellen Umstände niederschreiben, das würde den Rahmen sprengen.
Hinzufügen möchte ich, dass ich selbst keinerlei Bedürfnisse habe darüber reden zu wollen, für mich ist diese Thematik relativ Sonnenklar. Ich werde mit einer Wahrscheinlichkeit von 85% meine Meinung dazu nicht ändern. Man kann mir jedoch gerne Fragen stellen.
Wie geht Ihr mit Schuld bei Euch selbst um?
Ich denke und handele im wesentlichen nach dem Kathegorischen Imperativ. Ich halte diese Grenzen ein. Ich werde nicht wirklich schuldig. Das kann ich einfach nicht. Es würde meine ganze Identität in Frage stellen. Schuldig für mich zu sein, kann ich mir so wenig vorstellen wie, dass am nächsten Tag nicht die Sonne aufgeht. Es funktioniert einfach nicht.
Wenn jedoch jmd diese Grenzen in Bezug auf mich nicht einhält, verwirkt er gleichzeitig jedes Recht darauf sich auf den Kathegorischen Imperativ beziehen zu können. Bei nahezu allem was ich dann gegenüber dieser Person tue, entsteht dann bei mir keine Schuld.
Es gilt natürlich das Prinzip der Verhältnismäßigkeit. Wenn mir jmd etwas tut was keine Absicht war, dann macht er sich nicht schuldig (ich muss ihm das nur glauben).
In meiner Kindheit....musste ich in meiner Familie relativ viel Leid ertragen.
Und bereits als kleines Kind fing ich mir an Gedanken zu machen wie die Dinge eigentlich sein sollten, wie die Menschen, wie eine Familie eigentlich sein sollte.
Wie Menschen in Wirklichkeit mit einander umgehen sollten.
Ich bin sehr sensibilisiert, gar extrem sensibilisiert darauf die Grenzen wahrzunehmen, ab wann ich die Grenze zu einem anderen Menschen überschreite und wo nicht.
Ich darf zB. immer sagen was ich denke, ich darf aber niemals anderen vorschreiben was er zu denken hat. Ich kann ihn aber meine Gedanken anbieten durch welche er selbst die Möglichkeit hat zu entscheiden ob er etwas davon annimmt oder nicht, ganz oder in Teilen oder Abwandlungen davon.
Das trifft auf alle Berreiche zu in dem die Verantwortung einer Person ausschließlich auf sich selbst gerichtet ist. Sobald eine Person in Bezug auf irgend ein Thema in irgend einer Art & Weise auch noch eine Verantwortung für andere hat, dann herrschen dort andere Regeln. Aber das würde jetzt zu weit führen.
Wie geht Ihr mit Schuld um, die ihr bei dem Anderen seht?
Ich betrachte die Person. Wenn diese Person im Gegenwärtigen Zustand das Schuldige Monster ist, dann ist er das schuldige Monster.
Wenn die Identität der Person sich jedoch weiter entwickelt und diese Person zu einem anderen Menschen geworden ist, dann ist derjenige für mich per Definition zu einem anderen Menschen geworden und ihn trifft diese Schuld dann nicht mehr, es würde den falschen Menschen treffen, dann kann ich ihn auch verzeihen, dann ist er nicht mehr Schuldig, denn er ist nun ein anderer Mensch.
Das wäre wie wenn ich den falschen verurteilen würde. Das Aussehen spielt keine Rolle, nur sein Geist in ihm spielt eine Rolle.
Wenn die Person in seiner Identität jedoch die selbe oder ähnliches bleibt, dann bleibt er das selbe gefährliche Monster.
Wenn ein Mann mit einer Waffe, die ganze Zeit Leute umbringt, dann muss er unbedingt gestoppt werden. Er kann auch notfalls selbst erschossen werden, das ist vollkommen Ok! Denn dieser Mann ist in dem Augenblick und in dem Stadium in dem er sich befindet, ein Monster.
