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Eigene Schuld - fremde Schuld

Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Ich hab mich ja hier und jetzt ergänzend in diesem Post, soweit schon komplett nackig gemacht. Man kann eigentlich beinahe schon komplett nachvollziehen wie ich denke, ticke, funktioniere was meine Sicht auf das Universum ist. Dem sollte kaum mehr etwas hinzuzufügen sein, bei Fragen, gerne her damit 🙂

Ich finde es fair, wenn nicht nur ich mich entblöße, sondern mir ebenso die Christliche Logik in bestimmten Punkten erklärt wird. In diesem Thread geht es ja um Schuld.
Heist, ein interresanter Dialog zwischen der christlichen Identität und meiner agnostischen Identität würde ich potientiell wirklich interessant finden, ich bin neugierig. Vorallem interessiert mich die Erkenntnisfrage.
Niemand muss sich gegenseitig von etwas überzeugen, es geht nur jeweils darum die eigene Sichtweise zu erklären an den Stellen wo die jeweils andere Seite noch Fragen hat.

Ich bin jeder echte Agnostiker auf diesen Planeten, das ist / ich bin Universell! Ich kann im Namen aller sprechen! Es kann nur eine Wahrheit geben!

Und das ist Individuell: Mein persöhnlicher Wissenshorizont.
(Ein typischer Satz eines Agnostikers der alles herausfinden will ist: "Ich weis es nicht!", aber das was ich weis, das weis ich.)
(Weitere typische Sätze: "Ich weis, dass ich nichts weis"; "Ich denke also bin ich"; "Wenn ich bin, dann sind auch noch andere" usw.)

Ich würde folgendes vorschlagen:
Um zu vermeiden, dass irgendwie "abgelenkt" wird, möchte ich darauf hinweisen, dass man in jedem einzelnen Post sowohl seine Fragen an die jeweils andere Seite stellen kann und gleichzeitig Anworten kann. Zur Übersicht kann man das auch unterteilen in zuerst den >FrageBereich< und dann den >Anwort Bereich<.

<===Frage Berreich: ===>

-1- Meine Verwirrung bezüglich der gegebenen Schuldigkeit des Menschen die davon abhängt ob er an Gott Glaubt oder nicht ist nach wie vor vorhanden. (Beitrag 235)
Die Antwort von Nordrheiner an Tsunami im (Beitrag 243) in welcher geschrieben steht, dass man diese 2 Aussagen so nicht gegenüberstellen darf verwirt mich noch mehr.
Sind diese 2 Aussagen (Sinngemäß) nun von dir Nordrheiner?
Der (Beitrag 232) von Burbacher welcher sich auf den (231er) von Tsunami bezieht, bestätigt die Einschätzung von Tsunami doch.
Danach rudert Burbacher wieder zurück mit folgendem Zitat:
"Schuld setzt schuldhaftes Handeln vorraus"[-Burbacher]

-2- Es gibt mehrere Religionen auf der Welt. Und da gibt es einen Mann der hat ein Kind vergewaltigt und anschließend getötet, dadurch trägt er Schuld. Der Christ sagt, dass Gott über ihn richten wird. Der Buddist sagt, dass er sich sehr viel negatives Karma aufgeladen hat und er im nächsten Leben als Frosch zur Welt kommt. Der Islamist sagt, ja was sagt der eigentlich? Dass er dann trotzdem 46 Jungfrauen im Himmel bekommt? Wie auch immer.
Wer von denen hat Recht? Und warum hat derjenige der Recht hat, mehr Recht als die anderen?

-3- Kann wer im Namen der gesammten christlichen Identität sprechen (oder zum Großteil) um mir auf gleicher Augenhöhe zu begegnen? Denn wenn nicht, dann rede ich nur mit einem subjektiven Individuum, was zwangsläufig bedeutet, dass es nicht wirklich etwas aussagt, da es bei dem nächsten "christen" schon wieder ganz anders sein könnte, heist: ich weis dann garnicht mit wem(was) ich rede.
Tipp: Man kann differenzieren zwischen der rein persöhnliche Sichtweise und der übergeordneten Identität (also Label wie: Christentum, Judentum, Buddismus) und es entsprechend kennzeichnen.
Man (Christ) muss sich also die Frage stellen, würde diese Aussage von mir jeder andere Christ auch so beantworten? Ja, Nein, oder in Teilen zu gefühlt 80%?
Es geht darum: Ich muss es einschätzen können um in meiner geistigen Landkarte die Antworten an den richtigen Stellen einordnen zu können.


