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Eigene Schuld - fremde Schuld

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Diese Grundangst wird oft als Isolierung erlebt und dies von Menschen, die i.d.R. über ein niedriges Selbstwertgefühl verfügen.

Entwicklungschancen sehe ich darin, dass der Mensch, bei dem diese Grundangst vorherrscht,
- sich selbst mehr abgrenzt und auch eigene Aggressionen zulässt (nicht alles gutmütig "aus Liebe" schluckt)
- sich für eigene Interessen einsetzt, auch wenn der Partner da nicht mitziehen möchte oder kann
- sich und seine Talente entfaltet, ohne immer darauf zu schauen "was macht der Partner?".

Dazu müssen sich die Menschen das Vorhandensein dieser irrationalen Grundangst erst mal eingestehen oder sie überhaupt erkennen, und dazu muß man fähig - und bereit sein.

Die Grundangst entsteht meistens - wurde bereits geschrieben - wenn das angeborene Grundvertrauen des Kleinkindes zu oft enttäuscht und verraten wird. Wenn das erst mal weg ist, kommt es später nie mehr zurück, weil einem Erwachsenen dieser angeborene Instinkt fehlt, beim Erwachsenen herrscht der angeborene Instinkt des gesunden Mißtrauens vor, weil der Erwachsene dafür zuständig ist, aus den zwei kleinen Lichtpunkten in der Nacht die Augen des Säbelzahntigers zu erkennen, statt der zwei liebesbedürftigen Leuchtkäfer die ein vertrauensseliges Kind sehen würde.
 
Manchen Leuten wurde die Angst vor der Selbstwerdung regelrecht eingetrichtert. Vom Elternhaus, von empathieunfähigen Eltern die ihren Kindern schon von kleinauf eintrichtern, aus ihnen würde nie etwas, sie würden doch eh im Leben scheitern, würden nie etwas gutes im Leben tun oder finden. Diese eingeredete Grundangst, mal über sich selbst hinauszuwachsen und neue, ungewohnte Wege zu gehen, findet man bei Menschen aller Altersstufen. Angst vor dem eigenen Mut und vor dem, wo er hinführen könnte.

Im Grunde völlig richtig, was Du schreibst. Nur würde ich nicht von Eintrichtern der Grundangst reden, sondern davon, dass diese Grundangst die natürliche Folge einer Kindheit ist, in der der Drang zur Autonomie, Selbstentfaltung und Selbstverantwortung unterdrückt und Ansätze des Kindes bestraft werden.

Das Kind, welches eine solche Kindheit erlebte, hat z.B. Angst vor Strafe (oder Liebesverlust) entwickelt. Strafe (Liebesverlust) dann, wenn es unabhängig von anderen selbst Entscheidungen trifft, sich auf Neues einlässt, die Welt erobert, sich mutig verhält. Die Angst wird diesem inzwischen erwachsenen Menschen deutlich, wenn es z.B. vor neuen Aufgaben steht. Dieser Mensch würde z.B. sagen, dass er Angst hat, etwas falsch zu machen. "Das hab ich ja noch nie gemacht" oder "ich habe es immer so gemacht und will es eigentlich auch weiterhin lieber so machen". Die Grundangst wird also durch die Gegenstrebung deutlich. Die strafenden Eltern sind ggf. schon gestorben, aber die Grundangst lebt weiter.

So lernte ich mal eine Frau kennen, die durchaus klug war. Trotzdem neigte sie dazu, ständig nachzufragen "denke ich richtig, wenn ich meine ...." oder "mache ich es so richtig?" oder "ich zeige Dir mal, was ich gemacht habe und sage Du mir dann, ob es so richtig ist."
 
Dazu müssen sich die Menschen das Vorhandensein dieser irrationalen Grundangst erst mal eingestehen oder sie überhaupt erkennen, und dazu muß man fähig - und bereit sein.

Ich denke, dass ohne externe Hilfe das den wenigsten Menschen gelingt. Die Grundangst selbst wird nicht erkannt, sondern nur die Angst, die durch die jeweilige Gegenstrebung deutlich wird.

Die Grundangst entsteht meistens - wurde bereits geschrieben - wenn das angeborene Grundvertrauen des Kleinkindes zu oft enttäuscht und verraten wird. Wenn das erst mal weg ist, kommt es später nie mehr zurück, weil einem Erwachsenen dieser angeborene Instinkt fehlt, beim Erwachsenen herrscht der angeborene Instinkt des gesunden Mißtrauens vor, weil der Erwachsene dafür zuständig ist, aus den zwei kleinen Lichtpunkten in der Nacht die Augen des Säbelzahntigers zu erkennen, statt der zwei liebesbedürftigen Leuchtkäfer die ein vertrauensseliges Kind sehen würde.

Das würde ich so nicht bestätigen. Vor allem gibt es 4 Grundängste und nicht nur "die Grundangst". Wir alle haben ohne Ausnahme unsere individuellen Grundängste. Meist neigen wir nicht einseitig zum Angsttyp A oder B sondern ggf. weisen eine Mischung auf. Auch entwickeln wir Menschen bereits als Kind ein inneres Instrumentarium, mit dem wir unsere Grundangst austarieren, in Schach halten, nicht mehr wahrnehmen.