Solange diese Identität erhalten bleibt, wird dieser Mann weiterhin gefährlich sein. Und genau das ist nämlich das Problem. Es ist die gegenwärtige Identität, die diesen Mann schuldig macht. Die kann er auch noch haben nach der Tat, sollte er sich nicht ändern. Und je nachdem – das würde jetzt aber zu komplex werden das zu erklären – auch sogar vor der Tat.
Wenn dieser Mann jedoch ehrlich bereut was er getan hat und dann auch, wirklich anfängt ein komplett anderer Mensch zu werden, dann ist er das auch hinterher und dann kann man ihn auch verzeihen. Selbstverständlich, muss er darin überzeugen (was sehr schwer sein kann).
(Eine solche Veränderung ist ein Prozess, einer an dem der Mann arbeiten muss, da wird kein Schalter umgelegt von einem Augenblick zum anderen. Und diesen Prozess, also ein Vorgang, den kann man auch beobachtend verfolgen und sehen.)
Wenn jmd gerade dabei ist, mich die ganze Zeit zu verletzen, dann entsteht Leid und Zerstörung.
Es ist der absolut natürliche Reflex des Lebens, gegenüber dieser Bedrohung mit negativen Gefühlen zu reagieren. Solange er mit einem Messer in mich hinein sticht, kann ich ihn nicht verzeihen, denn er ist der Mann, der mir die ganze Zeit das antut. Jemand der an dieser Stelle verzeihen würde, ist für mich irre.
Aber wenn ich wahrhaftig weis, dass dieser Mann zu einem anderen Menschen geworden ist, dann ist er zu einen anderen Menschen geworden. Dann kann ich ihn verzeihen, denn das alte Monster ist fort, das ist jetzt ein anderer Mensch... und diesen anderen Menschen trifft keine Schuld mehr.
Das ist das Grundprinzip.
Leider weis ich, aus Erfahrung und durch meine Menschenkenntnis, dass nur sehr wenige Menschen in der Lage sind sich zu verändern und ihre komplette Denkwelt um zu gestallten.
Und dass ich anscheinend irgendwie anders funktioniere als die meisten.
Aus diesem Grund bin ich dementsprechend misstrauisch....
Ich habe das lange genug beobachtet und studiert.
Ich kenne nur sehr wenige Menschen die das können. Aber umso beindruckter bin ich dann bei solchen Menschen, weil ich weis, dass das sehr rar ist.
Es ist sogar sehr wichtig ausgesprochen misstrauisch zu sein.
Wie geht Ihr mit eigenen Schuldgefühlen um, wenn z.B. der Therapeut die Schuld zumindest graduell nicht nachvollzieht?
Ich habe noch nie in meinem Leben Schuldfühle gehapt. Es ist für mich auch absolut unmöglich etwas tun zu können um Schuldgefühle zu bekommen, das ist wie ein Naturgesetz in mir.
Denn dazu müsste ich einen unschuldigen Menschen etwas antun. Das ist mir absolut unmöglich.
Nicht mit Absicht.
Wie geht Ihr mit fremden Schuldgefühlen um, bei denen ihr die Schuldgefühle nicht nachvollziehen könnt zumindest nicht in der Intensität, wie der Schuldfühlende seine Schuldgefühle wahrnimmt?
Es verwirrt mich, ich kann damit nichts anfangen. Das einzige was mir übrig bleibt ist, ihm das zu erklären wie ich das sehe. Daraufhin fängt er es vielleicht an zu relativieren. Mehr steht nicht in meiner Macht.
Dass das so ist, ist sehr logisch weil ich selbst ja weiterhin ich selbst bleibe. Das heist, dass meine Betrachtungsweise auf die Betrachtungsweise eines anderen Menschen trifft. Das bedeutet dass unsere beider Betrachtungsweisen nicht kongruent sind.
Es ist der natürliche Wille jedes Menschen, keine diskrepanzen in seinem Denken zu haben.