<===Antwort Berreich: ===>

KENNZEICHNUNG: Die Fragen des erst Postings bewegen sich bei einem jeden Menschen ohne Konfession zwangsläufig zum größten Teil in den persöhnlichen Individuellen Berreich. Dementsprechend haben meine Antworten genau diesen Charakter.

Hier sind meine Ausführungen wie ich das mit der Schuld sehe. Man muss dabei bedenken, dass es nur ein Grundprinzip ist. Die Realität ist oft viel komplexer. Während ich das schrieb, wusste ich bereits schon, dass man an bestimmten stellen noch mehr differenzieren müsste, doch man kann nicht jeglichen potentiellen Umstände niederschreiben, das würde den Rahmen sprengen.
Hinzufügen möchte ich, dass ich selbst keinerlei Bedürfnisse habe darüber reden zu wollen, für mich ist diese Thematik relativ Sonnenklar. Ich werde mit einer Wahrscheinlichkeit von 85% meine Meinung dazu nicht ändern. Man kann mir jedoch gerne Fragen stellen.

Wie geht Ihr mit Schuld bei Euch selbst um?

Ich denke und handele im wesentlichen nach dem Kathegorischen Imperativ. Ich halte diese Grenzen ein. Ich werde nicht wirklich schuldig. Das kann ich einfach nicht. Es würde meine ganze Identität in Frage stellen. Schuldig für mich zu sein, kann ich mir so wenig vorstellen wie, dass am nächsten Tag nicht die Sonne aufgeht. Es funktioniert einfach nicht.
Wenn jedoch jmd diese Grenzen in Bezug auf mich nicht einhält, verwirkt er gleichzeitig jedes Recht darauf sich auf den Kathegorischen Imperativ beziehen zu können. Bei nahezu allem was ich dann gegenüber dieser Person tue, entsteht dann bei mir keine Schuld.
Es gilt natürlich das Prinzip der Verhältnismäßigkeit. Wenn mir jmd etwas tut was keine Absicht war, dann macht er sich nicht schuldig (ich muss ihm das nur glauben).

In meiner Kindheit....musste ich in meiner Familie relativ viel Leid ertragen.
Und bereits als kleines Kind fing ich mir an Gedanken zu machen wie die Dinge eigentlich sein sollten, wie die Menschen, wie eine Familie eigentlich sein sollte.
Wie Menschen in Wirklichkeit mit einander umgehen sollten.
Ich bin sehr sensibilisiert, gar extrem sensibilisiert darauf die Grenzen wahrzunehmen, ab wann ich die Grenze zu einem anderen Menschen überschreite und wo nicht.
Ich darf zB. immer sagen was ich denke, ich darf aber niemals anderen vorschreiben was er zu denken hat. Ich kann ihn aber meine Gedanken anbieten durch welche er selbst die Möglichkeit hat zu entscheiden ob er etwas davon annimmt oder nicht, ganz oder in Teilen oder Abwandlungen davon.
Das trifft auf alle Berreiche zu in dem die Verantwortung einer Person ausschließlich auf sich selbst gerichtet ist. Sobald eine Person in Bezug auf irgend ein Thema in irgend einer Art & Weise auch noch eine Verantwortung für andere hat, dann herrschen dort andere Regeln. Aber das würde jetzt zu weit führen.

Wie geht Ihr mit Schuld um, die ihr bei dem Anderen seht?

