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Eigene Schuld - fremde Schuld

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Vorweg: Ich sehe nicht den Zwang, eine Partnerschaft/Ehe einzugehen, nur weil ich geliebt werde und/oder weil der Andere mich heiraten möchte. Es sollten auch von Seiten des Geliebten gute Gründe bestehen, zu der Partnerschaft/Ehe "JA" zu sagen.

Jedoch sehe ich durchaus das mögliche Problem, dass der geliebte Mensch, mit dem frau/man eine Partnerschaft eingehen will, beziehungsunfähig ist. Dahinter können Bindungsängste stehen. Solche bindungsangstvollen Menschen lassen sich ggf. sexuell auf den anderen ein, jedoch wenn es dann zur Frage kommt "gehen wir gemeinsam durch das Leben - binden wir uns aneinander?" dann kneifen sie. Und dann haben sie den Anderen verletzt, ohne dies ggf. beabsichtigt zu haben. Da kommt wieder die Schuldfrage ins Spiel.

Jedoch sehe ich vor der Schuldfrage zunächst die Frage nach dem Wunsch, heil zu werden. Ich denke, dass alle Menschen heilungsbedürftig sind. Und viele Menschen sind so verletzt, dass sie die Nähe zu anderen Menschen scheuen. Das kann dann so aussehen: Spätestens ab dem Punkt "willst Du mit mir zusammen leben, willst Du Dich an mich binden?" ist ihnen die Nähe zu viel. Hier sehe ich schon die Eigenverantwortung, etwas gegen die eigene Bindungsangst zu unternehmen.

So, wie der alkoholkranke Mensch etwas gegen seine Sucht unternehmen sollte - um das eigene Leben und ggf. das Leben Anderer nicht zu zerstören, so sollte der bindungsängstliche Mensch etwas gegen seine Ängste unternehmen. Solche Ängste wirken ebenfalls zerstörerisch in beide Richtungen.

Angst könnte man auch als eine Form der seelischen Erkrankung bezeichnen. Daraus folgt die Frage: "Will ich gesund werden?"
Interessant, zuerst die Aussage, daß es keinen Zwang geben sollte, aber dann soll der andere sich quasi doch gehirnwaschen lassen, um für eine Ehe bereit zu sein, mit der Unterstellung von Bindungsunfähigkeit infolge Angst.

Aber was wenn der andere sagt, "Schön daß Du mich liebst aber deshalb entsprichst Du noch lange nicht meinen eigenen Vorstellungen, wie mein Idealpartner zu sein hat?" - Das ist nämlich ziemlich häufig der Fall. Nur weil der Liebende, mit seiner rosaroten Brille der Verliebtheit auf der Nase, auf den anderen die eigenen Vorstellungen von Liebe projiziert, muß der andere das noch lange nicht erwidern.
Läßt sich die verliebte Partei dann schönoperieren oder verbiegt ihren Charakter, um den Vorstellungen des Geliebten näherzukommen? Und was, wenn auch das den anderen nicht umstimmt, weil er vielleicht den Charakter genau kennt und weiß, daß er daran nichts liebenswertes finden kann, schon vorher nicht finden konnte, allem Verbiegen zum Trotz?

Oder was wenn der Geliebte sagt, "Schön daß Du mich liebst, aber ich liebe andere und die mich, und hin und wieder gehen wir auch ins Bett miteinander, würdest Du das auch im Fall einer Partnerschaft weiter tolerieren, oder gehst Du davon aus, daß ich mich Dir zuliebe einschränke - meine Vorlieben und Rechte als freier und ungebundener Mensch Dir zuliebe aufgebe?"
Singles haben in der Regel mehr Freunde und ggf. auch sexuelle Kontakte als Verheiratete. Da Forderungen zu stellen, das müßte "abgestellt" werden, damit derjenige ab sofort nur noch für eine Person "da" ist, ist schon ein ziemlich unverschämtes Eindringen ins Privatleben des anderen. Sowas kann und darf nur freiwillig von der Person selber ausgehen, aber sobald Zwang und Forderungen im Spiel sind, hat der andere absolut das Recht, das ungute Spiel sofort zu beenden und "Nein!" zu sagen.

Merke: "Liebe" hat häufig was mit Besitzdenken zu tun, und mit dem Projizieren eigener Gefühle, eigenes Denkens auf andere, das diese nicht zwangsläufig erwidern oder in vielen Fällen überhaupt gar nicht mitbekommen, weil kein Mensch die Gedanken oder geheimen Wünsche anderer lesen kann.
 
Interessant, zuerst die Aussage, daß es keinen Zwang geben sollte, aber dann soll der andere sich quasi doch gehirnwaschen lassen, um für eine Ehe bereit zu sein, mit der Unterstellung von Bindungsunfähigkeit infolge Angst.