"Will is merely the drive to reduce dissonance between each of our active neural circuits."[-God is in the Neurons]
Nachtrag: Nachdenkenswertes:
"Sie müssen sich vorstellen, dass es nicht einfach ist für uns Menschen sehr verschiedene oft widersprüchliche Erfahrungen vorallem in frühen Kindertagen zu integrieren. Und wie Kant jetzt sagen würde unter die Einheit des Bewusstseins zu bringen, in einer Persöhnlichkeitsstruktur zu integrieren würden die Psychologen sagen.
Sondern es ist möglich, dass Widersprüche zwischen den Eltern, nicht nur die Mutter sondern auch des Vaters spielt mit hinein, ein Kind zerreißen können. Es [das Kind] passt sich an den Vater an, der will das eine, es passt sich an die Mutter an, die will etwas ganz anderes.
Beide Persöhnllichkeiten bilden jetzt Komplexe im Bewusstsein des Kindes. Der Art nämlich, dass sich Felder bilden die in sich selber abgeschlossen bleiben.
Da ist eine Rollenanpassung an die Erwartungen des Vaters und eine Rollenampassung an die Erwartungen der Mutter, beides widerspricht sich, zwischen beiden gibt es keine Kompromisse, keine Synthese, man kann nur abgespalten das eine oder das andere leben.
Solche Komplex-Bildungen können sehr störend sein weil sie die Neigung haben, sich der bewussten Kontrolle zu entziehen. Je mehr solche selbständigen Felder psychischer Energie sich bilden um so unmöglicher wird es dem -Ich- eine Einheit in das ganze zu bekommen. [...]
In der Psychologie wird es allemal zu schweren Kriesen kommen können im Falle dass beide Komplex Inhalte – nennen wir die jetzt "Vater" oder "Mutter" – inkompatibel zueinander eine Entscheidung erzwingen die das -Ich- nicht leisten kann. Dann zerbirst es selber und steht hilflos davor. Komplexe haben also die Macht eigenwertig auf zu treten und die Persöhnlichkeit zu zerspalten und dann kann es sein, dass sich unterschiedliche Persöhnlichkeiten parallel bilden.
Welten die voneinander isoliert jeweils den Teil der Persöhnllichkeit ganz fördern in dem sie entstanden sind. Subjektiv spielt dann der eine mal diese Rolle und er hat keine Ahnung dass er jetzt im nächsten Moment anfängt jene Rolle zu spielen. Und es gibt kein Bewusstsein, was die beiden Strukturen mit einander verbindet.[...]" [-Eugen Drewerman, deutscher katholischer Theologe, suspendierter Priester, Schriftsteller und Psychoanalytiker]
Aussagen, Gedanken und Spekulationen eines Agnostikers – von mir:
Jeder Mensch sollte neben seinem unbewussten auch bewusst darauf achten keine verschiedenen Komplexe in seinem Denken/Geist/Gehirn zu haben bzw. sie ab arbeiten.
Komplexe sind konzentrationspunkte psychischer Energie bezogen auf bestimmte Inhalte, es sind eigenständige Abteilung, ein besonderer Berreich geflutet mit außergewöhnlich viel gedanklicher und emotionaler Energie und oft ein eigenständiges Puzzlestück welches nicht zu den anderen Puzzleteilen seines denkens passt. Es sind oft in ihm existierende Widersprüche bzw. Ungereimtheiten.
Der Mensch hat ein natürliches Bedürfnis diese Ungereimtheiten zu "homogenisieren" bzw. auszugleichen.
Der Mensch ist aus diesem Universum heraus geboren. Er trägt das Erbe der Funktionsweise des Universums in sich. Er, seine Existenz und seine Gedanken, sind ein Ausdruck des Universums in all seinen verschiedenen Möglichkeiten und Facetten und seinen Willen. Er ist ein Spiegelbild des Universums, seine Gedankenwelt ist dem Polaritätsgesetz unterworfen.
Alle Gedanken des Menschen, sind in der Funktionsweise potentiell in der Lage in der Funktionsweise des Universums zu denken, dadurch sind Erkenntnisse a priori möglich.