Ich betrachte die Person. Wenn diese Person im Gegenwärtigen Zustand das Schuldige Monster ist, dann ist er das schuldige Monster.
Wenn die Identität der Person sich jedoch weiter entwickelt und diese Person zu einem anderen Menschen geworden ist, dann ist derjenige für mich per Definition zu einem anderen Menschen geworden und ihn trifft diese Schuld dann nicht mehr, es würde den falschen Menschen treffen, dann kann ich ihn auch verzeihen, dann ist er nicht mehr Schuldig, denn er ist nun ein anderer Mensch.
Das wäre wie wenn ich den falschen verurteilen würde. Das Aussehen spielt keine Rolle, nur sein Geist in ihm spielt eine Rolle.
Wenn die Person in seiner Identität jedoch die selbe oder ähnliches bleibt, dann bleibt er das selbe gefährliche Monster.
Wenn ein Mann mit einer Waffe, die ganze Zeit Leute umbringt, dann muss er unbedingt gestoppt werden. Er kann auch notfalls selbst erschossen werden, das ist vollkommen Ok! Denn dieser Mann ist in dem Augenblick und in dem Stadium in dem er sich befindet, ein Monster.
Solange diese Identität erhalten bleibt, wird dieser Mann weiterhin gefährlich sein. Und genau das ist nämlich das Problem. Es ist die gegenwärtige Identität, die diesen Mann schuldig macht. Die kann er auch noch haben nach der Tat, sollte er sich nicht ändern. Und je nachdem – das würde jetzt aber zu komplex werden das zu erklären – auch sogar vor der Tat.
Wenn dieser Mann jedoch ehrlich bereut was er getan hat und dann auch, wirklich anfängt ein komplett anderer Mensch zu werden, dann ist er das auch hinterher und dann kann man ihn auch verzeihen. Selbstverständlich, muss er darin überzeugen (was sehr schwer sein kann).
(Eine solche Veränderung ist ein Prozess, einer an dem der Mann arbeiten muss, da wird kein Schalter umgelegt von einem Augenblick zum anderen. Und diesen Prozess, also ein Vorgang, den kann man auch beobachtend verfolgen und sehen.)
Wenn jmd gerade dabei ist, mich die ganze Zeit zu verletzen, dann entsteht Leid und Zerstörung.
Es ist der absolut natürliche Reflex des Lebens, gegenüber dieser Bedrohung mit negativen Gefühlen zu reagieren. Solange er mit einem Messer in mich hinein sticht, kann ich ihn nicht verzeihen, denn er ist der Mann, der mir die ganze Zeit das antut. Jemand der an dieser Stelle verzeihen würde, ist für mich irre.
Aber wenn ich wahrhaftig weis, dass dieser Mann zu einem anderen Menschen geworden ist, dann ist er zu einen anderen Menschen geworden. Dann kann ich ihn verzeihen, denn das alte Monster ist fort, das ist jetzt ein anderer Mensch... und diesen anderen Menschen trifft keine Schuld mehr.
Das ist das Grundprinzip.
Leider weis ich, aus Erfahrung und durch meine Menschenkenntnis, dass nur sehr wenige Menschen in der Lage sind sich zu verändern und ihre komplette Denkwelt um zu gestallten.
Und dass ich anscheinend irgendwie anders funktioniere als die meisten.
Aus diesem Grund bin ich dementsprechend misstrauisch....
Ich habe das lange genug beobachtet und studiert.
Ich kenne nur sehr wenige Menschen die das können. Aber umso beindruckter bin ich dann bei solchen Menschen, weil ich weis, dass das sehr rar ist.
Es ist sogar sehr wichtig ausgesprochen misstrauisch zu sein.

Wie geht Ihr mit eigenen Schuldgefühlen um, wenn z.B. der Therapeut die Schuld zumindest graduell nicht nachvollzieht?

Ich habe noch nie in meinem Leben Schuldfühle gehapt. Es ist für mich auch absolut unmöglich etwas tun zu können um Schuldgefühle zu bekommen, das ist wie ein Naturgesetz in mir.
Denn dazu müsste ich einen unschuldigen Menschen etwas antun. Das ist mir absolut unmöglich.
Nicht mit Absicht.

Wie geht Ihr mit fremden Schuldgefühlen um, bei denen ihr die Schuldgefühle nicht nachvollziehen könnt zumindest nicht in der Intensität, wie der Schuldfühlende seine Schuldgefühle wahrnimmt?

Es verwirrt mich, ich kann damit nichts anfangen. Das einzige was mir übrig bleibt ist, ihm das zu erklären wie ich das sehe. Daraufhin fängt er es vielleicht an zu relativieren. Mehr steht nicht in meiner Macht.

Dass das so ist, ist sehr logisch weil ich selbst ja weiterhin ich selbst bleibe. Das heist, dass meine Betrachtungsweise auf die Betrachtungsweise eines anderen Menschen trifft. Das bedeutet dass unsere beider Betrachtungsweisen nicht kongruent sind.
Es ist der natürliche Wille jedes Menschen, keine diskrepanzen in seinem Denken zu haben.
"Will is merely the drive to reduce dissonance between each of our active neural circuits."[-God is in the Neurons]