Es sind dann die besonderen Lebensumstände, in denen sich zeigt, dass wir mit uns selbst, mit der Umwelt, mit unseren Aufgaben nicht mehr problemlos zurecht kommen. Solche besonderen Lebensumstände können sein: Verlust eines Menschen, Verlust des Arbeitsplatzes, Veränderung der Umwelt, Krankheit, zunehmende Auseinandersetzungen mit andersdenkenden Menschen, Wahrnehmung des Alterungsprozesses. Dann reicht das emotional gelernte Instrumentarium unter Umständen nicht mehr aus und die ggf. dominierende Grundangst wird in der Gegenstrebung spürbar. Nimmt der Leidensdruck (die ungelösten Probleme) zu, suchen wir uns (hoffentlich) Hilfe. Im Grunde gibt es keinen angstfreien Menschen, sondern lediglich Menschen mit einem mehr oder weniger gut funktionierenden Instrumentarium "gegen die Angst".
 

3. Die Angst vor Wandlung, als Vergänglichkeit und Unsicherheit erlebt
Zwanghafte Persönlichkeit: Angst vor Selbstverantwortung; Zweifel, Zaudern und Zögern. Starre Prinzipien, Machtstreben zwecks Kontrolle.

Hmm. Ich habe den Eindruck, dass sich dein Punkt 3 nicht großartig von deinem Punkt 2 unterscheidet. Oder wo ist da der gravierende Unterschied?
 
Bei Angsttyp 2 (Angst vor Selbstwerdung) liegen Problemebei der Ich-Werdung vor, die sich beim Geben und Nehmen zeigen. Der Partner wird schnell überbewertet. Oft lese oder höre ich: Ich liebe Dich, weil ichDich brauche. Oder: Ich brauche Dich, weil ich Dich liebe. Dieser Angsttyp 2 hat Angst vor Verlust und neigt zum Klammern. Durchaus auch mal berechtigte Aggressionen werden eher geleugnet und unterdrückt. Es fehlt oft an Selbstentfaltung.

Bei Angsttyp 3 (Angst vor Wandlung) besteht Angst vor Selbstverantwortung. Starre Prinzipien dienen als Stütze im Leben. (Typischer Beruf: Lehrer) Diesem Angsttyp 3 liegt es, nach Macht zu streben. Dadurch gewinnt er Kontrolle und kann zumeist unangenehm empfundene Änderungen beeinflussen oder sogar im Keim ersticken. Diesem Angsttyp 3 fehlt es mehr oder weniger an der Leichtigkeit im Leben, an Lust und Lebensfreude.

Siehst Du jetzt den Unterschied?

Die Beschreibungen der 4 Angsttypen sind natürlich hier nur kurz gehalten.
 
Verstehe es jetzt besser. Danke, Nordrheiner.

Aus meiner Sicht lassen sich diese Punkte 2 und 3 jedoch sehr gut zusammenfassen, bzw. sind für mich nur einer. Also ganz simpel gesprochen, ist der Dreh- und Angelpunkt ein Wesen, welches sich "von Punkt A nach Punkt B bewegt" - wobei die erste Differenzierung sein kann, dass diese "Wegstrecke" zeitlich eine Stunde, ein Jahr oder ein ganzes Leben währen kann. Eine weitere Differenzierung wäre dahin gehend möglich, dass sich der "Wanderer" wünscht, dass bestimmte Dinge auf seiner Reise eintreten bzw. nicht eintreten - das kann im weitesten Sinne die Umwelt/Umgebung betreffen, die Art der Menschen, denen man begegnet, oder die eigene Psyche. Auf dieser Reise durch den Alltag bzw. das Leben kann man nun ängstlich oder zuversichtlich sein, lernen oder nicht lernen, seinem Gefühl oder seinem Verstand nach handeln.

Das ist natürlich eine stark holistische Sichtweise, unter welche sich deine Punkte 2 und 3 jedoch ohne großen Aufwand subsummieren lassen. Vielleicht verstehst du, was ich meine.

Soll jetzt keinesfalls bedeuten, dass ich Differenzierung für unwichtig halte. Nur habe ich in manchen Belangen den Eindruck, dass sie nicht unbedingt hilfreich ist.
 
Was jetzt nun noch mal das Fadenthema/Fadentitel betrifft, und ohne einen vermeintlichen Kommunikationsfluss unterbrechen zu wollen, so würde ich sagen, dass es keine Schuld - fremde oder eigene - gibt. Aus meiner Sicht gibt es nur bessere und schlechtere Wege. Da sind wir dann natürlich bei dieser "uralten" Frage: "Warum entscheiden sich Menschen für die besseren oder die schlechteren Wege?" Und das wiederum ist natürlich ein weites, ein globales, gar ein kosmisches Feld, welches der näheren Betrachtung und Analyse verdient - insbesondere dann, wenn man bessere Entscheidungen treffen möchte, oder sich womöglich aus einem lebenslangen und unguten Kreislauf herauswinden möchte.
 
Was jetzt nun noch mal das Fadenthema/Fadentitel betrifft, und ohne einen vermeintlichen Kommunikationsfluss unterbrechen zu wollen, so würde ich sagen, dass es keine Schuld - fremde oder eigene - gibt. Aus meiner Sicht gibt es nur bessere und schlechtere Wege. Da sind wir dann natürlich bei dieser "uralten" Frage: "Warum entscheiden sich Menschen für die besseren oder die schlechteren Wege?" Und das wiederum ist natürlich ein weites, ein globales, gar ein kosmisches Feld, welches der näheren Betrachtung und Analyse verdient - insbesondere dann, wenn man bessere Entscheidungen treffen möchte, oder sich womöglich aus einem lebenslangen und unguten Kreislauf herauswinden möchte.

Eine Antwort auf die Frage "warum entscheiden sich Menschen für schlechtere Wege?" lautet also: Aus Angst...

Das hat nur indirekt etwas mit der Schuldfrage zu tun. Wenn jedoch Angst der Grund ist, einen falschen Weg zu beschreiten, sich für das Falsche zu entscheiden, dann gelangen wir wieder zur Schuldfrage.
 
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