Beispiel: Albert Einstein gelang schlechterdings durch Erkenntnisse a priori zu dem Schluss: es gibt schwarze Löcher (mathematische u. physikalische Berechnungen). Bis dahin hat noch nie irgend jemand davon gewusst noch hatte man eins beobachtet. Es war eine Erkenntnis die der Erfahrung vorrausgeht, aber keine Einbildung, sondern Realität. Er war anfangs sogar entsetzt und wollte diese Erkenntnis nicht wahr haben, dass es solch furchtbare Objekte im Universum geben muss. Später wurden schwarze Löcher dann entdeckt. (Empirisch, durch die Erfahrung, Erkenntnis a posteriori – die Erfahrung geht der Erkenntnis vorraus.) Albert Einstein war aber kein Hellseher, nein, er konnte lediglich logisch denken.
Der Mensch, muss wenn er gesund sein will, widerspruchsfrei in sich selbst sein.
Sich selbst erforschen kann er in dem er das Universum erforscht (zB. seine Mitmenschen, denn die sind ein Teil des Universums) und wenn er das Universum erforscht, erforscht er gleichzeitig sich selbst. Damit wird er immer größer und größer. Wenn er sich selbst und damit gleichzeitig das Universum verstehen lernt wird er einen Geist entwickeln, welcher widerspruchsfrei ein zusammenhängendes Bild ergibt, welches letztendlich ein Spiegelbild der Funktionsweise des Universums ist. Wenn dieser Prozess vollkommen beendet ist, dann hat der Mensch quasi das ganze Universum in sich. Dann wird der Mensch in sich zum Universum, die Vollkommenheit aller Dinge.
Das wird niemals jemand schaffen - gut so. Würde man das schaffen, hätte man danach nichts mehr zu tun.
[...]
Es kann nur eine Wahrheit geben.
Ich finde es fair, wenn nicht nur ich mich entblöße, sondern mir ebenso die Christliche Logik in bestimmten Punkten erklärt wird. In diesem Thread geht es ja um Schuld.
Heist, ein interresanter Dialog zwischen der christlichen Identität und meiner agnostischen Identität würde ich potientiell wirklich interessant finden, ich bin neugierig. Vorallem interessiert mich die Erkenntnisfrage.
Niemand muss sich gegenseitig von etwas überzeugen, es geht nur jeweils darum die eigene Sichtweise zu erklären an den Stellen wo die jeweils andere Seite noch Fragen hat.
Ich bin jeder echte Agnostiker auf diesen Planeten, das ist / ich bin Universell! Ich kann im Namen aller sprechen! Es kann nur eine Wahrheit geben!
Und das ist Individuell: Mein persöhnlicher Wissenshorizont.
(Ein typischer Satz eines Agnostikers der alles herausfinden will ist: "Ich weis es nicht!", aber das was ich weis, das weis ich.)
(Weitere typische Sätze: "Ich weis, dass ich nichts weis"; "Ich denke also bin ich"; "Wenn ich bin, dann sind auch noch andere" usw.)
Ich würde folgendes vorschlagen:
Um zu vermeiden, dass irgendwie "abgelenkt" wird, möchte ich darauf hinweisen, dass man in jedem einzelnen Post sowohl seine Fragen an die jeweils andere Seite stellen kann und gleichzeitig Anworten kann. Zur Übersicht kann man das auch unterteilen in zuerst den >FrageBereich< und dann den >Anwort Bereich<.
<===Frage Berreich: ===>
-1- Meine Verwirrung bezüglich der gegebenen Schuldigkeit des Menschen die davon abhängt ob er an Gott Glaubt oder nicht ist nach wie vor vorhanden. (Beitrag 235)
Die Antwort von Nordrheiner an Tsunami im (Beitrag 243) in welcher geschrieben steht, dass man diese 2 Aussagen so nicht gegenüberstellen darf verwirt mich noch mehr.
Sind diese 2 Aussagen (Sinngemäß) nun von dir Nordrheiner?
Der (Beitrag 232) von Burbacher welcher sich auf den (231er) von Tsunami bezieht, bestätigt die Einschätzung von Tsunami doch.