Nachtrag: Nachdenkenswertes:
"Sie müssen sich vorstellen, dass es nicht einfach ist für uns Menschen sehr verschiedene oft widersprüchliche Erfahrungen vorallem in frühen Kindertagen zu integrieren. Und wie Kant jetzt sagen würde unter die Einheit des Bewusstseins zu bringen, in einer Persöhnlichkeitsstruktur zu integrieren würden die Psychologen sagen.
Sondern es ist möglich, dass Widersprüche zwischen den Eltern, nicht nur die Mutter sondern auch des Vaters spielt mit hinein, ein Kind zerreißen können. Es [das Kind] passt sich an den Vater an, der will das eine, es passt sich an die Mutter an, die will etwas ganz anderes.
Beide Persöhnllichkeiten bilden jetzt Komplexe im Bewusstsein des Kindes. Der Art nämlich, dass sich Felder bilden die in sich selber abgeschlossen bleiben.
Da ist eine Rollenanpassung an die Erwartungen des Vaters und eine Rollenampassung an die Erwartungen der Mutter, beides widerspricht sich, zwischen beiden gibt es keine Kompromisse, keine Synthese, man kann nur abgespalten das eine oder das andere leben.
Solche Komplex-Bildungen können sehr störend sein weil sie die Neigung haben, sich der bewussten Kontrolle zu entziehen. Je mehr solche selbständigen Felder psychischer Energie sich bilden um so unmöglicher wird es dem -Ich- eine Einheit in das ganze zu bekommen. [...]
In der Psychologie wird es allemal zu schweren Kriesen kommen können im Falle dass beide Komplex Inhalte – nennen wir die jetzt "Vater" oder "Mutter" – inkompatibel zueinander eine Entscheidung erzwingen die das -Ich- nicht leisten kann. Dann zerbirst es selber und steht hilflos davor. Komplexe haben also die Macht eigenwertig auf zu treten und die Persöhnlichkeit zu zerspalten und dann kann es sein, dass sich unterschiedliche Persöhnlichkeiten parallel bilden.
Welten die voneinander isoliert jeweils den Teil der Persöhnllichkeit ganz fördern in dem sie entstanden sind. Subjektiv spielt dann der eine mal diese Rolle und er hat keine Ahnung dass er jetzt im nächsten Moment anfängt jene Rolle zu spielen. Und es gibt kein Bewusstsein, was die beiden Strukturen mit einander verbindet.[...]" [-Eugen Drewerman, deutscher katholischer Theologe, suspendierter Priester, Schriftsteller und Psychoanalytiker]

Aussagen, Gedanken und Spekulationen eines Agnostikers – von mir:
Jeder Mensch sollte neben seinem unbewussten auch bewusst darauf achten keine verschiedenen Komplexe in seinem Denken/Geist/Gehirn zu haben bzw. sie ab arbeiten.
Komplexe sind konzentrationspunkte psychischer Energie bezogen auf bestimmte Inhalte, es sind eigenständige Abteilung, ein besonderer Berreich geflutet mit außergewöhnlich viel gedanklicher und emotionaler Energie und oft ein eigenständiges Puzzlestück welches nicht zu den anderen Puzzleteilen seines denkens passt. Es sind oft in ihm existierende Widersprüche bzw. Ungereimtheiten.
Der Mensch hat ein natürliches Bedürfnis diese Ungereimtheiten zu "homogenisieren" bzw. auszugleichen.

Der Mensch ist aus diesem Universum heraus geboren. Er trägt das Erbe der Funktionsweise des Universums in sich. Er, seine Existenz und seine Gedanken, sind ein Ausdruck des Universums in all seinen verschiedenen Möglichkeiten und Facetten und seinen Willen. Er ist ein Spiegelbild des Universums, seine Gedankenwelt ist dem Polaritätsgesetz unterworfen.

Alle Gedanken des Menschen, sind in der Funktionsweise potentiell in der Lage in der Funktionsweise des Universums zu denken, dadurch sind Erkenntnisse a priori möglich.

Beispiel: Albert Einstein gelang schlechterdings durch Erkenntnisse a priori zu dem Schluss: es gibt schwarze Löcher (mathematische u. physikalische Berechnungen). Bis dahin hat noch nie irgend jemand davon gewusst noch hatte man eins beobachtet. Es war eine Erkenntnis die der Erfahrung vorrausgeht, aber keine Einbildung, sondern Realität. Er war anfangs sogar entsetzt und wollte diese Erkenntnis nicht wahr haben, dass es solch furchtbare Objekte im Universum geben muss. Später wurden schwarze Löcher dann entdeckt. (Empirisch, durch die Erfahrung, Erkenntnis a posteriori – die Erfahrung geht der Erkenntnis vorraus.) Albert Einstein war aber kein Hellseher, nein, er konnte lediglich logisch denken.