Sorry, aber mir scheint, Du missverstehst mich.
Die Frage nach der Partnerwahl ist eine komplexe. Wir können in 1-2 Sätzen nicht alles schreiben, was man für alle menschlichen Fälle sagen könnte oder sollte. Der Ausdruck Gehirnwäsche ist in jedem Fall völlig unpassend.


Aber was wenn der andere sagt, "Schön daß Du mich liebst aber deshalb entsprichst Du noch lange nicht meinen eigenen Vorstellungen, wie mein Idealpartner zu sein hat?" - Das ist nämlich ziemlich häufig der Fall. Nur weil der Liebende, mit seiner rosaroten Brille der Verliebtheit auf der Nase, auf den anderen die eigenen Vorstellungen von Liebe projiziert, muß der andere das noch lange nicht erwidern.

Auch wenn Du im Grund Recht hast, so habe ich mit dem Menschen, an den sich die Liebeserklärung richtet, heute aus gegebenem Grund speziell das Bild eines Menschen vor Augen, der Bindungsprobleme hat. Das konntest Du, Daoga, nicht wissen.

Ein bindungsängstllicher Mensch kann sich leider auf den Menschen, von dem er geliebt wird, nicht wirklich in Form einer verbindlichen Bindung einlassen. Und bei diesem Sich-Nicht- Einlassen spielen Ängste die Hauptrolle und nicht andere objektive Kriterien, die man ggf. als realistisch und wichtig anerkennen kann.

Ich glaube, dass viele Menschen keine konkrete Vorstellung ihres Idealpartners haben. Sie finden z.B. große und schlanke Menschen toll oder welche mit blauen Augen, blonden oder schwarzen Haaren. Aber das sind nur wenige Kriterien. Mindestens genauso wichtig, wenn nicht sogar viel wichtiger, sind Kriterien wie z.B. "sein/ihr Verhalten in einer bestimmten Situation" oder Wertvorstellungen, seine/ihre Empathie. Und diese Kriterien stellt man meist erst nach längerem Kennenlernen fest.

Für mich ist eines der wichtigsten Kriterien: beide fühlen sich miteinander wohl und sind an einer beidseitigen Wohlfühlbeziehung interessiert. Und dieses Sich-Gemeinsam-Wohlfühlen muß man sich oft erarbeiten, denn Menschen sind verschieden. Das Problem von bindungsängstlichen Menschen sehe ich darin, dass sie grundsätzlich Probleme haben, eine gemeinsame Wohlfühlbeziehung herzustellen, je mehr es auf Bindung hinausläuft.


Läßt sich die verliebte Partei dann schönoperieren oder verbiegt ihren Charakter, um den Vorstellungen des Geliebten näherzukommen? Und was, wenn auch das den anderen nicht umstimmt, weil er vielleicht den Charakter genau kennt und weiß, daß er daran nichts liebenswertes finden kann, schon vorher nicht finden konnte, allem Verbiegen zum Trotz?

Unterstellen wir die Situation von zwei gesunden Menschen, die keinerlei Bindungsprobleme haben, dann ist dieses Sich-Verbiegen in meinen Augen immer falsch.

Bei Menschen, die Bindungsprobleme / Bindungsängste haben, ist die Auswahl des richtigen Partners sehr schwer bis unmöglich. Hier könnte man dieses "Sich-Verbiegen" umdeuten als das Verlassen der Komfortzone, in der die Angst vor Bindung gepflegt wird.
 
Auch wenn Du im Grund Recht hast, so habe ich mit dem Menschen, an den sich die Liebeserklärung richtet, heute aus gegebenem Grund speziell das Bild eines Menschen vor Augen, der Bindungsprobleme hat. Das konntest Du, Daoga, nicht wissen.

Ein bindungsängstllicher Mensch kann sich leider auf den Menschen, von dem er geliebt wird, nicht wirklich in Form einer verbindlichen Bindung einlassen. Und bei diesem Sich-Nicht- Einlassen spielen Ängste die Hauptrolle und nicht andere objektive Kriterien, die man ggf. als realistisch und wichtig anerkennen kann.

Für mich ist eines der wichtigsten Kriterien: beide fühlen sich miteinander wohl und sind an einer beidseitigen Wohlfühlbeziehung interessiert. Und dieses Sich-Gemeinsam-Wohlfühlen muß man sich oft erarbeiten, denn Menschen sind verschieden. Das Problem von bindungsängstlichen Menschen sehe ich darin, dass sie grundsätzlich Probleme haben, eine gemeinsame Wohlfühlbeziehung herzustellen, je mehr es auf Bindung hinausläuft.

Unterstellen wir die Situation von zwei gesunden Menschen, die keinerlei Bindungsprobleme haben, dann ist dieses Sich-Verbiegen in meinen Augen immer falsch.