Danach rudert Burbacher wieder zurück mit folgendem Zitat:
"Schuld setzt schuldhaftes Handeln vorraus"[-Burbacher]
-2- Es gibt mehrere Religionen auf der Welt. Und da gibt es einen Mann der hat ein Kind vergewaltigt und anschließend getötet, dadurch trägt er Schuld. Der Christ sagt, dass Gott über ihn richten wird. Der Buddist sagt, dass er sich sehr viel negatives Karma aufgeladen hat und er im nächsten Leben als Frosch zur Welt kommt. Der Islamist sagt, ja was sagt der eigentlich? Dass er dann trotzdem 46 Jungfrauen im Himmel bekommt? Wie auch immer.
Wer von denen hat Recht? Und warum hat derjenige der Recht hat, mehr Recht als die anderen?
-3- Kann wer im Namen der gesammten christlichen Identität sprechen (oder zum Großteil) um mir auf gleicher Augenhöhe zu begegnen? Denn wenn nicht, dann rede ich nur mit einem subjektiven Individuum, was zwangsläufig bedeutet, dass es nicht wirklich etwas aussagt, da es bei dem nächsten "christen" schon wieder ganz anders sein könnte, heist: ich weis dann garnicht mit wem(was) ich rede.
Tipp: Man kann differenzieren zwischen der rein persöhnliche Sichtweise und der übergeordneten Identität (also Label wie: Christentum, Judentum, Buddismus) und es entsprechend kennzeichnen.
Man (Christ) muss sich also die Frage stellen, würde diese Aussage von mir jeder andere Christ auch so beantworten? Ja, Nein, oder in Teilen zu gefühlt 80%?
Es geht darum: Ich muss es einschätzen können um in meiner geistigen Landkarte die Antworten an den richtigen Stellen einordnen zu können.
<===Antwort Berreich: ===>
KENNZEICHNUNG: Die Fragen des erst Postings bewegen sich bei einem jeden Menschen ohne Konfession zwangsläufig zum größten Teil in den persöhnlichen Individuellen Berreich. Dementsprechend haben meine Antworten genau diesen Charakter.
Hier sind meine Ausführungen wie ich das mit der Schuld sehe. Man muss dabei bedenken, dass es nur ein Grundprinzip ist. Die Realität ist oft viel komplexer. Während ich das schrieb, wusste ich bereits schon, dass man an bestimmten stellen noch mehr differenzieren müsste, doch man kann nicht jeglichen potentiellen Umstände niederschreiben, das würde den Rahmen sprengen.
Hinzufügen möchte ich, dass ich selbst keinerlei Bedürfnisse habe darüber reden zu wollen, für mich ist diese Thematik relativ Sonnenklar. Ich werde mit einer Wahrscheinlichkeit von 85% meine Meinung dazu nicht ändern. Man kann mir jedoch gerne Fragen stellen.
Wie geht Ihr mit Schuld bei Euch selbst um?
Ich denke und handele im wesentlichen nach dem Kathegorischen Imperativ. Ich halte diese Grenzen ein. Ich werde nicht wirklich schuldig. Das kann ich einfach nicht. Es würde meine ganze Identität in Frage stellen. Schuldig für mich zu sein, kann ich mir so wenig vorstellen wie, dass am nächsten Tag nicht die Sonne aufgeht. Es funktioniert einfach nicht.
Wenn jedoch jmd diese Grenzen in Bezug auf mich nicht einhält, verwirkt er gleichzeitig jedes Recht darauf sich auf den Kathegorischen Imperativ beziehen zu können. Bei nahezu allem was ich dann gegenüber dieser Person tue, entsteht dann bei mir keine Schuld.
Es gilt natürlich das Prinzip der Verhältnismäßigkeit. Wenn mir jmd etwas tut was keine Absicht war, dann macht er sich nicht schuldig (ich muss ihm das nur glauben).
In meiner Kindheit....musste ich in meiner Familie relativ viel Leid ertragen.
Und bereits als kleines Kind fing ich mir an Gedanken zu machen wie die Dinge eigentlich sein sollten, wie die Menschen, wie eine Familie eigentlich sein sollte.