Der Mensch, muss wenn er gesund sein will, widerspruchsfrei in sich selbst sein.
Sich selbst erforschen kann er in dem er das Universum erforscht (zB. seine Mitmenschen, denn die sind ein Teil des Universums) und wenn er das Universum erforscht, erforscht er gleichzeitig sich selbst. Damit wird er immer größer und größer. Wenn er sich selbst und damit gleichzeitig das Universum verstehen lernt wird er einen Geist entwickeln, welcher widerspruchsfrei ein zusammenhängendes Bild ergibt, welches letztendlich ein Spiegelbild der Funktionsweise des Universums ist. Wenn dieser Prozess vollkommen beendet ist, dann hat der Mensch quasi das ganze Universum in sich. Dann wird der Mensch in sich zum Universum, die Vollkommenheit aller Dinge.
Das wird niemals jemand schaffen - gut so. Würde man das schaffen, hätte man danach nichts mehr zu tun.
[...]
Es kann nur eine Wahrheit geben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Friek,

Du argumentierst unscharf, schreibst gegen Wahrheiten, die nun wirklich nicht zu leugnen sind.
Große Teile des Rechts, Bestandteile der Rechtsprechung sind auch religiösen Regelungen erwachsen, und das nicht zuletzt, weil sie vernünftig sind.

Burbacher

Was soll denn eine unscharfe Argumentation sein? Deine Argumente wirken auf mich eher unscharf bzw. vage.
Wie gesagt, Gebot 5 und 7 definitiv, zumindest in offiziellen Angelegenheiten noch 8 und mit ganz viel Augen zudrücken noch 3. Nur war Mord und Diebstahl vor der Bibel etwa legal bzw. wurde nicht bestraft? Nenn mir doch mal diesen Großen Teil des Rechts? Ich lerne ja gerne dazu.

Zumal, was bedeutet das schon? Ich verwies ja schon auf das Homosexuellengesetz, wozu du dich natürlich wieder nicht äußerst. Die Teile des Rechts, die aus religiösen Regelungen stammen und jegliche rationale Begründung vermissen lassen außerhalb ihres religiösen Kontextes, verschwinden nach und nach bzw. sind verschwunden. (Homosexuelle, Blasphemie, Ehebruch etc.) Aus gutem Grund.
Und für den Rest braucht es eben keine Religion/Christentum.

Sorry für OT.😉
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke für die Antwort Burbacher,


ah ok.
Dann bedeutet das, dass es doch nicht zwangsläufig so ist, dass ein Mensch schuldig ist wenn er nicht an Gott glaubt. ("Schuld setzt schuldhaftes Handeln vorraus"[-Burbacher])
Denn das tut ein Baby ja (noch) nicht - also an Gott glauben. Und ein Baby würde ich schon als Mensch definieren, daher erfüllt er diese Prämisse.

Logische Schlussfolgerung wäre, dass Tsunami (auf den ich meinen Gedanken aufgebaut hatte) die Sache falsch interpretiert hatte?

Laures,

gerade, was die Kinder angeht, gibt es ja sehr aufschlussreiche Jesus-Worte.
Er hält den Erwachsenen wiederholt Kinder vor, die den Erwachsenen da etwas voraus haben.

"Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, werdet ihr das Himmelreich nicht sehen!"

Kinder haben ein Grundvertrauen, fragen nicht, nehmen die Zuwendung etwa der Eltern an, ohne zu fragen, in Frage zu stellen.

Sie fragen eben nicht, ob die Eltern können, wollen. Das ist damit gemeint.
Noch ein Hinweis:

Als Jesus seinen Tod vor Augen hatte, wandte er sich an Gott, den er "Abba" nannte, also "Vater".
Und er vertraute sich ihm an.

Neben ihm wurde ein Mensch gekreuzigt, dem bewusst war, dass er gefehlt hatte, also schuldig geworden war.
Jesus spricht ihm die Vergebung zu: "Heute noch wirst Du mit mir im Paradiese sein!"

Das ist gute neutestamentliche Theologie, die dem Menschen einen Weg aus Schuld und Verstrickung zeigt.

Burbacher
 
Hallo, Laures,
in Deinem Beitrag 257 fiel mir Deine folgende Aussage auf:
"Der Mensch, muss wenn er gesund sein will, widerspruchsfrei in sich selbst sein."


Das ist eine schön klingende Aussage. Aber realitätsfremd. Theorie. Dein Wunsch...???