Bei Menschen, die Bindungsprobleme / Bindungsängste haben, ist die Auswahl des richtigen Partners sehr schwer bis unmöglich. Hier könnte man dieses "Sich-Verbiegen" umdeuten als das Verlassen der Komfortzone, in der die Angst vor Bindung gepflegt wird.

Gepflegt wird da nichts, weil kein Mensch von sich aus dauerängstlich sein will, außer er ist masochistisch veranlagt. Eher sind die Ursachen der Bindungsangst noch nicht überwunden, und wodurch wird ein Mensch bindungsängstlich? Weil er entweder schon als Kind keine richtigen Bindungen erlebte oder aber die falschen (von Vernachlässigung bis Mißbrauch) oder er in früheren Bindungen eine Katastrophe nach der anderen erlebte und kein Interesse daran hat, dieses böse Spiel ein weiteres mal mitzumachen.
Das sind Dinge, die das Selbstwertgefühl massiv schädigen, weshalb man pauschal sagen kann, wer bindungsängstlich ist, hat höchstwahrscheinlich Probleme mit seinem Selbstwertgefühl. Angst erneut zurückgestoßen oder aber mißbraucht zu werden, weil er sich jetzt nicht stärker fühlt als früher.

Selbstwertgefühl läßt sich aber auch durch andere Dinge als (von außen unerwünscht herangetragene, weil auf einseitiger Liebe basierende) Bindungen neu aufbauen. Etwa durch einen Beruf oder ein erfüllendes Hobby, wenn die Person von Menschen generell keine hohe Meinung mehr hat, denn wer sich im Beruf nichts mehr vormachen lassen muß oder sich jederzeit in die meditative Stille eines Hobbys zurückziehen kann, hat seinen persönlichen Ort der Kraft gefunden und baut damit Selbstwertgefühl auf.
Und wenn diese Person dann einer anderen begegnet, die sich genauso im Beruf nichts vormachen läßt oder aber die gleichen Hobbys, gleiche Interessen, gleiche geheime Träume hat, dann steht einer Bindung auf Augenhöhe, ohne jedes Verbiegen, nichts im Wege. Es dauert vermutlich, viel länger als bei extrovertierten Menschen, um auch ganz sicher zu gehen, daß der oder die andere "goldrichtig" ist, aber wenn alles paßt, ist es die Idealverbindung von zwei Seelenverwandten. Die vermutlich beide erst durchs Fegefeuer der Ängste hindurch mußten, um an dieser Stelle zu landen. Und besser als eine solche kann keine Bindung sein.
 
Sorry, aber mir scheint, Du missverstehst mich.
Die Frage nach der Partnerwahl ist eine komplexe. Wir können in 1-2 Sätzen nicht alles schreiben, was man für alle menschlichen Fälle sagen könnte oder sollte. Der Ausdruck Gehirnwäsche ist in jedem Fall völlig unpassend.




Auch wenn Du im Grund Recht hast, so habe ich mit dem Menschen, an den sich die Liebeserklärung richtet, heute aus gegebenem Grund speziell das Bild eines Menschen vor Augen, der Bindungsprobleme hat. Das konntest Du, Daoga, nicht wissen.

Ein bindungsängstllicher Mensch kann sich leider auf den Menschen, von dem er geliebt wird, nicht wirklich in Form einer verbindlichen Bindung einlassen. Und bei diesem Sich-Nicht- Einlassen spielen Ängste die Hauptrolle und nicht andere objektive Kriterien, die man ggf. als realistisch und wichtig anerkennen kann.

Ich glaube, dass viele Menschen keine konkrete Vorstellung ihres Idealpartners haben. Sie finden z.B. große und schlanke Menschen toll oder welche mit blauen Augen, blonden oder schwarzen Haaren. Aber das sind nur wenige Kriterien. Mindestens genauso wichtig, wenn nicht sogar viel wichtiger, sind Kriterien wie z.B. "sein/ihr Verhalten in einer bestimmten Situation" oder Wertvorstellungen, seine/ihre Empathie. Und diese Kriterien stellt man meist erst nach längerem Kennenlernen fest.

Für mich ist eines der wichtigsten Kriterien: beide fühlen sich miteinander wohl und sind an einer beidseitigen Wohlfühlbeziehung interessiert. Und dieses Sich-Gemeinsam-Wohlfühlen muß man sich oft erarbeiten, denn Menschen sind verschieden. Das Problem von bindungsängstlichen Menschen sehe ich darin, dass sie grundsätzlich Probleme haben, eine gemeinsame Wohlfühlbeziehung herzustellen, je mehr es auf Bindung hinausläuft.




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Und was, wenn ich sage, dass ich nicht mit jedem gut kann oder will? Ist das dann meine Schuld?
 
Schau', Nordrheiner, können wir uns darauf einigen, dass es nicht eine Schuldfrage ist, wenn ich jemand anderen nicht liebe, oder jemand anderer mich nicht liebt?
 
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