Wie Menschen in Wirklichkeit mit einander umgehen sollten.
Ich bin sehr sensibilisiert, gar extrem sensibilisiert darauf die Grenzen wahrzunehmen, ab wann ich die Grenze zu einem anderen Menschen überschreite und wo nicht.
Ich darf zB. immer sagen was ich denke, ich darf aber niemals anderen vorschreiben was er zu denken hat. Ich kann ihn aber meine Gedanken anbieten durch welche er selbst die Möglichkeit hat zu entscheiden ob er etwas davon annimmt oder nicht, ganz oder in Teilen oder Abwandlungen davon.
Das trifft auf alle Berreiche zu in dem die Verantwortung einer Person ausschließlich auf sich selbst gerichtet ist. Sobald eine Person in Bezug auf irgend ein Thema in irgend einer Art & Weise auch noch eine Verantwortung für andere hat, dann herrschen dort andere Regeln. Aber das würde jetzt zu weit führen.
Wie geht Ihr mit Schuld um, die ihr bei dem Anderen seht?
Ich betrachte die Person. Wenn diese Person im Gegenwärtigen Zustand das Schuldige Monster ist, dann ist er das schuldige Monster.
Wenn die Identität der Person sich jedoch weiter entwickelt und diese Person zu einem anderen Menschen geworden ist, dann ist derjenige für mich per Definition zu einem anderen Menschen geworden und ihn trifft diese Schuld dann nicht mehr, es würde den falschen Menschen treffen, dann kann ich ihn auch verzeihen, dann ist er nicht mehr Schuldig, denn er ist nun ein anderer Mensch.
Das wäre wie wenn ich den falschen verurteilen würde. Das Aussehen spielt keine Rolle, nur sein Geist in ihm spielt eine Rolle.
Wenn die Person in seiner Identität jedoch die selbe oder ähnliches bleibt, dann bleibt er das selbe gefährliche Monster.
Wenn ein Mann mit einer Waffe, die ganze Zeit Leute umbringt, dann muss er unbedingt gestoppt werden. Er kann auch notfalls selbst erschossen werden, das ist vollkommen Ok! Denn dieser Mann ist in dem Augenblick und in dem Stadium in dem er sich befindet, ein Monster.
Solange diese Identität erhalten bleibt, wird dieser Mann weiterhin gefährlich sein. Und genau das ist nämlich das Problem. Es ist die gegenwärtige Identität, die diesen Mann schuldig macht. Die kann er auch noch haben nach der Tat, sollte er sich nicht ändern. Und je nachdem – das würde jetzt aber zu komplex werden das zu erklären – auch sogar vor der Tat.
Wenn dieser Mann jedoch ehrlich bereut was er getan hat und dann auch, wirklich anfängt ein komplett anderer Mensch zu werden, dann ist er das auch hinterher und dann kann man ihn auch verzeihen. Selbstverständlich, muss er darin überzeugen (was sehr schwer sein kann).
(Eine solche Veränderung ist ein Prozess, einer an dem der Mann arbeiten muss, da wird kein Schalter umgelegt von einem Augenblick zum anderen. Und diesen Prozess, also ein Vorgang, den kann man auch beobachtend verfolgen und sehen.)
Wenn jmd gerade dabei ist, mich die ganze Zeit zu verletzen, dann entsteht Leid und Zerstörung.
Es ist der absolut natürliche Reflex des Lebens, gegenüber dieser Bedrohung mit negativen Gefühlen zu reagieren. Solange er mit einem Messer in mich hinein sticht, kann ich ihn nicht verzeihen, denn er ist der Mann, der mir die ganze Zeit das antut. Jemand der an dieser Stelle verzeihen würde, ist für mich irre.
Aber wenn ich wahrhaftig weis, dass dieser Mann zu einem anderen Menschen geworden ist, dann ist er zu einen anderen Menschen geworden. Dann kann ich ihn verzeihen, denn das alte Monster ist fort, das ist jetzt ein anderer Mensch... und diesen anderen Menschen trifft keine Schuld mehr.