LG, Nordrheiner
 
Ach, ein paar Widersprüche geben Pfeffer in die Suppe, Konturen, die einen unverwechselbar machen. Perfekt = langweilig. 🙂
 
Hallo, Laures,

das ist ja ein langer Beitrag 257 mit vielen Fragen. Es braucht etwas Zeit, diese abzuarbeiten. Ich finde Deine Beiträge übrigens positiv, auch wenn ich Deine Meinung nicht in jedem Punkt teile. Aber sie sind es wert, sie zu kommentieren bzw. Fragen zu beantworten, soweit das möglich ist. Dabei sollte nicht nur ich auf Deine Beiträge und Fragen eingehen, denn andere haben sicher auch dazu eine beachtenswerte Meinung. Aber ich leg mal los:

-1- Meine Verwirrung bezüglich der gegebenen Schuldigkeit des Menschen die davon abhängt ob er an Gott Glaubt oder nicht ist nach wie vor vorhanden. (Beitrag 235)

Antwort 1
Burbacher vertritt die Ansicht, dass Schuld durch schuldhaftes Handeln entsteht. Das ist allgemein auch meine Meinung. Ich würde sie nur ausdehnen und unter schuldhaftes Handeln auch schuldhaftes Unterlassen einbeziehen.
Ich behaupte, dass Gott existiert und Er lt. Bibel einen Anspruch hat, dass Menschen nach Ihm fragen und Seine Gebote halten. Insofern machen sich z.B. Agnostiker schuldig.

Die Antwort von Nordrheiner an Tsunami im (Beitrag 243) in welcher geschrieben steht, dass man diese 2 Aussagen so nicht gegenüberstellen darf verwirt mich noch mehr. Sind diese 2 Aussagen (Sinngemäß) nun von dir Nordrheiner? Der (Beitrag 232) von Burbacher welcher sich auf den (231er) von Tsunami bezieht, bestätigt die Einschätzung von Tsunami doch.
Danach rudert Burbacher wieder zurück mit folgendem Zitat:
"Schuld setzt schuldhaftes Handeln vorraus"[-Burbacher]
Es ging um folgende Sätze:
Nordrheiner: "Warum empfinden Menschen Schuld?"

Nordrheiner: "Weil sie nicht an Gott glauben."

Woher Tsunami diese Frage und ihre Antwort hatte, weiß ich nicht. Sein „sinngemäß“ ist anscheinend tatsächlich nur seine Interpretation und ohne weiteren Kontext einfach falsch. In Beitrag 243 habe ich dazu folgendes geschrieben:

Antwort 2
Nein, diese zwei Aussagen dürfen nach meiner Ansicht nach so nicht gegenübergestellt werden.
Menschen empfinden aus unterschiedlichen Gründen Schuld. Einer der Gründe ist folgender: Der Mensch tut nicht, was er selbst in seinem Bewusstsein als richtig empfindet. Ein anderer Grund: ...weil der Mensch schuldhaft (gegenüber anderen Menschen) handelt.

Die Antwort auf die Schuldfrage „weil sie nicht an Gott glauben“ ist nicht der Frage zuzuordnen „warum empfinden Menschen Schuld?“ sondern meiner Antwort oben als Antwort 1 gekennzeichnet. Und die von Tsunami sinngemäße Frage „warum empfinden Menschen Schuld?“ ist meiner Antwort als Antwort 2 (in Blau) zu entnehmen.
Ist damit die Verwirrung beseitigt?

LG, Nordrheiner
 
Hallo Nordrheiner, danke für deine Erklärung. Ich bin quasi "eben" erst heim.
Ich habs mir schon durchgelesen, aber ich muss das erstmal noch eine ganze weile studieren bis ichs in meinen Kopf rein habe.

Ich hatte schon eine Antwort geschrieben auf ein Post ein paar postings davor.

Da können wir uns ja jetzt gleich unsere Sachen gegenseitig ansehen.

Edit:
Antwort 1
Burbacher vertritt die Ansicht, dass Schuld durch schuldhaftes Handeln entsteht. Das ist allgemein auch meine Meinung. Ich würde sie nur ausdehnen und unter schuldhaftes Handeln auch schuldhaftes Unterlassen einbeziehen.
Ich behaupte, dass Gott existiert und Er lt. Bibel einen Anspruch hat, dass Menschen nach Ihm fragen und Seine Gebote halten. Insofern machen sich z.B. Agnostiker schuldig.


Ein (neugieriger) Agnostiker kann jedoch die ganze Zeit nach Gott forschen. Er macht es sich nur nicht so einfach und schaut ob in irgend einen Buch geschrieben steht, dass es ihn gibt.

Das Problem an dieser Sache ist einfach: Dann könnt ich ja mir meinen eigenen Zettel nehmen und "Gott" drauf schreiben und schon ist er da (nicht!).

Und da spielt es auch überhaupt keine Rolle wie viel Seiten und Text dadrinn steht oder wie alt der Schinken ist. Das Prinzip ist das selbe. Ich finde da macht ihr Christen euch das ein bisschen zu einfach - Muhahaha! 😀 (Scherz)
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo, Laures,
in Deinem Beitrag 257 fiel mir Deine folgende Aussage auf:
"Der Mensch, muss wenn er gesund sein will, widerspruchsfrei in sich selbst sein."


Das ist eine schön klingende Aussage. Aber realitätsfremd. Theorie. Dein Wunsch...???

LG, Nordrheiner

"Realitätsfremd" in dem Sinne, dass es nicht die gegenwärtige Situation für die Menschen heute auf der Welt ist, ist richtig. Und es wird wohl auch immer so sein.*

Dieser Umstand berührt diese Aussage jedoch in keinster weise. Es ist nicht mein Wunsch, es ist nur so wie es ist, ich kann daran nichts ändern. [-Vgl. Vortrag: Eugen Drewermans]
Gehirnforschung:
"The transfer of information between neurons becomes optimal when their activity is synchronized.[-Karl Deisseroth] This is the same reason why we experience cognitive dissonance, the frustration caused by simultaneously holding two contradictory ideas.
Will is merely the drive to reduce dissonance between each of our active neural circuits.
Evolution can be seen as the same process, where nature tries to adapt or 'resonate' with its environment. By doing so, it evolved to a point where it became self-aware and began to ponder about its own existence."[-Quelle]


*Ich habe von (Widersprüche) ab arbeiten im Sinne von ausgleichen, synchronisieren gesprochen:
"Jeder Mensch sollte neben seinem unbewussten auch bewusst darauf achten keine verschiedenen Komplexe in seinem Denken/Geist/Gehirn zu haben bzw. sie ab arbeiten."[-Laures]
Das, nennt man einen Entwicklungsvorgang.

PS: Als reiner und zugleich forschender Agnostiker mit Schwerpunkt auf der geisteswissenschaftlichen Ebene, fängt er an immer weniger ein Individuum zu sein, denn er orientiert sich an dem objektivem. In diesem Zusammenhang habe ich keine Wünsche. Ich forsche nur. "Ich bin kein Mensch."
 
Selbstgespräche mit mir selbst:

Kleines Agnostiker FAQ

- - <[Version 1]> - -

Agnostiker: Es kann nur eine Wahrheit geben.

Mann: Und was ist diese Wahrheit? Wie sieht die aus?

Agnostiker: Das weis ich nicht, ich bin gerade dabei es herauszufinden.

Mann: Und wann bist du damit fertig?

Agnostiker: Nie!

Mann: Kann man damit überhaupt fertig werden?

Agnostiker: Nein, das kann man nicht – glaub ich. Ein Mensch schaft es jedenfalls nicht.

- - <[Version 2]> - -

Agnostiker: Es kann nur eine Wahrheit geben.

Mann: Was hat diese Wahrheit mit dir zu tun?

Agnostiker: Nichts, sie ist unabhängig von meiner Existenz. Ich muss sie selber herauszufinden.
Aber dadurch, dass ich auch aus diesem Universum heraus geboren wurden bin, habe ich auch irgendwie doch etwas damit zu tun, denn ich gehöre ja dazu.

Versteckter Text, Trigger-Gefahr:

- - <[Version 2-b]> - -
Agnostiker: Nichts, sie ist unabhängig von meiner Existenz. Ich muss sie selber herauszufinden, ich darf sie mir nicht einbilden sondern muss sie entdecken zB. durch Beobachtung.
Aber dadurch, dass ich auch aus diesem Universum heraus geboren wurden bin, habe ich auch irgendwie doch etwas damit zu tun, denn ich gehöre ja dazu.
Daraus ergibt sich sogar die Möglichkeit, dass ich meine eigenen Gedanken beobachten kann um sie zu entdecken.

Mann: Das hört sich irgendwie.... sehr kompliziert an. Hat das etwas mit Meditation zu tun?Funktioniert so vielleicht Meditation?

Agnostiker: Das kann sein, ich weis nicht, aber ich vermute es.
Das einzige was ich weis ist, dass ein Mensch nur durch seine eigenen Gedanken Dinge entdecken kann obwohl er ihnen noch nie zuvor begegnet ist. Das sind dann Erkenntnisse a priori.