Das ist das Grundprinzip.
Leider weis ich, aus Erfahrung und durch meine Menschenkenntnis, dass nur sehr wenige Menschen in der Lage sind sich zu verändern und ihre komplette Denkwelt um zu gestallten.
Und dass ich anscheinend irgendwie anders funktioniere als die meisten.
Aus diesem Grund bin ich dementsprechend misstrauisch....
Ich habe das lange genug beobachtet und studiert.
Ich kenne nur sehr wenige Menschen die das können. Aber umso beindruckter bin ich dann bei solchen Menschen, weil ich weis, dass das sehr rar ist.
Es ist sogar sehr wichtig ausgesprochen misstrauisch zu sein.
Wie geht Ihr mit eigenen Schuldgefühlen um, wenn z.B. der Therapeut die Schuld zumindest graduell nicht nachvollzieht?
Ich habe noch nie in meinem Leben Schuldfühle gehapt. Es ist für mich auch absolut unmöglich etwas tun zu können um Schuldgefühle zu bekommen, das ist wie ein Naturgesetz in mir.
Denn dazu müsste ich einen unschuldigen Menschen etwas antun. Das ist mir absolut unmöglich.
Nicht mit Absicht.
Wie geht Ihr mit fremden Schuldgefühlen um, bei denen ihr die Schuldgefühle nicht nachvollziehen könnt zumindest nicht in der Intensität, wie der Schuldfühlende seine Schuldgefühle wahrnimmt?
Es verwirrt mich, ich kann damit nichts anfangen. Das einzige was mir übrig bleibt ist, ihm das zu erklären wie ich das sehe. Daraufhin fängt er es vielleicht an zu relativieren. Mehr steht nicht in meiner Macht.
Dass das so ist, ist sehr logisch weil ich selbst ja weiterhin ich selbst bleibe. Das heist, dass meine Betrachtungsweise auf die Betrachtungsweise eines anderen Menschen trifft. Das bedeutet dass unsere beider Betrachtungsweisen nicht kongruent sind.
Es ist der natürliche Wille jedes Menschen, keine diskrepanzen in seinem Denken zu haben.
"Will is merely the drive to reduce dissonance between each of our active neural circuits."[-God is in the Neurons]
Nachtrag: Nachdenkenswertes:
"Sie müssen sich vorstellen, dass es nicht einfach ist für uns Menschen sehr verschiedene oft widersprüchliche Erfahrungen vorallem in frühen Kindertagen zu integrieren. Und wie Kant jetzt sagen würde unter die Einheit des Bewusstseins zu bringen, in einer Persöhnlichkeitsstruktur zu integrieren würden die Psychologen sagen.
Sondern es ist möglich, dass Widersprüche zwischen den Eltern, nicht nur die Mutter sondern auch des Vaters spielt mit hinein, ein Kind zerreißen können. Es [das Kind] passt sich an den Vater an, der will das eine, es passt sich an die Mutter an, die will etwas ganz anderes.
Beide Persöhnllichkeiten bilden jetzt Komplexe im Bewusstsein des Kindes. Der Art nämlich, dass sich Felder bilden die in sich selber abgeschlossen bleiben.
Da ist eine Rollenanpassung an die Erwartungen des Vaters und eine Rollenampassung an die Erwartungen der Mutter, beides widerspricht sich, zwischen beiden gibt es keine Kompromisse, keine Synthese, man kann nur abgespalten das eine oder das andere leben.
Solche Komplex-Bildungen können sehr störend sein weil sie die Neigung haben, sich der bewussten Kontrolle zu entziehen. Je mehr solche selbständigen Felder psychischer Energie sich bilden um so unmöglicher wird es dem -Ich- eine Einheit in das ganze zu bekommen. [...]
In der Psychologie wird es allemal zu schweren Kriesen kommen können im Falle dass beide Komplex Inhalte – nennen wir die jetzt "Vater" oder "Mutter" – inkompatibel zueinander eine Entscheidung erzwingen die das -Ich- nicht leisten kann. Dann zerbirst es selber und steht hilflos davor. Komplexe haben also die Macht eigenwertig auf zu treten und die Persöhnlichkeit zu zerspalten und dann kann es sein, dass sich unterschiedliche Persöhnlichkeiten parallel bilden.