Mann: Das ist ja interessant, dann muss der Mensch ja eine Art "Schnittstelle" mit dem Universum im Kopf haben!

Agnostiker: Anscheinend ist das so ja. Das bestätigt die These, dass alles mit einander verbunden sein muss, so lassen sich auch einige "übernatürhliche" Phänomene erklären.
Das kann man mit Wasser und Öl erklären. Wenn sie beides zusammen in einen Topf gießen haben sie so etwas wie 2 Universen. Das Wasser- und das Öl-Universum. Beides vermischt sich nicht miteinander. Aus der Sicht des Wasser-Universums kann dieses Universum nur bis an seinen eigenen Rand sehen und nicht wissen was dahinter ist. Das heist das Wasser-Universum weis nichts von der Existenz des Öl-Universums. Das Wasser-Universum ist in sich geschlossen, es kann nur über sich selbst bescheid wissen. Das selbe alles gilt nur umgekehrt beim Öl-Universum. Wenn beide Universen voneinander wissen wollen, dann braucht es eine Verbindung dazwischen. Es muss also zu allen Dingen eine direkte Verbindung geben. Wenn etwas existiert bei dem es nicht so wäre, dann wäre es schlicht und ergreifend in unserem Universum nicht existent und wir Menschen wären aus uns selbst heraus auch garnicht im stande jemals etwas davon zu verstehen. Weil wir Menschen sozusagen aus dem Wasser-Universum selbst das Wasser sind.

Mann: Faszinierend! Wahrscheinlich liegt die Wahrheit tatsächlich irgendwo dazwischen.

Agnostiker: Wie meinen Sie das?

Mann: Naja das hat etwas spirituelles. Und der ewige Kampf zwischen den 2 extremen den Religionen und den Atheisten könnte sich dadurch auflösen. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte.

Agnostiker: Ja, das denke ich auch.

Mann: Das hört sich irgendwie doppeldeutig an.

Agnostiker: Ja, das ist das Polaritätsgesetz. Der Menschliche Wille ist sowohl frei als auch determiniert. Der Mensch hat individuelles in sich und gleichzeitig universelles. Das Universelle ist das was uns alle miteinander verbindet.

Mann: Und das Individuelle trennt uns demnach?

Agnostiker: Sozusagen, das hängt von uns ab, das muss nicht unbedingt so sein kann aber sein, das kommt darauf an auf was man sich konzentriert.

Mann: Dann denke ich es wäre besser, wenn wir uns mehr auf das konzentrieren was uns mit einander verbindet, als das was uns trennt.

Agnostiker: Sehe ich auch so.

- - <[Version 3]> - -

Agnostiker: Es kann nur das geben was es gibt.

Mann: Und was gibt es alles?

Agnostiker: Das weis ich nicht, ich bin dabei es herauszufinden. Dabei muss ich aufpassen, dass ich mir falsche Sachen nicht ausversehen einbilde, dass es sie gibt.

Mann: Wie findest du das heraus?

Agnostiker: Logisch denken.
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke für deinen Beitrag zum Agnostizismus, Laures. Und obwohl ich mich selbst nicht als Agnostiker bezeichnen würde, stimme ich dir ad hoc und reflektiert in 80% deiner Aussagen zu, wobei das nicht bedeutet, dass ich dir in den restlichen 20% widerspreche.

Im Mindesten kann ich wie du mit Schuld nur wenig bis gar nichts anfangen. Und ich denke, dass das bei sehr vielen anderen Menschen auf dieser Welt auch so ist. Nicht umsonst wird manchmal recht ratlos gefragt, wer genau an was schuld ist.

Wenn in der Arbeitswelt etwas schiefgelaufen ist, wird manchmal nahezu verzweifelt oder auch erfreut danach gesucht, wer denn nun der Schuldige ist. Ob das so sinnvoll ist, ist fraglich.

Vieles wiederholt sich. Manche Menschen fragen sich, warum sie schüchtern sind, nicht reich, nicht super gebildet, nicht voll mit Urvertrauen. Manche Menschen sehen die Schuld bei ihren Eltern, die sie nicht genügend gefördert, gestützt und befürwortet haben, und welche gleichfalls nicht reich und super gebildet waren. Wem geben nun die Eltern die Schuld? Ihren Eltern? So könnte man nun fortfahren, bis man zum Ende bzw. Anfang kommt. Dann allerdings gibt es nur noch einen Einzigen, dem man die Schuld geben könnte - zumindest dann, wenn man an einen Gott glaubt.
 
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