Welten die voneinander isoliert jeweils den Teil der Persöhnllichkeit ganz fördern in dem sie entstanden sind. Subjektiv spielt dann der eine mal diese Rolle und er hat keine Ahnung dass er jetzt im nächsten Moment anfängt jene Rolle zu spielen. Und es gibt kein Bewusstsein, was die beiden Strukturen mit einander verbindet.[...]" [-Eugen Drewerman, deutscher katholischer Theologe, suspendierter Priester, Schriftsteller und Psychoanalytiker]
Aussagen, Gedanken und Spekulationen eines Agnostikers – von mir:
Jeder Mensch sollte neben seinem unbewussten auch bewusst darauf achten keine verschiedenen Komplexe in seinem Denken/Geist/Gehirn zu haben bzw. sie ab arbeiten.
Komplexe sind konzentrationspunkte psychischer Energie bezogen auf bestimmte Inhalte, es sind eigenständige Abteilung, ein besonderer Berreich geflutet mit außergewöhnlich viel gedanklicher und emotionaler Energie und oft ein eigenständiges Puzzlestück welches nicht zu den anderen Puzzleteilen seines denkens passt. Es sind oft in ihm existierende Widersprüche bzw. Ungereimtheiten.
Der Mensch hat ein natürliches Bedürfnis diese Ungereimtheiten zu "homogenisieren" bzw. auszugleichen.
Der Mensch ist aus diesem Universum heraus geboren. Er trägt das Erbe der Funktionsweise des Universums in sich. Er, seine Existenz und seine Gedanken, sind ein Ausdruck des Universums in all seinen verschiedenen Möglichkeiten und Facetten und seinen Willen. Er ist ein Spiegelbild des Universums, seine Gedankenwelt ist dem Polaritätsgesetz unterworfen.
Alle Gedanken des Menschen, sind in der Funktionsweise potentiell in der Lage in der Funktionsweise des Universums zu denken, dadurch sind Erkenntnisse a priori möglich.
Beispiel: Albert Einstein gelang schlechterdings durch Erkenntnisse a priori zu dem Schluss: es gibt schwarze Löcher (mathematische u. physikalische Berechnungen). Bis dahin hat noch nie irgend jemand davon gewusst noch hatte man eins beobachtet. Es war eine Erkenntnis die der Erfahrung vorrausgeht, aber keine Einbildung, sondern Realität. Er war anfangs sogar entsetzt und wollte diese Erkenntnis nicht wahr haben, dass es solch furchtbare Objekte im Universum geben muss. Später wurden schwarze Löcher dann entdeckt. (Empirisch, durch die Erfahrung, Erkenntnis a posteriori – die Erfahrung geht der Erkenntnis vorraus.) Albert Einstein war aber kein Hellseher, nein, er konnte lediglich logisch denken.
Der Mensch, muss wenn er gesund sein will, widerspruchsfrei in sich selbst sein.
Sich selbst erforschen kann er in dem er das Universum erforscht (zB. seine Mitmenschen, denn die sind ein Teil des Universums) und wenn er das Universum erforscht, erforscht er gleichzeitig sich selbst. Damit wird er immer größer und größer. Wenn er sich selbst und damit gleichzeitig das Universum verstehen lernt wird er einen Geist entwickeln, welcher widerspruchsfrei ein zusammenhängendes Bild ergibt, welches letztendlich ein Spiegelbild der Funktionsweise des Universums ist. Wenn dieser Prozess vollkommen beendet ist, dann hat der Mensch quasi das ganze Universum in sich. Dann wird der Mensch in sich zum Universum, die Vollkommenheit aller Dinge.
Das wird niemals jemand schaffen - gut so. Würde man das schaffen, hätte man danach nichts mehr zu tun.
[...]
Es kann nur eine Wahrheit geben.
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